Welche Frisur steht mir?

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Haare haben schon irgendwie etwas Magisches. Wie sie es schaffen, unseren kompletten Look zu verändern und helfen, unsere Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Haare können uns um Jahre jünger aussehen lassen, oder aber auch um Jahre älter. Neue Frisuren bringen Veränderung und helfen vielen Frauen über einen Neuanfang hinweg. Schon Wahnsinn, was unsere Haare so alles können.

Früher lang, heute kurz

Ich habe kurze Haare und ein rundes Gesicht. Eine Frisur, an die sich viele Frauen leider nicht trauen. Für mich stehen kurze Haare für Individualität, einen Charakterkopf eben. Dabei hatte ich in meiner gesamten Jugend lange Haare und bin an ihnen schier verzweifelt. Ich habe nämlich feines, aber dichtes Haar, das von Natur aus kerzengerade ist – und das wollte es auch unbedingt bleiben. Jede Welle und jede Locke wurde boykottiert, selbst Schaumfestiger, Haarspray und Lockensprays halfen nichts. Auch Haargummis oder -bänder hielten keine zehn Minuten im Haar. Das Ergebnis war ernüchternd: langes, fransiges Spaghetti-Haar. Eine Frisur, die ich keiner Frau wünsche. Überzeugt euch selbst anhand meines angefügten Fotos. Da bin ich zwar erst 14 Jahre alt und mein Gesicht noch wesentlich schmaler, aber ich denke, man kann gut erkennen, dass diese Frisur eigentlich nichts für mich war.

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Meine Haar-Muse: Agyness Deyn

Die kurzen Haare trage ich mittlerweile seit neun Jahren. Meine Haar- Offenbarung habe ich dem britischen Model Agyness Deyn zu verdanken. Ich war damals noch in der Modeschule und sie war das derzeit angesagteste Model. Ihr Markenlook: superkurze blonde Haare, androgynes Styling und einen fast knabenhaften Charme.

Ich war ihr erlegen und machte sie sofort zu meiner Muse. Ich war so fasziniert von ihrem Look, dass sich der Wunsch in mir breit machte auch kurze Haare haben zu wollen. Also ging ich nach langem Hin und Her zu einem Friseur und ließ mir in einer Sitzung meine über-schulterlangen, braunen Haare in einen platinblonden Pixie mit gestuftem Pony verwandeln. Seitdem trage ich kurze Haare, zwar immer mal wieder mit leicht verändertem Schnitt oder einer anderen Haarfarbe, aber langes Haar wollte ich von da an nie wieder haben. Es war ein Gefühl von Freiheit. So kitschig das vielleicht klingen mag, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass zum ersten Mal mein Äußeres auch mein Inneres reflektieren würde.

Ich kann aber auch verstehen, warum viele Frauen sich vor Kurzhaarfrisuren scheuen. Kurze Haare legen nun mal das komplette Gesicht offen. Es gibt nichts mehr, hinter dem man sich verstecken kann. Das heißt natürlich nicht, dass alle Frauen, die langes Haar haben, sich verstecken wollen. Viele Frauen tragen langes Haar weil sie es nun mal schön finden. Wie auch die liebe Susanne in ihrem Beitrag „Langhaar versus Kurzhaar“ zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen ist, ob denn nun langes oder kurzes Haar besser ist, so will ich auch ganz klar festhalten, dass es hier kein gut oder schlecht gibt.

Schön ist das, was gefällt.

Langes Haar vs. kurzes Haar

Ich für meinen Teil hatte mich lange an meine langen Haare geklammert, weil mir ständig eingetrichtert wurde, dass mein Gesicht zu mollig für eine Kurzhaarfrisur sei. Also hatte ich es hinter den langen Strähnen versteckt. Wenn man aber erstmal erkennt, dass das eigene Gesicht eigentlich ganz toll ist und es nichts zu verstecken gibt, dann verschwindet auch die Angst vor Kurzhaarfrisuren. Das gilt auch für Euch. Versteckt Euer Gesicht nicht und scheut Euch nicht vor der Aufmerksamkeit, die Ihr durch kurze Haare bekommt. Ich verspreche Euch, dass es Euer Selbstbewusstsein ungemein steigern wird.

Genau wie bei der Frage ob langes oder kurzes Haar, sind viele Frauen ratlos, welche Frisur denn eigentlich zu der eigenen Gesichtsform passt. Ähnlich wie bei der Kleidung bin ich hier der Meinung, dass man immer das tragen sollte, auf was man Lust hat und was einem Freude bereitet. Für all diejenigen, die sich aber noch unsicher sind und ihre Lieblingsfrisur noch nicht gefunden haben, denen möchte ich unnötige Tränen beim Friseur ersparen mit Tipps, welche Schnitte zu den jeweiligen Gesichtsformen passen. Dabei gilt auch, dass kurze Haare jede Gesichtsform tragen kann. Es kommt letztendlich nur auf den Schnitt an.

Hier findet ihr Frisuren Tipps

Frisuren für das ovale Gesicht

Das ovale Gesicht zeichnet sich dadurch aus, dass es ungefähr eineinhalb Mal so lang wie breit ist. Die Stirn und das Kinn sind in etwa gleich breit und verlaufen leicht gerundet. So gemein das für all diejenigen, die kein ovales Gesicht haben, klingen mag, steht dem ovalen Gesicht tatsächlich jede Frisur.

Frisuren für das runde Gesicht

Bei dem runden Gesicht entspricht das Maß der Breite in etwa der Länge des Gesichtes. Runden Gesichtern, vielleicht auch mit Doppelkinn, stehen am besten weich fallende Frisuren oder Volumen am Oberkopf. Das kann zum Beispiel ein langer, gestufter Bob (Lob = long Bob) sein, der leicht gewellt wird und somit einen lässigen und luftigen Undone- Look bekommt.

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Rebel Wilson © VCG/VCG via Getty Images

Für kurze Haare eignet sich besonders der Garçon-Schnitt. Der beinhaltet kurze Seiten und einen kurzen Nacken mit längerem Deckhaar, das vorne in einem abgeschrägten Pony endet. Das Volumen am Oberkopf streckt das Gesicht optisch und der schräge Pony unterbricht die Breite des Gesichts. Außerdem ist darauf zu achten, bei einem runden Gesicht niemals einen geraden, vollen Pony zu wählen, wenn man seiner Gesichtsform schmeicheln möchte. Der lässt das Gesicht nämlich noch runder und dicker erscheinen.

Frisuren für das eckige Gesicht

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Melissa McCarthy © Jeffrey Mayer/Getty Images

Ein eckiges Gesicht erkennt man an einer kantigen Kiefer- und Stirnpartie. Das Gesicht ist hier in der Regel wesentlich länger, als das es breit ist. Ganz klar möchte man mit seiner Frisur der Härte des Gesichts entgegenwirken. Hierbei eignen sich lockere und weiche Schnitte. Auch Locken und große Wellen, die sanft entlang des Kinns verlaufen, eignen sich hervorragend. So ist auch hier der Undone-Bob die perfekte Wahl, allerdings mit einem Seitenscheitel oder vorzugsweise einem schrägen Pony, um etwas Weiblichkeit hervorzurufen. Auch ein kurzer Bob, der bei der Kinnpartie endet, ist eine hervorragende Alternative, wenn die Frisur locker und verwuschelt gestylt wird. Ein gerader Bob würde die breite Kinnpartie dabei nur betonen.

Frisuren für das schmale, lange Gesicht

Bei dem schmalen, langen Gesicht kommt es nicht darauf an, ob man eine runde oder eckige Kinn- und Stirnpartie hat. Diese Form zeichnet sich lediglich dadurch aus, dass das Gesicht deutlich länger als eineinhalb Mal so lang wie die Gesichtsbreite ist.

Im Gegensatz zu dem runden Gesicht sehen hier volle und gerade Ponys ganz fabelhaft aus. Ein strenger, grafischer Bob oder ein Pixie-Schnitt im Graphic-Cut eignen sich ganz wunderbar für solche Gesichtstypen. Hier wäre dagegen von einer langen, geraden Mähne abzuraten, da diese das Gesicht nur unnötig strecken würde.

Frisuren für das herzförmige Gesicht

Das herzförmige Gesicht ist ähnlich dem ovalen Gesicht etwa eineinhalb Mal so lang wie breit. Hierbei ist die Stirnpartie aber meist nur kaum schmaler als die breite Wangenpartie, während das Kinn schmal zuläuft. Hier ist es praktisch, Volumen auf Höhe des Kinns zu bringen. Zum Beispiel ein langer Bob mit Mittelscheitel und Wellen in den Spitzen. Ähnlich wie bei dem runden Gesicht eignet sich hier ein schräger Pony besser als ein gerader, da ein gerader Pony die Breite der Stirn betonen würde. Für kurze Haare eignet sich auch hier der Schnitt mit schmalen Seiten und üppigem Deckhaar, das man auch super aufgestellt oder lockig tragen kann. Aber auch extra-kurze Pixie-Cuts sehen an herzförmigen Gesichtern großartig aus, da sie keine zusätzliche Breite zur Stirnpartie zaubern.

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Philomena Kwao © Bennett Raglin/Getty Images

Ich hatte eigentlich schon immer eher ein herzförmiges Gesicht, das aber im Laufe der Zeit und etlichen Gewichtszunahmen auch etwas runder wurde. Anhand dieser Tipps ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich schon die perfekte Frisur für meine Gesichtsform trage: Seiten und Nacken kurz mit langem Deckhaar.

Dazu möchte ich auch thematisieren, dass solch eine Kurzhaarfrisur alles anderen als langweilig und unflexibel ist, mit Hilfe einige meiner liebsten Frisuren.

1. Burschikoser Seitenscheitel

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Diese Frisur, trage ich am häufigsten. Zum einen weil sie so schön einfach zu stylen ist und zum anderen weil ich den androgynen Look sehr mag. Dabei föhne ich mein gesamtes Deckhaar zu einer Seite und toupiere es im Pony-Bereich etwas an, um mehr Fülle zu bekommen. Außerdem ist sie die perfekte Frisur für superheiße Sommertage, da man keine Haare im Gesicht hat, die unnötig an der Stirn kleben.

2. Lässiger Undone- Look

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Mein Ausgeh-Look. Ich finde der lange, zerzauste Pony über den Augen lässt das Gesicht aufregend und geheimnisvoll wirken. Um diese Frisur zu erreichen, föhne ich mein Deckhaar nach vorne und wenn es trocken ist mit einer großen Rundbürste dann nochmal leicht zur Seite. Dann brauche ich nur noch etwas Haarwachs und wuschele mir damit durch die Spitzen.

3. Glamouröse Wasserwellen

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Wasserwellen sorgen immer für einen großen Auftritt und viel Aufmerksamkeit. Der Look ist sehr speziell, dafür aber auch unheimlich elegant und glamourös. Dazu eignet sich auffallendes Makeup im Stil der 20er Jahre. Wasserwellen-Wickler sind meist viel zu groß für kurze Haare. Aber es gibt auch Wasserwellen- Klammern. Man muss dazu nur die Haare im nassen Zustand scheiteln und in Wellen legen. Jede Welle wird dann mit einer Klammer befestigt. Wenn alle Wellen gelegt sind, muss man die Haare nur noch trocken föhnen oder lufttrocknen lassen und anschließend von den Klammern befreien und mit Haarspray fixieren. Dazu empfiehlt es sich, vorher Schaumfestiger in die nassen Haare zu kneten für mehr Halt und Griffigkeit.

4. Zum Abschluss auch ein kleines Negativ- Beispiel

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Auf diesem Foto steckte ich leider in einer sehr unschönen Phase. Meine Haare sind mir durch Blondierungs-Selbstversuche abgebrochen und zwar richtig kurz. Mein Pony bereits am rauswachsen, aber ich hatte den Pony fälschlicherweise komplett nach vorne gestylt. Ich finde man sieht hier deutlich, dass der gerade Abschluss des Ponys mein Gesicht etwas plump erscheinen lässt. Aber hinterher ist man ja meistens schlauer.

Leserkommentare
4 Kommentare
Suse schreibt am

Ich habe eigentlich schon mein ganzes Leben lang kurze Haare (außer zur Hochzeit, “ zum Hochstecken“, was ja auch dann irgendwie wieder kurz ist). Dafür spricht, dass frau mit Farben spielen kann, da die Spitzen ja sowieso regelmäßig gekürzt werden und das Haar relativ gesund bleibt. Anstrengend finde ich, dass kurze Haare immer frischgewaschen und gestylt sein müssen, damit’s wirklich gut aussieht.(Da ist nichts mit mal kurz’n Zopf machen oder so.) Trotzdem hat frau viele Möglichkeiten zu variieren (s. eben Foto’s) und entgegen der landläufigen Meinung ( besonders von Männern -außer von meinem) ist eine schöne Kurzhaarfriese durchaus weiblich.

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klebefolie schreibt am

Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben sie eine Stammleserin gewonnen. Tipps sind immer sehr hilfreich 🙂 Danke dafür

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Anna schreibt am

Also ich finde das „negativ Beispiel“ gar nicht mal so schlecht.. Ich finde, es steht dir auch.. Und jetzt sag mir nicht, dass ich keine Ahnung habe ;D ich trage selbst kurzes Haar. Nicht ganz so kurz, aber kurz. Und ich mache mir immer diese winzigen Greifklammern vorn rund um mein Gesicht ins Haar und das Haar aus dem Gesicht zu halten und hinten Bausche ich es dann mit Haarlack und Hand auf.. In dem Sinne schöne Grüße aus Italien, wo wir grad Urlaub machen 😉

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Ani schreibt am

Ich finde ja ,nur wer großes Selbstbewusstsein hat kann kurz tragen. Denn im Heer der Allgemeinheit sticht man damit raus.
Ich hatte recht lange kurzes Haar, bin aber nun bei lang gelandet.
An manchen Tagen geht man mit Elan hinaus, und an anderen Tagen möchte man gar nicht raus stechen.Und das nicht raus stechen geht mit längeren Haaren besser finde ich.

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