Eldercare: Wenn Betroffene Hilfe brauchen
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Eldercare: Wenn Betroffene Hilfe brauchen

Wenn es um die Pflegebedürftigkeit von kranken Eltern geht, sind die Angebote von Unternehmen mau. Es ist Zeit, sich auch mit diesem Thema bewusst auseinanderzusetzen

05.09.2019 Von Linda Gondorf Lesedauer: 3 Minuten
Kolleg*innen fühlen sich beim Thema „Pflege von Angehörigen" nicht nur privat alleine gelassen, sondern wissen auch im beruflichen Kontext oft nicht, wo sie schnell und einfach Infos bekommen. So muss es aber nicht sein. OTTO bietet seit Jahren intern Beratungstermine für Betroffene an und erweitert nun das Angebot


Es ist doch so: Geht es um die Kinderbetreuung, sind viele Unternehmen schon sehr gut aufgestellt, haben verschiedene Modelle, helfen bei der Kitasuche und anderen Herausforderungen. Geht es aber um die Pflegebedürftigkeit der Eltern, dann sind die Angebote der Unternehmen eher mau. In einer quantitativen Unternehmensbefragung namens „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ von 2018, kam heraus, dass 58 Prozent der befragten Unternehmen betriebliche Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege weder etabliert noch geplant haben. Knapp die Hälfte der Teilnehmer*innen (47 Prozent) hielt noch fest, dass speziell „Pflege von an Demenz erkrankten Angehörigen“ bei betriebsinternen Angeboten für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in ihrem Unternehmen „überhaupt keine Rolle“ spiele.

Klar ist aber: Die Gruppe der Hochaltrigen wächst: Zahlen aus 2018 des Bundesministeriums für Gesundheit zeigen, dass etwa 3,5 Millionen Menschen in Deutschland als pflegebedürftig im Sinnen des Sozialgesetzbuchs gelten.

Die Gesellschaft wandelt sich, es gibt eine höhere Erwerbsquote, einen späteren Renteneintritt der Beschäftigten und die Knappheit an professionell Pflegenden. So gehen Experten davon aus, dass es in den nächsten drei bis vier Jahrzehnten zu einem weiteren enormen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen kommen wird.

Hürden überwinden und endlich drüber reden

Grundsätzlich ist die Pflege eines Angehörigen, anders als die Kinderbetreuung, oft sehr stark emotional belastend. Es handelt sich dazu auch um eine Situation, die zeitlich nicht abschätzbar ist. Betroffene erleben in vielen Fällen Angst, Überforderung und Familienkonflikte. Dazu kommt der Druck der Arbeit, den jede*r Arbeitnehmer sich selbst macht: Wie sage ich es meinem Chef? Wo kriege ich Hilfe? Kann ich Stunden verringern? Reicht das Geld? Man will den Erwartungen im Beruf weiterhin gerecht werden, weiß aber, dass dies utopisch ist. Es gibt also oft Vereinbarkeitskonflikte am Arbeitsplatz, die zum zusätzlichen Stressfaktor für pflegende Angehörige wird. Was tun?

Als Unternehmen helfen

OTTO nimmt sich seit Jahren dieser Aufgabe an und bietet verschiedene Lösungen für Betroffene. So gibt es immer wieder Eldercare-Vorträge zum Thema Demenz, die für Angehörige sehr hilfreich sind. Dazu bietet OTTO intern Beratungstermine und Sprechstunden mit Expert*innen für Betroffene an. Kolleg*innen können sich hier schnell und unkompliziert rund ums Thema Betreuung und Pflege informieren. So lassen sich Fragen klären wie zum Beispiel: Welche Möglichkeiten habe ich als Familie, was muss ich beachten und was beantragen? Hier können sie sich über Ansprüche, Anträge und Probleme austauschen und Hilfe erhalten. Dazu gibt es in regelmäßigen Abständen Kurse zu relevanten Themen der Pflege direkt bei OTTO. Mit maximal 12 Teilnehmer*innen geht es neben fachlichem Input auch immer um den persönlichen Austausch untereinander. „Viele Kolleg*innen müssen täglich den Spagat zwischen Berufstätigkeit und Pflege im Alltag meistern. Wir wollen als Unternehmen auch in dieser Lebensphase helfen und bieten daher ein breites Spektrum an Beratungsangeboten an“, sagt Sabine Josch, OTTO Personaldirektorin.
Auch für den Austausch zwischen Betroffenen wird neuerdings gesorgt: So stellt das Gesundheitsmanagement und die psychosoziale Beratung einen eigenen Microsoft-Teamraum zur Verfügung. In einer Art Chat können sich Gleichgesinnte austauschen und Hilfestellungen geben.

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