Schluss mit Bottled Water!

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Wusstest du, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht ist? 2010 haben das die Vereinten Nationen beschlossen. Wie paradox, dass seit dem das Geschäft mit Wasser boomt. Gemeint ist damit der Verkauf von Mineralwasser aus (Plastik)-Flaschen, auch Bottled Water genannt. Irgendwie klingt es doch falsch, für etwas zu zahlen, dass eigentlich niemandem gehören sollte? Und gerade weil es so geschmacklos ist, aus einem menschlichen Grundbedürfnis, der Lebensgrundlage aller Menschen, Tiere und nicht zuletzt unserer Natur, ein Geschäft zu machen, ist es mir eine Herzensangelegenheit, das Thema Bottled Water näher zu beleuchten.

Mineralwasser Aus Plastikflaschen

Warum füllen Menschen Wasser in Plastikflaschen ab?

Einfach zusammengefasst: Weil man es geschafft hat, aus einem Grundbedürfnis ein Geschäft zu machen. Und so lange Menschen aus etwas viel Profit ziehen können, wird sich nicht viel daran ändern. Außerdem ist es „schick“, quasi ein „Lifestyle“, Wasser aus Flaschen zu trinken. Wer es sich leisten kann, trinkt also sein Wasser aus der Flasche statt aus dem Hahn. Außerdem wird unsere gesteigerte Mobilität als Grund für Bottled Water angegeben. Ist man viel unterwegs, ist es bequem und praktisch, sich einfach ein Plastikflaschengetränk zu kaufen. Dabei könnten wir uns auch unterwegs ganz einfach und umsonst Wasser aus dem Hahn abfüllen.

Recycelbare Wasserflasche
„Bottled Water ist weder hochwertiger, noch schmeckt es besser als Wasser, das man sich zu Hause abgefüllt hat oder unterwegs aus einem öffentlichen Hahn holt.”

Selbst in den Haushalten gibt es mittlerweile häufig nur noch Trinkwasser aus Flaschen. Dabei gehört unser Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Qualitativ und gesundheitlich gesehen, ist das Wasser aus der Flasche also nicht besser, sondern wird zu einem Luxusgut, das man sich leisten können muss.

Die Folgen von Flaschenwasser

Wasser aus der Flasche ist nicht nur bis zu drei Mal so teuer wie Leitungswasser, sondern auch für ein ökologisches Desaster verantwortlich: Es verursacht 90 bis 1.000 Mal mehr Umweltbelastungen als das Wasser aus dem Hahn. Besonders schlecht schneidet dabei die Plastikflasche ab. Zwar wird sie von den Herstellern so vermarktet, als könnte man PET restlos und ohne großen Energieaufwand wieder in neue Flaschen recyceln. In Wahrheit belastet Bottled Water aber zunehmend unsere Umwelt und unsere Meere. Bis zu 500 Jahre kann es dauern, bis Plastik zerfällt.

Bottled Water stoppen

Bei uns in Deutschland gibt es in aller Regel keine vernünftigen oder gesundheitlichen Gründe, Flaschenwasser zu trinken. Trotzdem scheint es, als wäre die Bottled-Water-Industrie zu stoppen ein verlorener Kampf. Ein so lukratives Geschäft lässt sich nicht in kurzer Zeit verbieten und sollte es irgendwann möglich sein, ist es vermutlich zu spät. Der Markt wird allerdings auch durch Nachfrage gefüttert und genau hier können wir unseren Teil dazu beitragen! Und zwar auf Wasser aus Plastikflaschen verzichten. Die Lösung: Einfach eine Trinkflasche nehmen, die wir entweder zu Hause oder unterwegs mit Leitungswasser füllen können.

Wasser selber anfüllen

Als kurze Zusammenfassung empfehle ich den folgen Film. In weniger als zehn Minuten bringt Annie Leonhard das Problem mit Bottled Water auf den Punkt:

Wasser ganz einfach auffüllen? Mit diesen Trinkflaschen kein Problem:

Weiterlesen:

Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen. Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf...

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Letzte Kommentare (8)

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Schimmi
Dienstag, 23. Oktober 2018, 19:59 Uhr

Moin ,
ja das Problem mit den Plastikflaschen und dem entstehenden Plastik-Müll ist nicht von der Hand zu weisen.
Aber leider sind in vielen Haushalten die Leitungssysteme so veraltet und marode , so das ein Trinken aus dem Wasserhahn zu Hause unmöglich ist. In Neubauten sind die Wasserleitungen auf dem neuesten Stand . Dort würde ich ohne weiteres daraus trinken. Für uns Otto Normal Verbraucher bleibt leider nur der Griff zur Sprudelkiste ( Glas ) wohl verstanden.
LG Schimmi.

piXel
Dienstag, 23. Oktober 2018, 17:48 Uhr

Grundsätzlich gebe ich der Autorin recht. Aber wenn ich sehe was für eine kalkige gelbe Kruste im Glas bleibt wenn ich ein Glas Leitungswasser verdunsten lasse… Ich kaufe mein Trinkwasser in Flaschen und das bleibt so (immer die günstigste Sorte)!
Natürlich ist das nicht so wie es sein sollte, aber um die Umwelt zu retten trinke ich nicht die Brühe die bei uns aus dem Hahn kommt.

Ingo
Freitag, 13. April 2018, 23:07 Uhr

Kleiner Hinweis: gibt auch wasser in glasflaschen! Alles andere ist eine Frage der Haftung im Schadensfall…

Boss
Freitag, 13. April 2018, 12:14 Uhr

@EPI: und wer misst die Abwassermenge? Keiner!! Es wird nach Frischwasserverbrauch abgerechnet!

Epi
Freitag, 13. April 2018, 2:21 Uhr

Sorry Sascha, aber nun mal für dich eine Neuigkeit: Wasser aus der Leitung kostet so gut wie nichts. Es ist das Abwasser was man bezahlen muss. Und wenn ich es trinkt, dann landet es nicht im Abwasser. Damit keine Kosten!

Sasha
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 13:13 Uhr

Mein Kommentar hat sich exakt darauf bezogen, was Vera in ihrem Artikel schreibt:
„Weil es so sinnlos ist, für etwas zu zahlen, dass niemandem gehören sollte.“
Wohin es führt, wenn Wasser niemandem gehört und deshalb auch niemand dafür zuständig ist, sieht man in Afrika: dieses Wasser ist gesundheitsgefährdend.
Und wie ich bereits erwähnte, die notwendige Infrastruktur, damit jeder zuhause Wasser hat, wächst auch nicht auf Bäumen.

„Und weil es geschmacklos ist, aus einem menschlichem Grundbedürfnis ein Geschäft zu machen.“
Essen ist auch ein Grundbedürfnis. Sollten in Zukunft Bauern, Müller, Bäcker und Supermärkte ihre Waren kostenlos zur Verfügung stellen?

„Dabei ist Bottled Water weder hochwertiger noch schmeckt es besser als Wasser, das man sich zuhause abgefüllt hat.“
Falsch. Jedes Wasser hat, abhängig von der Quelle aus der es kommt, eine andere chemische Zusammensetzung, die auch den Geschmack beeinflusst. Die Quelle unseres Orts wurde letztes Jahr durch eine Naturkatastrophe verseucht. Die Verunreinigung wurde zwar beseitigt, allerdings hat sich der Geschmack seither eklatant verändert, auch durch das Chlor, das jetzt zugesetzt wird.

prattenberg
Donnerstag, 26. Oktober 2017, 9:50 Uhr

Also, ich finde Veras Artikel im Grundtenor sehr gut. Die Antwort von Sasha geht am Thema vorbei: Weder sie noch ich (wer überhaupt?) stellen seine zwei Punkte in Frage.

Es geht ihr wohl generell um die Frage oder das Problem, dass wir einfach aufpassen müssen, komplett konsum- oder werbegetrieben zu leben. Dazu verwendet sie eben das Beispiel des Bottled Water, welches momentan allenorts so gehypt wird. That’s it. – Sie hätte auch über Porsche Cayenne schreiben können, oder Luxus-Smartphones…

Sasha
Dienstag, 24. Oktober 2017, 20:31 Uhr

Zitat: „…dass man schon bald Geld ausgeben wird für ein Produkt, das man zuhause aus der Leitung bekommt.“

Du siehst noch sehr jung aus und lebst vielleicht noch bei deinen Eltern, deshalb verrate ich dir ein Geheimnis: Wasser aus der Leitung in deinem Zuhause ist NICHT gratis. Ja, ja, die Stadt oder Gemeinde, die dafür sorgt, dass es aus deiner Leitung sprudelt, verlangt dafür GELD!!! Frechheit, was?

Selten so etwas weltfremdes wie diesen Artikel gelesen.
1. Wasser ist nicht gleich Wasser in der Zusammensetzung und daher schmeckt auch nicht jedes Wasser gleich. Ist eine chemische Tatsache und keine Frage des persönlichen Geschmacks.
2. Wasser sollte vielleicht keinem gehören, aber die Kläranlagen, Kanäle und Leitungen, die dafür sorgen, dass Leitungswasser in Deutschland tatsächlich trinkbar ist und nicht lebensbedrohliche Durchfallerkrankung auslösen, gehören jemandem und müssen erhalten werden. Keine Ahnung, wie du das siehst, aber mir ist meine Gesundheit das allemal wert.