Ökologische Alternativen für den Coffee-to-go-Becher

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Öko-Alternativen zum Coffee-to-go Becher

In der U-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit oder wenn ich durch die Innenstadt spaziere: Ich liebe Kaffee. Immer und überall. Was meinen Kaffeekonsum angeht, hat sich inzwischen eine gewisse Regelmäßigkeit eingeschlichen. Wenn ich am Morgen auf dem Weg zur Arbeit bin, biege ich schnell beim Coffeeshop meines Vertrauens ab und bestelle mir einen großen Caffè Latte – die Variante to go, natürlich. Ich liebe es, mit einem Kaffee in der Hand zu meinem Büro zu flanieren.

Tatsächlich gehöre nicht nur ich zu den Kaffeeliebhabern. Zwar werden in Deutschland jährlich 107 Liter Bier und 140 Liter Mineralwasser pro Kopf getrunken, aber Kaffee hat mit 165 Litern eindeutig die Nase vorn. Wenn man wiederum bedenkt, dass das zwei Tassen pro Tag sind, dann liege ich über dem Durchschnitt. Und was keiner weiß: Von diesen unfassbaren 165 Litern trinkt jeder von uns 80 Tassen Kaffee auf dem Weg – im Pappbecher! Aber warum eigentlich? Die Antwort ist profan: „Man wirft ihn nach dem Kaffeegenuss weg und läuft nicht den ganzen Tag damit rum“, antworten mir meine Mitstreiter in der Schlange beim Bäcker.

coffee to go becher alternative

Pappbecher-Alternativen aus dem Büroalltag.

Fragwürdiger Trend: Kaffeegenuss zum Wegwerfen

Mit der Eröffnung der amerikanischen Kaffeeketten kam dieser Trend 1999 nach Deutschland. Seitdem gibt es den Kaffeegenuss auch zum Wegwerfen. Und damit stieg leider nicht nur der Kaffeekonsum, sondern auch der Müllberg. Fraglich ist, wie der Pappbecher korrekt entsorgt wird. Was vielen gar nicht bewusst ist: Die Pappbecher sind innen mit Plastik beschichtet. Der Becher samt Deckel kommt also in den Plastikmüll. Ihr könnt euer Wissen erweitern und findet noch mehr Tipps für ein Leben gänzlich ohne Müll. Inwiefern durch den Kunststoff giftige Stoffe an den Kaffee abgegeben werden, ist nicht bekannt.

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Meine Kolleginnen sind vorbildlich unterwegs. Kathi mit ihrem herbstlich anmutenden Thermobecher.

Offensichtliche Lösung: Ein Mehrwegbecher für den Kaffee muss her!

Eigentlich versuche ich so gut es geht auf überflüssigen Verpackungsmüll zu verzichten. Oder generell auf Plastik, so wie Sophie, die einen Monat lang versucht hat, wirklich gar kein Plastik zu verwenden. Für mich war also schnell klar: es muss eine umweltschonende Lösung her. Auf Kaffee, und somit auf meine persönliche Morgenmeditation verzichten? Diesen Ansatz habe ich gleich wieder verworfen. Kaffee im Büro? Erstens brauche ich den schon auf dem Weg zur Arbeit und zweitens hat Filterkaffee nichts mit Caffè Latte zu tun. Natürlich war die Lösung offensichtlich: Ein Coffee-to-go Mehrwegbecher sollte es sein. Denn der tut nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Gewissen gut, denn das trinkt schließlich mit.

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Finny bevorzugt etwas Glamour bei der Thermobecher-Wahl.

Zwar sind die isolierenden Öko-Becher kostspieliger in der Anschaffung, aber er sollte ja zum unverzichtbaren und ökologischen Begleiter in meinem Alltag werden. Tatsächlich haben viele Bäckereien und Cafés ihre eigenen Mehrwegbecher für Kaffee oder Tee im Sortiment. Und häufig gibt es sogar Rabatte für Kunden mit eigenem Becher – ich spare neuerdings jeden Morgen 30 Cent. Dennoch, viele ziehen den Pappbecher vor.

Der Becher war also angeschafft und ich probierte mein Glück damit in verschiedenen Coffeeshops. Obwohl viele Shops Mehrwegbecher im Sortiment haben, wurde der Becher in manchen Fällen aus hygienischen Gründen nicht aufgefüllt. Und wenn er aufgefüllt wurde, wurde er zunächst in einen Pappbecher gegossen, um danach in meinen Becher gefüllt zu werden. Auf Nachfrage ebenfalls aus hygienischen Gründen.

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Klassisch elegant und funktional – der Thermobecher von Liv.

Die meisten Bäckereien nahmen den Thermobecher jedoch ohne Wenn und Aber entgegen, im Coffeeshop meines Herzens wurde er vorab sogar noch gespült.

„How to Coffee-to-go“: Darauf solltet ihr beim Kauf eines Mehrweg-Cofee-to-go-Bechers achten

Damit der umweltfreundliche Alltagsbegleiter auch hält was er verspricht, habe ich mich natürlich erst einmal informiert. Deswegen ein kleines „How to Coffee-to-go“.

Tipp Nr. 1: Alles kalter Kaffee.

Die Definition von Kaffee lautet: koffeinhaltiges Heißgetränk. Die Betonung liegt auf „heiß“. Am frühen Morgen natürlich auch auf Koffein. Wer seinen Kaffee wohltemperiert unterwegs genießen möchte, für den ist eine Isolierfunktion mit 1,5 Stunden absolut ausreichend. Doppelt beschichtete Modelle aus Edelstahl halten die Flüssigkeit fast 24 Stunden auf Ausgangstemperatur, sind jedoch auch etwas teurer.

Tipp Nr. 2: Die Auslaufsicherung – das gibt es wirklich!

Bei der ruckeligen U-Bahn-Fahrt oder der Vollbremsung im Auto sollte das Getränk besser bleiben wo es ist, und zwar im Becher. Die meisten Becher sind inzwischen durch Silikonringe oder einen zusätzlichen Trinkverschluss gesichert. Wer seinen Begleiter allerdings lieber auf den Kopf stellt, informiert sich besser vorher.

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Tipp Nr. 3: Low versus high Budget.

Die untere Preiskategorie beginnt bereits bei unter 10 Euro, für den täglichen Weg zur Arbeit absolut ausreichend. Steigen die Ansprüche, steigt natürlich auch der Preis. Doch je teurer der Thermobecher, desto besser auch die Isolierfunktion und langlebiger das Material. Die höheren Preisklassen sind in der Regel Becher ohne Plastik, sondern aus Edelstahl und verfügen oft über einen Haltegriff oder eine Gummimanschette für ein besseres Handling.

Tipp Nr. 4: Hygienisch, praktisch, gut.

Das Getränk im Becher muss schmecken, das Material sollte also geruchs- und geschmacksneutral sein. Zudem sollte die Trinköffnung einfach zu öffnen sein, ohne dass man sich jedes Mal komplett mit Kaffeeflecken besudelt.

Das Wichtigste jedoch: Er muss gut zu reinigen sein, schließlich ist der Muntermacher fast täglich im Einsatz. Ein praktischer Becher lässt sich schnell in seine Einzelteile zerlegen und hat wenige Vertiefungen, sodass er sich problemlos reinigen lässt. Übrigens sollte der Becher nicht in der Spülmaschine gereinigt werden, da die Dichtung und das Oberflächenmaterial darunter leiden können.

Good to know: Wer seinen Kaffee im Becher nicht von zu Hause mitnimmt und einen Zwischenstopp beim Bäcker einlegt, sollte die Füllmenge wissen. Auch schön: Seit kurzem gibt es in Hamburg die Möglichkeit, mit dem Leihbecher-Netzwerk „Refill It“  ganz einfach, Mehrwegbecher für den Coffee to go zu leihen und ganz easy im nächsten Café wieder abzugeben. Tolle Idee!

Ökologische Coffee-to-go Becher

 

Titelbild © Fotolia – prostooleh

Hallöchen, ich bin Christina. Ich wollte schon von klein auf die Welt retten. Und zwar die ganze. Zugegeben, das grenzt an Größenwahnsinn. Als ich älter wurde, beschloss ich, erstmal bei mir anzufangen: bewusst konsumieren, langlebige Produkte kaufen und reparieren statt wegwerfen. Nebenbei offene Ohren und Augen haben für das, was in der Welt so passiert und wo man etwas tun kann, damit es allen etwas besser geht. Um das herauszufinden, war ich viel im Ausland unterwegs, besonders in Afrika und Skandinavien, habe in sozialen und ökologischen Projekten mitgearbeitet und viele interessante Menschen kennengelernt. Wieder zurück in meiner Heimat, halte ich nun für euch von Hamburg aus Augen und Ohren offen und schreibe auf re:BLOG über Tricks und Kniffs, wie ihr euren Alltag mit Spaß und Kreativität nachhaltiger gestalten könnt. Let it re!

Letzte Kommentare (7)

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Coffee2Go
Donnerstag, 10. November 2016, 14:55 Uhr

Hi,

ich habe da einen Traum.

Ich arbeite in einem großen Hamburger Unternehmen. Hier gibt es sehr leckeren Kaffee im Bistro, aber entweder im Porzellan (vorbildlich) oder, wenn es to go sein soll, im Einwegbecher! Da das Porzellan nicht mit an den Arbeitsplatz darf/soll, würde ich hier sehr gerne das System des Mehrwegbechers einführen. Darüber hinaus bin ich in einem Projekt tätig, in welchem alte Gewohnheiten abgeschafft werden sollen. Also, was passt da besser, als einen Einwegbecher zu beerdigen und jedem Mitarbeiter einen Mehrwegbecher zu überreichen, inkl. Branding dieser Initiative hier im Haus. Könnt ihr mir sagen, an wen ich mich wenden kann, um hier einen Mehrwegbecher zu etablieren. Ich brauche einen Partner, der einige tausend dieser Becher branden und an uns liefern kann. Ich hoffe, ich kann mir mal wieder einen Traum erfüllen …

Marie
Donnerstag, 6. Oktober 2016, 11:58 Uhr

Hi, super Artikel! Ich finde, dass die Pappbecher a) viel Müll machen und b) auch einen komischen Geschmack abgeben. Bin definitiv auch für Alternativen. Ich hab einen Coffee2Go Becher von Mahlwerck Porzellan. Da sammeln sich auch keine Keime, denn der Becher ist aus Porzellan und der Deckel aus Kunststoff. Beides kann in die Spülmaschine und somit wenig Aufwand. Kann ich nur empfehlen. Liebe Grüße

    reblog2
    Freitag, 7. Oktober 2016, 10:38 Uhr

    Danke für dein positives Feedback Marie! Und klasse, dass du schon deinen nachhaltigen Lieblings-Coffee2Go-Becher gefunden hast 🙂
    Liebe Grüße vom re:BLOG-Team

Bugs
Mittwoch, 23. März 2016, 13:07 Uhr

Ich habe den Travel Mug von Emsa und kann diesen nur wärmstens empfehlen. Der Becher ist 100% dicht und hält eine Getränk bis zu 4h heiß. Aber das beste ist die tolle Einsatz von Emsa für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Julian
Dienstag, 8. März 2016, 17:09 Uhr

Hi!

Kann mich Mia nur anschließen! Ich besitze einen contigo West Loop und kann diesen ebenfalls empfehlen. Neben seiner 100%igen Dichte ist er auch noch super zu bedienen und schließt automatisch, wenn man ihn aus der Hand legt.

Grüße
Julian

Mia
Samstag, 2. Januar 2016, 16:20 Uhr

Die Becher von Contigo kann ich wirklich empfehlen. Sie isolieren unheimlich gut und sind zu 100% auslaufsicher (Und mein Becher wurde wirklich oft auf die Probe gestellt…. 😉 ).

Außerdem begleitet er mich seit Jahren. 🙂

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 9:21 Uhr

Sehr guter Artikel! Ich habe bei Starbucks mal einen Plastikbecher geschenkt bekommen, der sieht aus wie die Papiervariante nur das er aus Plastik ist und somit immer wieder befüllt werden kann. Er kann auch in die Spülmaschine. Er isoliert daher kaum, aber bis ich am Bahnhof bin hat mein Kaffee die richtige Temperatur. Und da ich ihn immer wieder verwende sehe ich mal darüber hinweg, dass er aus Plastik ist.

LG Lary