Weniger ist mehr: Tipps für minimalistisches Leben (Teil 1)

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Minimalistisches Leben hat eine lange Tradition – Konfuzius hat mal gesagt: „Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen.“ In diesen Worten steckt viel Wahrheit. Viele Menschen laden sich zu viel auf – privat wie beruflich, sie stehen dadurch ständig unter Strom. Einige finden keinen Weg aus dem Dauerstress, der sogar krank machen kann.

Ich habe 13 Tipps für ein minimalistisches Leben für euch zusammengetragen, mithilfe derer ihr euer Leben entschleunigen und unkomplizierter gestalten könnt. Das Beste daran: Ein paar davon lassen sich bereits innerhalb einer Stunde umsetzen!

Minimalimus heißt: Kleine Veränderungen für euer Wohlbefinden

Ihr habt bestimmt schon einmal den Begriff „Minimalismus“ gehört oder gelesen. Dafür gibt es unterschiedliche Definitionen. Ich verstehe darunter, sich vom Ballast zu befreien, sodass man sich den Aufgaben, Menschen und Dingen widmen kann, die einem wichtig sind. Dieser Ballast kann ganz unterschiedlich aussehen. Oft ist es materieller Überfluss, der einen stresst, manchmal sind es auch leidige Verpflichtungen, lähmende Routine oder negative Beziehungen.

Und keine Angst: Minimalistisch zu leben bedeutet nicht, allen Besitz zu verkaufen, in eine winzige Wohnung zu ziehen, die kriselnde Beziehung zu beenden oder den Job hinzuwerfen. Es ist viel einfacher, viel weniger radikal. Denn schon kleine Veränderungen im Alltag können viel für euer Wohlbefinden tun!

13 einfache Tipps für ein minimalistisches Leben im Handumdrehen

1.     Kauft nur Dinge, die ihr braucht. Stellt euch vor jedem Kauf die folgenden Fragen: Besitze ich das noch nicht? Würde sich mein Leben durch den Kauf verbessern? Würden mir daraus Nachteile entstehen? Schiebt im Zweifel den Kauf auf, um zu sehen, ob ihr das Objekt der Begierde wirklich benötigt.

2.     Vermeidet das Ansammeln von Unnötigem. Wie das geht? Ganz einfach: Für jeden Gegenstand, der in die Wohnung kommt, muss ein anderer weichen.

3.     Klebt einen „Keine Reklame“-Aufkleber an euren Briefkasten. So könnt ihr unnötigen Papierverbrauch vermeiden. Minimalistisch leben kann so einfach sein.

4.     Gebt euren Dingen feste Plätze. Ordnung ist das halbe (minimalistische) Leben. Wer regelmäßig aufräumt und Dingen einen festen Platz gibt, findet erstens seine Sachen schneller und behält zweitens den Überblick über seinen Besitz. Das verhindert unnötige Doppelt-und-Dreifach-Käufe. Drittens ist man jederzeit bereit zum Ausmisten.

5.     Lebt einen Tag lang ohne Energie und Elektrizität. Steht ohne Wecker auf, geht raus ins Freie – bewegt euch mit dem Rad oder zu Fuß fort, sprecht mit eurem Gegenüber, lasst das Handy aus.

Stecker ziehen minimalismus

© Light Impression, Fotolia

6.     Qualität vor Quantität. Kauft weniger, dafür aber bessere Dinge. Macht’s wie früher und spart mal wieder auf ein Herzensding!

7.     Lebt unter euren Verhältnissen, aber für eure Träume.

8.     Weniger ist mehr, auch in Sachen Versicherungen. Meiner Meinung nach reicht es aus, die existenzbedrohenden Risiken abzusichern. Ich habe eine Krankenversicherung, eine Haftpflichtversicherung und eine Hausratsversicherung. Welche für euch richtig sind, hängt natürlich von eurem Familienstand und eurer sonstigen Lebenssituation ab. Aber stellt euch ruhig die Frage: Brauche ich das wirklich?

9.     Legt den Inhalt eures Geldbeutels auf einen Tisch und halbiert ihn. Den Inhalt, nicht den Geldbeutel und schon gar nicht den Tisch. Vielleicht ist das auch eine gute Gelegenheit, die eine oder andere schon lange nicht mehr genutzte Kundenkarte loszuwerden?

Minimalismus beim Kochen und Essen

10.     Entdeckt die Einfachheit beim Kochen. Es gibt zahlreiche Gerichte, die schnell gehen, gut schmecken und kaum mehr als eine Handvoll Zutaten benötigen: Rohkost aus Äpfeln, Karotten, Roten Beten, Banane und Olivenöl; Pizza Marinara, die nur mit Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und Oregano belegt wird. Klingt lecker? Ist es auch!

Herbstgemuese

© Jag_cz, Fotolia

11.     Ernährt Euch möglichst oft pflanzlich. Ihr werdet erstaunt sein, was man mit Getreide, Gemüse, Nüssen etc. Leckeres zaubern kann!

12.     Esst langsam, mit Genuss und ohne Ablenkung. Musik hören, E-Mails schreiben oder Zeitung lesen sind Ablenkung – und führen dazu, dass man mehr isst, als man eigentlich wollte.

13.     Trinkt mehr Leitungswasser. Minimalistischer kann man den Durst nicht stillen. Kaffee und Tee, Saft und Limonaden, Bier, Wein & Co. sind Genussmittel.

Jeder fängt mal klein an

Ich gebe zu, das ist auf einmal ziemlich viel. Lasst euch davon nicht einschüchtern – niemand zwingt euch, alle Tipps umzusetzen. Minimalistisches Leben ist ein Prozess. Viele Tipps lassen sich sehr einfach in den Alltag integrieren. Und wenn’s euch zu kompliziert wird, gibt’s immer noch Konfuzius. Übrigens: Hier gibt es  noch weitere Tipps für ein minimalistisches Leben!

Darüberhinaus zeigt euch meine Schwester Sabine 6 Achtsamkeitsübungen für den Alltag,  die dir dabei helfen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich bewusst an den kleinen Dingen zu erfreuen.

Titelbild: © Aleksandar Nakic, iStock

Hallo, ich heiße Christof und schreibe auf meinem Blog über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Ohne materiellen Überfluss, negative Beziehungen und unnötige Verpflichtungen zu leben, führt zu persönlichem Glück und gesellschaftlichem Gewinn. Ich konnte das in den vergangenen Jahren selbst erfahren. Nach und nach habe ich mein Leben umgekrempelt und mich dabei immer pudelwohler gefühlt. Heute besitze ich nur noch wenige, aber hochwertige Dinge; habe mein Auto gegen Fahrrad und Bahncard eingetauscht; ernähre mich vegan; wandere wochenlang mit einem 35-Liter-Rucksack über die Alpen oder durch deutsche Mittelgebirge … Ich freue mich, meine Inspirationen hier mit euch zu teilen.

Letzte Kommentare (8)

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Marec
Samstag, 28. Januar 2017, 5:43 Uhr

Finde die Tipps super, vielen Dank. Allerdings stehen diese Ratschläge für mich eher für ein vernünftiges/bewusstes Leben als für ein minimalistisches.
Minimalistisch bedeutet für mich „aufs wenigste beschränkt“

erhard rexeisen
Freitag, 9. Dezember 2016, 6:53 Uhr

tja so leicht kann es gehen, wichtig in diesen zusamnenhang das konsiquente vorleben gegenüber kindern.
Eigene erfahrung:
– jahrgang 1951 meine eltern mußten sich nach dem krieg überlegen … und ergeben auch gleizeitig die oben angeführten punkte.
– 4 monatliche auszeit in indien MIT gleichzeitigen einlassen auf dieses land ergibt ein denken“weniger ist mehr“

Oliver
Montag, 10. Oktober 2016, 11:23 Uhr

Schön geschrieben….

Ich bin es von klein auf gewohnt keine unnötigen Dinge anzuhäufen, meinen Konsum auf das Nötigste zu Reduzieren und auf die Umwelt zu achten.

Kleidung war für mich nie Style oder Identität sondern hauptsächlich nutzgegenstand.

Ich besitze kein auto, keine teure Kaffee Maschine, keine überteuerte Uhr.

Ich spare mein Geld gerade fürs Reisen weil ich auf Reisen meinen Horizont Erweitern kann und oft Leute treffe die ähnlich denken wie ich.
Auf Reisen Sammle ich Eindrücke und Erinnerungen die mir tausend Mal mehr wert sind als irgendwelche materiellen Dinge.

    reblog2
    Montag, 10. Oktober 2016, 11:46 Uhr

    Wie schön, dass du dich in dem Artikel wiederfinden konntest, das freut uns!
    Liebe Grüße vom re:BLOG-Team

derhanfi
Freitag, 2. Januar 2015, 14:56 Uhr

Zu 1.) Vera F. Birkenbihl halt mal gesagt: Man sollte sich vor jedem Kauf die Frage stellen: Ist dies wirklichNot-wendig? Also wird denn durch den Erwerb von einer Not abge-wendet? Das fande ich klar auf den Punkt gebracht! Spätestens dann merkt man beim 10. T-Shirt im Schrank, dass gar keine Not besteht.

Dienstag, 9. Dezember 2014, 19:49 Uhr

Schöner Bericht! Auch ich habe für mich festgestellt, dass manchmal die Kleinigkeiten, den Minimalisumus zu leben, oft sehr viel bewirken können. Besonders was das Thema „Brauche ich das wirklich?“ angeht, hat mich schon oft davon abgehalten, noch den 3. Block, den 4. Kuli oder das 5. Duschgel zu kaufen. Es sind nur Kleinigkeiten, aber mir geht es besser dadurch! Und auch der Punkt mit „Qualität steht über Quantität“ lebe ich mittlerweile.
Kurioserweise wird man aber auch irgendwann bescheidener und hat gar nicht mehr so das Verlangen, wieder mehr „Krempel“ anzuschaffen. Ich fühle mich so wie ich den Minimalismus für mich lebe, mehr als wohl.

Mittwoch, 3. Dezember 2014, 14:44 Uhr

Danke, Vera 🙂

Teil zwei erscheint Ende Dezember.

Viele Grüße

Christof

Montag, 1. Dezember 2014, 22:57 Uhr

Ein schöner Artikel!
Ich finde die Philosophie, die hinter diesen Tipps steht ganz toll. Es geht nicht immer darum die Welt mit einer radikalen Umstellung zu verändern (das wäre zu einfach ;-)), sondern „im eigenen Dreck“ zu wühlen, bei sich und im Kleinen anzufangen und Vorhaben dafür Schritt für Schritt auch umsetzen und behalten zu können.
Eine tolle Inspiration, deine Gedanken dazu zu lesen!

LG Vera