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Marc Opelt steht in grüner Regenjacke vor blauen Containern und blickt in die Kamera.
Presse

„Ökologisch fatal“: OTTO-Vorstand zu Luftfracht-Boom im Onlinehandel aus China

26.02.2024 Autor Ingo Bertram
Seit Mitte 2023 beobachten Logistikexpert*innen eine zunehmende Verknappung von Luftfrachtkapazitäten im Verkehr von Asien nach Deutschland. Als Grund sehen aktuelle Medienberichte das wachsende Geschäft asiatischer Onlineshops, die in Deutschland getätigte Bestellungen vielfach per Flugzeug nach Europa bringen.

Dazu kommentiert Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands bei OTTO:

„Auch OTTO ist von teils deutlichen Preissteigerungen in der Luftfracht betroffen. Das gilt vor allem für Transporte aus Asien. Ein Ende dieser Preisspirale ist derzeit nicht in Sicht, auch weil das Geschäftsmodell einiger asiatischer Onlineshops zentral auf Lufttransporte setzt. Aus ökologischer Sicht finde ich diese Entwicklung fatal: E-Commerce-Anbieter, die tagtäglich tausende Tonnen billigst produzierter Waren um den halben Globus fliegen, blenden Themen wie den Klimawandel oder den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen scheinbar komplett aus. Das ist unverantwortlich und wird auf lange Sicht nicht funktionieren. Hier wünsche ich mir auch von der Politik mehr Sensibilität.

Die Auswirkungen der steigenden Luftfrachtkosten auf das Geschäft von OTTO bleiben indes überschaubar. Seit 2018 haben wir unseren Luftfrachtanteil bereits mehr als halbiert. Aktuell kommen weniger als zwei Prozent unserer Waren per Flugzeug nach Deutschland, Tendenz weiter sinkend. Stattdessen setzen wir bei Langstreckentransporten bewusst auf Seefracht, zielen aber auch hier auf eine fortlaufende Reduzierung der Emissionen ab, etwa durch die Nutzung von Biokraftstoffen.“

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