Künstliche Zusatzstoffe – Das solltest du wissen

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Konservierungsstoffe, Aromen, Süßstoffe, Verdick­ungsmit­tel – die Liste mit Zusatzstof­fen, die in unseren Lebens­mitteln steck­en, ist lang. Hier find­est du einen Überblick. 

Fertigessen Zusatzstoffe

Glucona-Delta-Lacton, Kali­um­fer­ro­cyanid oder Polyvinylpolypyrroli­don. Namen, die nur Chemik­er fehler­frei aussprechen kön­nen, uns allen aber täglich begeg­nen. Zusatzstoffe. Sie brin­gen das Salz zum Rieseln, schwärzen die Oliv­en oder lassen die Rosi­nen im Müs­li saftig bleiben. Doch wie gefährlich sind kün­stliche Zusatzstoffe in Lebens­mit­teln wirk­lich und auf was soll­ten wir beim Einkaufen acht­en?

Zusatzstoffe in Lebensmitteln – ein Überblick: 

Warum enthalten Lebensmittel Zusatzstoffe? 

Supermarktregal EInkaufen

Eine stre­ich­fähige, goldgelbe Mar­garine ein fruchtiger Joghurt und ein saftiges Brot. Alles gibt es immer gle­ich schmeck­end, appeti­tlich ausse­hend und lange halt­bar im Super­markt zu kaufen. Dafür ver­ant­wortlich sind soge­nan­nte Zusatzstoffe. Sie inten­sivieren sie den Geschmack so sehr, dass natür­liche Pro­duk­te da gar nicht mehr mithal­ten kön­nen. Eine selb­st gemachte Erd­beer­marme­lade schmeckt auf ein­mal viel lang­weiliger als die aus dem Super­mark­tre­gal. Die Zusätze „helfen“ der Lebens­mit­telin­dus­trie beim Her­stellen, Abfüllen und Lagern der Pro­duk­te. Äpfel wer­den nicht braun, Soße im Glas nicht schlecht und die Ravi­o­li in der Dose lösen sich nicht auf. Beson­ders gesund klingt das nicht, oder? Doch ganz so ein­fach ist es auch nicht, denn nicht alle Zusatzstoffe lassen sich als kün­stlich und automa­tisch als unge­sund abstem­peln. Bevor diese Stoffe über­haupt in unsere Lebens­mit­tel gelangen dür­fen, wer­den sie von der Europäis­chen Behörde für Lebens­mittel­sicherheit über­prüft und als unbe­den­klich eingestuft.  

Fertigeis

Der Unterschied zwischen „Zutat“ und „Zusatzstoff“ 

Entschei­dend ist die Tat­sache, ob der Stoff zu tech­nol­o­gis­chen Zweck­en einge­set­zt wird. Kün­stlich hergestellte Vit­a­mine zum Beispiel sind Zutat­en, weil sie zur Nährw­ertverbesserung dienen. Aus­nahme sind dabei jedoch Aminosäuren, Vita­min A und D, sowie Min­er­al­stoffe. Die Gren­ze zwis­chen den Beze­ich­nun­gen ist fließend, entschei­dend ist aber der Grund für den Ein­satz. 

Wie sicher sind Zusatzstoffe wirklich?

Eine Scheibe Brot Mit Margarine Und Kresse

Generell gilt: Nur in ver­ar­beit­eten Pro­duk­ten sind Zusatzstoffe erlaubt, in unver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln sind sie ver­boten. In Deutsch­land wer­den Zusatzstoffe auf ihre Wirkung im Kör­p­er so kon­trol­liert, dass nur unbe­den­kliche Stoffe ver­wen­det wer­den dür­fen. Jedoch muss nicht jed­er Zusatzstoff auf der Ver­pack­ung deklar­i­ert wer­den. Zurzeit sind in der EU 316 Zusatzstoffe als Lebens­mit­tel mit ein­er E-Nummer zuge­lassen. Ein Beispiel: Wer­den der Mar­garine Emul­ga­toren oder Farb­stoffe zuge­fügt, sind diese Zusatzstoffe auf der Zutaten­liste aufge­führt. Wird diese Mar­garine aber für ein Fer­tig­gericht ver­wen­det, müssen diese Zusätze nicht extra gekennze­ich­net wer­den. Sprich: Das End­pro­dukt enthält kün­stliche Zusatzstoffe, ohne dass diese let­z­tendlich auf der Ver­pack­ung sicht­bar sind. Zurzeit sind in der EU 316 Zusatzstoffe als Lebens­mit­tel mit ein­er E-Nummer zuge­lassen.  Jed­er dieser Zusatzstoffe besitzt einen soge­nan­nten ADI-Wert (accept­able dai­ly intake), der die Menge angibt, die selb­st bei lebenslangem, täglichem Verzehr nicht zu gesund­heitlichen Schä­den führen würde. Jedoch gibt es natür­liche indi­vidu­elle Reak­tio­nen auf Zusatzstoffe. Sor­bit, ein Süßungsmit­tel, führt bei vie­len Men­schen zum Beispiel zu Durch­fall. Die Farb­stoffe „E 102“ und „E 122“ ste­hen im Ver­dacht bei Kindern Hyper­ak­tiv­ität auszulösen. Daher sollte man so gut wie möglich auf diese verzicht­en. 

Was bedeuten E-Nummern? 

Konserven Dosen

Das E ste­ht für Europa und meint, dass der Stoff kon­trol­liert und zuge­lassen wurde. Das heißt: Er ist gesund­heitlich unbe­den­klich, tech­nol­o­gisch notwendig, in der Anwen­dung nicht zur Täuschung des Ver­brauch­ers führt und bes­timmten Rein­heits­ge­boten entsprechen muss. Diese Zusatzstoff-Klassen gibt es: 

  • E 100-199: Farb­stoffe 
  • E 200-299: Kon­servierungsstoffe 
  • E 300-399: Antiox­i­dantien 
  • E 400-499: Verdickungs- und Feuchthal­temit­tel 
  • E 500-599: Säuerungsmit­tel 
  • E 600-699: Geschmacksver­stärk­er 
  • E 900-999: Süßstoffe 

Da es über 300 ver­schiedene Stoffe gibt, emp­fiehlt es sich, zum Beispiel eine App zur schnellen Bes­tim­mung der Num­mern zu benutzen.

Zusatzstoffe in Bio-Lebensmitteln

Bio Lebensmittel

In Bio-Lebensmitteln sind wesentlich weniger Zusatzstoffe zuge­lassen als in kon­ven­tionellen Pro­duk­ten. Farb­stoffe, Süßstoffe, Sta­bil­isatoren und Geschmacksver­stärk­er sind voll­ständig ver­boten. Die EU-Richtlinien erlauben zwar 53 Zusatz­stoffe mit E-Nummern, doch deutsche Bio-Anbau­verbände wie etwa Deme­ter sind deut­lich strenger und ver­wen­den weniger. In unserem Bio-Siegel-Guide find­est du dazu noch mehr Infos.  

Nicht alle Zusatzstoffe sind vegan 

Tat­säch­lich sind viele Zusatzstoffe tierischen Ursprungs. Viele Stoffe benöti­gen in der Her­stel­lung zum Beispiel Fettsäuren, die aus Schweineschmalz oder Rinder­talg stam­men. Auch Bienenwachs, Karmin, Hüh­nerei­weiß und Schel­lack sind typ­is­che tierische Zusatzstoffe. 

Problematische Zusatzstoffe 

Wie bere­its erwäh­nt, sind Zusatzstoffe vor allem für Allergik­er oder für Men­schen mit Stof­fwech­sel­erkrankun­gen beden­klich. Trotz­dem sollte das Mot­to laut­en: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Hier eine Rei­he an häu­fi­gen Zusatzstof­fen, die du möglichst ver­mei­den bzw. nur in gerin­gen Men­gen kon­sum­ieren soll­test. 

ZusatzstoffNutzen & mögliche Neben­wirkun­gen
E 210Ben­zoesäure ist ein Kon­servierungsstoff, der vor allem Fisch- und Salat­pro­duk­te frisch bleiben lässt. Er ste­ht im Ver­dacht Allergien wie Heuschnupfen auszulösen.
E 220Schwe­fel­diox­id ist ein Kon­servierungsstoff, den man vor allem in Weißweinen und Trock­en­frücht­en find­et. Er ste­ht im Ver­dacht Kopf­schmerzen auszulösen.
E 320Butyl­hy­drox­yanisol ist Antiox­i­da­tion­s­mit­tel, das z.B. in Kau­gum­mi und Tüten­sup­pen einge­set­zt wird, um die Reak­tion mit Sauer­stoff zu ver­hin­dern. Jedoch kann es auch ein Allergieaus­lös­er sein.
E 407Car­rageen ist ein Verdick­ungsmit­tel aus Algen, das z.B. Pud­ding und Milchgetränken Fes­tigkeit ver­schafft, aber auch die Kali­u­mauf­nahme ver­hin­dern kann.
E 450Diphos­phate dienen als Emul­ga­toren, Sta­bil­satoren oder reg­ulieren die Säure in Kek­sen oder Back­mis­chun­gen. In hohen Konzen­tra­tio­nen kön­nen sie jedoch auch die Auf­nahme von Eisen, Mag­ne­sium und Cal­ci­um beein­trächti­gen.
E 620Glu­t­a­min­säure ist ein Geschmacksver­stärk­er, der oft in Fer­tig­gericht­en enthal­ten ist und bei empfind­lichen Per­so­n­en Allergieaus­lös­er sein kann.
E 951Aspar­tam ist ein Süßstoff, der 200 mal stärk­er süßt als Zuck­er. Süßstoffe gel­ten als ver­steck­te Dick­mach­er, die Hungerge­füh­le aus­lösen.
E 953Iso­ma­lt wird aus Zuck­er­rüben gewon­nen und wird vor allem in Diät­pro­duk­ten ver­wen­det. Iso­ma­lt kann Blähun­gen aus­lösen und abführend wirken.

Fazit

Gebaeck

Bei Zusatzstof­fen ver­hält es sich wie so oft im Leben: Auf das richtige Maß kommt es an. Aber meis­tens gilt der min­i­mal­is­tis­che Leit­faden: Weniger ist mehr. Zwar machen viele dieser Stoffe unsere Lebens­mit­tel länger halt­bar, verbessern den Geschmack oder die Kon­sis­tenz, aber einige von ihnen gelten eben auch als gesund­heits­ge­fährdend und die Ver­braucherzen­tralen rat­en vom Verzehr ab. Ein guter Rat lautet also: Schau dir vor dem Kauf von ver­pack­ten Lebens­mit­teln, das Etikett gut an. Ist diese so lang, dass du mit dem Großteil der aufgezählten Inhaltsstoffe nichts anfan­gen kannst, soll­test du auf das Pro­dukt eventuell verzicht­en. 

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Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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