Küche

Küchenboden: Welcher Boden ist der richtige?

Der Küchenboden muss einiges aushalten – aber wer will schon einen Bodenbelag, der ausschließlich praktisch ist? Zum Glück kannst du bei der Gestaltung deines Küchenbodens aus dem Vollen schöpfen: Fliesen, Linoleum und Designböden bieten jede Menge Auswahl. Wir erklären dir Vor- und Nachteile der verschiedenen Bodenbeläge und geben dir Tipps für den perfekten Küchenboden.

1. Fliesen und Estrichböden

Fliesen

Einbauküche mit weißen Fronten und schwarzen Hochglanzfliesen

Fliesen sind der absolute Klassiker für den Küchenboden. Die gebrannten und versiegelten Steingutplatten sind pflegeleicht, stoßfest, langlebig und in einer Vielzahl verschiedener Designs zu haben. In modernen Küchen findet man heute vor allem großformatige, einfarbig verlegte Fliesen, die wie eine geschlossene Fläche wirken.

Schmale Küche mit Blick auf Balkon, grauer Küchenzeile, Wandregalen und Küchentisch

Fliesen als Bodenbelag für die Küche:

  • Fliesen der Abriebgruppe 4 sind für hohe Beanspruchungen ausgelegt und damit ideal als Küchenboden.
  • Fliesen können auf Estrichböden sowie auf alten Fliesenböden verlegt werden.

Estrich- und Betonboden

Holztisch in moderner Küche mit Estrichboden

Estrich- und Betonböden sind insbesondere im Industrial-Wohnstil und in modernen Küchen beliebt. Aber die glatten, fugenlosen Küchenböden sehen nicht nur toll aus, sie sind auch extrem langlebig und brauchen kaum Pflege. Anders als andere Bodenbeläge werden Estrich und Beton nicht verlegt, sondern gegossen. Das ist meist nur möglich, wenn der vorherige Küchen-Bodenbelag entfernt wurde.

Estrich und Beton als Küchenboden:

  • Estrich und Beton brauchen 6 bis 8 Wochen, um komplett auszuhärten – nicht geeignet für eine schnelle Küchenrenovierung.
  • Je nach Ausführung ist der Boden sehr glatt und glänzend oder matt und leicht angeraut.
  • Auf Betonböden kannst du problemlos einen neuen Bodenbelag verlegen oder sie sogar überlackieren.

2. PVC-Böden und Laminat

PVC-Böden

Schwarz-weiße Küche mit Schachbrettboden

PVC-Böden sind als Bodenbelag in der Küche vor allem deshalb beliebt, weil die PVC-Bahnen pflegeleicht, feuchtigkeitsbeständig und relativ preiswert sind. Mit etwas Geschick kannst du deinen PVC-Küchenboden sogar selbst verlegen. Es gibt die robusten Bodenbeläge in Holz- oder Steinoptik, mit Hochglanzfinish oder im Fliesen-Design.

Barhocker an einem Küchentresen vor Wand in Anthrazit

PVC als Küchenboden:

  • Durch die verschweißten Nähte und die versiegelten Oberflächen sind viele PVC-Böden pflegeleichter als Fliesen- und Steinböden.
  • PVC-Böden sind meist als Meterware erhältlich.
  • Als Küchen-Bodenbeläge eignen sich PVC-Böden der Nutzungsklassen ab 22+.

Laminat

Hellgrüne Küche im Retro-Stil mit großem Küchentisch
Selbstklebende Vinylfliesen 1,2 mm bei OTTO.

„Laminat“ bezeichnet im Grunde alle Bodenbeläge, die aus mehreren miteinander verklebten Schichten bestehen. Das klassische, zu 90 % aus Holz bestehende Laminat eignet sich hauptsächlich für Wohnräume. Für den Küchenboden ist Vinyl-Laminat die beste Wahl. Es besteht aus einer PVC-Oberschicht, die auf einen festen Träger aus Holz- oder anderen Verbundstoffen geklebt ist. Durch das Klicksystem kannst du Vinylböden genau wie Holzlaminat verlegen. Vinylböden sind feuchtigkeitsbeständig, abriebfest und in den unterschiedlichsten Designs zu haben.

Offene Küche mit hellen Fronten und Laminatboden

Vinyl-Laminat als Küchenboden:

  • Das Laminat sollte eine Stärke von mindestens 5 mm
  • Wähle die Nutzungsklasse 23 für starke und kontinuierliche Beanspruchung.
  • Eine zusätzliche Trittschalldämmung mindert Laufgeräusche.

Naturboden in der Küche

Holz und Stein werden schon seit Jahrtausenden als Baumaterialien genutzt – und auch in der Küche geht der Trend zu natürlichen Materialien. Aber sind Naturböden in der Küche überhaupt funktional?

Natursteinböden

Helle Einbauküche mit Marmorboden und Marmor-Spitzschutz

Küchenböden aus Kalkstein, Marmor, Granit oder Travertin haben einen individuellen Charme – keine Bodenplatte sieht aus wie die andere. „Steinhart“ sind Natursteinböden schon, allerdings auch pflegeintensiv:

Naturstein als Küchenboden:

  • Je nach Steinart kosten Natursteinböden ab 80 Euro pro m², plus die Kosten fürs Verlegen durch einen Profi.
  • Öl- und Fettflecken sofort wegwischen, sie setzen sich sonst in der Oberfläche fest.
  • Steinböden am besten mit speziellen Reinigungsmitteln wischen und regelmäßig versiegeln.

Holzböden

Küche mit schlichten weißen Fronten, Kücheninseln in der Mitte und Dielenfußboden

Der warme Farbton von Echtholzparkett und Dielenböden wirkt gemütlich und ist wie gemacht für Wohnküchen. Als Bodenbelag in der Küche findet man Holzböden allerdings meist nur in Altbauten, in denen die Küchenzeile nachträglich eingebaut wurde. Es gibt definitiv praktischere Küchenböden, aber mit entsprechender Pflege bleibt der Dielenboden auch in der Küche lange schön.

Kleine Küche mit Kochinsel aus Holz

Holzdielen als Küchenboden:

  • Dielen und Dielenfugen sollten geölt oder lackiert sein, damit Feuchtigkeit, Fett und Schmutz sich nicht festsetzen können.
  • Wasser lässt das Naturholz aufquellen: Spritzwasser am besten sofort vom Boden aufnehmen.
  • Küchenstühle, Tisch und Hocker am besten mit Filzgleitern versehen, um Kratzer auf dem Boden zu vermeiden.
Ausrufezeichen
Wenn du dir Dielen-Optik wünschst, aber trotzdem einen pflegeleichten Küchenboden möchtest, ist ein Vinylboden in Holzoptik eine gute Alternative.

4. Küchenboden ohne PVC

Nachhaltiges und ressourcenschonendes Wohnen wird immer wichtiger. Wenn du für deinen Küchenboden eine umweltfreundliche Alternative ohne PVC möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten.

Linoleum

In Sachen Nachhaltigkeit liegt der gute alte Linoleumboden ganz weit vorn: Linoleum wird auf Basis von Leinöl hergestellt und ist biologisch abbaubar.

Große Küche im Retro-Stil mit Holztisch und Linoleumboden

Linoleum als Küchenboden:

  • Linoleum wirkt antibakteriell und ist antistatisch
  • Moderner Linoleumboden ist in vielen Farben und mit matter oder glänzender Oberfläche erhältlich.
  • Die Nähte der Linoleumbahnen müssen verschweißt werden – das muss vom Profi gemacht werden und ist teurer als z. B. PVC-Boden.

Du möchtest mehr über die Eigenschaften von Linoleum wissen? In unserem Beitrag „Linoleumboden – Tipps und Ideen für den nachhaltigen Bodenbelag“ erfährst du alles über den vielseitigen Bodenbelag.

Designböden ohne PVC

Es gibt mittlerweile PVC-freie Laminat-Bodenbeläge, die anstelle der PVC-Trägerschicht eine Trägerschicht aus PET oder Polypropylen haben. Diese Kunststoffe enthalten keine Weichmacher und sind daher umwelt- und gesundheitsfreundlicher als PVC. PVC-freie Laminatböden werden genau wie normale PVC-Fliesen per Klicksystem verlegt.

5. Heller oder dunkler Küchenboden?

Ein heller Küchenboden lässt den Raum offen und freundlich wirken – das ist ideal für kleine Küchen. Zudem passen Bodenbeläge in Weiß, Creme oder hellen Holztönen optisch zu fast allen Küchenfronten. Einzige Ausnahme: Mit weißen Küchenfronten und hellen Wänden solltest du einen dunkleren Bodenbelag wählen – monochromes Weiß nimmt dem Raum schnell die Tiefe.

Moderne Wohnküche mit hellen Fronten und Holz-Optik mit kleinem Küchentisch, Stühlen und einem Hochschrank

Weiße Hochglanz-Böden sind modern und reflektieren das Licht – so wirkt deine Küche noch heller. Allerdings musst du Hochglanzböden etwas häufiger wischen als matte Küchenböden, da man Schmutz und Staub schneller sieht.

Dunkler Küchenboden

Dunkle Bodenbeläge sind im Trend, vor allem, wenn sie mit großformatigen Fliesen oder Sichtbeton gestaltet sind. Ein durchgehender grauer oder schwarzer Boden wirkt edel und puristisch – und mit den passenden Küchenfronten eignet sich so ein Boden auch für kleine Küchen.

Küche mit weißen Hochglanzfronten und Kücheninsel mit Holzarbeitsplatte, braune Ledersessel

Wenn du dich für einen dunklen Küchenboden aus Fliesen, Linoleum oder PVC entscheidest, sollten deine Küchenfronten möglichst schlicht sein – sonst wirkt deine Küche schnell kleiner, als sie eigentlich ist. Ideal sind minimalistische Hochglanzfronten in einem hellen Farbton.

Gemusterter Küchenboden

Ein Schachbrettboden oder gemusterte Fliesen sind alles andere als altmodisch: Die klassischen Küchenböden vertragen sich richtig gut mit modernen Küchen und glänzenden Fronten. Versuche, den Rest deiner Küche möglichst schlicht zu gestalten – Mustertapeten, Ornament-Teppiche und knallbunte Küchenaccessoires passen nicht so gut zu einem gemusterten Küchenboden.

Küche mit zwei schwarzen Kochinseln vor grober Natursteinwand mit nostalgischen Bodenfliesen in Grau und Schwarz

Gemusterte und mehrfarbige Bodenbeläge eignen sich gut für größere Küchen. Besonders stimmig wirkt es, wenn sich die Farbe der Küchenfronten oder der Küchenutensilien in der Farbe des Bodens wiederfindet.

Diese Teppiche machen deine Küche noch gemütlicher:

6. Bodenbelag auf alten Fliesen verlegen

Den gesamten Küchenboden herausreißen, um die Küche zu renovieren? Vielleicht ist das gar nicht nötig: Oft kannst du neue Bodenbeläge einfach auf dem alten Küchenboden verlegen.

Fliesen auf Fliesenboden verlegen

Wenn die alten Küchenfliesen tragfähig, eben und weitgehend unbeschädigt sind, kannst du die neuen Fliesen auf dem alten Fliesenboden verlegen. Hol dir am besten professionellen Rat, ob der bestehende Boden vorher ausgeglichen werden muss. Durch die neuen Fliesen werden deine Küchenwände insgesamt etwa 2 cm kürzer.

PVC auf Fliesenboden verlegen

PVC- und Vinylböden kannst du auf jedem glatten und tragfähigen Untergrund aufbringen. Auf alten Küchenfliesen geht das am besten mit PVC-Klicklaminat und einer Trittschalldämmung. Wenn du PVC-Meterware verlegst, solltest du die Fliesen vorher dünn mit Ausgleichsmasse aufgießen. So bilden sich keine Luftlöcher unter dem neuen Küchen-Bodenbelag.

Laminat auf Fliesenboden verlegen

Genau wie ein PVC-Boden kannst du auch Laminat ohne Probleme auf Fliesen verlegen. Da Laminat auf Holzbasis feuchtigkeitsdurchlässig ist, legst du am besten eine Dampfsperre zwischen Fliesen und Laminat aus, damit sich auf den Fliesen keine Feuchtigkeit stauen kann. Eine Trittschalldämmung unter dem Laminat federt die Schwingungen zwischen den beiden harten Materialien ab.

Fliesen auf Laminat verlegen – geht das?

Holz-Laminat federt, während ein Fliesenspiegel starr ist – daher riskierst du Risse in den Fliesen, wenn du sie auf Laminat verlegst. Außerdem lässt sich Laminat ganz gleich vom Boden entfernen. Daher kannst du das Laminat ebenso gut vom Küchenboden abnehmen, bevor es mit dem Fliesen losgeht.

Küche mit kleinteilig gemustertem Vinylboden, weißen Fronten und Pflanze im Vordergrund
Vinylboden „Trendy“ von Andiamo bei OTTO.

7. Küchenboden neu verlegen

Das Wichtigste, bevor der neue Küchenboden kommt, ist ein glatter, ebener Untergrund. Falls das Fundament oder der alte Küchenboden rissig oder uneben ist, solltest du vorher Ausgleichsmasse auftragen. Je nach Gebäudetyp und Bodenbelag kann zudem eine Dämmung unter dem neuen Küchenboden sinnvoll sein.

Wenn du keine Erfahrung mit Bodenarbeiten hast, solltest du den Küchenboden einem Profi überlassen – das geht wesentlich schneller und ist sauberer, als wenn du es selbst machst. Wenn du deinen Bodenbelag für die Küche selbst kaufst, rechne etwa 10–20 % mehr Material ein, als du für die Grundfläche deiner Küche brauchst. So hast du auch bei Verschnitt und eventuellen Fehlern genügend Material.