Nachhaltige
Kinderschuhe: Darauf kommt es wirklich an

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Kleine Füße sind noch ganz schön empfind­lich und müssen sich erst ans Laufen gewöh­nen – erst recht mit Schuhen. Aber ab wann soll­ten Schuhe über­haupt getra­gen wer­den, worauf müssen Eltern beson­ders acht­en und was spricht für nach­haltige Kinder­schuhe, im Ver­gle­ich zu herkömm­lich pro­duzierten? Die Antworten gibt’s hier.

Nachhaltige Kinderschuhe

Ab wann die ersten Schuhe kaufen?

Das Ange­bot an Kinder­schuhen ist riesig, schon für die ganz Kleinen gibt es winzige Schühchen, die qua­si schon direkt nach der Geburt getra­gen wer­den kön­nen. Ist das wirk­lich nötig? Viele Eltern sind dadurch verun­sichert und fra­gen sich, wann die ersten Schuhe gekauft wer­den soll­ten. Schon mal vor­weg: Ganz so eilig musst du es nicht haben. Orthopä­den rat­en von Krabbel- und Lau­flern­schuhen mit fes­ter Sohle sog­ar ab, da sie die Füße zu sehr stützen und so ver­hin­dern, dass sich die Musku­latur richtig aus­bildet. Und das ist wichtig, damit das Kind Halt, Sta­bil­ität und Bal­ance entwick­elt. Kinder­füße beste­hen näm­lich anfangs haupt­säch­lich aus Knor­pel. Deshalb sind sie so platt, weich und extrem formbar.

Nachhaltige Kinderschuhe Ab Wann Schuhe Kaufen

Die ersten Gehver­suche trainieren den Fuß und die Fuß­musku­latur und fes­ti­gen das Gewebe. Mit der Zeit ist der Fuß stark genug, das gesamte Gewicht der Kleinen zu tra­gen und die wack­e­li­gen ersten Schritte wer­den immer sicher­er. Dafür braucht es aber eine gut aus­ge­bildete Musku­latur. Übern­immt der Schuh die stützende Auf­gabe der Muskeln, kön­nen die sich nicht opti­mal entwick­eln, was später zu unter­schiedlichen orthopädis­chen Prob­le­men wie Fußfehlstel­lun­gen oder Schmerzen beim Laufen führen kann. In der ersten Lauf­phase brauchen Kinder deshalb keine Schuhe. Bess­er ist es, sie bar­fuß herumkrabbeln zu lassen, um Muskeln, Motorik und Koor­di­na­tion zu schulen. Weil aber jedes Kind zu einem unter­schiedlichen Zeit­punkt laufen lernt, gibt es keinen Stich­tag für den ersten Schuhkauf. Grund­sät­zlich kann man sich aber an dieser Regel orientieren:

„Drei Monate nach den ersten Laufver­suchen kön­nen die ersten Schuhe gekauft werden. ” 

Kinderfüße richtig schützen

Bar­fuß ist bess­er – das scheinen auch die Kleinen instink­tiv zu wis­sen. Gerne ziehen sie sich die Sock­en oder Puschen aus, was Mama und Papa oft ziem­lich Ner­ven kostet. Zu Hause ist das Bar­fußlaufen meist kein Prob­lem, da auf dem Boden keine Steine, Scher­ben oder andere gefährliche Dinge liegen. Auch ist es meist warm genug, damit sich der Nach­wuchs nicht verkühlt.

Kinderschuhe

Unter­wegs oder auf kaltem Stein- bzw. Fliesen­fuß­bo­den sieht das schon anders aus. Hier schützen Sock­en oder auch weiche Schühchen aus Led­er oder Wolle, ohne feste Sohle. Sie engen den Fuß nicht ein, bieten Bewe­gungs­frei­heit und aus­re­ichend Bodenkon­takt, damit die Kleinen den Unter­grund, auf dem sie laufen, spüren und die Muskeln richtig arbeit­en können.

Worauf bei Kinderschuhen achten?

Die ersten Schritte sind geschafft und das Laufen klappt immer bess­er – endlich wird es Zeit für den ersten Schuhkauf. Klingt im ersten Moment gar nicht so schwierig, kann aber doch schnell zu ein­er kleinen Her­aus­forderung wer­den, denn welche Größe braucht der Nach­wuchs? Müssen es Leder- oder Stoff­schuhe sein? Klettver­schluss oder Schnürung? Feste oder weiche Sohlen? Mit oder ohne Fußbett?

Erste Schuhe Fuer Kinder

Hier eine kurze Über­sicht, worauf es bei Kinder­schuhen ankommt:

  • Die richtige Sohle: Für einen sicheren Stand und sicheren Tritt brauchen Schuhe eine rutschfeste Sohle. Die sollte zudem flach, weich und beson­ders biegsam sein, um den Fuß zu schützen, ihn aber nicht einzuschränken oder zu sehr zu for­men. Gum­mi aus ökol­o­gisch unbe­den­klich­er Zusam­menset­zung ist dafür bestens geeignet.
  • Mit oder ohne Fuß­bett: Um dem Bar­fußge­fühl beim Laufen beson­ders nah zu kom­men, soll­ten Kinder­schuhe kein Fuß­bett haben. So kön­nen sie an- oder absteigende Wege und kleine Uneben­heit­en geschickt aus­gle­ichen. Hüpfen und Sprin­gen stärkt kleine Füße, ein vorge­formtes Fuß­bett würde da nur stören und den Fuß in sein­er natür­lichen Bewe­gung einschränken.
  • Das richtige Mate­r­i­al: Auch Kinder­füße schwitzen, weshalb atmungsak­tive Mate­ri­alien, die trotz­dem robust sind und jeden Aus­flug in den Wald oder auf den Spielplatz mit­machen, wichtig sind. Led­er eignet sich beson­ders gut, da es zudem noch wasser­ab­weisend ist und den Fuß auch bei Regen und Matsch schützt. Baum­wollschuhe gewährleis­ten zwar eine gute Luftzirku­la­tion, aber sind nicht wasser­ab­weisend also nur etwas für trock­enes Wet­ter. Veg­ane Kinder­schuhe sind lei­der nur sehr schw­er zu bekommen.
Schuhe Material Leder
  • Der richtige Ver­schluss: Ein sicher­er Ver­schluss sorgt automa­tisch für mehr Sta­bil­ität und somit für einen guten Halt. Ger­ade für Kleinkinder sind Klettver­schlüsse ide­al, weil man mit ihnen den Schuh ganz ein­fach auf­machen oder schließen kann. Schnürsenkel sind am Anfang sub­op­ti­mal. Wenn sie aufge­hen, kön­nte das Kind stolpern. Außer­dem bleiben die Kleinen nicht gerne still sitzen, um sich die Schuhe zubinden zu lassen. Klett ist da viel prak­tis­ch­er und schneller. Damit kön­nen Kinder auch schneller ler­nen, sich die Schuhe sel­ber anzuziehen und zu schließen.
  • Die richtige Pass­form: Weil Kinder­füße noch so flex­i­bel sind, kön­nen sie sich auch in zu enge oder zu kleine Schuhe reinzwän­gen, ohne dass sie dabei Schmerzen haben. Opti­mal ist das natür­lich nicht. Die Zehen soll­ten immer genü­gend Platz haben, deshalb sollte der Schuhin­nen­raum min­destens 12 Mil­lime­ter länger sein als der Fuß und bre­it genug, dass die Zehen nicht zusam­menge­drückt werden.

Die richtige Schuhgröße finden

Wer ken­nt sie nicht, die gute alte Dau­men­probe? Ob Verkäufer im Schuhgeschäft oder Eltern, viele ver­suchen durch festes Drück­en auf die Schuh­spitze her­auszubekom­men, ob sich die Zehen ertas­ten lassen und genug Platz im Schuh ist. Nützt aber gar nichts, denn die Kinder ziehen die Zehen sofort reflexar­tig ein und krüm­men sie nach unten. Die Erwach­se­nen sind zufrieden, ist ja schließlich genug Platz vorhan­den, aber das täuscht. So geht’s richtig: In einem guten Schuhgeschäft gibt es den soge­nan­nten BIMS-Messschieber. Man stellt den Fuß rein, schiebt die obere und die seitliche Schiene an den Fuß ran und kann dann Bre­ite und Länge able­sen. Einziges Prob­lem ist, dass Schuh­größen stark voneinan­der abwe­ichen kön­nen – tat­säch­lich fall­en sie oft­mals von Her­steller zu Her­steller unter­schiedlich groß aus.

„Es ist nicht empfehlenswert, sich allein auf die angegebene Größe des Schuhs zu verlassen.” 
Schuhgroesse Finden Kinder

Ein wenig Basteln hil­ft beim Größen­prob­lem: Ein­fach die Umrisse des Kinder­fußes auf einem Stück fes­ter Pappe nachze­ich­nen, 12 Mil­lime­ter in der Länge dazu malen und auss­chnei­den. Passt die Sch­ablone, ohne irgend­wo anzus­toßen, in den Schuh, stimmt die Größe. Trotz­dem sollte der Schuh immer noch mal anpro­biert wer­den, um zu sehen, ob alles gut sitzt, denn die Sch­ablone zeigt nicht, ob die Höhe aus­re­ichend ist. Manche Kinder haben einen beson­ders hohen Fußrück­en, auch Spann oder Rist genan­nt, weshalb sie nicht in jedes Mod­ell passen.

Gebrauchte Kinderschuhe – ja oder nein?

Kinder wach­sen schnell aus Schuhen und Klei­dung raus, auf Flohmärk­ten oder im Inter­net gibt es viele tolle Ange­bote für gebrauchte Sachen. Bei Hosen, Mützen, Shirts etc. kein Prob­lem, aber wie sieht es mit Kinder­schuhen aus? Hier schei­den sich die Geis­ter. Einige Experten rat­en davon ab, da Schuhe sich ihrem Träger anpassen und so für andere unbrauch­bar sind. Andere sehen kein Prob­lem, solange die Sohle nicht zu stark abge­laufen oder der Schuh an sich ver­formt ist.

Nachhaltige Kinderschuhe Gebrauchte Kinderschuhe

Einen guten Schuh mit wenig Gebrauchsspuren kann man aber ohne Weit­eres weit­er­verkaufen oder vererben“, sagt auch die niederge­lassene Berlin­er Kinderorthopädin Uta Laukens, Mut­ter von drei Kindern. Etwa alle drei Monate soll­test du nachmessen, ob die Schuh­größe noch passt und gegebe­nen­falls neue kaufen. Eines ist klar: Im Sinne der Umwelt sprich Ressourceneinsparung ist es sin­nvoll, Sec­ond Hand statt neuer Ware zu kaufen.

Darum Bio-Schuhe für Kinder

Zwar gibt es mit­tler­weile zahlre­iche grüne Mod­e­la­bels, die ökol­o­gis­che Schuh­pro­duk­tion steckt allerd­ings häu­fig noch in den sprich­wörtlichen Kinder­schuhen. Es gibt viele Aspek­te, die unter den Begriff nach­haltig fall­en. Fair-Trade-Schuhe – also Schuhe, die aus fair gehan­del­ten Mate­ri­alien gefer­tigt wur­den – sind beispiel­sweise eine mögliche nach­haltige Vari­ante. Mit Bio-Kinderschuhen hat das aber noch nicht viel zu tun, da es bei Fair Trade eher um soziale Stan­dards geht, die den Arbeit­ern gerechte Löhne zusich­ern. Bio-Produkte zeich­nen sich hinge­gen durch ökol­o­gisch unbe­den­kliche Mate­ri­alien sowie umweltscho­nende Pro­duk­tions­be­din­gun­gen aus. Die garantieren zudem, dass keine gefährlichen Chemikalien im Schuh enthal­ten sind.

Nachhaltige Kinderschuhe Bio Kinderschuhe

Und klar ist: Ger­ade Kinder­schuhe soll­ten keine beden­klichen Stoffe enthal­ten, um die Gesund­heit der Kleinen zu schützen! Dass das lei­der nicht immer der Fall ist, zeigt eine Studie von Öko-Test. In neun von 13 getesteten Schuhen wurde Anilin nachgewiesen, ein Farb­stoff­be­standteil, der unter Ver­dacht ste­ht, kreb­ser­re­gend zu sein. In vie­len Led­er­mod­ellen fan­den die Tester außer­dem hautreizende Kon­servierungsstoffe. Zudem wurde in fast allen Kinder­schuhen Chrom fest­gestellt, das über das Abwass­er Meere und Flüsse belastet. Auch hoch­preisige Kinder­schuhe schnit­ten nur mit ungenü­gend ab. Der Preis gibt also keinen Anhalt­spunkt, wenn es um unbe­den­kliche Bio-Schuhe geht. Siegel kennze­ich­nen gute Pro­duk­te und zeigen, wie nach­haltig oder fair ein Schuh ist. Beim Kauf soll­test du also nicht nur auf Größe, Pass­form etc., son­dern auch auf die Nach­haltigkeitssiegel acht­en, um sich­er zu gehen, dass dein Kind schad­stoff­freie Schuhe bekommt.

Beispiele für nachhaltige Kinderschuhe

Es ist nicht ganz ein­fach, nach­haltige Bio-Kinderschuhe zu find­en. Doch immer mehr Her­steller scheinen zu begreifen, dass ihre Pro­duk­te nicht nur gut ausse­hen, son­dern auch gut für Men­sch und Umwelt sein soll­ten. Die dänis­che Fir­ma Bis­gaard set­zt beispiel­sweise auf lan­glebige, unbe­den­kliche Schuhe und bringt zweimal im Jahr eine neue Kollek­tion her­aus. Pro­duziert wird unter fairen Bedin­gun­gen in Por­tu­gal. Die Schuhe selb­st beste­hen aus natür­lichen Mate­ri­alien wie Kalb­sled­er und unbe­den­klichem, weichem Gum­mi für die Lauf­sohle. Trotz umwelt­fre­undlich­er Mate­ri­alien verzichtet Bis­gaard nicht auf far­ben­fro­he Designs.

Kinder­schuhe von Bis­gaard find­est du auch auf otto.de:

Bisgaard Stiefel
Bisgaard Sneaker mit praktischen Klettverschlüssen
Bisgaard Lauflernschuh mit herausnehmbarer Lederinnensohle
Bisgaard Stiefel
Bisgaard Stiefel
Bisgaard Sandale

Die Schuh­pro­duk­tion hin­ter­lässt einen enor­men CO2-Fußabdruck, das möchte GEOX in Zukun­ft ändern und stellt auf Nach­haltigkeit um. Dafür hat das Unternehmen seinen eige­nen CO2-Ausstoß in Zusam­me­nar­beit mit dem Umwelt­min­is­teri­um analysiert und arbeit­et daran, umwelt­fre­undlichere Pro­duk­tionsver­fahren zu etablieren. Um die Umwelt­be­las­tung etwas auszu­gle­ichen, beteiligt sich GEOX beispiel­sweise an dem Pro­jekt „Ger­mogli di sper­an­za – Keime der Hoff­nung“ in Haiti. Ziel ist es, die lokale Flo­ra wieder herzustellen. Haiti gehört zu den Län­dern, deren Umweltschaden zu den höch­sten der Welt zählt. Das GEOX-Schuhlager in Sig­nores­sa wurde zudem mit ein­er Pho­to­voltaikan­lage aus­ges­tat­tet und pro­duzierte bere­its 2 Mil­lio­nen Kilo­wattstun­den saubere Energie.

Die nach­halti­gen Kinder­schuhe von GEOX find­est du hier:

Geox Kids »New Alaska Girl B Wpf« Winterstiefel mit Klettverschlüssen
Geox Kids »Atreus Boy Wpf« Stiefel waterproof
Geox Kids »Navado Boy« Schnürboots mit Fleecefutter
Geox Kids »Omar Wild Girl« Winterstiefel
Geox Kids »New Balu Girl« Lauflernschuh mit feinem Metallic-Schimmer
Geox Kids »Gregg« Sneaker mit cooler Flügelapplikation und Blinkfunktion

2012 wurde Jack Wolf­skin bere­its zum fün­ften Mal der Deutsche Nach­haltigkeit­spreis ver­liehen. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gemacht, durch ver­schiedene Maß­nah­men die von ihm verur­sacht­en Umweltauswirkun­gen nach­haltig zu reduzieren und den CO2-Ausstoß deut­lich zu senken. Dafür ver­wen­det Jack Wolf­skin beispiel­sweise nahezu auss­chließlich Recy­cling­pa­pi­er mit dem Blauen Engel – sowohl bei Büropa­pi­er als auch bei Kat­a­lo­gen. Seit 2010 ist das Unternehmen Mit­glied der Fair Wear Foun­da­tion (FWF), die soziale Arbeits­be­din­gun­gen mit fair­er Bezahlung und den Verzicht auf Kinder­ar­beit garantiert.

Kinder­schuhe von Jack Wolf­skin gibt es hier:

Jack Wolfskin »Mountain Attack 2 Texapore Mid VC K« Outdoorschuh
Jack Wolfskin »Girls Snowflake Texapore« Outdoorwinterstiefel
Jack Wolfskin »ICELAND HIGH K« Winterstiefel
Jack Wolfskin »Portland Texapore High VC G« Outdoorschuh
Jack Wolfskin »PORTLAND BOOT G« Winterstiefel

Lieblingslektüre: 14 Bücher über Nachhaltigkeit

| von 

Lesen macht nicht nur schlau und entspannt, sondern fördert Kreativität, soziale Kompetenzen und die Konzentration. Und das Schöne: Gelesen werden kann fast überall – ob morgens in der Bahn, abends im Bett, in der Hängematte im Garten oder im Urlaub am Strand. Und mittlerweile gibt es tatsächlich immer mehr "grüne" Bücher, die sich um das Thema Nachhaltigkeit drehen. Hier findest du eine Auswahl an informativen, unterhaltsamen und spannenden Lektüren, die zeigen, wie man noch bewusster leben und konsumieren kann.

Nachhaltige Lektueren

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Die schönsten Bücher zum Thema Nachhaltigkeit: Loslassen Der natürliche Kompass Die Zukunft So bleibt mein Kind natürlich gesund Einfach…

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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