Alternativen zu Toilettenpapier

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Jed­er benutzt es, kaum ein­er hin­ter­fragt es: Toi­let­ten­pa­pi­er. Ob das wirk­lich notwendig ist und welche Alter­na­tiv­en es gibt, erfährst du hier.

Toilettenzeichen Mann Frau

Die Rolle Klopa­pi­er nach jedem Toi­let­ten­gang gehört für uns so selb­stver­ständlich zum Leben dazu, wie die Luft zum Atmen. Und so ver­braucht jed­er von uns pro Jahr durch­schnit­tlich rund 20.000 Blät­ter Toi­let­ten­pa­pi­er – ohne auch nur einen Gedanken daran zu ver­schwen­den. Nev­er change a run­ning sys­tem. Dabei soll­ten wir das. Wusstest du näm­lich, dass das meiste Toi­let­ten­pa­pi­er aus Frischfas­er hergestellt wird, für das Bäume gefällt wer­den müssen? Und, dass allein für die Pro­duk­tion von Hygien­epa­pieren jeden Tag (!) 270.000 Bäume abge­holzt wer­den? Jed­er sech­ste Baum, der für die Papier­pro­duk­tion bes­timmt ist, stammt dabei aus Urwäldern, die wertvolle Biotope geschützter Arten und wilder Tiere sind. Und als wäre das nicht schon Grund genug, Klopa­pi­er kri­tisch zu hin­ter­fra­gen, set­zen die chemikalien­re­iche Pro­duk­tion, die lan­gen Trans­portwege und die Plas­tikver­pack­ung zum Schluss, noch einen oben­drauf. Wir zeigen dir nach­haltige Alter­na­tiv­en und wie du deinen Aller­w­ertesten auch papier­los reini­gen kannst.

Nachhaltiges Klopapier & Alternativen:

Warum wir auf Klopapier verzichten sollten

Klopapier Und Nachhaltigkeit

Wie du dir vielle­icht schon denken kannst, ist Klopa­pi­er vor allem im Hin­blick auf seine  Öko- bzw. Klima­bi­lanz frag­würdig. Und zwar nicht nur, weil für seine Pro­duk­tion Holz gebraucht wird, son­dern weil dieses von weit herkommt. Über 80 Prozent des benötigten Holzzell­stoffs wird importiert. Rund die Hälfte davon stammt aus Südameri­ka, muss als lange Wege zu uns zurück­le­gen und ist somit für einen enorm hohen CO2-Ausstoß ver­ant­wortlich. Und damit nicht genug: Für die Klopa­pier­pro­duk­tion wer­den schnell wach­sende Hölz­er (meist Euka­lyp­tus) oft­mals auf ehe­ma­li­gen Regen­waldge­bi­eten ange­baut. Sprich: Unsere Toi­let­ten­hy­giene hat einen unmit­tel­baren Ein­fluss auf die Regenwald-Abholzung, das Arten­ster­ben und befeuert let­z­tendlich auch den Kli­mawan­del. Ein weit­eres Prob­lem ist der enorme Wasserver­brauch, denn die Euka­lyp­tus­plan­ta­gen ver­brauchen täglich im Schnitt rund 12.000 Liter pro Hek­tar. Die Folge: Der Grund­wasser­spiegel sinkt ab und der weltweite Wasser­man­gel nimmt zu. Und das alles let­z­tendlich nur, um ein Pro­dukt herzustellen, das nach ein­ma­ligem Benutzen, den Abfluss run­terge­spült wird.

Toilettenpapier

Weiß & weich soll es sein

Um den für das Klopa­pi­er benöti­gen Holzzell­stoff her­auszulösen, ist ein enormer Energieaufwand notwendig. Dazu kommt, dass die meis­ten von uns beson­ders weißes und mehrlagiges Toi­let­ten­pa­pi­er bevorzu­gen. Die Fasern wer­den anschließend also geble­icht und auch dafür wird wieder jede Menge Energie ver­braucht. Übri­gens, ganz by the way: Wusstest du, dass Klopa­pi­er nicht unbe­d­ingt die hygien­is­chste Art ist, um sich nach dem Geschäft zu reini­gen? Klar, der größte „Schmutz“ lässt sich so ent­fer­nen, aber Rück­stände sind unver­mei­d­bar. Hautreizun­gen, Häm­or­rhoiden oder Fis­suren kön­nten die unan­genehmen Fol­gen sein – so einige Mediziner.

Alternative Materialien

Bambus Alternative Klopapier

Wir müssen jet­zt nicht rei­hen­weise auf Klopa­pi­er verzicht­en, aber es lohnt sich, sich nach Alter­na­tiv­en umzuschauen. Es gibt mit­tler­weile nach­haltiges Klopa­pi­er, das aus alter­na­tiv­en Rohstof­fen gewon­nen wird: beispiel­sweise Bam­bus. Bam­bus wächst nicht nur enorm schnell, son­dern stirbt nach dem Abschla­gen auch nicht ab. Zudem braucht er – anders als die Euka­lyp­tus­plan­ta­gen – keine Pes­tizide oder Dünger, um zu wach­sen. Das Bambus-Toilettenpapier von Smooth Pan­da stellt beispiel­sweise eine nach­haltige Alter­na­tive zur kon­ven­tionellen Vari­ante dar. Hier stammt der Bam­bus nicht nur aus ein­er zu 100 Prozent nach­halti­gen Forstwirtschaft, son­dern auch beim Ver­pack­ungs­ma­te­r­i­al wurde kom­plett auf Plas­tik verzichtet. Einen Minus­punkt hat alter­na­tives Bambus-Klopapier den­noch: Es wird zwar fair und ökol­o­gisch kor­rekt pro­duziert, doch lange Trans­portwege fall­en auch hier an.

Waschlappen als Ersatz

Feuchter Lappen Klopapier Satz

Bevor du jet­zt „Igitt“ denkst und schnell weit­er­scrollst: Stopp! In vie­len löst es garantiert Unbe­ha­gen aus, sich mit einem Stof­flap­pen den Hin­tern abzuwis­chen und diesen hin­ter­her auswaschen zu müssen, aber: Das Ergeb­nis ist nicht nur sauber­er und hygien­is­ch­er, son­dern diese Vari­ante hat durch seinen Mehrwegcharak­ter einen echt­en ökol­o­gis­chen Vorteil. Alles was du brauchst, ist ein Waschlap­pen oder einen anderen saugfähi­gen Stof­flap­pen. Nach dem Benutzen lan­det dieser aber eben nicht in der Kloschüs­sel, son­dern wird beispiel­sweise in einem Eimer gesam­melt, später kurz durch­spült und anschließend in der Waschmas­chine gewaschen. Damit das alles hygien­isch rein wird, wer­den dafür allerd­ings hohe Waschtem­per­a­turen benötigt, was sich natür­lich wieder neg­a­tiv auf die Öko­bi­lanz auswirkt.

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Die Po-Dusche

Happy Po Popo Dusche
Mobile Po-Dusche von HappyPo

Wer schon ein­mal in Asien unter­wegs war, ken­nt sie bes­timmt: die Po-Dusche. In Reich­weite der Toi­lette befind­et sich hier in der Regel kein Klopa­pi­er, son­dern ein Schlauch mit Duschkopf, mit dem man sich den Hin­tern abbrausen kann. Zugegeben: Diese Prax­is der Intim­reini­gung ist gewöh­nungs­bedürftig, aber wer sich darauf ein­lässt und es aus­pro­biert, wird die Vorteile schnell bemerken: Die Reini­gung ist viel gründlich­er, die Hand­habung ist ein­fach und es kommt dabei wed­er zu Müll, noch zu einem hohen Energieaufwand. Da die Klos in Deutsch­land vor­wiegend über keine Popo-Dusche ver­fü­gen, musst du trotz­dem nicht auf diesen nach­halti­gen Klopapier-Ersatz verzicht­en. Mobile, han­dliche Duschen, wie die von Hap­py­Po, kön­nen die Lösung sein. Rein optisch erin­nern sie an über­große, elek­trische Zahn­bürsten, doch im Grunde sind die mobilen Po-Duschen ein­fache Kun­st­stoff­flaschen, die vor dem Toi­let­ten­gang mit Wass­er gefüllt wer­den. Durch Drück­en auf den Wasser­be­häl­ter wird ein Wasser­strahl erzeugt, mit dem sich der Intim­bere­ich je nach Gus­to reini­gen lässt, denn die Stärke der Brause ist indi­vidu­ell anpassbar.

Das Bidet

Sitzwaschbecken Bidet

Eine Art Po-Dusche gab es auch eine lange Zeit bei uns in Europa: Das Bidet ist eine Art Sitzwaschbeck­en und wurde im 18. Jahrhun­dert in Frankre­ich erfun­den. Noch bis vor weni­gen Jahrzehn­ten gehörte es zum fes­ten Bestandteil viel­er, deutsch­er Badez­im­mer, doch heute sind Bidets sel­ten gewor­den. Schade eigentlich, denn diese Sitzwaschbeck­en ermöglichen eine ein­fache, bequeme und gründliche Reini­gung des Intim­bere­ichs (oder natür­lich auch der Füße). Ein Nachteil: Wer über kein Bidet ver­fügt, hat in der Regel auch keinen Platz dafür. Außer­dem ist die Anschaf­fung und Instal­la­tion des Sitzwaschbeck­ens auch ein finanzieller Aufwand, den sich nicht jed­er leis­ten kann.

Soziales Klopapier

Goldeimer Klopapier
Soziales Klopa­pi­er von Goldeimer

Doch nicht jed­er möchte von jet­zt auf gle­ich zu den Klopapier-Alternativen wech­seln. Das Ganze ist schließlich auch ein Prozess und der Men­schen – das wis­sen wir alle – ist ein Gewohn­heit­sti­er. Wer also weit­er­hin auf das gute, alte Toi­let­ten­pa­pi­er set­zen möchte, kann ganz neben­bei etwas Gutes tun und soziales Klopa­pi­er kaufen. Beispiel­sweise das Goldeimer-Klopapier von Viva con Agua. Das beste­ht näm­lich nicht nur zu 100 Prozent aus Recycling-Papier, son­dern mit dem Kauf ein­er Pack­ung wer­den weltweit San­itär­pro­jek­te unter­stützt. Wenn du dich dafür inter­essiert, dann hör dir doch Mal in unseren Pod­cast rein. Hier erzählt Ben­ny Adri­on, dem Grün­der von Viva con Agua, alles über diese gemein­nützige Organ­i­sa­tion und die Projekte:

Fazit

Toilettenpapierrolle

Ja, am nach­haltig­sten wäre es sicher­lich gän­zlich auf Klopa­pi­er zu verzicht­en. Das ist jedoch nicht für jeden vorstell­bar und das ist auch völ­lig okay. Den­noch wäre es wün­schenswert, dass ein Umdenken bezüglich unseres Kon­sums stat­tfind­et und wir zumin­d­est damit anfan­gen, Toi­let­ten­pa­pi­er sparsamer zu benutzen. Außer­dem müssen wir nicht unbe­d­ingt schneeweißes, 4-lagiges „Luxus“-Klopapier kaufen. Es gibt Alter­na­tiv­en, die uns wenig­stens einen Schritt in Rich­tung Nach­haltigkeit machen lassen, ohne dass wir unsere Gewohn­heit­en von Grund auf ändern müssen. Falls dich Po-Dusche & Co. aber nicht völ­lig abschreck­en, ist es in jedem Fall einen Ver­such wert, diese Alter­na­tiv­en ein­mal auszuprobieren.

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