Ökologisch
Gärtnern im Gewächshaus

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Das Schöne an Gewächshäusern: Hier können Hobbygärtner das ganze Jahr über Pflanzen anbauen – ganz egal, wie kalt, wie nass, wie trocken oder wie windig es ist. Isolierglas oder spezielles Wärmeschutzglas sorgen stets für ein optimales Klima – ohne, dass eine externe Heizung von Nöten ist. Und damit tun wir nicht nur unserem Geldbeutel etwas Gutes, sondern auch der Natur. Denn wenn wir nicht heizen müssen, wird Energie gespart. Was du außerdem machen kannst, um nachhaltig und ökologisch in einem Gewächshaus zu gärtnern, erklärt Gastbloggerin Franzi.

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Gastbloggerin Franzi

Auf ihrem Nachhaltigkeits-Blog „Franzi Schädel“ dreht sich alles um plastikfreies Leben, Eco Fashion, Reisen und kleine Auszeiten des Alltags oder auch ganz weiblichen Themen wie ihr Leben ohne die Pille. Franzi möchte die Welt verbessern, weil auch fest daran glaubt, dass das auch wirklich geht. Sie macht anstatt zu träumen und motiviert dabei andere.

Nachhaltigkeit im Gewächshaus

Wenn ich an die Gärten meiner Kindheit denke, dann seh ich dort immer ein Gewächshaus stehen. Ein Gewächshaus, in welchem große, dicke Tomaten wuchsen und sich wilder Wein an den Wänden hoch rankte. Ich liebe diese Erinnerungen und sie verschaffen mir noch heute ein wohliges Gefühl im Bauch. Seitdem ich mich selbst intensiver mit dem Gärtnern beschäftigte, wuchs in mir der Wunsch nach einem eigenen Gewächshaus und nun ist es da, mein eigenes Gewächshaus.

Welche Art von Gewächshaus möchtest du haben?

Gewächshaus ist nicht gleich Gewächshaus. Bevor du dir also eins kaufst, solltest du dich für eine der verschiedenen Arten entscheiden.

Gartenhaus Tunnel Folie Gaertnern
Beispiel für ein Folientunnel-Gewächshaus

Das freistehende Gewächshaus ist das mitunter bekannteste (und beliebteste) Gewächshaus und man bekommt es in allen erdenklichen Formen und Größen, aus Glas- oder Kunststoffplatten. Der Vorteil dieser Häuser ist ganz klar der uneingeschränkte Lichteinfall von allen Seiten. Im Winter besteht die Möglichkeit, es weiterhin zu nutzen, wenn man es zusätzlich beheizen kann. (Hier jedoch bitte immer großen Wert auf gute Isolierung und Einsparung von Energie legen!)

Das „Balkon-Gewächshaus“ ist meist nur ein platzsparendes Regal, welches mit einer Kunststoffhülle umgeben wird. Wie der Name schon sagt, eignet es sich wunderbar für den Balkon und bietet zumindest kleinen Pflanzen Platz und Schutz.

Der Folientunnel ist quasi auch eine Art Gewächshaus und eignet sich besonders für die Gärtner, die auf freiem Boden z.B. viele Tomaten oder andere nässeempfindliche Pflanzen anbauen möchten. Die Folie wird über halbkreisförmige Metallbögen gespannt und bietet so den Pflanzen Schutz vor Nässe von oben. Achte hierbei jedoch auf hochwertige Folien, die du auch längerfristig verwenden kannst. Ansonsten ist es keine sehr nachhaltige Sache.

Das Erdgewächshaus ist eine gute Alternative, wenn man sich kein großes Gewächshaus in den Garten stellen möchte. Denn bei diesem Bau findet die hauptsächliche Bepflanzung unter der Erde statt und lediglich der obere Teil besteht aus Glas- oder Kunststoffplatten. Aufpassen muss man hier jedoch unbedingt in Bezug auf die Lage und die Tiefe. Zum einen sollte man dieses Gewächshaus nicht an Hanglagen (Regen, abfließende Gewässer…) bauen und zum anderen informiere dich vorab bitte über die Höhe des Grundwassers, damit du da nicht in Schwierigkeiten kommst.

Welcher Standort ist der Beste? 

„Wenn wir von einem freistehenden Gewächshaus ausgehen, dann sei gesagt: Pflanzen benötigen zum Wachsen viel Lichteinfall.”

Pralle Sonne ist jedoch nicht immer ratsam, da die Pflänzchen schnell vertrocknen und im schlimmsten Fall auch verbrennen können. Es ist also ratsam, das Gewächshaus dort aufzustellen, wo es – durch Büsche oder Bäume – auch ein klein wenig Schatten abbekommen kann. Bei der Ausrichtung des Gewächshauses kommt es darauf an, welchen Anbau du darin planst.

Standortwahl Gewaechshaus

Möchtest du hauptsächlich im Sommer darin gärtnern und Gemüse, Blumen etc. anbauen, dann sollte die Längsachse des Hauses einen Verlauf in die Nord-Süd Richtung nehmen, damit das Sonnenlicht effektiv genutzt und reflektiert wird. Die Ost-West Aufstellung eignet sich vor allem für die Nutzung im Winter und im Frühjahr, hier wird so wenig Licht wie möglich reflektiert und das – zu den Jahreszeiten ja doch eher weniger vorhandene Licht – kommt komplett den Pflanzen zugute.

Anbau auf dem Boden oder in Töpfen? 

Gartenhaus Pflanzen

Ob du direkt auf dem Boden, oder nur in großen Töpfen gärtnerst, richtet sich vor allem nach der Qualität des Bodens und auch nach dir selbst. Worauf hast du Lust? Töpfe sind meist relativ unkompliziert, während der Boden erst einmal vorbereitet und auch darüber hinaus gepflegt werden muss. Ich persönlich nutze jedoch beide Varianten und habe – vor der Nutzung – erst einmal gründlich geackert und gejätet, alte Wurzeln aus dem Boden entfernt und mit frischer (torffreier) Komposterde und ökologischem Gründünger die Gegebenheiten verbessert. So oder so empfiehlt es sich, in den Zeiten, wo du das Gewächshaus nicht oder nicht vollständig nutzt, einen Gründung mit zum Beispiel Lupine, Kleegras oder Saatwicke vorzunehmen.

Fruchtfolge und mehr

Da wir hier Freunde der nachhaltigen Permakultur sind, ist beim Gärtnern auf dem Boden des Gewächshauses auch zu beachten, dass du dein Gemüse nicht jedes Jahr an der gleichen Stelle pflanzt, sondern es wandern lässt und immer wieder zwischen verschiedenen Pflanzenfamilien wechselst. Als Beispiel: Wächst in der linken Ecke in diesem Jahr dein Kürbis, solltest du im nächsten Jahr dort lieber Tomaten oder Erbsen wachsen lassen und an der Stelle wo die Tomate stand, den Kürbis pflanzen. Diese Art des Gärtnerns dient vor allem dem Schutz der Pflanzen und des Bodens, vor allem auch vor Schädlingen.

Gewaechshaus Fruchtfolge

Generell solltest du dich vorab informieren, wer mit wem kann und wer nicht. Pflanzen können sich gegenseitig extrem gut tun, sie können sich manchmal aber auch nicht riechen und hindern sich somit am gegenseitigen Wachstum. Mehr Infos dazu, findest du hier.

Was tun im Winter? 

Wenn du dein Gewächshaus hauptsächlich im Sommer und Herbst nutzen möchtest, dann empfehle ich im Winter – die schon oben genannte – Gründüngung. Weiterhin können im Gewächshaus auch die Pflanzen überwintern, die Kälte nicht sonderlich mögen oder vertragen, im Haus aber auch nicht gut aufgehoben wären. Das Gewächshaus dient hier als Schutz vor kaltem Wind und nasser Kälte.

Feldsalat Gewaechshaus

Ich wünsche dir schon jetzt viel Freude und Erfolg beim Gärtnern!

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Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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