Erfolgreich ausmisten und Ordnung halten: So geht’s

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Sich von alten Sachen zu tren­nen, ist gar nicht so leicht. Richtiges Entrüm­peln und Aus­sortieren will gel­ernt sein. Wir zeigen dir, wie es geht.

Kiste Mit Alten Postkarten Und Bildern

Zugegeben, Aufräu­men ist nicht unsere Lieblingsauf­gabe und wird es mit Sicher­heit auch nicht wer­den. Trotz­dem gibt es kaum eine andere Tätigkeit, dessen Ergeb­nis für so viel Zufrieden­heit sorgt, wie eine aufgeräumte, cleane Woh­nung. Denn vollgestopfte Schubladen, überfüllte Regale und Schränke stressen uns nicht nur unter­be­wusst, son­dern rauben uns auch Zeit und Ner­ven. Näm­lich genau dann, wenn wir beispiel­sweise mal wieder nicht die wichti­gen Unter­la­gen find­en, die wir für die Steuer­erk­lärung brauchen. Und wo ist eigentlich Fotoal­bum aus unser­er Kind­heit abge­blieben? Wer richtig aus­sortiert, sich von (über­flüs­si­gen) Din­gen tren­nt und Ord­nung schafft, behält auch viel bess­er den Überblick und bekommt dadurch einen freien Kopf. Außer­dem muss Aufräu­men nicht immer lästig sein. Hier erfährst du, wie du richtig entrüm­pelst und dich langfristig von Chaos und Bal­last befreist. 

Life Hacks zum Aussortieren:

Warum fällt uns Aufräumen so schwer?

Es ist eine verzwick­te Sit­u­a­tion: Den meis­ten von uns geht es bess­er, wenn unser Umfeld struk­turi­ert und aufgeräumt ist. Doch warum fällt es uns dann über­haupt so schw­er, auszu­mis­ten und diese Ord­nung auch zu hal­ten? Diese Frage sollte natür­lich jed­er für sich indi­vidu­ell beant­worten. Doch grund­sät­zlich vere­inen uns meis­tens die gle­ichen Gründe, warum wir uns vorm Entrüm­peln gerne drück­en: 

  1. Wir wis­sen nicht, wo wir anfan­gen sollen: Meis­tens wird uns die Unord­nung erst bewusst, wenn das Chaos die Über­hand gewon­nen hat. Wir fühlen uns über­fordert und lassen es lieber gle­ich sein. 
  2. Der innere Schweine­hund ste­ht im Weg: Wir wür­den ja anfan­gen, wenn es nicht viel zu ver­lock­end wäre, sich auf die Couch zu leg­en zu net­flix­enAufräu­men ist anstren­gend und oft fehlt uns die Moti­va­tion, um unseren inneren Schweine­hund zu über­winden. 
  3. Schwierigkeit, sich von Din­gen zu tren­nen: Tren­nun­gen mögen die wenig­sten von uns und auch der Abschied von Gegen­stän­den fällt uns schw­er. Vielle­icht braucht man es ja noch mal? Das war ja schließlich ganz schön teuer und außer­dem erin­nert es mich an dieses und jenes. Ja, die Ausre­den, warum wir so ungern aus­sortieren, sind divers. 

 Doch keine Sorge: Es ist noch kein Meis­ter vom Him­mel gefall­en, auch beim Aufräu­men nicht. Aus­sortieren und Ord­nung hal­ten, ist ein Prozess, den man ler­nen kann und uns bere­ichert. Nicht umson­st sagt man schließlich: Unser Zuhause ist das Spiegel­bild unser­er Seele. Wer also aufräumt, befreit auch sein Inner­stes von Chaos und Altlas­ten.  

So sortierst du aus: Schritt für Schritt 

Anfangen Mit Dem Aufraeumen

Entrüm­peln ist wirk­lich nicht schw­er, man muss nur damit anfan­gen. Und zwar Schritt für Schritt, denn ein biss­chen Zeit müssen wir schon dafür ein­pla­nen. 

  • Mache dir einen Plan: To-do-Listen, Einkauf­s­pläne und Noti­zen – sich Pläne zu machen, hat sich schon in vie­len anderen Lebens­bere­ichen bewährt. Mach dir also einen Aufräum­plan, wie du dein Ziel erre­ichen möcht­est. Mit welchem Zim­mer willst du begin­nen? Wie soll es hin­ter­her ausse­hen? Wie viel Zeit möcht­est du pro Tag für das Aufräu­men investieren? 
  • Ulti­ma­tum set­zen: Nach­dem du dich für das Aufräu­men entsch­ieden hastset­ze dir selb­st einen zeitlichen Rah­men. Inner­halb der näch­sten 72 Stunden nach deinem Entschluss soll­test du Nägel mit Köpfen machen. 
  • Klein anfan­gen: Das Mot­to lautet qua­si: “Groß denken und klein anfan­gen”. Ja, wir haben große Ziele. Und ja, bis wir diese erre­icht haben, wird es Zeit und Mühe kosten. Doch wer sich von Anfang an übern­immt, ist nicht nur schnell über­fordert, son­dern ver­liert auch die Lust. Fange also mit dem “ein­fach­sten” Zim­mer an. Nehme dir dabei qua­si einen Schrank bzw. Regal nach dem anderen vor. So siehst du auch sofort deine Erfolge. 
Ordentliches regal
  • Entrüm­peln mit Sys­tem: Du musst natür­lich nicht alles wegschmeißen, was du nicht regelmäßig benutzt. Du soll­test allerd­ings ein Sys­tem entwick­eln, nach dem du beurteilst, ob du den Gegen­stand brauchst, ob du an ihm hängst oder ob er wegkann. Eine gute Hil­festel­lung kann die Mag­ic Clean­ing Meth­ode von der Aufräum­ex­per­tin Marie Kon­do sein.  
  • Hil­fe durch Box­en: In eine Box kommt, was du wirk­lich behal­ten möcht­est. In ein­er anderen lan­den die Dinge, die du nicht wirk­lich brauchst, aber den­noch ver­wahren willst. Und in einer anderen Box wer­den die Sachen gepackt, die du entsor­gen, ver­schenken oder verkaufen möcht­est. Du behältst du auch während der Aufräu­mak­tion den Überblick. 
  • Belohne dich: Eigentlich ist die neu gewonnene Ord­nung schon Beloh­nung genug. Es kann aber zusät­zlich ans­pornen, wenn du dir nach der ganzen Action etwas Gutes tust. Ein biss­chen Well­ness oder ein tolles Essen, auf das man sich freut, kön­nen ein guter Ans­porn sein. 

Ordnung schaffen einfach gemacht 

Du hast entrüm­pelt, was das Zeug hält, dich von Din­gen getren­nt und befre­it. Doch wie ver­staut man die übrig gebliebe­nen Sachen richtig, damit nicht in ein paar Tagen oder Wochen erneut das Chaos aus­bricht? 

 Ordnung im Kleiderschrank: 

  • Mit Sys­tem ein­räu­men: Ordne deine Klei­dung zunächst nach Typ. Also T-Shirts, Blusen, Tops, Hem­den, Pullover, Hosen, Gür­tel, Röcke und so weit­er. Hil­fre­ich ist außer­dem die Sortierung nach Far­ben. 
  • Schubladen ein­teilen: Orga­niz­er, ob selb­st gemacht z. B. aus Pappe oder gekauft, brin­gen mehr Ord­nung in deine Schubladen. In ein Fach kom­men die Sock­en, in ein anderes die Unter­wäsche. So behältst du stets alles im Blick. 
  • Rollen statt fal­ten: Statt sie zu fal­ten, rolle T-Shirts zusam­men und lege sie nebeneinan­der in eine Schublade. So hast du einen besseren Überblick, was sich in deinem Schrank befind­et. Diesen Tipp gibt übri­gens auch Marie Kondo, die sog­ar ein Buch über ihre Aufräum­meth­ode geschrieben hat. 
  • Mach Ord­nung zu Gewohn­heit: Statt herum­liegende Klei­dung ein­fach in den Schrank zu stopfen, gewöhne es dir an, sie ordentlich weg zu sortieren. Klingt banal, klappt aber meis­tens. Der Men­sch ist schließlich ein Gewohn­heit­sti­er par excel­lence.  
Ordnung Im Kleiderschrank

So ordnest du Ladekabel & Co.:

  • Gle­ich­es mit Gleichem: Ähn­lich­es miteinan­der zu grup­pieren, ist wahrschein­lich ein­er der wichtig­sten Schritte beim Aufräu­men. Sortiere beispiel­sweise deine Kabel nach den ver­schiede­nen Anschlüssen und ver­staue sie anschließend miteinan­der. Du wirst staunen, wie sehr dir das Sortieren in Zukun­ft helfen wird, die Dinge wiederzufind­en. 
  • In Box­en ver­stauen: Die meis­ten Dinge brauchen wir nicht jeden Tag. Wer die sortierten Gegen­stände in Box­en oder anderen Behäl­tern ver­staut, find­et sie nicht nur schnell wieder, son­dern macht sich gle­ichzeit­ig auch inner­lich frei. Alles, was aus unserem Blick­feld ver­schwindet, ver­schwindet gewis­ser­maßen auch aus unserem Kopf. 

Die wichtigsten Regeln, um dauerhaft zu reduzieren 

Um die Ord­nung zu hal­ten, kann es helfen, minimalistisch(er) zu leben. Ist ja auch klar: Wer nicht viel besitzt, kann auch nicht viel anhäufen. Wer wenig anhäuft, kann weniger durcheinan­der­brin­gen. Hier kom­men die wichtig­sten Regeln, die dir helfen, deinen Besitz dauer­haft zu min­imieren: 

  • Verkaufe, ver­schenke oder entsorge die aus­sortierten Dinge zeit­nah. So kommst du gar nicht in Ver­suchung an dein­er Entschei­dung zu zweifeln. 
  • Ver­such­er weniger und bewusster zu kon­sum­ieren. Über­lege, was du wirk­lich benötigst. 
  • Gib für jeden neu gekauften Gegen­stand einen anderen weg. 
  • Mache Aufräum-Basics zur Gewohn­heit: Jeden Tag das Bett machen, das Geschirr nach dem benutzen sofort abspülen, regelmäßig saugen usw. So zieht automa­tisch eine ordentliche Atmo­sphäre bei dir zuhause ein. 
  • Halte dich an die ein­fache Regel: Alles, was du benutzt, kehrt danach wieder an seinen Platz zurück 

Fazit: So entrümpelst du richtig 

Erfol­gre­ich­es Aufräu­men und Entrüm­peln ist vor allem eine Frage des richti­gen Tim­ings. Vom Zeit­punkt des Entschluss-Fassens bis zur Umset­zung darf nicht zu viel Zeit verge­hen. Denn erfol­gre­ich­es Aus­mis­ten ist ganz klar mit ein­er Jetzt-oder-nie-Strategie verknüpft. Hast du deinen inneren Schweinehund aber erst ein­mal über­wun­den, ist es wichtig, dass du dich nicht übern­immst, son­dern dir Zeit für Aktion nimmst und Schritt für Schritt vorgehstWer sich nicht gerne tren­nt, dem wird das Aus­mis­ten an der ein oder anderen Stelle auch etwas wehtun. Denn nicht jed­er Gegen­stand, auch wenn er nur rum­ste­ht, ist nur ein Gegen­stand. Viele Dinge sind mit Emo­tio­nen behaftet und es tut weh sie wegzugeben. Ver­suche dich dabei daran zu erin­nern, dass das Ganze auch dabei hil­ft, Bal­last loszuw­er­den. Außer­dem gilt auch hier: Learn­ing by DoingHast du erst ein­mal damit ange­fan­gen, wird es dir nach einiger Zeit leichter fall­en auszu­sortieren. Wenn du dich beson­ders schw­er mit Entschei­dungen tust, kannst du auch einen Fre­und oder ein Fam­i­lien­mit­glied fra­gen, dir dabei zu helfen. Auch eine gute Idee: Via Upcy­cling kannst du ein paar aus­sortieren Sachen, neues Leben ein­hauchen. Alte Zeitschriften oder Poster eignen sich beispiel­sweise als nach­halti­gen Geschenkpapier-Ersatz 

Urlaub zu Hause: So klappt es mit den Ferien auf Balkonien

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Auf der Anreise Strapazen, am Empfang miesepetriges Hotelpersonal und im Badezimmer fremde Haare. Volle Liegen und leere Versprechen. Nichts als Lärm und viel Lärm um nichts. Die schönsten Wochen im Jahr können ganz schön scheußlich sein. Wer so etwas schon erlebt hat oder von vornherein darauf verzichten möchte, sagt sich: „Ich bleib dann mal hier.“ Urlaub auf Balkonien nennen wir das salopp. Im Englischen gibt es die netten Neologismen stacation und holistay. Nach meiner Definition muss man dafür nicht unbedingt einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten besitzen. Man verbringt einfach die Ferien zu Hause, unternimmt Ausflüge in der…

Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

Zum Autor

Leo Gucker
Mittwoch, 5. Dezember 2018, 8:05 Uhr

Wenn man sich ein­fach von Din­gen tren­nen kann, dann ist es auch ein­fach zu entrüm­peln. Ich finde es immer toll, wenn ich eini­gen Kram los­ge­wor­den bin. Schließlich kann man so einiges loswer­den, das einen psy­chisch belastet. Das ist bei mir oft das Ziel ein­er Entrüm­pelung. Danke für die Tipps!

Gustav Sucher
Montag, 1. Oktober 2018, 7:11 Uhr

Hal­lo, danke für den tollen Beitrag. Ich habe eigentlich keine Prob­leme mit entrüm­peln. Bzw. finde ich es nicht schw­er meine Sachen weg zuschmeißen. Ich habe mich schon daran gewohnt keine Emo­tio­nen mit den Gegen­stän­den zu verbinden. Danke für den Blog!

Georg
Freitag, 8. Juni 2018, 18:19 Uhr

Danke für die tollen Tipps. So fällt einem das Entrüm­peln gle­ich um einiges leichter. Soll­tet ihr eure vier Wände auch mal aus­mis­ten wollen kann ich eines sagen: Es ist unglaublich befreiend, sich von altem und unbrauch­bar gewor­den­em Krem­pel zu tren­nen. Ja, und der dadurch gewonnene Platz für Neues ist auch eine tolle Moti­va­tion.

Greco
Mittwoch, 21. Februar 2018, 21:19 Uhr

Bei mir, sind Klei­der immer das Prob­lem und mein Hin­der­nis um meinen Früh­jahrsputz tat­säch­lich zu been­den. Vie­len Dank für der Hin­weise Schritt für Schritt vorzuge­hen. Ich habe nie gedacht, mit dem Klam­ot­ten anz­u­fan­gen.

Viktoria Maisner
Freitag, 6. Januar 2017, 11:20 Uhr

Hal­lo Sven und Sig,
ich finde euren Blog toll. Er enthält super hil­fre­iche Tipps. das The­ma aufräu­men und entrüm­peln ist ein sehr schwieriges The­ma und fällt vie­len sehr schw­er. Durch euren Blog kann man vieles ler­nen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen habe ich auch auf der fol­gen­den Web­seite gefun­den: Link ver­bor­gen

Viktoria Maisner
Dienstag, 13. Dezember 2016, 8:04 Uhr

Hal­l­lo zusam­men, euer Blog ist sehr inter­es­sant. Man erken­nt sich direkt wieder. Aufräu­men ist keine leichte Sache, man weiß nie, was man wegschmeißen soll und was man lieber noch ein biss­chen aufhebt.

Enrico
Samstag, 3. Dezember 2016, 10:23 Uhr

Ich danke Ihnen für den hil­fre­ichen Artikel. Ger­ade vor einem anste­hen­den Umzug ist es sehr wichtig alles zu entrüm­peln was man nicht mehr benötigt. Unnötiger Bal­last sollte dabei ver­mieden wer­den.
beste Grüße,
Enri­co

Schwalenberg
Montag, 7. November 2016, 13:19 Uhr

Hi!

Ich bin selb­st­ständig mit einem Entrüm­pelungsser­vice. Daher weiß ich was es bedeutet alleine zu entrüm­peln.
Respekt dafür!!! Denn aller Anfang ist schw­er.

Wenn mann einen Con­tain­er bestellt, wird es meißt teuer da man alles hinein wirft und es dann als Rest­müll deklar­i­ert wird.
Schränke, Lam­i­nat und alles was son­st noch aus Holz beste­ht sollte getren­nt entsorgt wer­den.
Im Not­fall in einen 2. Con­tain­er.
Die Entsorgung von Müll bei Con­tain­ern wird immer nach dem Gewicht berech­net und eine Tonne Holz ist um zwei drit­tel gün­stiger als Rest­müll.
Anziehsachen kön­nen in einen Wert­stof­f­con­tain­er genau wie Papi­er und Glas.
Haus­flohmarkt, Ebay, momox geht auch, aber brauch lei­der meist sehr viel Zeit und Ner­ven.

Wenn man ein Haus oder eine Woh­nung leer machen muß, weil ein Ange­höriger ver­stor­ben ist, so ist es meißt auch bess­er eine Entrüm­pelung­fir­ma zu beauf­tra­gen. Da diese nicht emo­tion­al mit dem Objekt ver­bun­den sind.

Liebe Grüße
Schwalen­berg

Sina
Sonntag, 14. August 2016, 18:40 Uhr

Ich danke Ihnen für diesen nüt­zlichen Artikel. Entrüm­peln muss wirk­lich ab und an sein. Danach fühlt man sich ein­fach befre­it.

Donnerstag, 18. Februar 2016, 15:03 Uhr

Da sind viele wun­der­bare Anre­gun­gen dabei! Vie­len Dank! Ich habe selb­st bere­its einen kleinen Schritt in Rich­tung Min­i­mal­is­mus gewagt und kann mit Bes­timmtheit sagen: aus­mis­ten plus weniger kaufen tut ein­fach gut und entspan­nt irgend­wie 🙂