Nachhaltig Waschen: 9 Tipps für saubere und umweltschonende Wäsche

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Waschmas­chine, Trock­n­er und Co. sind nicht ger­ade umwelt­fre­undlich. In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit wenig Aufwand und ein paar ein­fachen Umstel­lun­gen dein­er Waschge­wohn­heit­en deut­lich nach­haltiger waschen kannst.

DIY oekologisches Waschmittel

Als (Achtung: Wortwitz!) waschechte Ökotante kam irgend­wann vor ein paar Jahren der Moment, an dem ich mich gefragt habe, wie man seine Wäsche wohl beson­ders umwelt­fre­undlich waschen kann. Es hat sich her­aus­gestellt, dass man nur wenige Punk­te beacht­en muss, um Wäsche auf nach­haltige Art und Weise zu säu­bern. Hier teile ich meine 9 Tipps zum The­ma „nach­haltig waschen“ mit dir.

Wie viel CO2 verbraucht deine Waschroutine?

Waschmaschinen im Waschsalon

Wenn man seinen All­t­ag Schritt für Schritt nach­haltiger gestal­ten möchte, macht es mein­er Erfahrung nach Sinn, sich einen Bere­ich des Lebens nach dem anderen vorzunehmen. Sei es Kör­perpflege, Ernährung oder eben Waschen. So kann man nach und nach neue Gewohn­heit­en entste­hen lassen und es wird ganz nor­mal, dass das Waschen von nun an auf Öko-Niveau abläuft. Aber genug geteasert, los geht’s! Eines der Haupt­prob­leme beim Waschen ist der hohe CO2-Verbrauch. „The Guardian“ hat ganz genau aufgeschlüs­selt, wie viel CO2 ver­braucht wird, wenn man Wäsche wie gewohnt wäscht:

Der CO₂-Fußabdruck ein­er Wäscheladung:

0,6 kg CO₂ bei 30°C gewaschen, luftgetrocknet
0,7 kg CO₂ bei 40°C gewaschen, luftgetrocknet
2,4 kg CO₂ bei 40°C gewaschen, in einem Trock­n­er getrocknet
3,3 kg CO₂ bei 60°C gewaschen, in einem „washer-dryer“ getrock­net (Waschmas­chine und Trock­n­er kombiniert).

Da gibt’s wirk­lich hohe Unter­schiede, was Tem­per­atur und Trock­nungsvor­gang anbe­langt. Wie du den CO2-Ausstoß durch nach­haltiges Waschen reduzieren kannst und wie du Wäsche wirk­lich ökol­o­gisch wäschst, erfährst du nun in meinen 9 Tipps.

Langlebige und sparsame Waschmaschine kaufen

Nachhaltig Waschen mit sparsamer Waschmaschine

Als unsere Waschmas­chine kaputt gegan­gen ist, weil wir sie zu Tode geschleud­ert hat­ten, war sie lei­der nicht mehr reparier­bar. Wir haben uns dann im End­ef­fekt dafür entsch­ieden, lieber etwas mehr Geld auszugeben und in eine Mas­chine zu investieren, die im Ver­gle­ich zu vie­len Mitwet­tbe­wer­bern seit Jahrzehn­ten Waschmaschi­nen her­stellt, die wirk­lich lange halten.

Wenn meine Waschmas­chine etwas mehr kostet, aber im End­ef­fekt mit etwas Glück 2-3 Mal so lange hält oder leichter reparier­bar ist, wenn doch mal etwas kaputt geht, spart das nicht nur Geld, son­dern auch CO2! Denn die Her­stel­lung von elek­tro­n­is­chen Geräten ver­braucht beson­ders viele Ressourcen. Außer­dem haben mod­erne Waschmaschi­nen nüt­zliche Öko-Programme.

Schleuderzahl reduzieren

Weisse Waesche auf der Leine trocknen

Wir haben jahre­lang mit unglaublich hoher Schleud­erzahl gewaschen. Ohne groß darü­ber nachzu­denken, ob das nun gut oder schlecht ist. Das Ergeb­nis: eine kaputte Waschmas­chine. Wenn man immer oder über­wiegend mit hoher Schleud­erzahl wäscht, nutzt sich die Waschmas­chine viel schneller ab und braucht außer­dem mehr Energie. Der Wäsche tut das Ganze auch nicht wirk­lich gut. Mit­tler­weile waschen wir meist nur noch auf sehr niedriger Schleud­erzahl. Wenn du nach­haltig waschen möcht­est, kannst entwed­er gar nicht schleud­ern oder die Umdrehun­gen zumin­d­est stark reduzieren. So lässt sich Energie sparen und die Tex­tilien nutzen sich nicht so schnell ab. Du kannst sie länger tragen.

Weniger häufig waschen und voll beladen

Waschen ohne Waschmaschine

Oft­mals wird Klei­dung gewaschen, die wed­er Fleck­en hat, noch unan­genehm riecht. In diesem Fall genügt ein ein­fach­es Aus­lüften. Wenn ein Klei­dungsstück nur einen kleinen Fleck hat und son­st voll­ständig sauber ist, emp­fiehlt es sich, den Fleck mit der Hand her­auszuwaschen. Macht Sinn: Die Waschmas­chine nur anschmeißen, wenn wirk­lich genug Klei­dung oder Bet­twäsche zusam­mengekom­men ist, damit sie richtig voll ist. Dann lohnt sich der Waschgang so richtig und du kannst Wass­er sparen!

Kürzer waschen

Dreckige Waesche im Korb

Wir nutzen mit­tler­weile oft Schnell­wasch­pro­gramme und schal­ten diese, selb­st wenn wir etwas beson­ders gründlich waschen wollen, ein. Dadurch hal­biert sich die Waschzeit oft­mals, du sparst Strom und Wass­er und die Wäsche wird trotz­dem sauber. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Großteil unser­er Wäsche auch bere­its nach vierzig Minuten ganz sauber ist und nicht mehr unan­genehm riecht, falls das vorher der Fall war.

Meis­tens wäscht man aus Gewohn­heit so lange, ohne dass die Wäsche dadurch sig­nifikant sauber­er wird. Nach­haltig Waschen heißt also nicht, dass du Ein­bußen in Sachen Sauberkeit in Kauf nehmen musst. Tipp: Alte und hart­näck­ige Fleck­en vorher kurz mit etwas Waschmit­tel einweichen.

Kälter waschen

Niedrige Waschtemperatur einstellen

Auch die Tem­per­atur muss beim Waschen nicht so hoch gewählt wer­den. Pro­biere doch mal, die Tem­per­atur beim Waschen herun­terzu­drehen und schau, ob du mit dem Ergeb­nis noch immer zufrieden bist. Sehr wahrschein­lich ja. Denn niedrigere Tem­per­a­turen reichen oft aus, um Wäsche sauber zu machen. Außer­dem unter­stützt ein küh­ler Waschgang auch die Lan­glebigkeit des Klei­dungsstücks. Pro Waschgang sparst du zudem 100g CO2, wenn du nur bei 30 Grad wäschst. Denn je mehr Wärme entste­ht, desto mehr Energie wird benötigt. Das sum­miert sich. Käl­ter Waschen schont die Umwelt und du kannst so deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck verklein­ern.

Öko-Waschmittel selber machen oder kaufen

Kastanien fuer Waschmittel sammeln

Mit­tler­weile gibt es wirk­lich gute Waschmit­tel, die auf all den Unsinn verzicht­en, der die Umwelt belastet. Wir ver­wen­den seit Jahren nach­haltiges Waschmit­tel von unter­schiedlich­sten Marken und sind sehr zufrieden. Außer­dem sind wir viel sparsamer gewor­den und passen die Menge des Waschmit­tels an die Menge der Klei­dung an. Tipp: Du kannst nach­haltiges Waschmit­tel sel­ber machen. Entwed­er aus Kas­tanien bzw. anderen Waschnüssen oder aus Efeu.

Auf Weichspüler verzichten

Weiche Waesche ohne Weichspueler

Herkömm­liche Weich­spüler sind, genau wie kon­ven­tionelle Waschmit­tel, eine echte Chemie-Bombe. Darauf kön­nen wir get­rost verzicht­en, indem wir ein­fach keinen Weich­spüler ver­wen­den oder, wenn unbe­d­ingt nötig, auf ein umwelt­fre­undlicheres Pro­dukt zurück­greifen. Wir ver­wen­den schon länger keinen Weich­spüler mehr und sind vol­lends zufrieden. Ger­ade bei Handtüch­ern ver­ringert der Weich­spüler oft die Saugfähigkeit. Zudem kann er bei Hautkon­takt aller­gis­che Reak­tio­nen aus­lösen. Tipp: Gib doch statt Weich­spüler ein­fach mal einen Ess­löf­fel Apfe­lessig ins Fach für den Weich­spüler. Das hil­ft, Kalk­a­blagerun­gen zu ent­fer­nen und macht die Wäsche weich.

Mikroplastik vermeiden

Plastikflaschen zum Recyceln

Wenn wir über nach­haltiges Waschen sprechen, müssen wir uns vor allem dem riesen­großen Mikroplastik-Problem stellen, das wir derzeit haben. Als Mikro­plas­tik beze­ich­nen wir winzige Plas­tik­par­tikel. Manche sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge kaum sicht­bar sind. Durch das Waschen von Klei­dung, die zum Teil oder kom­plett aus Plas­tik (Poly­ester und Co.) beste­ht – beispiel­sweise Fleece­jack­en – kann das eben erwäh­nte Mikro­plas­tik in die Umwelt gelan­gen. Denn beim Waschen lösen sich winzige Par­tikel und gelan­gen in unser Abwass­er. Dass die Par­tikel dann wiederum in die Klär­w­erke gelan­gen, die sie aber nicht raus­fil­tern kön­nen und sie unge­hin­dert in Gewäss­er gelan­gen, ist beson­ders prob­lema­tisch. Bere­its gek­lärtes Abwass­er enthält immer noch bis zu 100 Plas­tik­par­tikel pro Liter.

Da han­delt es sich nicht um drei Fasern pro Klei­dungsstück, son­dern um wirk­lich große Men­gen! Laut NABU ver­liert eine Fleece­jacke 260 bis 1.900 Fasern. Krass, oder? Was du dage­gen tun kannst? Ganz ein­fach: Keine Klei­dung mit Poly­ester­an­teil kaufen. Bess­er für deine Haut, bess­er für die Umwelt, bess­er für die Näher*innen. Da wir aber bes­timmt alle das ein oder andere Teil im Schrank haben, das zum Teil oder kom­plett aus syn­thetis­chen Fasern beste­ht, schafft der GUPPYFRIEND Waschbeu­tel Abhil­fe. Der Beu­tel fängt die kleinen Fasern, die sich beim Waschen ablösen, auf und sam­melt sie so. Du kannst ihn ein­fach trock­nen und die Plas­tik­teilchen später ausklopfen und entsprechend entsor­gen. Ein prak­tis­ch­er Helfer beim nach­haltig Waschen.

Ohne Trockner trocknen

waescheklammern aus Holz
„Ulti­mate­ly, though, all tum­ble dry­ing is waste­ful. A house­hold run­ning a dry­er 200 times a year could save near­ly half a ton of CO2 by switch­ing to a clothes rack or wash­ing line.” 

Diese Zahl hat mich wirk­lich umge­hauen, denn eine halbe Tonne CO2 pro Jahr einzus­paren, nur indem man keinen Trock­n­er ver­wen­det, ist sehr viel. Trock­n­er ver­brauchen nicht nur unheim­lich viel Energie, sie sor­gen auch dafür, dass sich durch das Herumwirbeln der Wäsche syn­thetis­che Fasern ablösen.

Das passiert näm­lich nicht nur durchs Waschen, son­dern auch durchs mech­a­nis­che Trock­nen. Die Lösung ist leicht: keinen Trock­n­er nutzen. Ger­ade wenn man in ein­er kleinen Woh­nung ohne Balkon oder Garten wohnt, will man nicht, dass die ganze Zeit ein voll beladen­er Wäschestän­der herum­ste­ht, den man von A nach B schieben muss. Ein Deck­en­wäschetrock­n­er schafft Abhil­fe und kann ganz leicht in ein­er freien, wenig genutzten Ecke eines Raumes instal­liert werden.

Fazit nachhaltig waschen

Kochwaesche nachhaltig waschen

Wenn du dich mit dem The­ma nach­haltig waschen beschäftigst, dann stellst du ziem­lich schnell fest, dass vieles, was   wir als notwendig anse­hen, eigentlich über­flüs­sig ist und die Umwelt belastet. Früher waren Waschmit­tel noch nicht so gut, dass sie die Wäsche auch bei niedri­gen Tem­per­a­turen sauber gemacht hät­ten. Heute ist das aber kein Prob­lem mehr. Auch die Kurzwasch­pro­gramme reichen in der Regel völ­lig aus, um All­t­ags­fleck­en und Gerüche zu ent­fer­nen. Schleud­ern schadet den Tex­tilien und ver­braucht viel Energie. Deshalb lieber reduzieren. Und auch nach­haltiges Waschmit­tel gibt es heute in vie­len ökol­o­gis­chen Vari­anten. Du kannst es auch ganz ein­fach aus Waschnüssen sel­ber machen. Um Mikro­plas­tik zu ver­mei­den, soll­test du Tex­tilien aus Natur­fasern kaufen. Aber natür­lich ist das nicht immer möglich. Deshalb hil­ft ein spezieller Waschbeu­tel, die sich ablösenden Fasern aufz­u­fan­gen und geson­dert zu entsor­gen. Last but not least: Verzichte auf den Strom­fress­er Num­mer eins, den Trock­n­er. Du siehst: Nach­haltig waschen ist eigentlich easy und für die Umwelt lohnt es sich so sehr! Ich wün­sche dir viel Freude beim Umset­zen der Tipps.

Wasserflecken entfernen: 6 umweltschonende Tipps

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Ob auf Kleidung, Polstermöbeln, Holz oder Leder – Wasserflecken können überall entstehen und sind nicht besonders schön anzusehen. Wir haben 6 nachhaltige und umweltfreundliche Tipps, wie du Wasserflecken entfernen kannst.

Wasserfleck auf Lederschuhen

Wasserflecken sind gerade auf empfindlichen Materialien nicht einfach durch Waschen oder Putzen wegzubekommen. Es gibt durchaus viele Reinigungsmittel, die Erfolg versprechen. Aber oft arbeiten diese mit jeder Menge Chemie. Eine Belastung für unsere Umwelt und gar nicht nötig, denn es gibt auch schonende und nachhaltige Hausmittel, mit denen du Wasserflecken entfernen kannst. Auch Polstermöbel und Lederschuhe müssen so nicht mehr weggeschmissen werden.

Umweltschonende Hausmittel gegen Wasserflecken: Wasserflecken aus…

Hi, ich bin Justine - Pflanzenfresserin aus Leidenschaft. Ich liebe gutes, gesundes Essen und schöne Mode. Dabei ist mir ein bewusster Konsum total wichtig. Ich will immer hinter die Kulissen...

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