Ein Leben ohne Plastik? So geht’s!

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Wir wis­sen alle, dass Plas­tik nicht gut für unsere Umwelt ist und jed­er von uns viel zu viel davon im All­t­ag ver­braucht – und trotz­dem tun wir oft erst­mal nichts, scheint das Prob­lem doch so groß und unlös­bar. Ist es aber nicht! Und genau das zeigt uns Nadine Schu­bert. Die Zweifach­ma­ma und Blog­gerin hat sich für ein Leben ohne Plas­tik entsch­ieden und darü­ber sog­ar ein Buch geschrieben. Das Schöne ist: Es ist so viel ein­fach­er, als wir denken und schon mit kleinen Tat­en kön­nen wir vieles verbessern. Wir haben Nadine zum Inter­view getroffen.

Nadine Schubert

Liebe Nadine, erk­läre uns kurz, wie du und deine Fam­i­lie leben.

Eigentlich unter­schei­den wir uns über­haupt nicht von anderen Fam­i­lien. Es gibt fast alles, was es auch in „nor­malen“ Haushal­ten gibt, nur eben keine in Plas­tik ver­pack­ten Lebens­mit­tel, also auch keine Corn­flakes und Gum­mibärchen, wed­er Sham­poo noch Duschgel und keine gekauften Wasch- und Putzmit­tel. Wow, wenn ich das lese, klingt das schon sehr strikt. Ist es im Prinzip auch, aber ohne zwang­haft zu sein oder gar das Gefühl von Verzicht zu haben. Im Gegen­teil: Wir fühlen uns wohl und ver­mis­sen nichts.

Und wie kam es dazu, wann und warum hast du deinen Lebensstil geändert?

Im Früh­jahr 2013 sah ich eine Reportage über Plas­tik­müll im Fernse­hen. Zu diesem Zeit­punkt war ich schwanger mit unserem zweit­en Kind. Es hat mich erschüt­tert, was wir der Umwelt antun. Ich habe damals, ehrlich gesagt, noch nicht beson­ders „grün“ gelebt. In dem Bericht ging es aber auch um die Fol­gen für die Gesund­heit, die von Plas­tikver­pack­un­gen aus­ge­hen. Da habe ich aufge­horcht – schließlich will man seine Fam­i­lie davor bewahren. Nach­dem ich mir dann den großen Berg Ver­pack­ungsmüll ange­se­hen habe, den wir Woche für Woche pro­duzierten, beschloss ich: So kann es nicht weit­erge­hen! Von da an war Plas­tik von der Einkauf­s­liste gestrichen.

Zu Viel Muell

Und wie funk­tion­iert das? Stich­wort Haushalt: Putzmit­tel, Mülltüten,…

Mit­tler­weile klappt das ganz gut. Nur am Anfang war es mach­mal schw­er, Alter­na­tiv­en zu find­en. Ich stelle alle Reiniger selb­st her – aus weni­gen, ein­fachen Zutat­en, die gün­stig erhältlich sind. Auch mein Waschmit­tel mache ich entwed­er aus Seife selb­st, oder ich gehe raus und samm­le es in der Natur. Denn auch mit Efeu und Kas­tanien kann man Wäsche waschen – und es funk­tion­iert sog­ar! Mülltüten brauche ich nicht, denn wer keinen Müll kauft, muss auch keinen weg­w­er­fen. Ganz ehrlich, im Rest­müll lan­det nicht mehr viel, wenn man Plas­tik ver­mei­det. Ich kann den Rest­müll mehrerer Wochen in ein­er leeren Zuck­ertüte sam­meln oder man legt Zeitungspa­pi­er in seinen Restmüllbehälter.

Du machst ein Waschmit­tel aus Kas­tanien? Wie geht das?

Zerklein­ert ein­fach drei bis vier Kas­tanien und gebt sie in ein Schraub­glas. 250 ml Wass­er kochen und darü­ber gießen. Nun sechs bis 24 Stunden ziehen lassen. Der Sud wird abge­sei­ht und kommt dann – ohne Kas­tanien – ins Haupt­fach der Waschmas­chine. Warum das funk­tion­iert? Weil Kas­tanien Sapo­nine enthal­ten, also Seife.

Putzmittel Aus Kastanien
„Es gibt viele Dinge, die sich leicht umset­zen lassen. ” 

Was kann ich per­sön­lich denn schon mor­gen anders machen, um mehr Plas­tik einzusparen?

Ich würde immer zuerst in der Küche anfan­gen. Milch und Joghurt gibt es auch im Glas, statt Plas­tik. Oft ste­ht das Pro­dukt, das man ohne Kun­st­stof­fver­pack­ung sucht, gle­ich neben dem, das in Plas­tik ver­packt ist. So funk­tion­iert das z.B. bei Ketchup, Senf und Honig. Da hat man die Wahl. Obst und Gemüse lieber lose statt abgepackt kaufen. Und bitte kein Duschgel mehr ver­wen­den, son­dern zum Stück Seife greifen. Dazu muss man wis­sen, dass hier nicht nur die Ver­pack­ung schadet, son­dern auch der Inhalt. Viele Pflege­pro­duk­te sind näm­lich mit Mikro­plas­tik ver­set­zt. Das spülen wir dann den Abfluss hin­unter und es gelangt so in die Umwelt – auch ins Meer.

Seifenstueck

Noch ein Tipp?

Langsam anfan­gen! Kein Haushalt ist über Nacht plas­tik­frei. Jed­er sollte da anfan­gen, wo es ihm am leicht­esten fällt. Man sollte sich drei Schritte für den Anfang vornehmen. Wenn die sitzen, kann man die näch­sten drei ins Auge fassen. Alles Plas­tik wegzuw­er­fen wäre nicht nach­haltig. Deshalb vorhan­dene Schüs­seln ruhig weit­er­hin ver­wen­den, bei Neuan­schaf­fun­gen aber auf eine kun­st­stoff­freie Vari­ante acht­en. Bei mir war das zulet­zt der Putzeimer. Der let­zte aus Plas­tik bekam einen Riss, jet­zt habe ich einen email­lierten aus Blech.

 

Danke für das Inter­view liebe Nadine!

Minimalistisch und achtsam durch die Weihnachtszeit

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Lebkuchen und Last Christmas, Glühwein und Geschenke(kauf), Spekulatius und Stress. Sie ist seit ein paar Wochen wieder da und bleibt uns noch ein wenig erhalten. Die Advents- und Weihnachtszeit, die gerne besinnlich und fröhlich wäre, aber oft von unserer Gier nach Kitsch und Konsum und der allgemeinen Gehetztheit bestimmt wird.

Achtsam durch die Weihnachtszeit

Minimalismus gegen Stress Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt Die Weihnachtsgeschenke Familie und Verwandtschaft

Minimalismus gegen Stress

Dieser Artikel soll zeigen, dass es anders geht. Auch in der Advents- und Weihnachtszeit kann man achtsam sein, Zeit haben oder sich Zeit nehmen, kann man Stress…

Ich bin Henrietta und ich bin Nachhaltigkeits-Anfängerin. Nicht, dass ich früher Müll in die Natur geschmissen hätte, stundenlang mit dem Auto um den Block gefahren wäre oder kiloweise Billigfleisch gegessen...

Zum Autor

Montag, 20. November 2017, 5:13 Uhr

Tolles Inter­view.
Plas­tik find­et sich lei­der in sehr vie­len Bere­ichen unseres Lebens. Bere­its beim Zäh­neputzen grüßt die Plas­tikzahn­bürste und die Zah­n­pas­ta mit Mikroplastik.
Wir sind derzeit auf Bali. Hier ist die Plas­tikprob­lematik echt krass. Wir haben ger­ade unsere 30 Tage Clean Up Chal­lenge abgeschlossen – heftig was man dort so alles findet. 

Viele Grüße Lisa & Joy von EcoYou