Handcreme selber machen für beanspruchte Hände

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Trock­ene Haut im Win­ter, Risse und Span­nungs­ge­fühl nach viel handw­erk­lich­er Arbeit – es gibt viele Gründe, warum wir unsere Hände mit ein­er reich­halti­gen Creme pfle­gen soll­ten. Wir zeigen dir, wie du Hand­creme sel­ber machen kannst.

Pflegende Handcreme selber machen

Die Haut ist unser größtes Organ, doch lei­der gehen wir nicht immer pfleglich mit ihr um. Zudem wird sie durch den alltäglichen Kon­takt mit Wass­er, Seife, Kälte oder Hitze und vie­len unter­schiedlichen Stof­fen beansprucht. Han­del­sübliche Hand­cremes helfen zwar auf den ersten Blick, aber sie haben auch oft beden­kliche Inhaltsstoffe, bzw. pfle­gen nur ober­fläch­lich. Hand­creme sel­ber machen ist deshalb eine nach­haltige und gesunde Alter­na­tive. Wir zeigen, wie das geht.

Warum ist Handcreme im Winter sinnvoll?

Beanspruchte Haende pflegen

Hände waschen, Desin­fek­tion­s­mit­tel, kalte Luft, handw­erk­liche Arbeit mit den Hän­den: Unsere Hände wer­den stark stra­paziert und es ist an der Zeit, ihnen etwas Gutes zu tun. Beson­ders in der kalten Jahreszeit freut sich die Haut über einen pfle­gen­den Schutz­film vor Wind und Wet­ter. Bei sehr unan­genehmen Wet­terbe­din­gun­gen reicht eine ein­fache Feuchtigkeit­spflege meist nicht aus. Mit ein­er inten­siv­en Hand­creme wer­den die Haut geschützt, ris­sige Stellen wieder weich, die beanspruchte Haut gepflegt und Rötun­gen wieder normalisiert.

Die Inhaltsstoffe: Worauf solltest du achten?

Natuerliche Inhaltsstoffe fuer selbst gemachte Handcreme

Viele Hand­cremes aus der Drogerie fühlen sich geschmei­dig an, riechen gut und ziehen schnell ein. Unsere Hände brauchen aber keinen starken Duft und keine Silikone für ein geschmei­di­ges Auf­tra­gen. Was sie brauchen, sind hochw­er­tige Inhaltsstoffe für inten­sive Pflege. Für diese Kom­bi­na­tion ist keine ellen­lange Zutaten­liste nötig. Wie bere­its erwäh­nt, sollte auf “Beduf­tung” verzichtet wer­den sowie auf aus­trock­nen­den Alko­hol, da diese Inhaltsstoffe die Haut nur zusät­zlich stra­pazieren. Alko­hole kön­nen außer­dem die Haut­bar­riere schädi­gen und Entzün­dun­gen sowie Infek­tio­nen begün­sti­gen. Die Beze­ich­nun­gen für aus­trock­nen­den Alko­hol kön­nen Fol­gende auf der Inhaltsstof­fliste herkömm­lich­er Hand­cremes sein:

  • Alco­hol Denat.
  • Alco­hol
  • Ethanol
  • Eth­yl Alcohol
  • SD Alco­hol
  • Methanol
  • Propyl Alco­hol
  • Propanol
  • Iso­propanol
  • Iso­propyl Alcohol
  • Ben­zyl Alcohol
  • Phenethyl Alco­hol

“Gute” Alko­hole, die die Haut nicht belas­ten, son­dern rück­fet­tend wirken, sind: 

  • Cetyl Alco­hol
  • Cetearyl Alco­hol
  • Stearyl Alco­hol
  • Lau­ryl Alcohol
  • Myristyl Alco­hol
  • Palmi­to­leyl Alcohol
  • Oleyl Alco­hol, Arachidyl Alcohol
  • Lano­lin Alcohol
  • C 14-22 Alcohols

Welche nachhaltigen Inhaltsstoffe pflegen?

Pflegende Handcreme mit Sheabutter

Nicht nur, wenn du Hand­creme sel­ber machen willst, sind nach­haltige und natür­liche Inhaltsstoffe die bessere Wahl. Es gibt auch fer­tige Cremes mit unbe­den­klichen Inhaltsstof­fen. Beson­ders geeignet für eine inten­siv pfle­gende Hand­creme sind hochw­er­tige Öle als Schutz vor Wind und Kälte, beispiel­sweise Arganöl, Olivenöl, Kokosöl, aber auch feuchtigkeits­bindende Inhaltsstoffe wie Glyc­erin und Urea. In der Drogerie lohnt sich also ein kurz­er Blick auf die Inhaltsstof­fliste und meist liefern die gün­stigeren Eigen­marken die per­fek­te Kom­bi­na­tion aus milden und stark pfle­gen­den Inhaltsstoffen.

Willst du deine Hand­creme sel­ber machen, kannst du aus ver­schiede­nen Kom­po­nen­ten wählen. Unsere Über­sicht zeigt dir, mit welchen Inhaltsstof­fen die Haut beson­ders gut gepflegt wird:

She­abut­ter: Dieses Beauty-Wunder ver­fügt über viele Pflegeeigen­schaften, sodass es in keinem Handcreme-DIY fehlen sollte. She­abut­ter wirkt feuchtigkeitsspendend, entzün­dung­shem­mend und ist reich an Vit­a­mi­nen sowie Min­er­al­stof­fen. Am besten eignet sich unraf­finierte She­abut­ter, da sie gut einzieht und der Anteil der Wirk­stoffe hoch ist. Dazu sollte auf ein Bio- sowie auf ein Fair-Trade-Zertifikat geachtet wer­den. Raf­finierte But­ter ist zwar länger halt­bar, doch Pro­duk­te mit unraf­finiert­er She­abut­ter kön­nen ein­fach im Kühlschrank gelagert werden.

Haende pflegen mit Kokosnussoel

Kokosöl: Wer eine schnell einziehende Hand­creme möchte, sollte auf Kokosöl verzicht­en oder weniger ver­wen­den, da es sehr reich­haltig ist. Dank sein­er inten­siv­en Pflegewirkung sorgt es aber für samtige Haut. Kokosöl wirkt antibak­teriell, beruhi­gend, pfle­gend und liefert außer­dem einen wun­der­bar tro­pis­chen Duft. Statt ein­er selb­st gemacht­en Hand­creme kannst du es auch für eine Hand­maske ver­wen­den, die du über Nacht einziehen lässt. Beson­ders gut bei stark geschädigter Haut.

Weit­ere pfle­gende Öle: Je nach Geschmack und Pflegewirkung kön­nen noch zusät­zliche Öle hinzugegeben wer­den, z.B. Man­delöl, Olivenöl oder Jojobaöl. Diese lassen die Hand­creme noch inten­siv­er wirken, führen aber auch dazu, dass sie langsamer einzieht und einen Fet­tfilm auf der Haut hin­ter­lässt. Tagsüber eher unprak­tisch. Aber wenn du die Hand­creme nachts ein­wirken lässt, ideal.

Feste Handcreme mit Bienenwachs selber machen

Bienenwachs oder Can­delillawachs (veg­an): Für die feste Vari­ante ein­er selb­st gemacht­en Hand­creme eignet sich Bienenwachs oder als veg­ane Option Can­delillawachs. So entste­ht ein festes Pro­dukt, das sich leichter lagern lässt.

Ätherische Öle: Wir empfehlen das DIY ohne zusät­zliche Duft­stoffe, da die Haut sie nicht braucht und diese ger­ade bei empfind­lich­er Haut reizend wirken kön­nen. Wer aber den Duft von unraf­finiert­er She­abut­ter oder Kokosöl gar nicht mag, kann natür­lich zu ätherischen Ölen greifen. Ein paar Tropfen reichen, denn weniger ist mehr. Jedoch riecht unraf­finierte She­abut­ter ein biss­chen nach Schoko­lade und der Duft von Kokosöl wird in der Kom­bi­na­tion mit She­abut­ter, Wachs und weit­eren Ölen stark abgeschwächt.

DIY-Anleitung: Handcreme selber machen

Tiegel und Foermchen zum Handcreme selber machen

Eine Hand­creme sel­ber machen ist gar nicht so schw­er, wie du vielle­icht denkst. Unser Step-by-Step DIY lässt sich ganz ein­fach nach­machen und die Anleitung ist für jeden verständlich.

Das brauchst du:

  • 3EL She­abut­ter
  • 3 EL Kokosöl
  • einen sauberen Tiegel für die fer­tige Crème
  • Löf­fel
  • Hand­mix­er
  • Für die feste Vari­ante zusät­zlich 3 EL Bienenwachs, Töpfe für ein Wasser­bad und eine Form

Wichtig ist es, dass das ganze Zube­hör sehr sauber ist, damit die Zutat­en nicht verun­reinigt wer­den und sich so Bak­te­rien und Keime einschleichen.

So geht’s:

Zuerst ein­mal: Hände waschen. Wie erwäh­nt, ist es wichtig, dass sauber gear­beit­et wird. Die einzel­nen Zutat­en sind zwar nicht schnell verderblich, aber es ist immer gut, bei DIYs auf eine sehr gute Hygiene zu achten.

Für die flüs­sige Vari­ante ohne Wachs wer­den am besten alle Zutat­en mit einem Hand­mix­er miteinan­der ver­mixt. Hier kann man ein­fach ein 1:1 Ver­hält­nis wählen, also z.B. 3 Ess­löf­fel She­abut­ter und 3 Ess­löf­fel Kokosöl. Zusät­zliche Öle soll­ten nur sparsam ver­wen­det wer­den, also ein paar Tropfen oder 1 Teelöf­fel max­i­mal. Mit einem Hand­mix­er entste­ht eine fluffige, leichte Creme, die an geschla­gene But­ter erin­nert. So lässt sich die Creme bess­er por­tion­ieren und das Pflege-Erlebnis wird ein­fach verbessert. Eine weit­ere Option ist es, die Zutat­en in einem Wasser­bad langsam schmelzen zu lassen, sie zu ver­rühren und dann in einen Tiegel zu geben. So entste­ht eine sehr geschmei­di­ge Handcreme.

Feste Handcreme giessen

Für die Vari­ante mit Wachs emp­fiehlt es sich, erst ein­mal das Wachs im Wasser­bad langsam schmelzen zu lassen, dann die She­abut­ter und anschließend das Kokosöl hinzuzugeben. Erst am Ende soll­ten – falls gewün­scht – weit­ere Öle ergänzt wer­den, da diese nicht erwärmt wer­den müssen. Wenn alles miteinan­der ver­mengt ist, die Flüs­sigkeit in eine passende Form gießen und abkühlen lassen.

Handcreme richtig anwenden und lagern

Handcreme als Maske mit Handschuhen verwenden

Da selb­st gemachte Hand­creme keine Kon­servierungsstoffe enthält, soll­test du sie nach 3-4 Wochen ver­braucht haben. Etwas ver­längern kannst du die Halt­barkeit, wenn du sie im Kühlschrank lagerst. Die feste Vari­ante lässt sich dadurch etwas schw­er­er auf­tra­gen. Die cremige Vari­ante lässt sich hinge­gen immer ganz ein­fach auf der Haut verteilen und zieht, je nach Ölge­halt, schnell ein. Anson­sten hat sie eine sehr gute Pflegewirkung, die mit Baum­woll­hand­schuhen, die man in der Drogerie find­et, noch ein­mal inten­siviert wer­den kann. Dafür ein­fach mehr Creme als son­st in den Hän­den ver­reiben, die Hand­schuhe anziehen und 15-20 Minuten ein­wirken lassen. Das geht z.B. gut beim Fernsehschauen oder Pod­casthören. Die feste Hand­creme muss nur kurz in den Hän­den gehal­ten wer­den, damit sie leicht anschmilzt. Danach wie gewohnt in den Hän­den ver­reiben und kurz einziehen lassen. Die selb­st gemachte Hand­creme eignet sich natür­lich auch für weit­ere trock­ene Stellen, wie am Ellen­bo­gen, an den Knien oder an den Füßen.

Fazit selbst gemachte Handcreme

Feste Handcreme selber machen mit Foermchen

Statt Hand­creme mit meist eher schädlichen statt pfle­gen­den Inhaltsstof­fen zu kaufen, kannst du auch ganz leicht deine eigene Hand­creme sel­ber machen. Dabei entschei­dest du, wie stark sie pfle­gen und rück­fet­ten soll und auch welche Zutat­en ver­wen­det wer­den. So stimmst du sie opti­mal auf deine eige­nen Bedürfnisse ab und stellst sich­er, dass sie nach­haltig und umwelt­fre­undlich ist. Möcht­est du weit­ere Pflege­pro­duk­te sel­ber machen, haben wir auch ein DIY für Kör­per­but­ter, ein DIY für natür­lich Lip­penpflege und ein DIY für Matcha Peel­ing.

Upcycling: Babykleidung selber nähen

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Upcycling statt wegwerfen, das geht nicht nur bei alten Kleidungsstücken für uns Erwachsene. Du kannst auch ganz leicht nachhaltige Babykleidung selber machen. Wir zeigen, wie es geht.

Baby Sweatshirt aus einem alten Pullover von Mama
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Ich heiße Mia und bin Bloggerin, PR Beraterin, Psychologin, Sport- und Food-Vernarrte aus Berlin. Ich habe meinen Blog 2010, inspiriert von der New York Fashion Week, in den USA gestartet,...

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