OTTO ready kooperiert mit Conrad Connect
Technologie

OTTO ready kooperiert mit Conrad Connect

Smarter Bestellservice jetzt für noch mehr Geräte von noch mehr Herstellern verfügbar

12.12.2019 Von Ingo Bertram Lesedauer: 4 Minuten
OTTO erweitert seinen smarten Bestellservice OTTO ready. Dank einer neuen Kooperation mit der IoT-Plattform Conrad Connect steht OTTO ready künftig für noch mehr smarte Geräte von noch mehr Herstellern zur Verfügung – und kann sogar mit analogen, nicht onlinefähigen Geräten genutzt werden. Was Kund*innen jetzt wissen sollten und was OTTO im Internet of Things (IoT) noch so plant, verraten Dr. Frederike Fritzsche und Jörg Heinemann von OTTO ready

Hallo Jörg, einmal kurz zur Einordnung: Was ist OTTO ready?

JÖRG HEINEMANN: OTTO ready vernetzt internetfähige Haushaltsgeräte wie Spül- oder Waschmaschinen mit der Plattform otto.de und ermöglicht das automatisierte Nachbestellen von Verbrauchsmitteln wie Wasch- oder Spülmittel.

Ihr kooperiert jetzt ganz frisch mit Conrad Connect. Was ist das?

FREDERIKE FRITZSCHE: Conrad Connect ist eine herstellerunabhängige IoT-Projektplattform, die intelligente Geräte, Apps und Services verschiedener Hersteller und Marken vernetzt. Dazu zählen unter anderem Philips, Fitbit, Google Home, Sonos, Nest Labs – und jetzt eben auch OTTO ready. Am Ende ist Conrad Connect also eine große digitale Plattform, die Services verschiedener Hersteller unter einem Dach vereint – vom Smart Home bis zum Fitness-Tracking.

Klingt kompliziert.

FREDERIKE: Ist es aber nicht. Der Ansatz, eine Plattform für möglichst viele Online-Services zu nutzen, finde ich grundsätzlich ziemlich komfortabel – gerade im Smart Home. Aus Sicht vieler Kund*innen allemal besser, als für jeden Service eine eigene App oder Plattform nutzen zu müssen.

Dr. Frederike Fritzsche Da herstellerindividuelle Schnittstellen recht aufwändig zu programmieren sind, können wir mit Conrad Connect viel schneller skalieren.

Dr. Frederike Fritzsche, Business Owner OTTO ready

Was haben Kund*innen von OTTO ready davon? Was verändert sich durch die Kooperation?

JÖRG: Viel mehr Kund*innen als bisher können bald OTTO ready nutzen. Bislang waren unsere Services für internetfähige Geräte der Marken Bosch, Neff und Siemens verfügbar. Analoge Geräte sowie smarte Geräte anderer Hersteller blieben außen vor. Das ändert sich nun: Conrad Connect steht nämlich nicht nur auf zahlreichen internetfähigen Haushaltsgeräten diverser Hersteller zur Verfügung, sondern kann auch über Smart Speaker, Messengerdienste, digitale Buttons oder smarte Schalter bedient werden.

Das heißt konkret … was?

JÖRG: Dass künftig zum Beispiel auch ganz normale, analoge Haushaltsgeräte an OTTO ready angeschlossen werden können – die drei Jahre alte Waschmaschine bei den Eltern ebenso wie die gebraucht gekaufte Spülmaschine in der Studenten-WG.

Ihr macht mit Conrad Connect also Haushaltsgeräte smart, die gar nicht smart sind?

JÖRG: Das ist nur einer von vielen Aspekten der Kooperation, aber: Ja, du kannst OTTO ready über Conrad Connect bald für jede Spülmaschine, für jede Waschmaschine, für jedes andere Haushaltsgerät nutzen. Einzige Bedingung: Wir müssen das passende Verbrauchsmittel im Angebot haben. Da rüsten wir gerade auf.

Wie geht das technisch?

JÖRG: Conrad Connect funktioniert nicht nur direkt auf neuen, onlinefähigen Haushaltsgeräten, sondern beispielsweise auch auf Smart Speakern, digitalen Buttons oder smarten Schaltern. Wer zum Beispiel einen „Smart Switch“ oder „Smart Button“ zuhause hat, kann – nach vorheriger Programmierung – auf Knopfdruck über OTTO ready Verbrauchsmittel nachbestellen. Egal, für welches Haushaltsgerät und egal, wie alt dieses Gerät ist. Auch die Bestellung per Sprachbefehl ist möglich, über Google Home oder Amazon Echo etwa. Kurzum: Die Nutzungsmöglichkeiten von OTTO ready erweitern sich drastisch.

Jörg Heinemann "Der Nutzen vollvernetzter Haushaltsgeräte hängt von den Services ab. Niemand braucht eine Waschmaschine, die grundlos redet."

Jörg Heinemann, Principal Innovation & Digitalisation

Ist ein Ausbau der Zusammenarbeit vorgesehen?

FREDERIKE: Ja, wir werden in den nächsten Monaten das über Conrad Connect bestellbare Produktsortiment sukzessive ausbauen und dabei auch in neue Geräteklassen vordringen. Zuletzt haben wir uns vor allem auf Wasch- und Spülmaschinen konzentriert, die automatisch etwa Spülmittel, Tabs oder Klarspüler ordern. Es gibt aber unzählige weitere Fälle, wo OTTO ready zur Anwendung kommen könnte. Passende Batterien oder Druckerpatronen sind nur zwei Beispiele von vielen.

Klingt nach einer Mammutaufgabe.

FREDERIKE: Ja. Deshalb sind Kooperationen mit Plattformen wie Conrad Connect für uns so spannend. Sie erschließen uns mit einem Mal zahlreiche neue Hersteller, Produkte, Anwendungen. Da herstellerindividuelle Schnittstellen recht aufwändig zu programmieren sind, können wir so viel schneller skalieren. Mit unserer OTTO-ready-Software konzentrieren wir uns deshalb aktuell auf Standard-Schnittstellen (APIs). Conrad Connect ist die erste Partnerschaft, die von dieser neuen Technik profitiert.

JÖRG: Parallel sprechen wir weiterhin mit vielen Herstellern direkt. Produzenten von Haushaltsgeräten und von Smart-Home-Artikeln zählen ebenso dazu wie Hersteller von IoT-Geräten, wie Mährobotern, Zahnbürsten oder Druckern. Ziel ist es, alle für uns relevanten Geräte und Geräteklassen direkt mit OTTO ready bei OTTO bestellfähig zu machen.

2020 wird OTTO ready also weiter ausgebaut?

JÖRG: Definitiv. Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr mindestens zwei der weltweit größten Haushaltsgerätehersteller an OTTO ready angebunden haben werden. Zudem rechne ich damit, dass wir nächstes Jahr – neben der Küche – auch mit ersten Bestelllösungen im Garten- und Badezimmerbereich starten werden.

Also liefert OTTO auch bald Klopapier.

FREDERIKE: Abwarten. Details verraten wir, wenn es spruchreif ist. Wir haben in jedem Fall ein paar spannende Projekte in der Pipeline.

Smart Home bleibt also weiter Trend?

JÖRG: Es fängt gerade erst an, der Smart-Speaker-Boom befeuert die Entwicklung gerade enorm. Vernetzte Haushaltslösungen werden in den nächsten Jahren massiv an Fahrt gewinnen. Haushaltsgeräte ohne Online-Schnittstelle sterben aus, da bin ich mir sicher.

Also hört die Waschmaschine bald überall aufs Wort?

JÖRG: Ja, wobei der Nutzen vollvernetzter Haushaltsgeräte für die Kund*innen davon abhängen wird, wie die Services dahinter aussehen. Nur wenn es gelingt, echte Mehrwerte zu bieten – mehr Komfort etwa – wird sich die Nutzung im Alltag durchsetzen. Niemand braucht eine Waschmaschine, die grundlos redet.

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