Ganz oben: Ein Hochbeet zum Selbstbauen

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Endlich wird es Frühling. Alles duftet, die Bäume blühen. Der Drang nach draußen zu gehen und im Garten zu werkeln, wird wieder größer. Bei uns jedenfalls. Es ist also Zeit für die ersten Gartenarbeiten. Auch wir wollen unseren Garten jetzt wieder auf Vordermann bringen, Blumen und Gemüse pflanzen und das ein oder andere neu gestalten. Aber irgendwie haben wir keine Lust, die ganze Zeit auf dem Boden zu knien, immer in gebückter Haltung. Nee, lass mal, keinen Bock auf „Rücken“ und Knieweh.

Also haben wir uns gefragt, wie man in unserem fortgeschrittenen Alter 🙂 die ganze Pflanzaktion etwas einfacher gestalten könnte. Die Lösung: Ein Hochbeet muss her. Dann kann man ganz bequem in aufrechter Position arbeiten, pflanzen, säen und ernten. Okay, gesagt, getan. Wir haben uns ein Hochbeet gebaut, mit Holzresten aus altem Palettenholz und ganz wenig gekauftem Material aus dem Baumarkt.

Ein Hochbeet selber bauen

Wir beschreiben dir hier, wie wir unser Low-Budget-Beet gebaut haben. Der Nachbau sollte auch für den DIY-Laien kein Problem sein.

Das brauchst du für dein eigenes Hochbeet:

  • einen Akkuschrauber mit dem du bestenfalls auch bohren kannst
  • eine Stichsäge, wenn deine Werkstatt das hergibt auch gerne eine Kapp-/Gehrungssäge
  • Schrauben, Zollstock und Bleistift
  • Holzreste, z. B. von einer zerlegten Euro-Palette. Aber immer darauf achten, dass das Holz nicht mit fiesem Chemiezeugs behandelt wurde. Anhand der eingebrannten Stempel auf der Palette kannst du hier nachschauen, ob du eine „gute“ Palette erwischt hast.
  • OSB-Platte für den Boden
  • Dachdeckerleiste
  • natürlicher Holzschutz, z. B. Leinölfirnis und/oder ein Gasbrenner
  • schwarze Müllsäcke, alternativ Kokosflies o.ä.
  • Tacker
  • Blumenerde und natürlich Samen oder junge Pflänzchen
Hochbeet-Material

Unser Hochbeet ist nicht so riesig geworden: 90 mal 60 Zentimeter und einen guten Meter hoch. So lässt es sich noch bequem zu zweit an eine andere Stelle bewegen. Wenn wir noch mehr Platz zum Bepflanzen benötigen, bauen wir uns lieber noch ein zweites Hochbeet.

So haben wir losgelegt mit dem Bau:

Zuerst haben wir die Bretter für den Kasten und die Standbeine auf die passende Länge gesägt. In unserem Fall waren das sechs Bretter mit einer Höhe von etwa zehn und einer Länge von 90 Zentimetern; sechs Bretter mit einer Länge von 60 Zentimetern und vier Füße à 100 Zentimeter Länge, an die die Bretter geschraubt wurden. Die gesägten Bretter wurden an den Seiten mit je zwei Löchern vorgebohrt, das ist immer wichtig, damit die Bretter beim Verschrauben nicht brechen.

Anschließend haben wir die vorgebohrten Bretter an die vier Stützfüße geschraubt, sodass ein Kasten entstand. Das Grundgerüst war also relativ schnell fertig. Jetzt ging es an den Boden des Pflanzkastens. Die OSB-Platten wurden zurechtgesägt, mit einigen gebohrten Lüftungslöchern versehen und auf die zuvor angebrachte Dachdeckerleiste aufgelegt.

Werkbank

Jetzt kommt der spaßige Part, jedenfalls für den männlichen Teil der wohn-blogger. Nämlich das Abflämmen des Holzes mit einem Gasbrenner, so einem Teil, das man aus dem Dachdecker-Bereich kennt. Der Flammen-Look dient aber keinesfalls nur dem Coolness-Faktor unserer DIY-Geschichte, sondern durch das Ankokeln soll das Holz ganz natürlich haltbarer gemacht werden. Jetzt hat ja nicht jeder so ein Flammen-Spielzeug zu Hause, deshalb kannst du den Holzkasten auch mit Leinöl einstreichen, um ihn zu schützen. Für die Innenverkleidung unseres Hochbeetes kamen nun die schwarzen Plastiksäcke zum Einsatz. Wenn du in deinem Baumarkt Kokosflies findest, kannst du das als bessere Alternative nutzen.

Holz haltbar machen

Wir haben die schwarze Folie angetackert und fertig war unser rückenschonendes Pflanzbeet. Wer will, kann sich an die Stützfüße noch ein paar Querstreben schrauben, eine Holzplatte darüberlegen und somit eine zweite Ebene schaffen, auf dieser kann man das Beet mit kleineren Blumenkästen erweitern oder es als Werkzeugablage nutzen.

Noch ein paar Worte zur Befüllung des Hochbeetes:

Du solltest verschiedene Schichten anlegen und mit einer Schicht aus groben Strauchabschnitten und Ästen beginnen. Dann folgt eine Schicht mit gehäckselten Ästen oder Rindenmulch. Darauf verteilst du dann geschnittenes Gras, Laub, Gartenabfälle, Stroh, je nachdem was du zur Hand hast.

Als oberste Schicht füllst du Gartenerde und je nach Bedarf noch eine spezielle hochwertigere Erde, beispielsweise Blumen- oder Humuserde ein. Prima, jetzt kann es ans Einpflanzen gehen. Da wir nicht wissen, was du anbauen möchtest, kannst du dir tolle Tipps holen, welche Pflanzen in einem Beet miteinander harmonieren oder auf den Pflanzplan von „Hochbeetfreunde“ schauen.

Hochbeet befüllen

Wir züchten unsere Setzlinge aktuell in der Wohnung vor und werden diese dann demnächst in unser Hochbeet pflanzen.

Hier siehst du das Anlegen des Beets noch einmal im Video erklärt.

Ein Hochbeet aus einer Weinkiste

Was, du hast keinen Bock auf sägen, bohren und schrauben? Dann probier doch einfach die schnelle Variante mit einer gekauften Holzkiste, z. B. einer Wein- oder Obstkiste aus. Die bekommst du für kleines Geld. Der Vorteil ist, dass die garantiert auch auf einen kleinen Stadtbalkon passt und leichter zu tragen und zu versetzen sind.

Hochbeet mit Erde

… und jetzt geh raus, bau ein Hochbeet, lass Blumen und Pflanzen wachsen und gedeihen und genieße den Frühling.

Weiterlesen:

Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

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Letzte Kommentare (2)

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Arno
Samstag, 31. Dezember 2016, 13:33 Uhr

Klasse Anleitung!! Habe es in der letzten Woche, in der ich Urlaub hatte nachgebaut und bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis. War komplettes Neuland für mich und auch dank der Bilder war es gar nicht so eine große Sache, wie ich zu anfangs dachte.

    reblog2
    Freitag, 6. Januar 2017, 9:57 Uhr

    Das freut uns sehr zu hören, Arno! Schön, dass es so gut geklappt hat. Viel Spaß mit dem Hochbeet! Liebe Grüße vom re:BLOG-Team