Schrebergarten mieten: Tipps für den Kleingarten

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Wer keinen eige­nen Garten hat, kann stattdessen auch ein­fach einen Schre­ber­garten pachten. Hier find­est du Tipps und Wis­senswertes für deinen Kleingarten.

Schrebergarten Trend
© Ulrike Schacht / Call­wey / Gar­den Girls

Einen Schre­ber­garten mieten stand viele Jahre lang ganz weit oben auf der Spießer-Skala: Sie gal­ten als der Ort, an dem gries­grämige Rent­ner ihren Rasen mit der Nagelschere schnei­den, Garten­zw­erge um die Wette strahlen und akku­rat ges­tutzte Heck­en als Aushängeschild gel­ten. Doch langsam aber sich­er erholen sich Kle­ingärten von ihrem ver­staubten Image und mausern sich sog­ar zum richti­gen Trend. Immer mehr junge Städter sehnen sich nach einem eige­nen Fleckchen Grün zum Auss­pan­nen und träu­men von frischem, selb­st ange­bautem Obst und Gemüse. Eine von ihnen ist die Ham­burg­er Architek­tin Marie: Ein paar Fahrrad­minuten von ihrem Zuhause ent­fer­nt hat sie eine eigene Parzelle angemietet und sich ein Stück Natur in ihren All­t­ag geholt. Über ihr neu gewonnenes Gartenglück blog­gt die Ham­burg­erin als Frau Meise und möchte andere dazu ermuti­gen, sich eben­falls für das Gärt­nern zu begeis­tern. Als Gast­blog­gerin erzählt sie uns, wie sie aus ihrer Parzelle ihren Traum vom eige­nen Garten ver­wirk­licht hat. 

Schreibergarten Laune Parzelle

Zugegeben: Vor eini­gen Jahren war das Image von Kle­ingärten wirk­lich sehr ver­staubt. Auch als mein Fre­und und ich vor fünf Jahren – eher durch Zufall – an unsere Parzelle geri­eten, wur­den wir manch­mal ziem­lich schräg ange­se­hen, wenn wir uns als Kle­ingärt­ner out­eten. Doch in den Kolonien vol­lzieht sich langsam aber sich­er ein Wan­del. Spießig akku­rate Parzellen wer­den zu natur­na­hen BiogärtenHier dür­fen die Pflanzen üppig wach­sen, es tum­meln sich Bienen und Hum­meln, Stadtkinder kön­nen frei herum­tollen und neben­bei ler­nen, was Natur ist und woher unsere Lebens­mit­tel eigentlich kom­men. Fast alle Gen­er­a­tio­nen sind hier vertreten: Kinder erleben kleine Aben­teuer, junge Erwach­sene wühlen in der Erde, Eltern entspan­nen und die älteren, erfahre­nen Schre­bergärt­ner ste­hen mit Rat und Tat zur Seite. 

 Schrebergarten mieten – Wie geht das? 

Schrebergarten Mieten

Das Wichtig­ste zuerst: Einen Schre­ber­garten kann man gar nicht mieten, man kann ihn auss­chließlich pacht­en. Denn zwis­chen Miete und Pacht gibt es einen entschei­den­den Unter­schied: Wer eine Immo­bilie mietet, hat das Recht, diese zu nutzen. Wer aber ein Grund­stück pachtet, darf es nicht nur nutzen, son­dern darf laut Gesetz außer­dem die “Früchte aus der Sache ziehen”. Wer sich also dazu entschei­det, eine Parzelle zu pacht­en, muss sich oft auf lange Wartelis­ten ein­stellen, denn in Großstädten sind Schre­bergärten beliebter denn je. Inter­essierte soll­ten sich aber nicht abschreck­en lassen, son­dern sich am besten direkt an Klein­garten­vere­ine in der Nähe melden. Dort erhältst du nicht nur Infor­ma­tio­nen zur Pacht, son­dern auch ob und wo ein Schre­ber­garten frei ist. Hat man etwas Passendes gefun­den, kannst du dir am besten direkt vor Ort einen ersten Überblick ver­schaf­fen. Danach soll­test du einen Ter­min mit dem Vor­stand des Klein­garten­vere­ins vere­in­baren, denn in der Regel kann man nur als Vere­ins­mit­glied eine Parzelle pacht­en. Neben dem Mit­glieds­beitrag kom­men anschließend noch weit­ere Kosten auf dich zu: Das sind zum einen die Ablös­esumme für die Parzelle, aber auch die Betrieb­skosten. Das Schöne: Das Pacht­en eines Klein­gartens ist nicht an eine bes­timmte Sai­son gebun­den. Man kann, mit etwas Glück, das ganze Jahr lang ein­steigen und sich den Traum von der kleinen grü­nen Idylle erfüllen.

Gartenernte Tomaten

Mein Fre­und und ich wur­den eher durch Zufall Schre­bergärt­nern. Wir sahen uns recht halb­herzig ein paar Kolonien an, ohne dass es konkret wurde. Dann fragte unser Nach­bar, ob wir nicht Lust hät­ten, uns einen Som­mer lang um seine Parzelle zu küm­mern. In diesem Som­mer lern­ten wir die Kolonie und die Nach­barn ken­nen und wussten, dass wir uns hier wohlfühlen wür­den. Ein halbes Jahr später erfuhren wir, dass die Parzelle gle­ich nebe­nan frei wurde, und wir stell­ten uns direkt als Inter­essen­ten beim Vor­stand vor. Da zu dieser Zeit die Nach­frage noch nicht so hoch war und der Vere­in nach jungem motiviertem Nach­wuchs für die Kolonie Auss­chau hielt, waren wir dann ein paar Monate später richtige Schrebergärtner! 

Schrebergarten einrichten – Schritt für Schritt 

Pazelle Kleingarten

Wer es geschafft hat, einen Schre­ber­garten zu pacht­en, kann direkt losle­gen. Wir haben den Garten und die Laube über die Jahre kom­plett umgekrem­pelt: Aus ein­er typ­isch lang­weili­gen Parzelle, beste­hend aus Rasen­flächen und Fried­hof­s­gewäch­sen, wurde unser kleines grünes Paradies, mit einem großen Gemüsegarten, ein­er Obst- und ein­er Blu­men­wiese. Die ehe­mals schnöde, teil­weise ver­rot­tete Hütte haben wir zu ein­er gemütlichen Laube im nordis­chen Stil umge­baut. Dafür haben wir das alte Dach abgeris­sen – das undicht war und sog­ar einen Marder beherbergte – und ein neues Sat­tel­dach gebaut, unter dem sog­ar eine kleine Schlafkam­mer ent­standen ist. Die Wände, den Fuß­bo­den und die Innen­verklei­dun­gen mussten wir entwed­er erneuern oder repari­eren. Wir beka­men passenderweise altes Bau­ma­te­r­i­al wie Kan­thölz­er, Fen­ster, Dach­p­fan­nen und Bret­ter von einem Hausum­bau geschenkt und kon­nten alles wiederver­wen­den. 

Interior Gartenhaus Kueche
Gartenlaube

Wenn es mich wegen des Ham­burg­er Schmud­del­wet­ters nicht ger­ade in die Laube zieht, bin ich am lieb­sten in meinem Gemüsegarten. Es macht großen Spaß, zu erleben, dass all die Arbeit, die man investiert, sofort sicht­bar wird und man als Lohn schmack­hafte Köstlichkeit­en erhält. Ich liebe es, die eigene Ernte halt­bar zu machen, ob als Marme­lade, Apfelchips oder Sauer­kraut. All meine Vorstel­lun­gen von einem biol­o­gis­chen, nach­halti­gen und natur­na­hen Garten kann ich hier in die Tat umset­zen: So dient das Laub im Herb­st zum Beispiel als Mulchdecke auf den Beeten oder unter Büschen, Baum­schnitt wird gehäck­selt und auf den Wegen im Gemüse­beet verteilt, das Regen­wass­er sam­meln wir und nutzen es für unser automa­tis­ches und pumpen­los­es Beet-Bewässerungssystem. Alle pflan­zlichen Abfälle kom­men auf den Kom­posthaufen, um später als Nährstoffe wieder auf die Beete gebracht zu wer­den. 

Die Gartengemeinschaft 

Gartenhaus Schrebergarten

Anders als zu den Anfän­gen, in denen wir noch die jüng­sten Gärt­ner in der Kolonie waren, sind die Parzellen rund um unseren Garten inzwis­chen an Fre­unde und junge Leute vergeben. Wir tauschen Samen und Pflanzen, helfen uns gegen­seit­ig mit Ratschlä­gen und Werkzeug aus. Zwis­chen­durch tre­f­fen wir uns zu ein­er Kaf­feep­ause oder sitzen abends gemein­sam am Feuer und lassen bei einem Bier den Tag ausklin­gen. Hier kann jed­er das machen, woran er Spaß hat: gärt­nern, werkeln, entspan­nen oder grillen. Allerd­ings sind ein paar Regeln zu beacht­en, die die Kleingarten-Ordnung vorschreibt: wie zum Beispiel die Heck­en­höhe, Ruhezeit­en und Gemein­schaft­sar­beit­en. Das nimmt man für ein eigenes Fleckchen Grün inmit­ten der Stadt aber eigentlich gerne in Kauf!  

Die wichtigsten Regeln im Überblick: 

  • Wer seine Parzelle nicht pflegt, muss mit ein­er Kündi­gung des Ver­pächters rech­nen 
  • Die Laube darf in der Regel nicht größer als 24 qm sein 
  • Die Laube darf nicht als Woh­nung genutzt wer­den  
  • Obst und Gemüse darf nur für den Eigenbe­darf ange­baut wer­den 
  • Reine Ziergärten mit Blu­men und Sträuch­ern sind ver­boten 
  • Ab 22 Uhr herrscht Nachtruhe 
  • In den meis­ten Schre­bergärten sind Tiere (Hüh­n­er, eine Klein­tierzucht usw.) ver­boten 
  • Imk­ern ist – nach Absprache mit dem Vere­in und Nach­barn – meis­tens erwün­scht 

Fazit zum Schrebergarten 

Gartenlaube Schrebergarten

Schre­bergärten kön­nen auch ganz anders ausse­hen als der all­ge­mein bekan­nte Schrebergarten-Stereotyp. Sie kön­nen ein Leben­sraum für Tiere, Pflanzen und auch uns sein. Jedes Mal, wenn ich am Woch­enende oder nach der Arbeit in den Garten fahre, schalte ich ab, sobald ich durch die Gartenpforte gehe. Beru­flich­er Stress und All­t­agssor­gen sind dann weit weg. Die Zeit im Grü­nen fühlt sich fast wie Urlaub an. Gle­ichzeit­ig liebe ich auch das Stadtleben und genieße es, mit unserem Klein­garten bei­des vere­inen zu kön­nen. 

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