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UPDATED wee­kly: Whats­App ist täg­lich neu, Goog­le Home zeigt das Mor­gen, Ata­ri fei­ert das Ges­tern & mehr

Jede Woche geschehen interessante Dinge in der Technik-Welt. Es ist schwer, da den Überblick zu behalten. UPDATED fasst daher die wichtigsten News kompakt zusammen.

Ist mor­gen schon heu­te? Und ges­tern dann mor­gen? Dass man sich beim Tem­po der Tech­nik schon ein­mal heu­te wie von ges­tern füh­len kann, ist nichts Neu­es. Aber die­se Woche lagen Zukunft und Retro so eng bei­ein­an­der, dass man­chem schwind­lig wird. So könn­te es pas­sie­ren, dass wir schon bald unse­rem smar­ten Laut­spre­cher sagen, er möge die gute alte Ata­ri-Kon­so­le anschal­ten. Oder dass unser Smart­pho­ne über vier Kame­ras ver­fügt – wir dann aber drei Tage auf das geknips­te Ergeb­nis war­ten. Alles Zukunfts­mu­sik von ges­tern? Mit­nich­ten: Hier sind die wich­tigs­ten (und wit­zigs­ten) News der ver­gan­ge­nen Woche.

Wor­an erkennt man, dass ein neu­er Tag ange­bro­chen ist? Rich­tig: Whats­App ver­öf­fent­licht ein neu­es Fea­ture. Zumin­dest gefühlt ver­sorgt uns der Mes­sen­ger im Tagestakt mit neu­en Mög­lich­kei­ten. Nach ein­fa­chen Text­for­ma­tie­run­gen, Emo­ji-Vor­schlags­lis­te, Beschrei­bun­gen von Grup­pen­chats und der Aus­wei­tung der ver­send­ba­ren Datei­for­ma­te kamen in der ver­gan­ge­nen Woche noch mal eben ein Fixier-Pin für die Lieb­lings-Chats sowie das Wei­ter­lei­ten von Foto-Pake­ten hin­zu. Nur, um in der aktu­el­len Beta mit einer Bild-in-Bild-Opti­on für You­Tube-Vide­os und Bild-in-Bild-Video­chats zu zei­gen, dass die Updates auch mor­gen kein Ende nehmen.

“Hal­lo Laut­spre­cher, was habe ich heu­te Abend vor?”

Einen sol­chen Aus­blick ins Mor­gen gestat­tet auch der Goog­le Home Laut­spre­cher, der am 8. August in den deut­schen Han­del star­tet. Genau wie die Kol­le­gen Home Hub, Echo oder der geplan­te Home­Pod von Apple ist er mit einem digi­ta­len Sprach­as­sis­ten­ten aus­ge­stat­tet, der einem die täg­li­chen Klei­nig­kei­ten wie Ter­mi­ne mer­ken oder Musik­aus­wahl tref­fen abnimmt. Im Ver­bund mit WLAN-fähi­gen Gerä­ten ver­wan­delt er außer­dem das gewohn­te Zuhau­se von heu­te ins ver­netz­te Smart Home von mor­gen. Denn selbst die Hei­zung regu­lie­ren, die Kli­ma­an­la­ge auf­dre­hen oder das Licht dim­men gehö­ren in Zukunft der Ver­gan­gen­heit an.

So ganz ohne Ver­gan­gen­heit geht es aber auch mor­gen nicht. Fin­det zumin­dest Ata­ri. Die zei­gen heu­te, was sie für mor­gen geplant haben – näm­lich eine Kon­so­le von ges­tern. Alles klar? Sonst noch­mal lang­sam: Ata­ri, heu­te vor allem als Spie­le­ent­wick­ler aktiv, war die füh­ren­de Gaming-Mar­ke der 1970er-Jah­re, sozu­sa­gen das Nin­ten­do von ges­tern. Auf ihr Kon­to gehen unver­ges­se­ne Klas­si­ker wie Pac-Man, Frog­ger oder Don­key Kong. Jetzt, 40 Jah­re nach dem Erschei­nen der legen­dä­ren Kon­so­le Ata­ri 2600, soll das Gerät als Retro-Modell in den Han­del kom­men. Im alten Look und mit bewähr­ten Spie­len, aber unter neu­em Namen “Ata­ri­box” und ver­mut­lich aus­ge­stat­tet mit allem, was man heu­te so braucht: HDMI-Anschluss, 4 USB-Ports, einem Slot für eine SD-Kar­te sowie einem Ether­net-Anschluss. Alles nach dem Mot­to: Vor­wärts in die Vergangenheit.

Das gilt auch für eine iOS-App namens “Gudak Cam”, von der Mac­Tech­News berich­tet. “Gudak” ist ein korea­ni­sches Wort für “alt­mo­disch” – und die App gibt sich wirk­lich alle Mühe, um wie aus der Zeit gefal­len zu wir­ken. Das Logo erin­nert an die gute alte Kod­ak-Ana­log­ka­me­ra, und genau die­se zau­bert die App auf das iPho­ne. Mit allem Drum und Dran, das man frü­her Foto­gra­fie­ren nann­te. Die Motiv­aus­wahl: Nur in einem Sucher, der gera­de ein­mal fünf Pro­zent des Dis­plays frei­gibt. Spei­cher und Akku: Die simu­lier­te Bat­te­rie­an­zei­ge erlaubt ledig­lich 24 Bil­der in 12 Stun­den. Die Bild­vor­schau: Gibt es nicht – wie frü­her, als Fil­me noch ent­wi­ckelt wur­den, muss der neu­gie­ri­ge Foto­graf drei Tage war­ten, bis er sehen kann, wie die Auf­nah­me gewor­den ist. Kurz: Bei der App, die man hier unter iTu­nes her­un­ter­la­den kann, muss man sich noch auf den Moment kon­zen­trie­ren, anstatt ein­fach drauf­los zu knip­sen und hin­ter­her das bes­te Bild aus­zu­wäh­len. Vier Kame­ra­lin­sen, wie sie mög­li­cher­wei­se das Hua­wei Mate 10 bie­tet, schei­nen da über­di­men­sio­niert – aber das läuft ja auch mit Android.

Schnur­stracks oder Ser­pen­ti­nen – wo geht es am schnells­ten in die Cafeteria?

Apro­pos Android: Deren Nut­zer kön­nen jetzt end­lich ein ande­res Pro­blem der Gegen­wart zur Ver­gan­gen­heit erklä­ren: Wo geht es lang? Auf der grü­nen Wie­se hel­fen GPS und Goog­le Maps. Aber in ver­win­kel­ten Büro­tür­men und Ein­kaufs­zen­trum? Abhil­fe schafft jetzt die Micro­soft-App “Path Gui­de”, die man hier bei Goog­le Play her­un­ter­la­den kann. Das Prin­zip ist ein­fach: Wer weiß, wie man vom Kon­fe­renz­raum zur Cafe­te­ria kommt oder aus der Spiel­zeug­ab­tei­lung des Kauf­hau­ses zum Park­deck, macht ein Start­fo­to und lässt die App sei­ne Schrit­te per Smart­pho­ne-Sen­so­ren mit­ver­fol­gen. Wie­der ein Foto am Ziel – fer­tig ist die Rou­te, der die ande­ren Nut­zer nun fol­gen kön­nen. Damit man mor­gen nicht wie­der den­sel­ben fal­schen Weg ein­schlägt, der ges­tern schon nicht rich­tig war.

End­gül­tig am Ges­tern, Heu­te, Mor­gen zwei­feln könn­ten wir zukünf­tig bei Vide­os, die uns die Aus­sa­gen ande­rer Men­schen zei­gen. Denn eine Tech­nik von For­schern der Uni­ver­si­ty of Washing­ton kann die Lip­pen­be­we­gun­gen auf Video­auf­nah­men so täu­schend echt mani­pu­lie­ren, dass sich den Gefilm­ten jede nur erdenk­li­che Aus­sa­ge buch­stäb­lich in den Mund legen lässt. Ein Video zeigt das Ergeb­nis anhand von Aus­sa­gen des ehe­ma­li­gen US-Prä­si­den­ten Barack Oba­ma. Aber es ist wohl nur eine Fra­ge der Zeit, bis wir mit eige­nen Augen sehen, wie Brad Pitt per Video Ange­li­na Jolie um eine Ver­söh­nung bit­tet. Oder wie Donald Trump grö­ße­re Anstren­gun­gen beim Kli­ma­schutz for­dert. Und wie sag­te schon Hum­phrey Bogart in “Casa­blan­ca”: “Ich bin ein Berliner.”


So viel für heu­te davon, was es ges­tern über mor­gen zu berich­ten gab. Und immer dran den­ken: “Jetzt sind die guten alten Zei­ten, nach denen wir uns in zehn Jah­ren zurück­seh­nen.” (Peter Usti­nov) In die­sem Sin­ne: Einen schö­nen Sonntag!
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