10 Tipps für Mikroabenteuer

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Abenteuer müssen nicht immer die große Weltumrundung zu Fuß sein. Davon ist der britische Weltreisende und Blogger Alastair Humphreys überzeugt. Es genügt, die eigene Stadt zu Fuß zu umrunden, um ganz spezielle Erlebnisse zu haben. Humpreys hat den Trend Mikroabenteuer gesetzt, eine Bewegung, die immer beliebter wird. Denn Mikroabenteuer sind eine Alternative zu großen Reisen.

Microadventure

Was steckt hinter Microadventures?

Mikroabenteuer Idee

Die Idee ist im Prinzip simpel: Die Zeit vom Feierabend bis zum Arbeitsbeginn wird nicht einfach mit Fernsehen oder Medienkonsum gefüllt, sondern stattdessen schafft man sich kleine Erlebnisse, die sich ohne großen Aufwand realisieren lassen.

Die Vorteile von Microadventures:

  • Mikroabenteuer hinterlassen keine Spuren in der Natur und Umgebung: Müll wird wieder mitgenommen, Zelte werden nicht aufgestellt, die Natur nicht zertrampelt
  • sie sind möglichst günstig, am besten sogar kostenfrei
  • sie lassen sich ohne großen Aufwand durchführen
  • das Einzige, was Mikroabenteuer kosten, ist Überwindung
  • Mikroabenteuer gehen mit umweltfreundlicher Anreise – also ohne Auto oder Flugzeug
  • sie sind immer eine kleine Herausforderung

Was braucht man für Mikroabenteuer?

Was Braucht Man Fuer Mikroabenteuer
„Möglichst wenig, denn Mikroabenteuer sind gelebter Minimalismus. ”

Alles, was man braucht, ist quasi Überwindung und das Bewusstmachen, dass es nicht viel braucht, um große Abenteuer zu erleben. Wenn man sich natürlich vornimmt, eine Nacht draußen zu verbringen, ist es nicht schlecht, sich vorher Gedanken über Camping-Ausrüstung zu machen. Doch im Prinzip sind die meisten Mikroabenteuer direkt umsetzbar und können ohne Aufwand in den Alltag integriert werden.

10 Tipps für Mini-Abenteuer

1. Von der Haustür aus los wandern

Abenteuer Liegt Vor Der Haustuer

Viel zu oft bemühen wir Auto, Bus, Bahn oder Rad, um schöne Ausflüge zu machen. Das muss gar nicht sein. Wie wäre es einmal damit, vor der eigenen Haustür zu starten? Verpflegung einpacken, Rucksack aufsetzen und einfach mal los wandern. Von der Haustür aus, schauen, wie komme ich zu Fuß ins nächste Grün? Wie weit komme ich überhaupt an einem Tag? 15 Kilometer sollten drin sein, je nach Trainingsstand schafft man auch bis zu 30 oder gar mehr. Such dir ein Ziel auf der Karte und los geht es – zu Fuß. Am besten das Nötigste für die Nacht einpacken und am nächsten Tag weiterwandern – Pensionen und kleine Herbergen finden sich öfter, als man denkt. Es ist ein wunderbares Gefühl von Freiheit, einfach von der Haustür aus loszulaufen. Und zurück? Entweder laufen oder mit Bus, Bahn oder schauen, ob man irgendwo eine Mitfahrgelegenheit findet. Doch das wäre schon das nächste Abenteuer.

2. Kunstwerke aus dem Wald

Landart Machen

Oder auch: „Landart machen“. Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um die Schätze der Natur zu genießen, bevor die Landschaft einem Schwarz-Weiß-Bild gleicht. Also auf, die Farbenpracht nutzen und Kunstwerke in der Natur legen. „Landart“ heißt der Begriff dazu und bedeutet quasi, sich intensiv mit Naturmaterialien auseinander zu setzen und das Drumherum kurz zu vergessen. Ob mithilfe von Dornen hübsche, rote Weinblätter an Bäume gepinnt werden, Kastanien zu einer Schnecke gelegt, komplizierte Mandalas gefertigt oder Strandgut zu Skulpturen verarbeitet wird, ist egal. Die Hauptsache ist, die Materialen entstammen alle aus der Natur und hinterlassen beim Verrotten keine Spuren. Übrigens: Je länger du dich mit deinem Kunstwerk beschäftigst, desto größer ist der meditative Effekt, der währenddessen entsteht.

3. Barfuß durch Wald oder Wiese

Mikroabenteuer Barfuss Spazieren gehen

Ein Waldspaziergang allein klingt zunächst vielleicht etwas dröge. Aber hast du den Waldboden schon mal mit nackten Füßen betreten? Nein? Dann wird es höchste Zeit. Bei einer Barfuß-Wanderung durch den Wald spürt man die Natur unter sich so intensiv wie sonst nur sehr selten. Man muss achtsam sein und versuchen, nicht auf große Steine oder Wurzeln zu treten, gleichzeitig fühlt man auch weiches Moos und Blätter. Mit den nackten Füßen durch den Wald zu spazieren, kann wirklich zu einem kleinen Abenteuer werden. Dabei gilt aber immer: Auf den Körper hören und wenn es zu kalt ist, schnell wieder in Schuhe und Socken und zu Hause ein warmes Fußbad machen.

4. Draußen übernachten

Draussen Schlafen

Ob im Baumzelt, in der Hängematte oder einfach so mit der Isomatte auf dem Boden: Es bieten sich viele Möglichkeiten für eine abenteuerliche Nacht draußen. Falls es zu kalt wird, einfach einen zweiten Schlafsack mitnehmen und in den ersten hineinstopfen, dann dürfte es warm genug sein. Der Vorteil von einem Zelt bzw. Baumzelt: Man ist gegen eventuelle Schauer geschützt. Wer auf gutes Wetter hoffen kann, kann auch die Hängemattenvariante probieren. Kleiner Tipp: Mit einer Isomatte in der Hängematte klappt es sogar – auch bei frühherbstlichen Temperaturen – mit dem Schlafen zwischen den Bäumen.

5. Vögel beobachten

Voegel Beobachten

Microadventures müssen nicht unbedingt immer etwas mit Abenteuer zu tun haben. Es geht dabei auch darum, den Kopf frei und etwas Abstand vom Alltag zu bekommen. Beim Vögel beobachten kann man zum Beispiel richtig gut entspannen und abschalten. Am besten klappen Vogelbeobachtungen an Seen oder Auen, im Marschland oder am Watt. Wer solche Beobachtungshäuschen in der Nähe hat: Schwing dich aufs Rad oder in den Bus und nichts wie hin! Vor allem im Herbst sind viele Zugvögel zu sehen und man kann Stunden dort verbringen und ihnen zusehen. Fernglas und Bestimmungsbuch nicht vergessen!

6. Alleine schweigen

Einsamkeit Schweigen

Das klingt vielleicht ein wenig verrückt, aber kannst du dich daran erinnern, wann du das letzte Mal ganz für dich alleine warst? Smartphone, Soziale Medien – irgendwie ist der Tag heute von ständigem „Geplapper“ geprägt. Das führt bei vielen zu Gereiztheit und übertönt in vielen Fällen die innere Stimme, die auch noch da ist und spricht. Deswegen ist es ein ganz besonderes Erlebnis, sich mal eine Gesprächs-Auszeit zu gönnen und bewusst ins Schweigen zu gehen. Am besten in der Natur, einen ganzen Tag oder ein Wochenende lang mal nicht reden. Dann hört man auch wieder seine innere Stimme.

7. In den Sonnenaufgang wandern

Sonnen Aufgang Himmel Beobachten

Ja, man muss früh aufstehen, aber es lohnt sich! Wer den Sonnenaufgang beobachten möchte, sollte sich einen schönen Ort dazu auswählen, etwa einen Hügel mit Fernsicht oder aber ein Gewässer. Wenn du Glück hast, zeigt sich dort Nebel und die ganze Kulisse sieht noch zauberhafter aus. Sonnenaufgänge sind absolut kostenlos und ein unglaublich schönes Naturschauspiel. Und das Tolle: So eine Sonnenaufgangswanderung geht oftmals sogar vor der Arbeit.

8. Nachts im Wald

Nachtwanderung Im Wald

Der Wald verwandelt sich nachts zu einem besonderen Platz: Dann kommen die Rehe aus ihren Verstecken hervor, Eulen gehen auf die Jagd und auch die kleinen Mäuse werden aktiv. Am besten startest du, bevor es anfängt zu dämmern und suchst dir einen Platz, an dem du alles gut überschauen kannst. Wenn du ihn gefunden hast, breite deine Isomatte aus und lümmle dich in deinen Schlafsack, denn gerade abends kann es schon sehr kühl werden, wenn man sich nicht bewegt. Und nun versuche ein wenig inne zu halten. Sobald du dich wenig bewegst, wirst du die ersten Tiere sehen. Und danach? Nichts weiter als die Wiese und die Sterne anschauen.

9. Radtour am Fluss entlang

Rad Fahren Am Fluss

Elbe, Rhein, Donau oder Main? Du hast einen Fluss in der Nähe deiner Stadt? Dann nichts wie los aufs Rad. An fast jedem Fluss in Deutschland führt ein Radweg entlang. Schau mal, wie weit du kommst, vielleicht magst du ja auch über Nacht irgendwo bleiben und am nächsten Tag weiterfahren.

10. Draußen essen

Picknick Draussen Essen Unter Freiem Himmel

Eine gute und leicht umzusetzende Mikroabenteuer-Idee nach Feierabend ist es, nicht zu Hause zu essen, sondern die Mahlzeit nach draußen zu verlegen. Picknick ist immer eine schöne Idee – auch im Winter mit Tee und Suppe. Stell dir deine Lieblingsleckereien zusammen, ideal ist Fingerfood, pack dir einen schönen Saft und heißen Tee oder Punsch ein und ab geht es – raus in die Natur. Zum Picknick. Motto: Ist doch egal, wie das Wetter wird.

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