Man­che Din­ge sieht man nur ein­mal im Leben – hat dann aber hof­fent­lich die Kame­ra dabei. Doch manch­mal schaf­fen es die ein­ge­fan­ge­nen Erin­ne­run­gen gar nicht ins Foto­al­bum daheim, weil uns eine defek­te Spei­cher­kar­te einen Strich durch die Rech­nung macht. Oder wir löschen ver­se­hent­lich die wich­tigs­ten Schnapp­schüs­se. In der Regel ist das aber kein Grund zur Panik. Wir zei­gen dir, mit wel­chen Pro­gram­men du die gelösch­ten Bil­der auf dei­ner SD-Kar­te wie­der­her­stel­len kannst und wie du dem Daten­ver­lust vor­beugst.

Ers­te Hil­fe für die SD-Kar­te

Nicht immer ist ein tech­ni­scher Defekt der Grund dafür, dass eine SD-Kar­te nicht mehr gele­sen wer­den kann. Bevor du die Daten­ret­tung mit einer Soft­ware star­test, kannst du mit den fol­gen­den Schrit­ten eine äuße­re Beschä­di­gung aus­schlie­ßen:

  1. Schreib­schutz-Schal­ter umle­gen: An den meis­ten Kar­ten befin­det sich ein klei­ner Schal­ter, der den Schreib­schutz akti­viert oder deak­ti­viert. Lege ihn so um, dass er nicht auf das Schloss-Sym­bol zeigt.
  2. Ste­cke dei­ne SD-Kar­te in ande­re End­ge­rä­te, etwa eine ande­re Kame­ra oder einen PC. So stellst du sicher, dass sich der Defekt auch wirk­lich in der Kar­te befin­det.
  3. Rei­ni­ge dei­ne SD-Kar­te: Sind die metal­le­nen Kon­takt­flä­chen ver­un­rei­nigt, kann das die Les­bar­keit beein­träch­ti­gen. Hier kannst du vor­sich­tig mit einem in Spi­ri­tus getränk­ten Wat­te­stäb­chen oder Kon­takt­spray ans Werk gehen.

Wie­der­her­stel­lung mit “Recu­va”

“Recu­va” ist ein kos­ten­lo­ses Pro­gramm für Win­dows, das dir dabei hilft, gelösch­te Daten auf dei­ner SD-Kar­te wie­der­her­zu­stel­len.

“Recu­va” läuft auf Win­dows 10, 8.1, 7, Vis­ta und XP.

Dem Pro­gramm ist es dabei egal, auf wel­che Art und Wei­se die Daten ver­lo­ren gegan­gen sind – ob du sie also ver­se­hent­lich von der Digi­cam gelöscht hast, sie im Win­dows-Papier­korb gelan­det sind oder Opfer eines Pro­gramm­feh­lers oder Virus wur­den.

So ret­test du mit “Recu­va” dei­ne Daten:

  1. Lade dir das kos­ten­lo­se Pro­gramm “Recu­va” von CClea­ner hier her­un­ter und instal­lie­re es auf dei­nem Com­pu­ter.
  2. Ver­bin­de die Spei­cher­kar­te, deren Inhalt du wie­der­her­stel­len möch­test, mit dem Rech­ner.
  3. Star­te nun “Recu­va”.
  4. Wäh­le zuerst den Datei­typ der Daten aus, die du wie­der­her­stel­len möch­test. Etwa Bil­der, wenn du auf dei­ne Urlaubs­bil­der nicht mehr zugrei­fen kannst.
  5. Anschlie­ßend gibst du an, wo das Pro­gramm nach den ver­lo­re­nen Daten suchen soll. Gib hier Auf mei­ner Spei­cher­kar­te oder iPod an.
  6. Mit einem Klick auf Wei­ter star­test du die Über­prü­fung.
  7. “Recu­va” zeigt dir nun alle Daten, die geret­tet wer­den kön­nen. Triff dei­ne Aus­wahl und kli­cke auf Wie­der­her­stel­len.
  8. Gib abschlie­ßend noch den neu­en Spei­cher­ort für dei­ne geret­te­ten Bil­der an. Das kann bei­spiels­wei­se die Fest­plat­te dei­nes Com­pu­ters sein.

Die­se Datei­for­ma­te ret­tet “Recu­va”

JPG, PNG, RAW, GIF, JPG, BMP, MP3, WMA, OGG, WAV, AAC, M4A, DOC, XLS, PPT, ODT, ODS, PDF, DOCX, XLSX, PPTX, AVI, MOV, MPG, MP4, FLV, WMV, ZIP, 7Z, RAR, BZIP2, GZIP, TAR, WIM, XZ

“Recu­va” hilft dir nicht nur dabei, dei­ne Urlaubs­bil­der zu ret­ten, son­dern kann auch ver­lo­ren geglaub­te E‑Mails wie­der zum Vor­schein brin­gen, Doku­men­te aus dem Papier­korb beför­dern und Vide­os oder Sound­da­tei­en suchen. Außer­dem funk­tio­niert das Pro­gramm auch in die ande­re Rich­tung: Du kannst mit “Recu­va” Datei­en über­schrei­ben und end­gül­tig von der Fest­plat­te ent­fer­nen.

Neben der kos­ten­lo­sen Ver­si­on gibt es noch das kos­ten­pflich­ti­ge “Recu­va Pro­fes­sio­nal”. Hier­mit kannst du bei­spiels­wei­se auch kom­pri­mier­te Datei­ar­chi­ve durch­su­chen las­sen.

Wie­der­her­stel­lung mit “Data Reco­very”

“EaseUS Data Reco­very Wizard” kann dir eben­falls bei der Daten­ret­tung hel­fen oder auch Daten unwi­der­ruf­lich löschen. “Data Reco­very” lässt sich mit Win­dows und macOS nut­zen.

So ret­test du dei­ne Daten mit “Data Reco­very”:

  1. Lade dir “Data Reco­very” her­un­ter. Hier für Win­dows und hier für MacOS.
  2. Ver­bin­de dei­ne SD-Kar­te mit dei­nem Com­pu­ter.
  3. Star­te “Data Reco­very” und wäh­le die SD-Kar­te zum Durch­su­chen aus und kli­cke auf Scan.
  4. Der Scan läuft nun auf zwei Ebe­nen: Nach einem ers­ten Über­flie­gen wird bereits ein Teil der gefun­de­nen Daten auf­ge­lis­tet. Gleich­zei­tig läuft ein tie­fer­ge­hen­der Scan, der noch mehr Daten auf­spü­ren kann. Die­ser kann eini­ge Minu­ten dau­ern.
  5. War­te ab, bis die ver­lo­re­nen Datei­en auf­ge­lis­tet wer­den. Wäh­le dann alles aus, was du wie­der­her­stel­len möch­test, indem du ein Häk­chen bei Alle aus­wäh­len setzt. Um nur ein­zel­ne Datei­en zu ret­ten, setzt du das Häk­chen nur bei den ent­spre­chen­den Bil­dern, Vide­os etc.
  6. Kli­cke auf Wie­der­her­stel­len.
  7. Wäh­le nun einen neu­en Spei­cher­ort für die wie­der­her­ge­stell­ten Datei­en aus und kli­cke erneut auf Wie­der­her­stel­len. Spei­che­re sie nicht wie­der auf der SD-Kar­te, da so ande­re gelösch­te Datei­en über­schrie­ben wer­den wür­den. Die­se könn­test du dann zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nicht mehr wie­der­her­stel­len.

Die­se Datei­for­ma­te ret­tet “Data Reco­very”

JPG/JPEG, TIFF/TIF, PNG, BMP, GIF, PSD, CRW, CR2, NEF, ORF, SR2, MRW, DCR, WMF, RAW, SWF, SVG, RAF, DNG, AVI, MOV, MP4, M4V, 3GP, 3G2, WMV, MKV, ASF, FLV, SWF, MPG, RM/RMVB, MPEG, DOC/DOCX, XLS/XLSX, PPT/PPTX, PDF, CWK, HTML/HTM, INDD, EPS, ZIP, RAR, SIT, ISO, PST, DBX, EMLX

“Data Reco­very” kann nicht nur die Bil­der auf dei­ner SD-Kar­te ret­ten, son­dern erweist sich auch bei ande­ren Com­pu­ter­pan­nen als gute Hil­fe. Etwa wenn sich die­ser nicht mehr hoch­fah­ren lässt, Opfer einer Virus-Atta­cke wur­de, die Fest­plat­te äußer­lich beschä­digt ist oder du ein­fach nur vor­schnell den Papier­korb geleert hast.

Willst du nur ein paar Urlaubs­bil­der ret­ten, reicht wahr­schein­lich die kos­ten­lo­se Ver­si­on des Pro­gramms aus. Hier ste­hen dir zunächst 500 MB zur Ver­fü­gung. Wenn du über den Tei­len-But­ton ein biss­chen Wer­bung für das Pro­gramm auf Face­book machst, ret­tet “Data Reco­very” auch bis zu zwei GB Daten. Brauchst du mehr, kannst du zur kos­ten­pflich­ti­gen Ver­si­on wech­seln.

Wie­der­her­stel­lung mit “Test­Disk” und “Pho­to­Rec”

Die kos­ten­lo­se Open-Source-Soft­ware “Test­Disk” hilft dabei, dei­ne Fest­plat­te wie­der­her­zu­stel­len. Das Pro­gramm kommt inklu­si­ve der Ret­tungs­soft­ware “Pho­to­Rec”. Die­se hilft dir, gelösch­te Bil­der von dei­ner SD-Kar­te wie­der­her­zu­stel­len.

Die Open-Source-Soft­ware lässt sich mit Win­dows und macOS nut­zen.

Wäh­rend der Her­stel­ler frü­her ohne visu­el­le Ober­flä­che arbei­te­te, wur­de die neu­es­te Ver­si­on mit einer gra­fi­schen Benut­zer­ober­flä­che aus­ge­stat­tet. Somit kannst du dich ganz nor­mal durch das Pro­gramm kli­cken, ohne selbst Befeh­le ein­ge­ben zu müs­sen.

So gehst du vor:

  1. Lade dir “Test­Disk” mit “Pho­to­Rec” hier her­un­ter.
  2. Schlie­ße dei­ne Spei­cher­kar­te an dei­nen Rech­ner an.
  3. Star­te das Pro­gramm “Test­Disc” und akti­vie­re die gra­fi­sche Benut­zer­ober­flä­che, indem du qphotorec_win.exe ein­gibst.
  4. Wäh­le nun dei­ne SD-Kar­te als zu durch­su­chen­den Daten­trä­ger aus.
  5. Kli­cke auf Brow­se und wäh­le einen neu­en Spei­cher­ort für die wie­der­her­ge­stell­ten Bil­der aus. Nimm hier­für nicht erneut die SD-Kar­te.
  6. Anschlie­ßend kannst du unter File For­mats aus­wäh­len, wel­ches Datei­for­mat du wie­der­her­stel­len möch­test. Etwa JPG oder RAW. Bestä­ti­ge mit einem Klick auf OK.
  7. Mit einem Klick auf Search star­test du nun den Such­vor­gang.
  8. “Pho­to­Rec” durch­sucht nun die SD-Kar­te und stellt alle gefun­de­nen Bil­der an dem von dir gewähl­ten neu­en Spei­cher­ort wie­der her.

Die­se Datei­for­ma­te ret­ten “Test­Disk” und “Pho­to­Rec”

Alle gän­gi­gen Datei­for­ma­te, außer­dem SD-Kar­ten, USB-Stick, CD, DVD, Blu-ray Disc.

Fin­dest du dich auch ohne visu­el­le Ober­flä­che gut in Pro­gram­men zurecht, kannst du mit “Test­Disk” und “Pho­to­Rec” noch wei­ter in die Tie­fe gehen und etwa beschä­dig­te Par­ti­ti­ons­ta­bel­len wie­der­her­stel­len.

Die Soft­ware arbei­tet im Read-Only-Modus. Sie liest den unter­such­ten Daten­trä­ger also nur aus, ohne ihn zu über­schrei­ben. Dadurch wird ver­hin­dert, dass wäh­rend der Daten­ret­tung wei­te­re Schä­den ver­ur­sacht wer­den.

Daten­ver­lust vor­beu­gen

Ver­lo­re­ne Daten kannst du zwar in vie­len Fäl­len wie­der­her­stel­len – noch bes­ser ist es aber, wenn Bil­der & Co. gar nicht erst ver­schwin­den. Einem Daten­ver­lust kannst du schon mit ganz ein­fa­chen Mit­teln vor­beu­gen.

Wäh­rend eines wich­ti­gen Foto­shoo­tings oder auf län­ge­ren Urlaubs­rei­sen nutzt du lie­ber meh­re­re SD-Kar­ten. Dazu packst du dir ent­we­der nur klei­ne Kar­ten mit acht oder 16 GB Spei­cher­ka­pa­zi­tät zu dei­ner Aus­rüs­tung. Dann wird dich dei­ne Kame­ra ohne­hin nach eini­ger Zeit um eine neue Kar­te bit­ten. Oder du wech­selst grö­ße­re Kar­ten ein­fach selbst aus, noch bevor sie voll­ge­schrie­ben sind. Ist eine Kar­te beschä­digt, oder hast du aus Ver­se­hen ihren Inhalt gelöscht, ver­lierst du nicht gleich alle Bil­der vom Shoo­ting bzw. Urlaub.

Hat die Spei­cher­kar­te zumin­dest das Shoo­ting unbe­scha­det über­stan­den, ist es rat­sam, die Daten mög­lichst rasch auf einem zwei­ten Spei­cher­me­di­um zu sichern. Lade dei­ne Bil­der auf den Lap­top, die exter­ne Fest­plat­te oder schi­cke sie in die Cloud. Und ver­giss auch ande­re SD-Kar­ten nicht, etwa die in dei­nem Android-Smart­pho­ne. Hier ist es rat­sam, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den ein Back­up zu erstel­len.

Nichts ist wirk­lich ver­lo­ren, …

… außer es ist über­schrie­ben. Dann sieht es für die Daten­ret­tung schlecht aus. Solan­ge aber nur ein klei­ner Defekt bei dei­ner Spei­cher­kar­te vor­liegt, gibt es zahl­rei­che kos­ten­lo­se Pro­gram­me, die dir dei­ne Daten wie­der­be­schaf­fen.

Wich­tig ist nur, mög­lichst schnell mit der Daten­ret­tung zu begin­nen und wie­der­her­ge­stell­te Bil­der & Co. dann auf einem ande­ren Spei­cher­me­di­um zu sichern. Auf kei­nen Fall soll­test du dei­ne SD-Kar­te vor­her wie­der benut­zen. Dabei könn­ten die unge­wollt gelösch­ten Bil­der unwi­der­ruf­lich über­schrie­ben wer­den.

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