Mikroplastik in Kosmetik erkennen und vermeiden

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Ob in Peel­ings, Duschgel, Sham­poo oder Make-up – Mikro­plas­tik in Kos­metik ist ein großes The­ma. Wir erk­lären, warum du auf die gesundheits- und umweltschädlichen Stoffe verzicht­en soll­test und wie du sie erkennst.

Mikroplastik Kosmetika

Kos­metikpro­duk­te sollen uns nicht nur schön­er machen, son­dern auch unsere Haut pfle­gen bzw. reini­gen. Dass wir uns aber häu­fig mit unsicht­barem Mikro­plas­tik ein­cre­men oder waschen, ist vie­len gar nicht bewusst. Auch nicht, welche Auswirkun­gen Mikro­plas­tik in Kos­metik auf die Umwelt hat. Ein genauer Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe hil­ft, sich für unbe­lastete und nach­haltige Kos­meti­ka zu entschei­den. Mit unser­er Über­sicht erkennst du schnell, was hin­ter den Beze­ich­nun­gen und Abkürzun­gen der einzel­nen Inhaltsstoffe wirk­lich steckt.

Was ist Mikroplastik überhaupt?

Kosmetik ohne Mikroplastik

Derzeit gibt es keine ein­heitliche Def­i­n­i­tion, was genau man unter Mikro­plas­tik ver­ste­ht. All­ge­mein spricht man aber von Mikro­plas­tik, wenn Kunststoff-Partikel eine Größe von unter 5 Mil­lime­tern aufweisen. Daran hal­ten sich auch Öko-Siegel wie beispiel­sweise der Blaue Engel. Oft wer­den gelför­mige, wachs­för­mige oder flüs­sige Poly­mere bei der Def­i­n­i­tion nicht berück­sichtig. Diese find­en sich aber beson­ders häu­fig in Kos­meti­ka und bauen sich genau­so wenig ab wie die fes­ten Kun­st­stoffe. Deshalb definiert Green­peace Mikro­plas­tik wie fol­gt: „Mikrokun­st­stoffe schließt als Begriff alle syn­thetis­chen Poly­mere ein – unab­hängig von deren Poly­mer­sorte, Aggre­gatzu­s­tand bzw. For­m­masse, Größen­be­gren­zung, Lös­lichkeit oder auch Funk­tion im Pro­dukt.“ Eine wichtige Unter­schei­dung gibt es zwis­chen primärem und sekundärem Mikro­plas­tik. Ersteres wird gezielt indus­triell hergestellt und für die Pro­duk­tion von Kos­meti­ka, Putzmit­teln etc. ver­wen­det. Let­zteres entste­ht, wenn sich Plas­tik­teilchen beim Waschen syn­thetis­ch­er Klei­dung oder beim Zer­fall von Plas­tik­tüten bzw. anderen Plas­tikpro­duk­ten lösen.

Wie schadet Mikroplastik Menschen und Umwelt?

Gefahren von Mikroplastik

Das Mikro­plas­tik in Kos­metik, aber auch Mikro­plas­tik im All­ge­meinen ist aus zweier­lei Grün­den gefährlich für die Umwelt: Erstens wird es aus nicht nach­halti­gen Rohstof­fen wie Erdöl hergestellt und zweit­ens ist es biol­o­gisch nicht abbaubar. Es gelangt ins Grund­wass­er und in die Meere. Bish­er lässt sich Mikro­plas­tik nicht voll­ständig durch Kläran­la­gen aus dem Abwass­er her­aus­fil­tern. Klärschlamm wird häu­fig in der Land­wirtschaft ver­wen­det und gelangt so auch auf die Felder und in Lebens­mit­tel. Erschreck­end: Mikro­plas­tik lässt sich nicht nur im Magen von Seevögeln, Fis­chen und anderen Meeres­be­wohn­ern nach­weisen, son­dern auch in Getrei­de, Gemüse und Obst, wie eine neue Studie zeigt. Wir nehmen es also mit der Nahrung auf. Wichtig: Mikro­plas­tik gilt als poten­ziell gesund­heitss­chädlich. Die genauen Auswirkun­gen auf unseren Organ­is­mus sind aber noch nicht aus­re­ichend erforscht. Bekan­nt ist aber, dass Kun­st­stoffe Gift­stoffe anziehen. So wurde auf Kun­st­stoff­par­tikeln aus dem Meer eine tausend­fach höhere Konzen­tra­tion von Schad­stof­fen nachgewiesen als im Umge­bungswass­er. Bei Meere­sor­gan­is­men, die Mikro­plas­tik als Nahrungsquelle nutzen, kon­nten die Forsch­er bere­its phys­i­ol­o­gis­che Störun­gen, Tumor­bil­dung und eine erhöhte Ster­ber­ate fest­stellen. Ziel sollte es sein, nicht nur Mikro­plas­tik in Kos­metik, son­dern generell zu ver­mei­den und so nicht nur die Umwelt zu scho­nen, son­dern auch unsere eigene Gesundheit.

So kannst du Mikroplastik in Kosmetik erkennen

Mikroplastik in Kosmetik erkennen

In Cremes sorgt ACS für ein geschmei­di­ges Haut­ge­fühl, in Peel­ings reiben kleine Plas­tik­par­tikel abgestor­bene Hautschup­pen ab und im Sham­poo ver­hin­dert PQ lästiges Ziepen beim Käm­men. Natür­lich ließen sich diese Effek­te auch mit natür­lichen Inhaltsstof­fen erzie­len, aber für die Indus­trie ist die Ver­wen­dung von Mikro­plas­tik in Kos­metik ein­fach gün­stiger. Aber auch wenn wir um die umwelt- und gesund­heitss­chädlichen Auswirkun­gen von Mikro­plas­tik in Kos­meti­ka wis­sen, ist es oft nicht ganz so leicht, mikro­plas­tik­freie Kos­metik zu find­en bzw. Mikro­plas­tik in Kos­metik zu erken­nen. Eine voll­ständi­ge Auflis­tung der beden­klichen Inhaltsstoffe ist nicht möglich, da die Indus­trie immer neue Poly­mere entwick­elt und es keine all­ge­me­ingültige Def­i­n­i­tion von Mikro­plas­tik gibt. Aber du kannst in jedem Fall die Gängig­sten unter ihnen iden­ti­fizieren und so ver­mei­den. Der Bund und Green­peace fordern zwar ein EU-weites geset­zlich­es Ver­bot von Mikro­plas­tik in Kos­metik, wie es bere­its in Großbri­tan­nien, Kana­da und den USA gilt. Aber bis dies erfol­gre­ich ver­ab­schiedet wird, kannst du mit unser­er Über­sicht schnell erken­nen, ob und welche Poly­mere in deinem Duschgel, Sham­poo etc. sind.

Mikro­plas­tik in Kos­metik Liste: 

Abkürzung15
ACAcry­late Copolymer
ACSAcry­late Crosspolymer
PA, Nylon-6, Nylon-12Polyamide
PAKPoly­acry­late
PMMAPoly­methyl­methacry­late
PEPoly­eth­yl­ene
PEGPoly­eth­yl­ene glycol
PETPoly­ethy­len­tereph­tha­late
PPPolypropy­lene
PPGPolypropy­lene glycol
PSPoly­styrene
PURPolyurethane
PQPolyquater­ni­um
D4, D5, D6Cyclote­trasilox­ane, Cyclopen­tasilox­ane, Cyclo­hexa­s­ilox­ane (Silox­ane)

Kosmetik und Make-up ohne Mikroplastik

Kosmetik ohne Mikroplastik

Mikro­plas­tik in Kos­metik erken­nen, funk­tion­iert ganz gut, wenn du weißt, wonach du guck­en musst. Aber leichter ist es natür­lich, wenn du direkt – ohne zusät­zlichen Aufwand – mikro­plas­tik­freie Kos­metik kauf­st. Als Alter­na­tive zu herkömm­lichen Kos­metikpro­duk­ten kannst du also entwed­er auf zer­ti­fizierte Naturkos­metik zurück­greifen oder deine Kos­metik sel­ber machen. Naturkos­metik beste­ht aus rein natür­lichen Inhaltsstof­fen und verzichtet nicht nur auf Mikro­plas­tik, son­dern auch auf syn­thetis­che Farb- bzw. Duft­stoffe und aggres­sive Tenside.

Somit ist sie viel hautverträglich­er und schont gle­ichzeit­ig Umwelt und Ressourcen. Alle Inhaltsstoffe sind nach­haltig und biol­o­gisch abbaubar. Das BDIH-Siegel, NaTrue, Cos­mos Organ­ic und Eco­Cert sind Güte­siegel, mit denen du dich durch das viel­seit­ige Ange­bot navigieren kannst. Mehr dazu erfährst du in unserem Naturkosmetik-Ratgeber.

Fazit zu Mikroplastik in Kosmetika

Mikroplastik Kosmetik Liste

Egal ob Make-up, Haut­creme, Sham­poo oder Duschgel – wir möcht­en eigentlich kein Plas­tik so nah an unsere Haut lassen. Den­noch tun wir es, meist unwissentlich. Denn Make-up oder Kos­metik ohne Mikro­plas­tik ist nicht die Regel, son­dern die Aus­nahme. Für die Indus­trie ist es ein­fach bil­liger, syn­thetis­che Stoffe zu ver­wen­den als natür­liche. Doch diese gelan­gen mit dem Abwass­er in die Natur, wer­den von Tieren gefressen und auch von Pflanzen aufgenom­men. So lan­den sie in unseren Lebens­mit­teln und kön­nen gesund­heitliche Schä­den anricht­en, die derzeit noch nicht aus­re­ichend erforscht sind. Aber genau wie wir uns eine intak­te Umwelt wün­schen, wün­schen wir uns auch einen gesun­den Kör­p­er. Deshalb soll­test du auf Mikro­plas­tik in Kos­metik verzicht­en. Erken­nen kannst du die Poly­mere mit unser­er Über­sicht­sliste. Als Alter­na­tive zu herkömm­lichen Kos­meti­ka kannst du aber auch ganz auf Naturkos­metik und selb­st gemachte Peel­ings, Lip­penpflege oder Sham­poos set­zen. Möcht­est du noch mehr über Mikro­plas­tik erfahren, dann schau doch mal in unseren Mikroplastik-Ratgeber.

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