DIY: Vegane Seife – so geht’s!

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Um ehrlich zu sein, landet bei unseren Besuchen im Drogeriemarkt nur selten ein Stück Seife im Einkaufskorb. Wenn wir dann doch Seife kaufen, dann meistens in flüssiger Form. Ist ja auch leichter zu handhaben. Ab in den Seifenspender damit, ein kurzer Druck, Seife auf die Hände und fertig. Alles easy. Bis auf die Verpackungen: Die sind für unseren Geschmack, gerade bei diesen Nachfüllpackungen von Flüssigseifen, irgendwie überdimensioniert. Voll dickes Plastik. Muss das sein? Außerdem macht uns die Liste der fragwürdigen Inhaltsstoffe nachdenklich. Vielleicht ist ja deshalb die Verpackung so groß, damit diese unaussprechliche Zutatenliste darauf Platz findet. Feste Seife, übrigens auch meist mit eher bedenklichen Inhaltsstoffen, ist da keine gute Alternative.

„Also: Warum machen wir denn nicht einfach mal selber Seife? ”

Vegane Seife selber machen:

Safety First

Kann doch nicht so schwer sein. Also: Mut zur Lücke. Aber wie geht das denn eigentlich? Ist das nicht gefährlich? Muss man da nicht mit Chemikalien experimentieren? Lauge aus Natriumhydroxid? Passt das zu Naturseife? Die Fragezeichen kreisten nur so über unseren Köpfen, aber Tante Google machte uns schlauer und hat uns ein ganz simples Rezept ausgespuckt. Bevor wir dir aber zeigen, wie wir die Seife hergestellt haben, gibt noch ein paar Sicherheitshinweise zur Lauge, die bei der Herstellung benötigt wird. Gehe sehr vorsichtig und sorgfältig beim Umgang mit der Natronlauge um. Diese ist ätzend und kann Schäden an Haut und Augen verursachen. Achte bei der Herstellung darauf, dass du unbedingt eine Schutzbrille, feste Gummihandschuhe, lange Ärmel und einen Kittel trägst. Sorge außerdem unbedingt für ausreichend Durchlüftung, damit du die ätzenden Dämpfe nicht einatmest. Außerdem kommt es auf die richtige Dosierung an – Du solltest unbedingt einen Seifenrechner zu Rate ziehen. Lest Euch am besten gründlich zu dem Thema ein, bei Natronlauge bitte nicht rumexperimentieren, sondern vorher genau informieren, wie ihr damit umgeht. Wenn ihr unsicher seid, könnt ihr auch erstmal einen Workshop besuchen, bevor ihr Zuhause selber ans Werk geht.

Das brauchst du

Naturkosmetik Seife Selbermachen Zutaten

Zur Herstellung der Seife haben wir folgende Arbeitsgeräte benutzt:       

  •    einen hohen Edelstahltopf mit ca. 3-4 Liter Fassungsvermögen
  •    einen kleinen Edelstahltopf für die Herstellung der Lauge
  •    einen Holzkochlöffel
  •    eine Küchenwaage
  •    ein Wasserglas
  •    eine Backform
  •    etwas Folie
  •    Klammern

Diese Zutaten haben wir für unser Seifenrezept besorgt:

  •    120 Gramm Natriumhydroxid (NaOH (Ätznatron) haben wir online bestellt, du bekommst es aber auch in der Apotheke)
  •    250 Gramm Kokosöl
  •    300 Gramm Rapsöl
  •    350 Gramm Olivenöl
  •    260 Gramm destilliertes Wasser

So geht’s

Die Pflanzenöle, also Kokosöl, Rapsöl und Olivenöl wurden zusammen in dem großen Topf auf ca. 60 Grad Celsius erhitzt. Wir hatten kein Thermometer am Start und haben das nach Gefühl gemacht.

Seife Vegan Rezept

Während wir die Öle erhitzt haben, stand die größte Herausforderung an: Die Natriumlauge musste hergestellt werden. Wir haben das sicherheitshalber im Freien gemacht. In den kleinen Topf haben wir 260 Gramm destilliertes Wasser gefüllt und ganz langsam die festen weißen Natriumhydroxid-Kristalle eingerührt.

Vegane Seife Rezept

Die Lauge wird dabei durch den chemischen Prozess heiß. Wichtig ist, genau diese Vorgehensweise einzuhalten. Niemals das Wasser über das Natriumhydroxid schütten.  Die heiße Lauge haben wir anschließend in den großen Topf mit den heißen Ölen gefüllt.

Anleitung Naturseife DIY

Jetzt war Körpereinsatz gefragt. Die milchartige Masse musste so lange mit dem Kochlöffel umgerührt werden, bis sie die Konsistenz von Pudding angenommen hatte. Merke: Das Rühren kann eine halbe bis ganze Stunde dauern. Wenn dir das zu anstrengend ist, kannst du auch einen Stabmixer benutzen

Naturseife Herstellung

Nachdem wir unsere Fitness-Rührübung hinter uns gebracht hatten, füllten wir die Masse in eine Backform, die wir zuvor mit einer Klarsichtfolie ausgekleidet und mit den Klammern am Rand befestigt hatten.

Naturseife Vegan Anleitung

Die Masse muss danach mindestens 48 Stunden in der Form bleiben. Die eigentliche Verseifung, also die Umwandlung der Öle in Seife, findet dabei statt. Danach solltest du die Seife mindestens weitere vier Wochen lang „reifen“ lassen. Ein gut durchlüfteter, kühler und dunkler Raum gefällt der Seife dabei am besten. Nach dem Reifeprozess haben wir den großen Seifenblock in kleine handliche Stückchen geschnitten und natürlich auch gleich getestet.

Anleitung Vegane Seife

Wie auch bei anderen DIY-Projekten ist es immer wieder ein tolles Erlebnis, wenn du dein selbst gemachtes Produkt in den Händen hältst. Tipp: Willst du die Seife verschenken, kannst du sie einfach in hübschem Papier einwickeln und mit einem Paketband verschnüren. Oder du wickelst einen Streifen Kraftpapier als Banderole um das Seifenstück. Dann noch ein handgeschriebener Gruß, ein toller Stempel, ein Etikett und fertig ist ein ganz individuelles Geschenk.

Hast du jetzt Lust bekommen, deine eigene Seife zu machen? Ja? Dann freuen wir uns über deinen Erfahrungsbericht und die Ergebnisse, die du uns gerne in den Kommentaren mitteilen kannst.

Und ganz wichtig: Beachte unbedingt die Sicherheitshinweise und arbeite mit Ruhe und Bedacht. Dann klappt das.

Viel Spaß.

Last Minute: 3 nachhaltige DIY-Adventskalender

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Ende September stehen die ersten Schoko-Adventskalender in den Supermärkten, Ende Oktober gibt es die besten Beauty-Adventskalender auf den Blogs und in Zeitschriften. Spätestens Ende November geraten dann alle Muttis in den Stress eine Drogerie zu finden, in der es noch Playmobil-Adventskalender gibt. Dann bleiben einem im Grunde zwei Optionen: Den Hype mitmachen oder die Konsumauswüchse ablehnen. Zwischen den beiden Polen gibt es in den „stressigen Vorweihnachtswochen“ scheinbar wenig Ausflüchte. Obwohl die Weihnachtskonsummaschine definitiv nicht glücklicher machen dürfte, kann es doch auch einfach Spaß machen, das Weihnachtsding zu zelebrieren und jemandem eine Freude zu machen. Jeden Tag, 24 Tage lang. Selbstgemachte…

Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

Zum Autor

Bianka‘s wilde Kräuterei
Montag, 7. Januar 2019, 20:43 Uhr

Hallo Ihr Lieben, ich muss etwas Kritik an Eurem Artikel üben. Man sollte immer die Fette oder Öle so wenig wie möglich erhitzen, warum erhitzt Ihr so tolle Öle? Die tollen Inhaltsstoffe der Fette gehen total verloren, wenn man Sie so heiß erhitzt. Auch sollte man immer nur handwarm arbeiten, auch die Lauge sollte niemals so heiß sein beim verarbeiten. Die Seifensiederregel heißt immer 33% (Masse der Öle) Wasser zu verwenden und die NaOH Angaben, sollte jeder selber ausrechnen. Wie hoch habt Ihr eigentlich UL/ÜF… Ich fände es toll, das wenn Ihr über soetwas schreibt, ein bisschen mehr über Details schreibt. Es kann so viel passieren… Sorry das ich Euch ein bisschen zugetextet habe, aber Seife sieden ist so ein tolles Hobby und da sollte man schon etwas genauer sein, so das jeder ein tolles Resultat hat wenn er es ausprobiert. Lg Bianka