Aufräumen für die Seele: Die Magic Cleaning Methode

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Mal ehrlich: Wir haben von allem zu viel. Zu viele Bücher, zu viele Schuhe und vor allem zu viele Klamotten. Riskiert man mal einen Blick in den Kleiderschrank und überlegt sich, was man tatsächlich davon trägt, schrumpft der Fundus plötzlich auf ein Minimum zusammen. Wir sind von so vielen Dingen in unserer Wohnung umgeben, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Vielleicht tut es gut, mal wieder mit leichtem Gepäck zu reisen und sich von Dingen zu befreien, die man nicht braucht.

„Richtiges Aufräumen öffnet dem Glück die Türen, denn die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen.”
Marie Kondo

Coach Kondo beschäftigt sich schon ein Leben lang mit Aufräumen und hat ihre Methode nicht nur über die Jahre hin optimiert, sondern ihr Hobby inzwischen zum Beruf gemacht. Wir haben ihre Tipps zum richtigen Ausmisten und Aufräumen hier für euch gesammelt.

Ballast abwerfen

Ausmisten und sich von Sachen verabschieden schafft nicht nur Platz, sondern ist auch eine Befreiung für die Seele. Leider hält die Freude oft nicht lange an. Denn das Problem ist: Wir entrümpeln nicht nachhaltig. Es fällt schwer, sich vom hübschen lila Sommerkleid zu trennen, schließlich könnte das Kleid irgendwann wieder passen. Vielleicht nach der geplanten Detox-Kur„Schluss damit, irgendwann kommt nie“, sagt die Japanerin. Also ab in die Tonne damit. Diese Regel gilt nicht nur für Klamotten, sondern auch für Bücher, bei denen man das Ende bereits kennt oder die man nie lesen wird, ebenso für Rezepte oder Kosmetikproben, die im Badezimmerschrank verteilt liegen.

Überfluss macht unglücklich

Diese Dinge rauben uns nicht nur den Platz in unserer Wohnung, sie machen uns auch ein schlechtes Gewissen. Sie erinnern uns daran, dass wir letzten Sommer noch Hosengröße 36 getragen haben oder endlich den Roman zu Ende lesen wollten. Erinnerungen, die unserem Glück im Wege stehen. Ist es nicht schön, nur von Dingen umgeben zu sein, die einen wirklich glücklich machen? So lautet das Credo von „Magic Cleaning“ und es gibt im Buch natürlich auch Anleitungen dafür, wie man diesen Idealzustand erreichen kann.

How to: Magic Cleaning 

Das Aufräumprinzip läuft nach einer bestimmten Reihenfolge ab, in der man sich kategorisch von Dingen verabschiedet.

  • Erst kommt der Kleiderschrank dran, dann die Bücher. Es folgen der Papierkram, der Kleinkram und zum Schluss – nachdem man etwas Übung hat – die Erinnerungsstücke.
  • Das Wichtige: Es wird nach Kategorien und nicht nach Zimmern aufgeräumt. Fängt man beispielsweise mit der Kategorie Kleidung an, werden alle Schubladen, Schränke und Kisten auf dem Dachboden geplündert und mitten ins Zimmer gelegt.
  • Dann kann es losgehen mit dem Aufräumen nach Zauberhand. „Das drastische Aufräumen in einem Rutsch löst einen Bewusstseinswandel aus“, so Kondo, die davon abrät, in kleinen Häppchen Ordnung zu schaffen.

Ein essentieller Bestandteil der Methode ist die persönliche Verabschiedung von jeder Sache, die entsorgt wird. Jedes einzelne Teil wird in die Hand genommen, um zu „erfühlen“, ob es einen überhaupt noch glücklich macht. Wenn ja, darf die Sache bleiben. „Wenn man sich intensiv mit den Dingen beschäftigt und seinen Empfindungen nachgeht, dann ist es fast, als ob zwischen den Dingen und einem selbst ein leiser Dialog entstehen würde.“ Genau deswegen sei es auch wichtig, dass die Atmosphäre beim Aufräumen stimmt. Hämmernde Bass-Beats oder Gute-Laune-Musik sind also nicht hilfreich, stattdessen empfiehlt der Aufräum-Coach Naturklänge. Zudem rät Kondo dazu, nicht die ältesten Schlabbersachen zu tragen, sondern sich so zu kleiden, dass man sich wohl fühlt. Dann kommt das Aufräumen eher einem Ritual gleich und wird vielleicht sogar zu einem Moment der Entspannung.

Erster Schritt: Der Blick in den Kleiderschrank

Aber bleiben wir erst einmal bei den Klamotten. Hat man alle Glücklichmacher auf die Seite gelegt, wird wieder einsortiert. Ebenfalls mit Methode – natürlich. Pullis und Shirts werden nicht einfach aufeinandergestapelt, sondern vorsichtig gerollt und „stehend“ gelagert. Das sieht nicht nur schöner aus, sondern man hat auch alles im Blick. Zugegeben, das klingt sehr gewöhnungsbedürftig, sieht aber schön aus.

Zweiter Schritt: Ran ans Regal

Nach den Klamotten kommt das Bücherregal an die Reihe. Auch hier gilt das Prinzip: Alles raus aus dem Regal, auf einen Haufen damit und ran an den Speck. Der Mörder aus dem letzten Mankell ist bekannt? Dieses Buch gibt es schon in dreifacher Ausführung und ist sogar noch eingeschweißt? Dieses Buch wolltest Du schon immer einmal lesen? Kein Pardon für die Regal-Leichen – stattdessen ab in die Tonne damit oder auf den Geschenkehaufen.

Dritter Schritt: Don´t save the souvenir

Im gleichen Rhythmus geht es weiter mit Papierkram, Ordnern und Kleinkram, der sich über die Jahre gesammelt hat. Zum Schluss, und das nicht umsonst, sind die Erinnerungsstücke an der Reihe. Tatsächlich braucht es etwas Übung, sich von den zig Kindergartenbildern der Tochter oder den schönen Mitbringseln der letzten Reise zu verabschieden. „Nach Bergen von Klamotten und Büchern geht es dann doch etwas leichter von der Hand, sich von Erinnerungsstücken zu verabschieden“, so Marie Kondo. Das Beste an dieser Methode ist, dass Kondo verspricht, dass die Unordnung von nun an draußen bleibt. Da man sich dafür entscheidet, nur von Dingen umgeben zu sein, die einen glücklich machen und zwar langfristig!

So kann dann auch unsere Seele wieder mit leichtem Gepäck reisen.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es nun schon die Aktion „Platz schaffen mit Herz“ von OTTO, bei der ausrangierte Kleider und Schuhe ganz einfach per Postpaket gespendet werden können. Dafür müssen sie nur in einen Karton gepackt und mit einem kostenlosen Paketschein bestückt werden. Mit der Abholung von Hermes oder der Abgabe in einem Paketshop landet die Kleiderspende in kurzer Zeit im Sortierbetrieb.

Ideen für ein grünes Silvester

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Alle Jahre wieder geht es ziemlich schnell nach den besinnlichen Weihnachtstagen in die Vorbereitung für die nächste große Party: Silvester. Es sind vor allem die guten Vorsätze, die die Gesprächsthemen zu dieser Zeit bestimmen, viele von uns nehmen sich vor, im nächsten Jahr noch nachhaltiger zu leben. Bewusster zu essen, weniger Müll zu produzieren, auf die Umwelt zu achten. Warum also nicht schon vor Jahresbeginn anfangen und bereits die Silvesterfeier nachhaltiger gestalten – mit unseren Tipps.

Tipps Gruenes Silvester

Ideen für ein grünes, nachhaltige(re)s Silvester:

Alternativen zum Bleigießen Feuerwerk-Ersatz Nachhaltiges Silvester-Buffet Das faire Party-Outfit

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Bleigießen ist…

Hallöchen, ich bin Christina. Ich wollte schon von klein auf die Welt retten. Und zwar die ganze. Zugegeben, das grenzt an Größenwahnsinn. Als ich älter wurde, beschloss ich, erstmal bei...

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Gustav Sucher
Mittwoch, 12. Dezember 2018, 9:31 Uhr

Hallo, ich finde, dass der Begriff „Ballast abwerfen“ ganz gut passt. Genauso fühlt sich das auch an. Wenn es unordentlich ist, dann habe ich meist keine Lust etwas zu machen. Wenn es dagegen sauber ist, dann ist auch im Kopf aufgeräumt. Danke für alles!