re:MIND: Schluss mit Bottled Water!

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Es gibt Dinge, die man sich immer wieder bewusst machen muss. Und es gibt Dinge, die aktiv aus dem Bewusstsein verdrängt werden. Mein absolutes Herzensthema unter diesen ins Absurde abgeglittenen Themen: Bottled Water. Warum dieses Thema so wichtig ist? Weil es so sinnlos ist, für etwas zu zahlen, dass niemandem gehören sollte. Und weil es so geschmacklos ist, aus einem menschlichen Grundbedürfnis, das Lebensgrundlage aller Menschen und Tiere und nicht zuletzt unserer Natur darstellt, ein Geschäft zu machen.

Wasser selber anfüllen

Warum füllen Menschen Wasser in Plastikflaschen ab?

Für eine kurze und einleuchtende Zusammenfassung der Thematik empfehle ich dieses Video:

Annie Leonhard beschreibt in weniger als zehn Minuten, wie durch eine medienwirksame Kampagnenarbeit die allgemeine Meinung verbreitet wurde, man bräuchte unterwegs Wasser aus Plastikflaschen, bis die Alternativen irgendwann verdrängt waren. Dabei ist Bottled Water weder hochwertiger noch schmeckt es besser als Wasser, das man sich zuhause abgefüllt hat oder unterwegs aus einem öffentlichen Hahn holt. Selbst in den Haushalten gibt es mittlerweile häufig nur noch Trinkwasser aus Flaschen und in manchen Haushalten gewinnt man den Eindruck, Wasser ohne Kohlensäure wäre kaum genießbar. Dass auch das nicht gesund ist, ist ebenso aus dem Bewusstsein verschwunden, wie die Umweltbelastung, die insbesondere durch Wasserflaschen entsteht. Die tröstende Antwort der Industrietreibenden scheint die PET-Flasche, die vermarktet wird, als könnte man PET restlos und ohne großen Energieaufwand wieder in neue Flaschen recyceln. In Wahrheit belastet Bottled Water nicht nur die Umwelt und unsere Meere, sondern macht ein Grundbedürfnis Schritt für Schritt zu einem Luxusgut, das man sich leisten können muss.

Wasser aus der Leitung mitnehmen

Hinterfragt Euch selber!

Die Bottled Water Industrie zu stoppen, scheint ein verlorener Kampf. Ein so lukratives Geschäft lässt sich nicht in kurzer Zeit verbieten und sollte es irgendwann möglich sein, ist es vermutlich zu spät. Der Markt wird allerdings auch durch Nachfrage gefüttert und hier können wir alle beweisen, wie mündig und aufgeklärt wir leben möchten. Wenn man davon ausgeht, dass Unüberlegtheit einer der größten Feinde einer nachhaltigen Lebensführung ist, dann sei an dieser Stelle erwähnt, dass es wahrscheinlich wenig gibt, das so unüberlegt ist, als morgens das Haus zu verlassen in dem Wissen, dass man schon bald Geld ausgeben wird für ein Produkt, das man zuhause aus der Leitung bekommt. Fast kommt da bei mir das Gefühl auf, diejenigen, die am lautesten gegen die Industrie schimpfen, lassen sich an anderer Stelle von ihr auf den Arm nehmen. Keine Coke kaufen, weil uns die Zuckerindustrie nur abhängig machen möchte und stattdessen zum Fiji-Wasser greifen, damit die Haut immer schön hydriert bleibt und der Hunger auf sich warten lässt. Ich bin sicher, diese Entwicklung führt früher oder später zu noch viel größeren Absurditäten. Die gute Luft aus der Flasche wird kommen, damit wir alle bald Haut haben wie die Models auf den ersten Seiten der VOGUE und noch mehr Energie für eine fordernde Welt voller Unwissender.

Recycelbare Wasserflasche

Lasst uns nicht arrogant sein! Lasst uns diese Absurdität nicht aus dem Bewusstsein verdrängen und diese Entwicklung stoppen!

Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen.
Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf Livera. Das Wort, das beinahe alles in meinem Leben beschreibt, ist Projekt. Am meisten macht es mir Spaß, in Projekte zu investieren, die mich langfristig erfreuen oder vielleicht sogar schon vorher andere erfreut haben. Ich liebe es daher, aus Altem Neues zu schaffen und mit viel Kreativität Dinge zu gestalten, die mich noch ein bisschen glücklicher machen.
Dabei ist für mich weniger immer mehr. Lieber nur ausgewählte Materialien, klare Linien und ein Konzept, das man gerne einhalten möchte! Dann ist auch kein Projekt zu groß.

Letzte Kommentare (3)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Sasha
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 13:13 Uhr

Mein Kommentar hat sich exakt darauf bezogen, was Vera in ihrem Artikel schreibt:
„Weil es so sinnlos ist, für etwas zu zahlen, dass niemandem gehören sollte.“
Wohin es führt, wenn Wasser niemandem gehört und deshalb auch niemand dafür zuständig ist, sieht man in Afrika: dieses Wasser ist gesundheitsgefährdend.
Und wie ich bereits erwähnte, die notwendige Infrastruktur, damit jeder zuhause Wasser hat, wächst auch nicht auf Bäumen.

„Und weil es geschmacklos ist, aus einem menschlichem Grundbedürfnis ein Geschäft zu machen.“
Essen ist auch ein Grundbedürfnis. Sollten in Zukunft Bauern, Müller, Bäcker und Supermärkte ihre Waren kostenlos zur Verfügung stellen?

„Dabei ist Bottled Water weder hochwertiger noch schmeckt es besser als Wasser, das man sich zuhause abgefüllt hat.“
Falsch. Jedes Wasser hat, abhängig von der Quelle aus der es kommt, eine andere chemische Zusammensetzung, die auch den Geschmack beeinflusst. Die Quelle unseres Orts wurde letztes Jahr durch eine Naturkatastrophe verseucht. Die Verunreinigung wurde zwar beseitigt, allerdings hat sich der Geschmack seither eklatant verändert, auch durch das Chlor, das jetzt zugesetzt wird.

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 9:50 Uhr

Also, ich finde Veras Artikel im Grundtenor sehr gut. Die Antwort von Sasha geht am Thema vorbei: Weder sie noch ich (wer überhaupt?) stellen seine zwei Punkte in Frage.

Es geht ihr wohl generell um die Frage oder das Problem, dass wir einfach aufpassen müssen, komplett konsum- oder werbegetrieben zu leben. Dazu verwendet sie eben das Beispiel des Bottled Water, welches momentan allenorts so gehypt wird. That’s it. – Sie hätte auch über Porsche Cayenne schreiben können, oder Luxus-Smartphones…

Sasha
Dienstag, 24. Oktober 2017, 20:31 Uhr

Zitat: „…dass man schon bald Geld ausgeben wird für ein Produkt, das man zuhause aus der Leitung bekommt.“

Du siehst noch sehr jung aus und lebst vielleicht noch bei deinen Eltern, deshalb verrate ich dir ein Geheimnis: Wasser aus der Leitung in deinem Zuhause ist NICHT gratis. Ja, ja, die Stadt oder Gemeinde, die dafür sorgt, dass es aus deiner Leitung sprudelt, verlangt dafür GELD!!! Frechheit, was?

Selten so etwas weltfremdes wie diesen Artikel gelesen.
1. Wasser ist nicht gleich Wasser in der Zusammensetzung und daher schmeckt auch nicht jedes Wasser gleich. Ist eine chemische Tatsache und keine Frage des persönlichen Geschmacks.
2. Wasser sollte vielleicht keinem gehören, aber die Kläranlagen, Kanäle und Leitungen, die dafür sorgen, dass Leitungswasser in Deutschland tatsächlich trinkbar ist und nicht lebensbedrohliche Durchfallerkrankung auslösen, gehören jemandem und müssen erhalten werden. Keine Ahnung, wie du das siehst, aber mir ist meine Gesundheit das allemal wert.