Pflanzenableger: Zimmer- und Balkonpflanzen selbst vermehren

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Statt immer wieder neue Pflanzen zu kaufen, kannst du Zimmer- und Balkonpflanzen ganz ein­fach sel­ber ver­mehren. Wir zeigen dir, wie du Pflanzen­ableger ziehst und kultivierst.

Geldbaumableger kultivieren

Pflanzen sind eine wun­der­bare Bere­icherung für unseren Wohn­raum. Sie schaf­fen nicht nur optisch eine natür­liche Atmo­sphäre, son­dern sor­gen, als Luft­be­feuchter und Sauer­stof­fliefer­ant, für ein gesun­des Raumk­li­ma. Doch der Trend und Import von exo­tis­chen Pflanzen wie Sukku­len­ten & Co führt lei­der auch mancherorts zur Zer­störung von Ökosys­te­men. Ein guter Grund, nicht immer neue Pflanzen zu kaufen, son­dern selb­st unter die Heimzüchter zu gehen! Heute will ich dir zeigen, wie du deine Zim­merpflanzen selb­st ver­mehren kannst und dass dies gar nicht so schw­er ist, wie man denkt. Zum Schluss gibt es noch ein paar Ideen, was du alles mit den Ablegern machen kannst. Pflanzen­ableger sind näm­lich nicht nur per­fekt um sich selb­st, son­dern auch anderen eine Freude zu bereiten.

Pflanzenvermehrung nur durch Samen?

Pflanzensamen zur Pflanzenvermehrung

Eine Pflanze beste­ht aus drei Grun­dor­ga­nen: Wurzel, Spross und Blatt. Oft denkt man bei der Ver­mehrung von Pflanzen zunächst an die Aus­saat von Samen. Doch die Ver­mehrung ist auch mit jedem einzel­nen dieser Grun­dor­gane möglich. Man spricht bei diesen Meth­o­d­en vom Pflanzen­ableger ziehen.

Hier find­est du alles, was du zum Ziehen von Pflanzen­ablegern brauchst:

Wenn man einen Teil der Pflanze abschnei­det und richtig her­anzieht (kul­tiviert), dann wächst daraus eine neue Pflanze. Welch­er Teil sich am besten für die Ver­mehrung eignet, ist von Pflanze zu Pflanze verschieden.

Vermehrung durch gewachsene Pflanzenableger 

Pflanzen mit eigenen Ablegern zur Vermehrung

Beson­ders geeignet bei Kak­teen und Sukku­len­ten wie Echere­via, Hauswurz, Aloe Vera, Hawor­thia und Gas­te­ria ist die Ver­mehrung durch Pflanzen­ableger. Manche Pflanzen bilden von ganz allein eigene kleine Ableger. Ein soge­nan­ntes Kindel entspringt der Mut­terpflanze, treibt bei Kon­takt mit dem Boden neue Wurzeln aus und wird zur eigen­ständi­gen Pflanze. Diese Ableger sind beson­ders prak­tisch zum Ver­mehren. Der Schnitt sollte möglichst nah an der Mut­terpflanze gemacht wer­den. Danach sollte der Ableger zunächst 1-3 Tage im Schat­ten trock­nen. Dann, rel­a­tiv nah an der Ober­fläche, in befeuchtete Erde einpflanzen. Bei dieser Art von Pflanzen­ablegern sollte die Feuchtigkeit der Erde und der Nährstof­fge­halt nicht zu hoch sein. Hier­für kann man der Erde z.B. etwas Sand beimis­chen oder aber spezielle Anzuch­ter­de verwenden.

Vermehrung durch Kopfstecklinge

Pflanzen mit Luftwurzeln zur Vermehrung

Die Pflanzen­ver­mehrung durch Kopf­steck­linge aus dem Spross ist beson­ders gut für Zimmer- und Balkonpflanzen wie Geranie, Mon­stera, Geigen­feige, Pilea (Ufopflanze), Calathea, Kräuter, Zitruspflanzen oder Fuch­sie geeignet. Hier­für schnei­det man eine Trieb­spitze (ca. 5-15 cm des oberen Teils der Pflanze) mit Stän­gel und eini­gen Blät­tern ab. Falls vorhan­den, ist es ide­al, wenn die Trieb­spitze sog­ar schon eine Luftwurzel gebildet hat (wie z.B. bei der Mon­stera). Die unteren Blät­ter müssen abgezupft wer­den, damit der Stän­gel des Steck­lings im näch­sten Schritt ca. 1-2 cm tief in die feuchte Erde gepflanzt wer­den kann. Alter­na­tiv kann man den Kopf­steck­ling auch in ein Glas mit etwas Wass­er stellen. Mit etwas Geduld soll­ten sich nach ca. 1-2 Wochen neue Wurzeln bilden. Danach kannst du ihn einpflanzen.

Vermehrung durch Blattstecklinge

Blattsteckling mit ausgetriebenem Ableger

Für Pflanzen mit dick­fleis­chi­gen Blät­tern wie Aloe Vera, Glücks­fed­er, Geld­baum, fleis­chfressende Pflanze, Agave und Sukku­len­ten all­ge­mein ist die Pflanzen­ver­mehrung durch Blattsteck­linge beson­ders geeignet. Bei dieser ein­fachen Meth­ode schnei­det man ein gesun­des Blatt ab, pflanzt es in einen Topf mit Erde und hält diese stets feucht. Da Blät­ter zu Fäul­nis neigen, darf jedoch keine Staunässe entste­hen. Auch hier kann man den Pflanzen­ableger statt in Erde auch in ein Wasser­glas stellen. Das Wass­er sollte dabei jedoch so flach sein, dass es nur das Ende des Blattsteck­lings bedeckt. Sobald das Blatt neue Wurzeln aus­treibt, kann es in einen Topf umgepflanzt wer­den. Für die meis­ten dieser Pflanzen braucht es viel Geduld. Manch­mal dauert es sog­ar 1-2 Monate, bis sich Wurzeln bilden.

Vermehrung durch Wurzelstecklinge

Efeu durch Wurzelsteckling vermehren

Wurzel­steck­linge zu ziehen, ist eine Meth­ode, die über­wiegend für Gartenpflanzen wie z.B. Efeu­tute, Him­beeren, Wil­drosen, Son­nen­tau, Kugel-Primel oder Brombeeren geeignet ist. Diese Meth­ode wird sel­tener angewen­det, ist aber dur­chaus mach­bar. Es eignen sich Pflanzen, die sich über Wurze­laus­läufer aus­bre­it­en. Hier­für schnei­det man ein ca. 3-7 cm langes Stück Wurzel von der Mut­terpflanze ab und legt dieses (bei dün­ner Wurzel) auf nährstof­fre­iche Erde oder pflanzt es (bei dick­er Wurzel) direkt in die Erde ein, sodass das End­stück mit der Ober­fläche abschließt. Die Erde um den Pflanzen­ableger muss stets feucht gehal­ten wer­den, sodass sich neue Wurzeln aus der alten bilden können.

10 Tipps für die erfolgreiche Anzucht von Pflanzenablegern 

Geranienableger einpflanzen

Mit diesen Tipps wird aus den Pflanzen­ablegern garantiert eine gesunde neue Pflanze. Keine Angst: Sie sind nicht kom­pliziert, son­dern ein­fach umzusetzen:

  1. Der gün­stig­ste Zeit­punkt des Beschnitts ist, wenn sich die Mut­terpflanze im Wach­s­tum befind­et. Meist im Frühjahr.
  2. Der Steckling/Ableger sollte gesund und kräftig sein, jedoch keine Knospen oder Blüten haben. Die gesamte Energie soll in die Wurzel­bil­dung gehen.
  3. Nutze stets ein schar­fes Mess­er oder eine scharfe Schere, für eine glat­te Schnittstelle. Für ein opti­males Resul­tat kannst du sie vorher mit Alko­hol desin­fizieren, um eine Verun­reini­gung oder Infek­tion der Pflanze zu verhindern.
  4. Da die Schnittstelle an der Mut­terpflanze wie eine Wunde ist und aus­trock­nen kann, sollte man sie nicht direk­ter Son­nen­strahlung aus­set­zen. Bewölk­te, nicht zu heiße Tage eignen sich daher beson­ders gut zum Abschnei­den der Stecklinge/Ableger.
  5. Die Erde sollte für die Anzucht generell nährstof­farm sein. Hier­für gibt es spezielle Anzuch­ter­de. Alter­na­tiv kann man aber auch Blumen­erde mit Sand mischen.
  6. Die Erde um den Steckling/Ableger herum sollte immer gut ange­drückt wer­den, damit er nicht umkippt.
  7. Für die Anzucht ist ein warmer, heller Platz ohne direk­te Sonne ideal.
  8. Die Erde sollte stets feucht sein. Staunässe ist aber auf jeden Fall zu vermeiden.
  9. Bei der Anzucht im Wass­er sollte das Wass­er regelmäßig aus­ge­tauscht wer­den. Spätestens jeden zweit­en Tag.
  10. Für die opti­male Luft­feuchtigkeit kann man die Ableger in ein kleines Gewächshaus stellen. Als DIY Gewächshaus-Ersatz kann auch eine benutzte Plas­tik­flasche dienen, indem man sie in der Hälfte durch­schnei­det und über die Pflanze setzt.

Kreative Ideen für deine Pflanzenableger

Pflanzenableger als Geschenk

Wenn man erst mal den Spaß am Ver­mehren sein­er geliebten Pflanzen ent­deckt hat, dann hat man schnell viele Ableger zuhause. Hier sind ein paar Ideen, was du mit deinen Pflanzen­ablegern so alles machen kannst:

  • Sam­meln und Tauschen: Bes­timmt gibt es in deinem Bekan­ntenkreis oder dein­er Nach­barschaft noch andere Pflanzen­lieb­haber, die sich über einen Ableger-Tausch freuen wür­den. So ent­deckt jed­er eine größere Vielfalt und man kann sich über Pflanzenkunde und -tipps austauschen.
  • Verträumtes Pflanzen­ter­rar­i­um: Wenn du einen grü­nen Dau­men hast und gerne kreativ bist, dann stell dir doch mal ein eigenes Ter­rar­i­um mit deinen Pflanzen zusam­men! Dazu brauchst du bloß ein großes Glas­ge­fäß, Erde, Steine, Moos und ver­schiedene Pflanzenableger.
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  • Per­sön­lich­es Geschenk für deine Lieben: Pflanzen sind immer ein wun­der­bares Geschenk. Wenn sie dazu noch ein Ableger dein­er Mut­terpflanze sind und von dir gezüchtet wur­den, wer­den sie zu einem ganz per­sön­lichen und indi­vidu­ellen Geschenk, ob zum Geburt­stag, als Mit­bringsel, Gast­geschenk oder als Platzgeschenk auf dein­er Hochzeit.

Für Kreatives mit Pflanzenablegern:

  • DIY Tee­tassen Sukku­len­ten: Eine süße Upcycling-Idee sind diese hüb­schen Tee­tassen Blu­men­töpfe. Kaufe eine vin­tage Tee­tasse (z.B. auf dem Flohmarkt) und bestücke sie mit kleinen Sukkulenten-Ablegern. Ein richtiges High­light für den gedeck­ten Kaf­feetisch oder als Küchendeko.
Deko mit Pflanzen selber machen
  • Mini Blu­me­nam­peln: Damit die kleinen Ableger richtig zur Gel­tung kom­men, kann man sie in kleine Blu­me­nam­peln hän­gen. Diese lassen sich auch super als Makramee Hänge sie dir über den Schreibtisch, an einen Tür­rah­men oder wo immer dir der Anblick den Tag ver­süßt. Sobald die Ableger groß genug sind, soll­ten sie jedoch in einen größeren Topf gepflanzt werden.

Fazit zu Pflanzenvermehrung durch Ableger

Pflanzen mit Ablegern vermehren

Pflanzen­ableger sind eine kostengün­stige und nach­haltige Alter­na­tive zum Pflanzenkauf. Ger­ade exo­tis­che Zimmer- und Balkonpflanzen haben durch lange Trans­portwege oder aufwendi­ge Aufzucht in großen Gärt­nerei­be­trieben eine neg­a­tive Öko­bi­lanz. Hier wird viel Wass­er und Dünger ver­braucht, was sich auch im Preis nieder­schlägt. Durch das Schnei­den und Ziehen von Pflanzen­ablegern schon­st du deinen Geld­beu­tel und die Umwelt. Außer­dem kannst du so tolle Geschenke für Fre­unde und Fam­i­lie zücht­en und dein Raumk­li­ma durch viele Grünpflanzen pos­i­tiv bee­in­flussen. Wichtig ist, dass du die richtige Ver­mehrungsmeth­ode wählst, denn jede Pflanzenart hat ihre Eigen­heit­en. Manche treiben selb­st Ableger aus. Andere lassen sich über Blätter- oder Wurze­lableger ver­mehren. Schwierig ist das nicht, pro­biere es doch mal aus.

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