Gartentipps: Schritt für Schritt zum Naturgarten

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Ein Garten lässt sich nicht nur im Ein­klang mit der Natur bewirtschaften, im besten Fall schafft man ein eigenes, in sich funk­tion­ieren­des Ökosys­tem. Hier erfährst du, wie es geht.

Natuerliche Gartengestaltung

Damit wir uns wohl fühlen, brauchen wir Pflanzen – schon mal genauer darü­ber nachgedacht? Im Garten find­en wir eine Oase der Ruhe, einen natür­lichen Akku, an dem wir uns wieder aufladen und entspan­nen kön­nen. Wild rank­ender Wein, bunte Blu­men und flat­ternde Schmetter­linge gehören da zu den roman­tis­chen Vorstel­lun­gen viel­er, die im Garten ihre eigene kleine Welt erschaf­fen wollen. Sich mal wieder die Hände schmutzig zu machen, das selb­stange­baute Obst oder Gemüse zu ziehen und Zeit an der frischen Luft zu ver­brin­gen, sind Bal­sam für die Seele. Und noch mehr: Im Garten find­en wir zu unseren Wurzeln zurück – und kön­nen uns die Schön­heit der Natur vor die eigene Haustür holen.

1. Die richtige Planung

Egal, ob du einen Garten kom­plett neu anle­gen möcht­est oder einen vorhan­de­nen nach und nach in einen nach­halti­gen Garten umwan­deln möcht­est: Dieses Vorhaben braucht Zeit und vor allem auch einen konkreten Plan. Schließlich ist es unser Ziel, ein eigenes kleines Ökosys­tem zu erschaf­fen, das im besten Fall nicht nur schön aussieht, son­dern auch funk­tion­iert. Am Anfang sollte man also sorgfältig beobacht­en und ermit­teln, wie der Zus­tand und die Gegeben­heit­en des Gartens derzeit sind. Die Ergeb­nisse lassen sich anschließend in einem Garten­plan fes­thal­ten. Dafür am besten den Grun­driss des Grund­stücks zeich­nen und alle wichti­gen Infor­ma­tio­nen ein­fließen lassen. Je genauer der Plan, desto bess­er wird auch später die Umsetzung.

Planen Nachhaltiger Garten

Das Schöne am Erstellen eines Planes ist vor allem, dass man der Fan­tasie freien Lauf lassen kann. Denn bevor die vorhan­de­nen Ideen auf Mach­barkeit über­prüft wer­den, wer­den alle noch so ver­rück­ten Wün­sche und Vorstel­lun­gen gesam­melt. Manch­mal entste­hen, ger­ade aus sehr kreativ­en Gedanken, wichtige Impulse für die Garten­pla­nung. Damit beim Fan­tasieren nichts vergessen wird, sollte der Garten­plan am Ende noch ein­mal genau gecheckt werden.

Check­liste für den Gartenplan
Lichtver­hält­nisseWelch­er Bere­ich bekommt mehr Sonne, welch­er Teil liegt eher im Schatten?
Gegeben­heit­en im GartenGibt es z.B. Höhe­nun­ter­schiede? Wenn ja, wo?
Boden­ver­hält­nisseIst er feucht, eher trock­en, etc.?
Pflanz­planWelche Pflanzen gibt es bere­its im Garten, welche sollen erhal­ten bleiben und was soll noch dazu kommen?
Auf­bauWo ist die Ter­rasse, wo die Beete, wo der Kom­post etc.? Wie groß sollen die Bere­iche werden?
Natür­liche RessourcenWelche natür­lichen Ressourcen kön­nen genutzt wer­den: Regen­tonne für die Wasserver­sorgung, Kom­post etc.?
Bauliche Maß­na­menWas soll gebaut wer­den? Hochbeete, Ter­rasse, Sichtschutz, Spielmöglichkeit­en oder eigene Beete für Kinder?

Keine Sorge: Der Garten­plan muss kein kün­st­lerisches Meis­ter­w­erk wer­den. Er soll dabei helfen, sich genau vor Augen zu führen, was, wie und wann im Garten entste­hen soll und wie real­is­tisch die Umset­zung ist. Wo soll der Kom­post ste­hen, wie baut man selb­st ein Hochbeet oder eine Kräuter­spi­rale? Der Garten­plan hil­ft diese Fra­gen zu beantworten.

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2. Auf guten Boden kommt es an

Luft, Liebe und genü­gend Licht reichen lei­der nicht aus, damit Pflanzen gedei­hen! Egal, ob Gemüse, Obst oder hüb­sche Blu­men – alle Pflanzen brauchen zum Wach­sen die opti­malen Boden­ver­hält­nisse. Um zu Über­prüfen, ob der Boden zu dicht, zu sandig oder zu lock­er ist, gibt es einige Tests, die man ganz leicht sel­ber aus­führen kann.

Boden Garten

Bestimmung der Bodenart

Ein guter Boden riecht gut. Im besten Fall duftet er nach einem Spazier­gang im Wald. Zur genauen Bes­tim­mung nimmt man etwas feuchte Erde in die Hand und drückt sie zu ein­er Art Wurst zusam­men. Wenn das nicht funk­tion­iert, han­delt es sich mit hoher Wahrschein­lichkeit um einen Sand­bo­den. Dieser ist leicht und warm, kann aber kaum Wass­er spe­ich­ern. Lässt sich die Wurst allerd­ings gut for­men, dann ist der Boden eher lehmig, also schw­er, fest und kalt. Bei­de Böden sind nicht opti­mal für Pflanzen. Im Ide­al­fall ist der Boden, wenn er sich gut zu ein­er Wurst for­men lässt, aber dann auch gle­ich wieder zer­fällt. Das bedeutet, dass er sich leicht bear­beit­en lässt, genü­gend Wass­er spe­ich­ern kann und viele Nährstoffe enthält. Lehm-und Sand­bö­den kön­nen durch das Unter­men­gen von Kom­post aufgebessert werden.

Gartenboden

pH-Wert des Bodens

Auch der pH-Wert ist ein wichtiger Indika­tor für die Qual­ität des Bodens. Er zeigt näm­lich, ob die Erde entwed­er zu sauer, alka­lisch oder neu­tral ist. Liegt der Wert im falschen Bere­ich, kann das die Auf­nahme der Nährstoffe reduzieren und somit auch das Pflanzenwach­s­tum neg­a­tiv bee­in­flussen. Achtung: Da jedes Gewächs einen anderen pH-Wert braucht, richtet sich dieser immer nach der jew­eili­gen Pflanze. Es gibt also keinen all­ge­meinen Richtwert.

Die ver­schiede­nen pH-Werte im Überblick
pH-Wert unter 6,5Gilt als sauer
pH-Wert zwis­chen 6,5 und 7,5Gilt als neutral
pH-Wert von 7,5 und höherGilt als alkalisch

Zum Messen des pH-Wertes gibt es spezielle Test­streifen. Diese wer­den ein­fach in ein Glas getaucht, das mit Wass­er und Erde gefüllt ist, und ver­fär­ben sich dem pH-Wert entsprechend. Übri­gens: Die meis­ten Gemüs­esorten bevorzu­gen einen pH-Wert zwis­chen 6 und 7, also einen neu­tralen bis schwach sauren Boden.

Torffreie Erde

Möchte man seinen Garten mit gekaufter Blumen­erde bere­ich­ern, sollte man torf­freie Blumen­erde kaufen. Denn der Abbau von Torf zer­stört wichtige Biotope wie Moore und Sümpfe und nimmt sel­te­nen Pflanzen- und Tier­arten den Leben­sraum. Nach­haltige Alter­na­tiv­en sind Holz- und Kokos­fasern, Rinden­hu­mus, Kom­post und Zusatzstoffe wie Ton­min­er­alien und Per­lite, die den Boden auch mit jed­er Menge „Nahrung“ versorgen.

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3. Der Mix macht’s: Mischkultur statt Monokultur

In einem nach­halti­gen Garten gilt das Prinzip Per­makul­tur: Die Pflanzen sollen so natür­lich wach­sen, dass ein eigen­ständi­ges kleines Ökosys­tem entste­ht. Und da es in der Natur keine reinen Monokul­turen gibt (es teilen sich immer mehrere ver­schiedene Arten einen Leben­sraum) sollte auch im eige­nen Garten darauf verzichtet wer­den. Sprich: Pflanzen mögen es am lieb­sten, wenn der Anbau von Gemüse, Kräutern und Blu­men möglichst abwech­slungsre­ich ist. Das liegt daran, dass eine Pflanzenart allein den Boden zu ein­seit­ig aus­laugt oder belastet. Lässt man dage­gen ver­schiedene Sorten nebeneinan­der wach­sen, entste­ht eine Mis­chkul­tur, die sich gegen­seit­ig opti­mal ergänzt.

Gemuesegarten Mischkultur

Wer verträgt sich mit wem?

Damit alle ange­baut­en Schüt­zlinge miteinan­der har­monieren, sollte man also unbe­d­ingt darauf acht­en, dass sich jede Pflanzen­fam­i­lie in ein­er guten Nach­barschaft befind­et. Hier ein klein­er Überblick:

PflanzeGute Nach­barnSchlechte Nach­barn
BuschbohnenBohnenkraut, Erd­beeren, Gurken, Sel­l­erie, Rote Bete, Kohlarten, Kopf­salat, Pflück­salat, TomateErb­sen, Fenchel, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
DillGurken, Buschbohnen, Erb­sen, Kohl, Kopf- und Pflück­salat, Möhren, Rote Bete, Zwiebeln
Erd­beerenBuschbohnen, Knoblauch, Kopf­salat, Lauch, Radi­eschen, Ret­tich, Schnit­t­lauch, Spinat, ZwiebelnKohlsorten
GurkenDill, Erb­sen, Fenchel, Kohl, Kopf­salat, Küm­mel, Lauch, Mais, Rote Bete, Sel­l­erie, ZwiebelnTomat­en, Radieschen
Kartof­felnDicke Bohnen, Knoblauch, Kohlra­bi, SpinatKür­bis, Tomat­en, Sel­l­erie, Sonnenblumen
KohlartenBohnen, Dill, Endi­vien, Erb­sen, Kartof­feln, Kopf­salat, Lauch, Sel­l­erie, Spinat, TomatenErd­beeren, Kartof­feln, Knoblauch, Senf, Zwiebeln
MöhrenDill, Erb­sen, Knoblauch, Kopf- und Pflück­salat, Lauch, Man­gold, Por­ree, Radi­eschen, Ret­tich, Schnit­t­lauch, Tomat­en, ZwiebelnRote Beete
Tomat­enBuschbohne, Knoblauch, Kohl, KohlrabiErb­sen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln

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Jedes Jahr soll­ten die Pflanzen an andere Stellen umgepflanzt wer­den, sodass im Boden immer genug Nährstoffe vertreten sind.

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4. Natürlich Düngen

Wer einen nach­halti­gen Garten anlegt, weiß es eigentlich schon selb­st: Pes­tizide und Chemie sind abso­lut tabu. Giftige Pflanzen­schutzmit­tel vertreiben nicht nur Schädlinge, son­dern schaden auch nüt­zlichen Insek­ten und Tieren. Beim Ein­satz gelangt die Chemie außer­dem ins Grund­wass­er und kann es verun­reini­gen. Das Schöne: Auf Pes­tizide kön­nen wir gut verzicht­en. Alles was wir für eine natür­liche Dün­gung brauchen, haben die meis­ten sowieso schon im Garten oder im Haushalt. Gartenkom­post zum Beispiel – er ist ein her­vor­ra­gen­der Dünger und ver­sorgt den Boden zusät­zlich mit wichti­gen Nährstoffen.

Gartenarbeit Natuerlich Duengen

Organischen Dünger selber herstellen

Wild wuch­ernde Bren­nes­seln sind meist ungeliebte Gäste im eige­nen Garten. Was viele aber nicht wis­sen: Das ver­fluchte Unkraut ist ein wahres Wun­der­mit­tel. Aus Bren­nes­seln wird in Verbindung mit Wass­er ein Sud hergestellt, der nicht nur den Boden mit notwendi­gen Nährstof­fen ver­sorgt, son­dern auch lästige Schädlinge, wie Läuse, bekämpfen kann. Weit­ere natür­liche Düngemit­tel find­en wir bei uns im Haushalt: Kaf­fee bringt nicht nur unseren Kreis­lauf in Schwung, son­dern regt auch den Stof­fwech­sel von Blu­men und pflanzen an. Mit Nährstof­fen wie Kali­um, Stick­stoff und Phos­phor, liefert Kaf­feesatz die Nährstoffe, die Pflanzen zum Wach­sen brauchen. Auch Eier­schalen sind ein beliebtes Düngemit­tel und eignen sich durch ihren Kalkge­halt beson­ders gut dafür, um saure Böden zu neu­tral­isieren. Dafür ein­fach die Schalen mit einem Mörs­er zerklein­ern und in das Gießwass­er geben.

Gründüngung

Gründün­gung ist eine natür­liche Meth­ode, um den Garten­bo­den gesund zu hal­ten. Dabei wer­den bes­timmte Gründün­gungspflanzen im Garten aus­gesät, die nicht nur die Erde mit Humus und Nährstof­fen anre­ich­ern, son­dern auch dafür sor­gen, dass die Beete nicht aus­trock­nen und der Boden aufge­lock­ert wird. Schön­er Neben­ef­fekt: Die Blüten dieser Planzen ver­sor­gen Insek­ten außer­dem mit Nek­tar. Wie zum Beispiel die Phacelia aus der Fam­i­lie der Wasserblattgewächse. Mit ihren schö­nen, blauen Blüten wird sie auch Bienen­fre­und genan­nt. Weit­ere beliebte Gründün­gungspflanzen sind Klee, Wick­en und auch Gemüs­esorten, wie Spinat oder Feldsalat.

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5. Pflanzenschutz – natürlich ohne Chemie

Wenn man seinen Pflanzen etwas Gutes tun und natür­lich stärken möchte, sind Pflanzen­brühen, wie die Bren­nes­sel­jauche, ein gutes Mit­tel. Treten jedoch Schädlinge und Krankheit­en auf, brauchen wir manch­mal zusät­zlich tierische Hil­fe: die Nüt­zlinge. Dazu gehören beispiel­sweise Marienkäfer und Ohrenkneifer, die sehr gerne lästige Blat­tläuse verzehren. Und das prak­tis­cher­weise nachts. Am Tage ruhen sie sich aus und stören niemanden.

Kaefer Nuetzlinge Garten

Auch die Lar­ven der Schwe­be­fliegen rück­en Blat­tläusen zu Leibe und ver­til­gen neben­bei auch noch Blattsauger und Spin­n­mil­ben. Ein weit­er­er hart­ge­sot­ten­er Geg­n­er eines jeden Gartens ist die Sch­necke. Als effek­tive Wider­sach­er und pas­sion­ierte Nack­tsch­neck­en­jäger haben sich einige Laufkäfer­arten, Igel und Vögel bewährt. Wer einen dieser Nüt­zlinge im Garten hat, wird sich nur sel­ten mit Sch­neck­en­prob­le­men auseinan­der­set­zen müssen. Und obwohl wir prinzip­iell Insek­ten in unserem Garten schätzen, kön­nen wir auf eine Vielzahl von Schnarken, Mück­en und Mot­ten get­rost verzicht­en. Abhil­fe leis­ten da Fle­d­er­mäuse. Als nächtliche Insek­ten­jäger sind sie sehr wichtig für ein gesun­des, ökol­o­gis­ches Gleichgewicht.

Nützlinge in den Garten locken

Mit der richti­gen Pflanzenauswahl kann man vie­len nüt­zlichen, tierischen Helfern einen Leben­sraum im Garten bieten. Sie danken es uns, indem sie Schädlinge in Schach hal­ten. Qua­si ein ständi­ges Geben und Nehmen. Beson­ders beliebt bei Nüt­zlin­gen sind heimis­che Obst­bäume und Wildge­hölze mit Beeren­frücht­en, denn sie bieten Unter­schlupf und Nahrung zugle­ich. Ein weit­er­er Tipp: Es darf ruhig ein biss­chen unor­dentlich sein. Viele Tier­arten mögen es, wenn im Garten eine Menge an Ästen und Laub herum­liegt. Diese sind ein willkommenes Zuhause für Laufkäfer, Blind­schle­ichen und Vögel. Hor­nissen schätzen die Hölz­er beson­ders: Sie brauchen es als Bau­ma­te­r­i­al für ihre Nester. Eine weit­ere, sehr deko­ra­tive Möglichkeit, um Bienen, Schmetter­linge und andere Insek­ten in den Garten zu lock­en, ist eine Nüt­zlingswei­de. Sie beste­ht aus bun­ten Blu­men wie Mohn, Margeriten, Ringel­blu­men oder Kornblumen.

Nuetzlingsweide

Diese natur­na­he Alter­na­tive zum Rasen kommt vor allem mäh­faulen Per­so­n­en ent­ge­gen: Damit sich die Blu­men und Kräuter ungestört ver­mehren kön­nen, wird nur zweimal im Jahr gemäht.

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6. Von der Biene bis zum Rotkelchen: Artenschutz im Garten

Bere­its ein Drit­tel aller Tier-und Pflanzenarten in Deutsch­land gel­ten als gefährdet und Schuld daran trägt vor allem ein­er: der Men­sch. Durch sein Ein­greifen in die Natur seit der indus­triellen Rev­o­lu­tion hat er viele wichtige Leben­sräume zer­stört, die er jet­zt aber neu schaf­fen kann: Und zwar im eige­nen Garten und/oder sog­ar auf dem eige­nen Balkon. Denn schon mit bes­timmten Pflanzen, Blu­men und duf­ten­den Wild­kräutern kön­nen beispiel­sweise Schmetter­linge und Insek­ten geschützt wer­den. Gegen das erschreck­ende Bienen­ster­ben helfen vor allem wildwach­sende, heimis­che Pflanzen. Eine Blu­men­wiese, wie die Nüt­zlingswei­de, ist eine Oase für die hun­gri­gen, kleinen Bestäuber.

Bienenfreundlicher Garten Artenschutz

Ist ein Früh­ling ohne Vogel­gezwitsch­er vorstell­bar? Lei­der sind wir gar nicht so weit von diesem trost­losen Gedanken ent­fer­nt: In den let­zten 30 Jahren ist die Zahl der Vögel in Europa so drama­tisch zurück­ge­gan­gen, dass der Vogelschutz im eige­nen Garten ein wichtiges The­ma sein sollte. Damit sich unsere gefiederten Fre­unde wohl und willkom­men fühlen, kön­nen wir einiges machen, wie zum Beispiel Nistkästen auf­stellen, die vie­len Voge­larten ide­ale Brut­stät­ten bieten. Auch eine art­gerechte Zufüt­terung lockt Vögel an – und das nicht nur im Win­ter. Ste­ht ihnen im Garten ein ganzjähriges Fut­terange­bot zur Ver­fü­gung, kom­men sie gerne wieder, denn viele Vögel sind kon­di­tion­ier­bar und wis­sen, welche Orte sich anzu­fliegen lohnen und welche weniger. Auch eine vogel­fre­undliche Bepflanzung, wie heimis­che Heck­en, kön­nen helfen: Sie bieten neben sicheren Nist­plätzen auch noch natür­liche Nahrung.

Vogelfreundlicher Garten

Mit ein­er nach­halti­gen Gartengestal­tung macht man gle­ichzeit­ig auch den ersten Schritt in Rich­tung Arten­schutz. Denn natur­na­he, wilde Gärten ver­fü­gen qua­si automa­tisch über eine gesunde Bio­di­ver­sität und sind so kleine Paradiese für heimis­che Tiere.

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7. Das schwarze Gold des Gärtners: der Kompost

Der gute, alte Kom­post ist alles andere als ein wilder Abfall­haufen. Nicht umson­st wird er auch das „schwarze Gold des Gärt­ners“ genan­nt, denn im Kom­posthaufen wer­den Küchen-und Garten­abfälle zu wertvollem Humus umge­wan­delt, der nicht nur her­vor­ra­gend düngt, son­dern auch gle­ichzeit­ig die Boden­struk­tur verbessert. Man kön­nte sagen: Erst ein Kom­post schließt den Stof­fkreis­lauf im Garten. Alles, was wir ent­nehmen, wird auch wieder zurück­ge­führt, sodass möglichst wenig ver­loren geht.

Nachhaltigen Kompost Anlegen

Das Einmaleins des Kompostierens

Eine der wichtig­sten Vor­raus­set­zun­gen für eine erfol­gre­iche Kom­postierung ist die richtige Lage. Je näher sich der Kom­posthaufen an der Ter­rasse befind­et, desto effek­tiv­er wird man ihn auch nutzen, weil es keine große Mühe macht, die Küchen­abfälle dor­thin zu tra­gen. Damit sie dort ungestört ver­rot­ten kön­nen, sollte der Kom­post vor Wind geschützt sein und nicht stun­den­lang direk­ter Sonnene­in­strahlung aus­ge­set­zt sein. Ein opti­maler Kom­post­platz liegt beispiel­sweise unter Sträuch­ern und Bäu­men (etwa Hasel­nusssträuch­er und Hol­un­der­büsche), die den Haufen schützen und so den ganzen Vor­gang beschle­u­ni­gen kön­nen. Klein­er Tipp: Wer­den die Abfälle mit etwas Erde oder anderen organ­is­chen Mate­ri­alien, wie Stroh oder Holzhäck­sel, bestreut, entste­hen keine unan­genehmen Gerüche.

Erfolgreicher Kompost

Was gehört alles in den Kompost?

In einem Kom­post sind die aller­meis­ten organ­is­chen Rohstoffe gut aufge­hoben. Dazu gehören Obst-und Gemüser­este, Eier­schalen, Kaf­fee und Garten­abfälle, wie Strauch-oder Grass­chnitt. Laub sollte man sep­a­rat kom­postieren, weil die Ver­rot­tung der Blät­ter etwas länger dauert. Aber auch Fleisch, Milch­pro­duk­te, Gebäck und andere gekochte Essen­sreste soll­ten nicht auf dem Kom­post lan­den: Diese Abfälle kön­nten Rat­ten anlocken.

Die drei Phasen der Kompostierung
Phase 1: Vor­rotte, AbbauphaseZu Beginn der Kom­postierung ist eine Vielzahl an Mikroor­gan­is­men, wie z. B. Bak­te­rien, Pilze, aktiv. Dabei wer­den leicht abbaubare Stoffe aufges­pal­ten. Bei dieser Zer­set­zung entste­ht Energie, die in Form von Wärme wieder abgegeben wird (ca. 50 - 65 °C), dadurch wer­den Krankheitskeime und Unkraut­samen abgetötet.
Phase 2: Haup­trotte, UmbauphaseDie Tem­per­atur sinkt auf 30 - 45 °C. Pilze wer­den aktiv und der Stof­fum­satz ver­langsamt sich. Humusstoffe wer­den aufge­baut. Der pH-Wert pen­delt sich um etwa pH 7.0 ein.
Phase 3: Reifephase, AbkühlphaseJet­zt wer­den schw­er abbaubare Sub­stanzen im Kom­post min­er­al­isiert, die Tem­per­atur kühlt sich weit­er ab. Würmer, Asseln und andere Kle­in­st­tiere kom­men hinzu, zerklein­ern Mate­r­i­al und tra­gen zur Rei­fung in Kom­pos­ter­de bei.

Verwendung des Komposts

Wie der Kom­post im Garten einge­set­zt wird, hängt vom Reife­grad ab. Man unter­schei­det zwis­chen Roh-, Reife-, und Spezialkom­post. Rohkom­post ist zwis­chen drei und acht Monate alt und deshalb noch nicht fer­tig aus­gereift. Viele Aus­gangsrohstoffe sind zum Teil noch erkennbar und vere­inzelt sind Kom­post­würmer zu find­en. Im Garten darf man ihn nur bed­ingt ein­set­zen, weil er in diesem Zus­tand beispiel­sweise die Samenkeimung der Pflanzen schädi­gen kann. Er sollte also nicht mit Aus­saa­ter­de ver­mis­cht wer­den. Rohkom­post eignet sich aber gut zum Mulchen von Beeren­sträuch­ern und für die Pflege von Pflanzen mit hohem Nährstoff­be­darf, wie Kartof­feln, Tomat­en, Gurken, Zuc­chi­ni, Kür­bis und Kohlgewäch­sen. Reifekom­post ist bere­its über acht Monate alt und ist, wie der Name schon sagt, fer­tig aus­gereifter Kom­post. Man erken­nt ihn daran, dass keine Würmer mehr zu find­en sind. Der Geruch ist waldähn­lich und seine Farbe dunkel­braun. Er wird vor allem als Boden­verbesser­er und Dünger einge­set­zt, da er die Pflanzenge­sund­heit und ihr Wach­s­tum fördert. In vie­len Bere­ichen kann er sog­ar Torf erset­zen. Mit Spezialkom­post ist die sep­a­rate Ver­rot­tung von Laub gemeint. Laubkom­post braucht etwas länger und hat hin­ter­her einen pH-Wert von 4–5. Deshalb eignet er sich für alle Pflanzen, die einen sauren Boden brauchen.

Fazit Naturgarten

Gartenboden Mit Kompost

In erster Lin­ie soll ein Garten zur Erhol­ung beitra­gen. Wenn du ein paar Dinge beacht­est kannst du dir deinen eige­nen Natur­garten kreieren. Durch einen Natur­garten schaffst du wertvolle Leben­sräume für andere Pflanzen und aller­lei Tiere. Umso wichtiger ist es, dass du ohne Gifte, also Kun­st­dünger oder Pes­tizide gärt­nerst. Ver­suche dein grünes Reich im Ein­klang mit der Natur zu bewirtschaften und du wirst sehen: früher oder später wird aus deinem Garten ein kleines, eigenes Ökosystem.

Natürliche Balkongestaltung: So schaffst du dir eine nachhaltige Stadtoase

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Um Blumen zu pflanzen oder Obst und Gemüse zu ernten, brauchst du keinen Garten. Auch auf einem kleinen Balkon lässt es sich nachhaltig gärtnern. Wir zeigen dir, wie eine natürliche Balkongestaltung gelingt.

Gemuetliche Balkongestaltung
Ein Stadtbalkon reicht vielleicht nicht zur Selbstversorgung, trotzdem kann man aus der zur Verfügung stehenden Fläche jede Menge rausholen. Ganz egal, wie groß der Balkon auch ist, selbst auf der kleinsten Terrasse lassen sich viele Pflanzen und Kräuter problemlos kultivieren. Vor allem mit sonniger Ausrichtung hast du die Chance, sehr gute Erträge zu erzielen. Bevor du aber loslegst, solltest du unbedingt diese Fragen beantworten: Was ist auf meinem Balkon überhaupt möglich – wie sonnig oder schattig ist…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

Zum Autor

Gustav Sucher
Donnerstag, 4. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Die richtige Garten­pla­nung ist sehr wichtig. Auch die Erde hat später einen großen Ein­fluss auf die Gartenpflege. Wir haben ein­mal einen Garten kom­plett abge­graben und die Erde erset­zt. Das hat sich pos­i­tiv auf den Rasen Wuchs aus­gewirkt. Danke für die tollen Tipps!

    Jana
    Donnerstag, 4. Oktober 2018, 12:09 Uhr

    Hey Gus­tav, gerne! 🙂 Schön, dass es dir hil­ft! Liebe Grüße!