Warum du (auch im Winter!) mehr Fahrradfahren solltest

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Fall­en die Tem­per­a­turen, dann fällt auch der erste Schnee. Der Win­ter macht sich in Deutsch­land bre­it. In dieser Jahreszeit haben es Rad­fahrer nicht ein­fach. Ein feuchter Fahrrad­sat­tel am Mor­gen, rutschige Rad­wege, Wind, Regen und Schnee. Alle Schön­wet­ter­fahrer lassen in dieser ungemütlichen Jahreszeit das Fahrrad ste­hen und steigen auf Auto, Bus und Bahn um. Und ich benei­de sie manch­mal heim­lich dafür. Denn früh mor­gens, wenn die Augen noch klein und der Kör­p­er vom Bett nach ganz warm ist, dann ist es mit guter Musik auf den Ohren in der Straßen­bahn, mit einem frischen Crois­sant im Bus oder auf einem gemütlichen Sitz im Auto doch am bequem­sten.

Doch eine bequeme Hal­tung hat bish­er noch nie einen Helden gemacht – und schon gar keinen Klima­helden. Sagen­hafte 73 Mil­lio­nen Fahrräder gibt es in Deutsch­land. Damit besitzt fast jed­er Deutsche ein Fahrrad. Ins­ge­samt sind es sog­ar fast 50 Prozent mehr Fahrräder als Autos. Das kommt dir komisch vor? Mir auch, denn auf den Straßen sieht das Bild lei­der ganz anders aus.

Gründe für mehr Radfahren

Autos wer­den in der Hälfte der Fahrten für Streck­en genutzt, die kürz­er als fünf Kilo­me­ter sind. Und das Kuriose daran ist, dass auf dieser Streck­en­länge ein Fahrrad nicht nur das gesün­dere und umwelt­fre­undlichere, son­dern auch das schnell­ste Verkehrsmit­tel ist.

Bis auf den Bequem­lichkeits­fak­tor gibt es also keinen Grund, der für das Auto spricht. Fassen wir es nochmal zusam­men:

Fahrrad­fahren ist…
umweltscho­nend. Pro Kilo­me­ter sparen der kom­binierte Fuß- und Fahrrad­verkehr 138 Gramm CO2 ein. Ein Beruf­spendler kommt so schnell auf eine halbe Tonne CO2-Ersparnis im Jahr.

schneller als gedacht. Bis fünf Kilo­me­ter Streck­en­länge ist das Rad sog­ar das schnell­ste Verkehrsmit­tel. Erst dann wird es vom Auto abgelöst.

gesund. Regelmäßiges Rad­fahren stärkt das Herz-Kreislauf-System.

platzs­parend, da auf riesige Park­plätze und Straßen verzichtet wer­den kann.

leise. Kein Motor und keine laut­en Abroll­geräusche.

supergün­stig. Selb­st wenn man den Zeitver­lust bei lan­gen Streck­en als Kosten­fak­tor ein­rech­net, ist Fahrrad­fahren immer noch 3-mal gün­stiger als Aut­o­fahren.

wartungsarm. Kein TÜV, keine jährlichen Inspek­tio­nen und kein Ärg­er. So lange Luft in deinem Reifen ist, kannst du radeln bis zum Umfall­en.

Verkehr­sex­perten sind der Mei­n­ung, dass wir bis zu 30 Prozent der Aut­o­fahrten mit dem Fahrrad erset­zen kön­nen. Und 30 Prozent kön­nen ziem­lich viel sein, wenn du dir vorstellst, dass von heute auf mor­gen ein Drit­tel aller Autos aus dein­er Wohnge­gend ver­schwinden. Doch das geht nur, wenn wir auch im Herb­st und Win­ter durchziehen. Natür­lich sollst du nicht bei Blitzeis mit dem Fahrrad unter­wegs sein, aber solange uns das Wet­ter davon ver­schont, kannst du mit dem guten alten Draht­e­sel on Tour sein. Aber aufgepasst: Kon­trol­liere noch mal, ob Dein Licht ein­wand­frei funk­tion­iert und genü­gen Reflek­toren an Dein Rad ange­bracht sind. Safe­ty first!

Radfahren bei Sonnenuntergang

Radfahren im Winter: Das sind meine besten Tipps für mehr Durchhaltevermögen

1. Es gibt kein schlecht­es Wet­ter, es gibt nur … du kennst das.

Ein Regen­pon­cho ist gün­stig, leicht und hält ein Leben lang. Habe ihn ein­fach immer in deinem Gepäck und ziehe ihn bei Regen über. Darunter wirst du garantiert nicht nass.

2. Mütze, Schal und Win­ter­jacke

Nichts ist unan­genehmer, als auf dem Fahrrad zu frieren. Zieh dich beson­ders dick an, so kann dir der Fahrt- und Herb­st­wind nichts anhab­en.

3. Die Kalo­rien­mo­ti­va­tion

Eine Vier­tel­stunde Rad­fahren ver­bren­nt je nach Kör­per­größe und Gewicht min­destens 125 Kalo­rien. Je nach­dem wie viel du mit dem Fahrrad unter­wegs bist, kannst du dir ohne schlecht­es Gewis­sen ein Stück Kuchen am Nach­mit­tag genehmi­gen.

4. Der Grup­pen­zwang

Hast du einen Men­schen in deinem Umfeld, der täglich den gle­ichen oder einen ähn­lichen Weg zurück­le­gen muss? Motiviert euch gegen­seit­ig und bildet eine Fahrrad-Fahrgemeinschaft. Hat man jeman­den, der sich auf dich ver­lässt, fällt das Absagen gle­ich viel schw­er­er.

5. Stärke dein Immun­sys­tem

Beson­ders im Herb­st herrscht eine hohe Ansteck­ungs­ge­fahr für Grippe- oder Magen-Darm-Viren. Diese über­tra­gen sich natür­lich beson­ders gut in ein­er vollen Bahn. Mit dem Fahrrad ver­hin­der­st du das und stärkst noch unter­wegs dein Immun­sys­tem.

Fahrrand mit Regenschirm

6. Geld sparen für etwas Beson­deres
Nimmst du das Fahrrad und verzicht­est auf Bus und Bahn? Oder sog­ar auf das Auto? Dann rechne dir aus wie viel Geld du pro Fahrrad­tag sparst und lege das Geld täglich bei­seite. Du wirst staunen wie groß die Freude im Früh­ling ist, wenn du dir davon einen beson­deren Wun­sch erfüllst.

7. Gönn dir!

Du bist trotz aller Widrigkeit­en mit dem Fahrrad unter­wegs gewe­sen? Dann belohne dich. Zum Beispiel mit einem heißen Kakao am Abend oder einem Eier­pun­sch.

8. Nimm dir Kopen­hagen als Beispiel

Kopen­hagen ist die Welt­stadt der Rad­fahrer. 37 Prozent der Ein­wohn­er nutzen ihr Fahrrad täglich. Dabei leg­en die Men­schen 1,2 Mil­lio­nen Kilo­me­ter am Tag zurück.

9. Werde zum CO2-Sparfuchs

Jed­er kom­binierte Kilo­me­ter mit dem Fahrrad und zu Fuß spart 138 Gramm CO2. Notiere dir gewis­senhaft deine zurück­gelegten Streck­en und errechne deine Kli­maerspar­nis. Schaffst du es von Novem­ber bis März über 200 Kilo­gramm CO2 zu sparen?

Falls ja, schreib mir (steven@funkloch.me). Ich habe mir ein kleines Geschenk für alle über­legt, die das bewälti­gen. Und das Geschenk gibt’s wirk­lich, ver­sprochen!

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Zum Autor

Samstag, 6. Januar 2018, 21:27 Uhr

Ich ver­suche immer wieder mehr Rad und weniger Auto zu fahren. Meine Kurzstreck­en sind allerd­ings fast nie von Zuhause. Ich habe Kurzstreck­en vom Büro aus. Zu Kun­den. Ich kön­nte ins Büro radeln. Aber es sind 22km. Ich über­winde mich ca nie. Aber vielle­icht wäre es 2018 mal Zeit für Über­win­dun­gen.

Frank
Freitag, 10. November 2017, 21:35 Uhr

Mit Spikes am Rad ist man auch vor Eis und Schnee gefeit.

Samstag, 4. November 2017, 14:44 Uhr

Wenn es Mikro-Abenteuer gibt, gibt es vielle­icht auch Mikro-Challenges, das hier wäre ja so eine, oder? Find ich gut, was du schreib­st.