Upcycling: Babykleidung selber nähen

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Upcy­cling statt weg­w­er­fen, das geht nicht nur bei alten Klei­dungsstück­en für uns Erwach­sene. Du kannst auch ganz leicht nach­haltige Babyk­lei­dung sel­ber machen. Wir zeigen, wie es geht.

Baby Sweatshirt aus einem alten Pullover von Mama

Aus­rang­ierte Lieblingsstücke aus dem elter­lichen Klei­der­schrank wer­den in weni­gen ein­fachen Schrit­ten zu tollen Klei­dungsstück­en fürs Kind. Das macht nicht nur Spaß, son­dern ist auch sehr nach­haltig, denn vorhan­dene Ressourcen wer­den nicht vergeudet. Ich möchte dir gerne zeigen, dass das gar nicht mal aufwendig sein muss und dir, neben ein biss­chen Inspi­ra­tion aus dem Klei­der­schrank mein­er Tochter, eine ganz konkrete Anleitung für einen selb­st gemacht­en Romper geben, an der du dich vielle­icht ver­suchen möchtest.

Der Vorteil von Upcycling und selbst genähter Babykleidung

Aussortierte Kleidung upcyceln und Babysachen selber naehen

Als ich vor Kurzem einen sehr geliebten Pullover von mir aus­sortieren musste, weil er ein­fach an ein­er Stelle zu sehr beschädigt war und so darü­ber nach­dachte, dass es doch schade um die hüb­schen Bünd­chen ist, kam mir eine ziem­lich gute Idee: Ich schnitt sie ab und nahm mir vor, sie für einen Pullover für meine Tochter weiterzuverwenden.
Upcy­cling nen­nt man das. Heute trägt Mina meine alten Bünd­chen. Aus den aus­rang­ierten Stoffteilen wurde näm­lich ein neuer schick­er Sweater für meine Kleine.

Nach­dem sich in meinem Schrank noch ein paar andere Teile fan­den, die nach der Schwanger­schaft nicht mehr so richtig sitzen wollen, geri­et ich richtig in Fahrt. In kurz­er Zeit sam­melte sich ein ganz­er Stapel an Klei­dungsstück­en, die ich zu sehr mochte, um sie wegzugeben, die ich jedoch wahrschein­lich nie wieder anziehen würde. Es macht ein­fach so Spaß, aus Din­gen, die man anson­sten weggeben müsste oder noch schlim­mer, im Schrank herum­liegen hätte, schöne Unikate fürs Kind zu nähen. Es geht viel schneller und ein­fach­er, als kom­plett neu zu nähen, weil man einzelne Nähte, Knopfleis­ten oder Schnitt­teile übernehmen kann. Man kauft außer­dem weniger neue Klei­dung und schmeißt auch weniger alte ein­fach weg.

Was kannst du aus alten Kleidungsstücken machen?

Selbst genaehtes Baby Stirnband

Mit etwas Kreativ­ität kannst du durch Upcy­cling eine ganze Kollek­tion an Babyk­lei­dung sel­ber machen. Seit dem Klei­der­schrankaus­mis­ten sind bei uns gle­ich mehrere kleine Baby-Pullover aus alten Shirts von mir ent­standen. Ein geliebtes Feinripp-Top mit Knopfleiste wurde zum Body. Auch zwei Romper habe ich genäht und musste dabei nur Blusen von mir abän­dern. Wir haben außer­dem eine ganze Samm­lung an Kopf­bän­dern, für die ich aus­rang­ierte Stoffe wiederver­wen­det habe. Auch Babylätzchen, Hal­stüch­er oder Wim­pelket­ten sind tolle Pro­jek­te, um kleinere Stof­freste weit­erzu­ver­ar­beit­en. Aus zwei Jer­seyärmeln wurde eine bequeme Leg­gins. Und aus einem aus­rang­ierten Hemd bzw. ein­er Bluse wird im Han­dum­drehen ein Klei­d­chen. Eine ähn­liche Anleitung, die du für dein Kind nach­nähen kannst, find­est du auch in meinem DIY Beitrag „Hemd­kleid sel­ber machen“.

Anleitung zum Romper selber nähen

Selbst genaehter Romper aus alter Bluse von Mama

Jedes dieser Näh­pro­jek­te lässt noch jede Menge Raum für Kreativ­ität. Bei selb­st gemachter Kinder- und Babyk­lei­dung ist mir immer wichtig, dass sie ein biss­chen “mitwächst”. Das erre­icht man durch lock­er sitzende Schnitte, umschlag­bare Bünd­chen und cle­vere Kom­bi­na­tio­nen von einzel­nen Teilen, die dann auch mal ein biss­chen Over­size sein dürfen.
Ein eher ein­fach­es Pro­jekt, das ich dir gerne zeigen möchte, ist unser Blusen-Romper. Statt ein­er Bluse kannst du aber auch jedes beliebige Oberteil mit Knopfleiste ver­wen­den, etwa aus weichem Jer­sey. Für die küh­leren Monate kann man so zum Beispiel einen kusche­li­gen Pyja­ma nähen.

Das brauchst du:

  • ein aus­rang­iertes Oberteil (lange Ärmel sind nicht notwendig), das min­destens 5cm länger sein sollte, als ein ger­ade passender Romper oder Strampler
  • einen Romper, der dem Kind ger­ade gut passt und von dem die Maße genom­men wer­den können
  • eine Näh­mas­chine, Stoff­schere und Stecknadeln
  • passendes Näh­garn
  • Schnei­derkrei­de oder einen wasser­lös­lichen Stift zum Anzeichnen
  • 4 bzw. 6 Druck­knöpfe, je nach­dem ob du ein langes oder kurzes Bein haben möchtest
  • eventuell weit­ere Druck­knöpfe, falls du die vorhan­de­nen Knöpfe erset­zen möchtest
Romper selber naehen aus aussortierter Kleidung

Und so geht’s

  • Bre­ite zunächst das Oberteil, das du ver­ar­beit­en möcht­est, auf links gekrem­pelt auf dem Boden aus. Damit nichts ver­rutscht, macht es Sinn, seitlich mit ein paar Steck­nadeln bei­de Stof­fla­gen zu fix­ieren. Lege ein aktuell passendes Klei­dungsstück deines Kindes auf dein aus­rang­iertes. Du soll­test wis­sen, wie es unge­fähr aus­fällt, um abzuschätzen, ob es bere­its sehr lock­er bzw. over­sized sitzen wird oder ohne­hin eher eng. Abhängig davon entschei­dest du, ob das aus­rang­ierte Oberteil ver­schmälert wer­den soll. Wenn es sehr viel weit­er ist als der vorhan­dene Stram­pler, soll­test du das auf jeden Fall tun. Miss dazu ein­mal die Bre­ite des Muster-Stramplers und des Oberteils und verteile die Dif­ferenz auf bei­de Seit­en. So kannst du auf bei­den Seit­en ent­lang der kom­plet­ten Länge zwei Lin­ien anze­ich­nen, an denen du ein­mal mit der Näh­mas­chine ent­lang nähst, um das gesamte Oberteil zu ver­schmälern. Bei Jer­sey und den meis­ten elastis­chen Stof­fen reicht es, die Stof­fkan­ten zu schnei­den, ohne sie zu ver­säu­bern. Sie lösen sich auch so nicht auf.
Strampler selber naehen
  • An deinem Muster-Strampler kannst du nun auch ausmessen, wie viel Länge für den Oberkör­p­er bis zum Schritt anfällt. Rechne hier etwa drei Zen­time­ter dazu, bevor du von unten mit­tig einen Schnitt bis zum aus­gemesse­nen Ende des Schritts vorn­immst. Nun kannst du den Schritt noch etwas abrun­den, indem du an bei­den Seit­en noch mal ca. 1 cm pro Seite weg­n­immst und so eine Run­dung für die Beine schaffst. Falte nun auf bei­den Seit­en den Stoff jew­eils ca. 0,5–1 cm nach außen auf die linke Seite und stecke ab. Eventuell kann es auch hil­fre­ich sein, ein­mal drüber zu bügeln, um die Naht flach zu bekom­men. Du kannst nun bei­de Bein­leis­ten ein­mal mit ger­a­dem Stich abnähen.
Naehanleitung Strampler selber machen
Anleitung zum Selber Naehen
  • Um die Bein­länge festzule­gen, soll­test du dein Kind am besten ein­mal pro­be­tra­gen lassen. Schlage die bei­den eben genäht­en Leis­ten zwis­chen den Beinen übere­inan­der und zeichne die Länge an, die für dein Kind Sinn macht. Ein klein­er Strich macht hier mehr Sinn, als zwis­chen den kleinen Beinchen mit Steck­nadeln zu hantieren. Anschließend kannst du die Bein­länge so kürzen, dass dir noch etwas Stoff bleibt, um die Stof­fkan­ten zweimal nach außen zu schla­gen. Stecke wieder fest und nähe ab.
  • Nun ist es Zeit, Druck­knöpfe an die Bein­leis­ten anzubrin­gen. Gehe dabei nach Gebrauch­san­leitung auf der Ver­pack­ung vor und benutze min­destens drei bis acht Druck­knöpfe. Eventuell ist der Hal­sauss­chnitt noch zu weit und auch hier wer­den ein bis zwei Druck­knöpfe notwendig. Ich habe in diesem Zug auch gle­ich die anderen Knöpfe aus­ge­tauscht, damit das Bild ein­heitlich ist.

Im Video bekommst du noch weit­ere Tipps und siehst, wie die einzel­nen Schritte funktionieren:

Du kannst mit dieser Anleitung ein wenig exper­i­men­tieren: Wenn das Bein hochrutscht, kannst du beispiel­sweise noch ein kleines Stück Gum­mizug in das Bünd­chen ein­fädeln. In eini­gen Fällen, z. B. bei sehr elastis­chen Stof­fen, gefällt dir ein etwas bre­it­er­er Schnitt vielle­icht bess­er. Vielle­icht passt auch eine aufge­set­zte Brust­tasche dazu. Ein anderes Mal ist es vielle­icht schön­er, auch die Ärmel noch mal zu ver­schmälern oder anzupassen.

Fazit Babykleidung selber nähen

Upcycling Sweatshirt Ideen

Manch­mal müssen wir alte Klei­dung aus­sortieren, weil sie an eini­gen Stellen ver­schlis­sen ist. Das heißt aber nicht, dass wir sie wegschmeißen müssen. Du kannst sie auch ein­fach upcyceln und daraus Babyk­lei­dung sel­ber nähen. Mit nur wenig Aufwand wird so aus ein­er alten Bluse von Mama oder dem Hemd von Papa ein Romper für den Nach­wuchs. Du kannst auch Stirn­bän­der, Sweat­shirts, Lätzchen oder andere prak­tis­che Dinge nähen. So wird nichts ver­schwen­det und du kannst deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck klein hal­ten. Tipps für eine nach­haltige Erstausstat­tung find­est du in unserem Rat­ge­ber „Erstausstat­tung: Was braucht ein Baby wirk­lich?“.

Nachhaltiger Adventskalender: 4 DIY Ideen

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Adventskalender nachhaltig selber machen mit Briefumschlaegen
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