Schwangerschaft bei Übergewicht: eine persönliche Erfahrung

28. April 2021 | von

Eine Schwanger­schaft mit Übergewicht führt zu einem erhöht­en Risiko für Mut­ter und Kind? Blog­gerin und Zweifach-Mama Susie teilt ihre Erfahrun­gen und gibt wichtige Tipps.

Schwanger mit Übergewicht welche Risiken

Ich habe zwei gesunde Töchter in diese Welt gebracht und ich habe/hatte zu viel auf den Hüften… ;) Nein, aber mal Spaß bei­seite — das The­ma Schwanger­schaft mit Übergewicht beschäftigt viele Frauen. Es gibt immer wieder Fra­gen dazu. Ich habe daraufhin recher­chiert und hoffe, dass ich einige der wichtig­sten Fra­gen beant­worten und Äng­ste ver­schwinden lassen kann. Ich bin aber keine medi­zinis­che Fach-Jour­nal­istin, das möchte ich gerne fes­thal­ten, ich gebe hier meine ganz per­sön­liche Meinung/Erfahrung ab und die ist pos­i­tiv — ich möchte damit Mut machen, Mut zum Kind, auch mit Übergewicht!

Schwanger trotz Übergewicht
Tipps zur Schwangerschaft mit Übergewicht

Negativ-Schlagzeilen und Angstmache 

Heute ist es dank Google und dem Inter­net viel ein­fach­er, sich über alles Mögliche zu informieren. Das hat aber nicht nur gute Seit­en. Ger­ade wenn es um Schwanger­schaft mit Übergewicht geht oder wie man sich auf sein Baby vor­bere­it­en soll, stolpert man prak­tisch auf Schritt und Tritt über Hor­ror-Berichte wie diese:

  • Schwanger mit Übergewicht“, ent­deckt auf 9monate: „Übergewichte Schwan­gere lei­den oft an zu hohem Blut­druck, es beste­ht die Gefahr ein­er Präeklamp­sie und es kommt häu­figer zu Frühge­burten oder Aborten. Es kann auch passieren, dass Ihr Kind länger als 40 Wochen in Ihrer Gebär­mut­ter verbleibt, die Geburt ein­geleit­et wer­den muss oder ein Kaiser­schnitt notwendig wird. Kinder von adipösen Frauen erblick­en häu­fig bere­its mit Übergewicht das Licht der Welt und sind dem Risiko aus­ge­set­zt, später eben­falls adipös zu wer­den und an Dia­betes zu erkranken.“
  • Starkes Übergewicht und schwanger“, ent­deckt auf liliput-lounge: „So eine Risikoschwanger­schaft muss eng überwacht wer­den. Sie dür­fen nicht ein Gramm zunehmen, wenn sie das Leben ihres Kindes schützen wollen. Aber machen sie sich auf eine schwere Zeit gefasst.“
  • Ist müt­ter­lich­es Übergewicht gefährlich fürs Baby?“ gefun­den beim Spiegel: „Bekom­men kor­pu­lente Frauen ein Kind, dro­hen häu­figer Kom­p­lika­tio­nen wie Schwanger­schafts­di­a­betes. Nun kommt eine schwedis­che Studie zum Schluss: Babys übergewichtiger Müt­ter haben ein höheres Risiko, kurz nach der Geburt zu sterben.“

Das verun­sichert und macht unnötig Angst, vor allem, wenn der eigene Fraue­narzt kein Feinge­fühl beweist und Schwanger­schaft trotz Übergewicht ver­teufelt. Wichtig: Du kannst jed­er Zeit den Arzt wech­seln und dir einen Gynäkolo­gen suchen, der sen­si­bler mit dem The­ma umge­ht und dich zwar über mögliche Risiken aufk­lärt, aber den­noch beruhigt. Denn man kann es auch so sehen: Auch wenn das Risiko auf Kom­p­lika­tio­nen und Schwanger­schafts­di­a­betes zwis­chen 10 und 15 Prozent bei stark übergewichti­gen Frauen liegt, ist die Wahrschein­lichkeit, keine Schwanger­schafts­di­a­betes zu bekom­menmit 85 bis 90 Prozent viel höher. Mart Tur­ren­tine, Vor­sitzen­der des Gremi­ums, das die Richtlin­ien für die gynäkol­o­gisch-geburtshelferische Fachge­sellschaft “Amer­i­can Col­lege of Obste­tri­cians and Gyne­col­o­gists” meint: „Einige dieser Risiken sind immer noch in einem niedri­gen prozen­tualen Bere­ich – obwohl sie im Ver­gle­ich zu Frauen mit Nor­mal­gewicht erhöht sind.“ Es ist also nicht so drama­tisch, wie es oft dargestellt wird. Auch wenn du natür­lich während der Schwanger­schaft sehr gut auf dich und dein Baby acht­en soll­test. Aber: Es spie­len wesentlich mehr Fak­toren in den Ver­lauf ein­er Schwanger­schaft als nur Übergewicht. 

Die Risiken bei einer Schwangerschaft mit Übergewicht

Schwangerschaft mit Übergewicht: Risiken eingehen? 

Den ganzen medi­zinis­chen BMI–Wert Bes­tim­mungskram lasse ich an dieser Stelle mal ganz weg, denn du kennst ihn sich­er längst, deinen BMI. Auch das hässliche Wort Adi­posi­tas (dt. Fet­tleibigkeit) hil­ft bei der Frage nicht unbe­d­ingt weit­er, ob man nun ein Kind bekom­men und damit die Risiken von Schwanger­schaft und Übergewicht einge­hen möchte oder nicht. Ich glaube, es ist wichtig, einen guten Arzt zu find­en, der dich bei dein­er Entschei­dung unter­stützt und der dir immer zur Seite ste­ht. Und ja, solche Frauenärzte gibt es! Aber vielle­icht fange ich erst ein­mal mit meinen eige­nen Schwanger­schaften an, denn da bin ich schließlich die wirk­liche Expertin …

Schwanger und Plus Size

Meine erste Schwangerschaft 

Bei mein­er ersten Schwanger­schaft war ich 31 Jahre alt und nicht wirk­lich übergewichtig. Bei 1,71 m habe ich 78 kg gewogen. Ein biss­chen üppig, aber nicht wirk­lich adipös, und trotz­dem fühlte ich mich damals wahnsin­nig dick … Lächer­lich, wie ich heute finde. Ich habe dann während der Schwanger­schaft 15 kg zugenom­men und auch das ist nicht wirk­lich schlimm. Aber lei­der habe ich diese 15 kg nach der Geburt nicht wieder abgenom­men. Auf dem Bild sieht man mich im Dezem­ber 1992, drei Monate später war Lucie da! Mit mein­er Kol­le­gin Bur­gi — unsere Töchter sind nur ein paar Tage auseinan­der geboren.

Erfahrungen mit Schwangerschaft und Übergewicht

Meine zweite Schwangerschaft mit Übergewicht 

Bei der zweit­en Schwanger­schaft war ich bere­its 37 Jahre alt und wog schon erhe­blich mehr. Und habe dann noch ein­mal fast 10 kg draufgepackt. (Auch diese Kilos kleben an mir wie Kau­gum­mi, mal mehr, mal weniger – you do the Math :)) Meine Schwanger­schaften an sich waren easy. Mir war niemals übel, ich kon­nte arbeit­en und bin bis kurz vor der Geburt geflo­gen, was mir über­haupt keine Prob­leme bere­it­ete. (Meine Ärztin sagte, dass es okay sei, weil ich keine Flu­gangst hat­te und mich das Fliegen nicht wirk­lich stresste.) Ich sah blühend aus, es ging mir fabel­haft und ich habe es genossen, dass der Bauch, der immer mehr wurde, tat­säch­lich mal einen Sinn hat­te und nicht nur Speck war. 😉 Ich habe unsere erste Tochter Lucie per Kaiser­schnitt bekom­men und sie kam drei Wochen zu früh, aber das lag nicht an meinem Übergewicht. Lucie war eine Beck­e­nend­lage und sie wollte sich partout nicht drehen. (Hat­te auch damals schon ihren eige­nen Kopf!) Auch unsere Tochter Clara kam per Kaiser­schnitt zur Welt, für mich kein Prob­lem. Ich wollte auf keinen Fall irgend ein Risiko einge­hen und so habe ich zwei Geburten ohne eine einzige Wehe erlebt. Ehrlich gesagt, bin ich heute froh, dass ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht habe. Mein Mann und ich sind die Sache rel­a­tiv naiv ange­gan­gen – Kinder kom­men, wenn sie wollen, geplant waren bei­de Schwanger­schaften nicht. Wir woll­ten gerne Kinder und sind sehr froh und dankbar, dass es sofort geklappt hat und dass alles gut gegan­gen ist. Bei­de Töchter sind gesund und zu bild­hüb­schen jun­gen Frauen herangewach­sen. Und auch wenn es oft heißt „dicke Eltern, dicke Kinder“, sind bei­de normalgewichtig.

Paradebeispiel: Tess Holliday 

Mit großem Inter­esse habe ich die Schwanger­schaft von Plus-Size-Mod­el Tess Hol­l­i­day ver­fol­gt. Sie zele­bri­erte ihre zweite Schwanger­schaft auf Insta­gram und hat einen gesun­den Jun­gen bekom­men. Tess ist ein wirk­lich­er Super­star und ein wahres Plus-Size-Mod­el mit ein­er Kon­fek­tion­s­größe 52–54. Und ist somit das einzige Mod­el mit dieser Kon­fek­tion­s­größe, das auch einen echt­en Mod­elver­trag bei ein­er großen Agen­tur hat! Tess’ Kom­men­tar zu diesen Fotos zeigt, was sie sich anhören durfte. Das übliche Fat Sham­ing wurde um noch einen weit­eren Aspekt ergänzt: die Sorge um das arme, unge­borene Kind:

„Ein weit­eres Baby zu bekom­men war zugle­ich wun­der­voll, aber oft auch frus­tri­erend. Jet­zt wo ich im 8. Monat bin, sieht mein Kör­p­er kaum anders aus, nur mein Bauch hat sich verän­dert. Was ich akzep­tieren musste (und das ist nicht cool), ist, dass Leute es immer noch o.k. find­en, über meinen Kör­p­er zu urteilen. Die Kom­mentare vari­ieren von ‚Du siehst ja gar nicht schwanger aus’, über ‚Du musst ja Vier­linge bekom­men’ bis zu ‚Du set­zt dein Kind einem Risiko aus’. Es gab noch sehr viel schlim­mere, dumme Kom­mentare, die ich hier aber nicht wiedergeben werde. Wenn nor­mal­gewichtige Promi­nente schwanger sind, sind das immer glam­ouröse, per­fekt gestylte Frauen, die der Presse erzählen, was sie pla­nen, um schnell wieder ihren Babyspeck loszuw­er­den. Ich, als Plus-Size-Mod­el, habe ver­sucht, so gut wie möglich auszuse­hen. Das war nicht immer ein­fach, denn das ist nicht die Real­ität für die meis­ten Frauen. Ich bin nicht die erste dicke Frau, die vor den Augen der Öffentlichkeit ein Baby bekommt und die dies mit der Welt teilt und ganz sich­er werde ich nicht die Let­zte sein! Aber ich gehöre zu der Min­der­heit, die Euch sagt – es ist okay, lasst Euch nicht entmutigen!“

Tipps für Schwangerschaft mit Übergewicht

Schwanger trotz Übergewicht: Meine Tipps 

Die Schwanger­schaft – egal ob mit Übergewicht oder ohne – ist eine Phase, in der man sehr verun­sichert ist. Was hil­ft gegen Beschw­er­den wie Übelkeit, wie sollte ich mich ernähren, wie bere­ite ich mich am besten vor und braucht man wirk­lich Umstandsmode für Große Größen? Hier ein paar Tipps, die dir den All­t­ag erle­ichtern sollen:

  • Keine Diäten oder Fas­ten: Auch wenn dir dazu ger­at­en wird, in der Schwanger­schaft auf dein Gewicht zu acht­en, soll­test du keine Diäten oder Fas­tenkuren machen. Der Nahrungsentzug kön­nte die Entwick­lung deines Babys stören, da du deinem Kör­p­er wichtige Vit­a­mine, Nährstoffe und Spurenele­mente entziehst. Vor Obst- oder Reista­gen wird eben­falls gewarnt. Während der Schwanger­schaft sind diese beliebten Entwässerungs­diäten nicht nur wirkungs­los, sie schädi­gen schlimm­sten­falls Mut­ter und Kind.
  • Sport und Bewe­gung in Maßen: Promi­nente Vor­bilder wie Ash­ley Gra­ham machen es vor und treiben selb­st hochschwanger Sport. Die Bewe­gung tut deinem Kör­p­er gut und schadet auch dem Kind nicht. Du soll­test es allerd­ings langsam ange­hen, falls du vor dein­er Schwanger­schaft keinen Sport getrieben hast. Reize die Gren­zen nicht aus, son­dern beginne mit ein paar leicht­en Bewe­gungsübun­gen. So mutest du dir nicht zu viel zu, bleib­st aber fit und baust Kraft für die kom­menden Monate und die Ent­bindung auf. Schwanger­schaft­syo­ga entspan­nt zusät­zlich, auch die Nerven.
  • Was tun bei Schwanger­schaft­sü­belkeit? Im ersten Trimester steigt das Schwanger­schaft­shormon hCG stark an, was zur bekan­nten Mor­genü­belkeit führen kann. Etwa 80 Prozent lei­den darunter. Es gibt keine Allzweck­waffe gegen die Übelkeit, denn was hil­ft, ist von Frau zu Frau unter­schiedlich. Du kannst aber einige Dinge aus­pro­bieren, z.B. Kräck­er, getrock­nete Früchte oder Nüsse, die du neben dem Bett hast und vor dem Auf­ste­hen knab­berst. Auch Ing­w­er-Tee kann helfen. Halte den Magen auf Trab und verteile mehrere kleine Mahlzeit­en über den ganzen Tag, statt auf drei große.
Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft
  • Die richtige Ernährung: Du musst nicht für zwei essen, wie man früher so schön sagte, wichtig ist, dass du dich gesund ernährst, damit dein Baby alles bekommt, was es zum Wach­sen braucht. Viel Obst und Gemüse sind also Pflicht. Verzicht­en soll­test du auf rohes oder halb durchge­gartes Fleisch, rohen Fisch, Rohmilch­pro­duk­te wie Weichkäse und zu viel Koffein.
  • Nahrungsergänzungsmit­tel in der Schwanger­schaft? Du kannst eine unge­sunde Ernährung nicht mit Vit­a­m­in­prä­parat­en aus­gle­ichen, aber auch wenn du dich gesund ernährst, fehlen während der Schwanger­schaft Fol­säure, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Eisen. Ärzte empfehlen deshalb entsprechende Prä­parate. Besprich die Ein­nahme aber vorher mit deinem Gynäkologen.
  • Ruhig schlafen: Ger­ade zum Ende der Schwanger­schaft ist der Bauch sehr groß und schw­er. Mit einem Stil­lkissen, das du als Seit­en­schläfer­kissen nutzt, kannst du ihn stützen und so bess­er schlafen. Das ent­lastet auch den Rück­en und nimmt dir die Schmerzen ein wenig.
Umstandsmode für große Größen

Umstandsmode: Große Größen find­en oft keine schöne Schwanger­schaftsmode. Aber ger­ade in den ersten Monat­en brauchst du auch noch keine über­großen Klei­der oder Tuniken. Klei­der in A‑Linie kaschieren deinen Bauch und bieten ihm vor­erst genug Platz. Auch Over­size Pullover sind per­fekt für die kleine Kugel. Bei Hosen hil­ft ein Haar­gum­mi, das du durch das Knopfloch und über den Knopf ziehst. So hast du einen beque­men elastis­chen Bund, der nicht drückt. 

Schwangerschaftsmode in großen Größen

Ganz wichtig, wenn man über das The­ma Schwanger­schaft trotz Übergewicht spricht, ist, dass man sich nicht ver­rückt macht. Die meis­ten Frauen brin­gen auch mit zusät­zlichen Kilos ihr Kind ganz nor­mal zur Welt. Natür­lich sollte dein Arzt dich über die möglichen Risiken informieren und du soll­test dich mit etwas Bewe­gung, guter Ernährung und Ruhe fit hal­ten. Aber gle­ichzeit­ig soll­test du dir nicht zu viele Sor­gen machen. Solange es dir gut geht, kannst du davon aus­ge­hen, dass es auch deinem Baby gut geht. Gegen Beschw­er­den wir Übelkeit kannst du häu­fig mit kleinen Snacks gegen­s­teuern. Rück­en­schmerzen lassen sich meist mit der richti­gen Liege­po­si­tion und einem Seit­en­schläfer- bzw. Stil­lkissen gut in den Griff bekom­men. Bei Sor­gen und Äng­sten ver­traue dich dein­er Hebamme oder deinem Arzt an. Sie haben die nötige Erfahrung und das Wis­sen. Und zum Schluss: Lass dich nicht verun­sich­ern von Men­schen, die sagen, dass eine Schwanger­schaft mit Übergewicht ver­ant­wor­tungs­los sei! Wer Kinder möchte, sollte sie bekom­men, das ist meine Mei­n­ung. Ich wün­sche dir ganz viel Glück bei der Erfül­lung dieses Traums!

Hast du bere­its ein Kind? Was sind deine Erfahrun­gen mit Übergewicht in der Schwangerschaft? 

Letzte Kommentare (14)

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Jasminda
Mittwoch, 19. August 2020, 22:32 Uhr

Hal­lo an alle,
ich möchte gerne ein pos­i­tives Beispiel für eine Schwanger­schaft mit stark­er Fettsucht (wie liebe ich diese Diag­nose) geben. Ich war bei mein­er ersten Geburt fast 34 und wog zur Ent­bindung 145 kg bei ein­er Größe von 165 cm. Die gesamte Schwanger­schaft erlebte ich kör­per­lich als eine der besten Zeit­en meines Lebens. Nie wieder war ich so ener­getisch und ging es mir so gut wie in diesen Monat­en, obwohl ich es aus ärztlich­er Sicht eigentlich nicht so sein sollte aber im Nach­hinein betra­chtet eigentlich eine Bilder­buch­schwanger­schaft war.
Ich hat­te alles gut geplant, ein Jahr zuvor dem Rauchen und dem Alko­hol adieu gesagt alle Imp­fun­gen aufge­frischt und drei Monate vor der Kinder­pro­duk­tion die hor­monelle Ver­hü­tung abge­set­zt und Fol­säure ein­genom­men. An den Kom­men­tar der ersten Gynäkolo­gin erin­nere ich mich gut. “Warten Sie nicht noch länger und wer weiß ob Sie über­haupt schwanger wer­den kön­nen bei dem Gewicht.” Ich wurde augen­blick­lich schwanger und das von einem Mann der bere­its 51 Jahre alt war. Beim ersten Ultra­schall in der SSW sieben kon­nte dann tat­säch­lich auch alles prob­lem­los dargestellt wer­den. Das Wiegen und Blut­druckmessen war für mich trotz­dem sehr schlimm nach­dem mir die Hor­rorszenar­ien sehr bild­haft und mehrfach von der Ärztin eingeimpft wur­den. Die gesamte Schwanger­schaft hat­te ich keinen Bluthochdruck, wie zuvor schon nicht, ich ver­lor sog­ar an Gewicht in den ersten Monat­en und Schwanger­schafts­di­a­betes hat­te ich auch nicht. Mein Kind entwick­elte sich nor­mgerecht was die ver­schiede­nen Ärzte, ich wurde als Risikoschwan­gere geführt, also gab es einige andere Fachkol­le­gen in der Schwanger­schafts­be­gleitung, schein­bar so irri­tierte, dass es nun hieß das Kind wäre zu klein es müsse wohl min­derver­sorgt sein. Also wieder Spezialun­ter­suchun­gen. Das Ende der Geschichte ein wun­der­volles Kind mit den Garde­maßen 52 cm und 3100 g nach 40 SSW plus 5. Ich hätte mir gewün­scht die Zeit in vollen Zügen genießen zu kön­nen, aber die unnütze Panikmache und die ewigen Moral­predigten haben dies gekon­nt verhindert.
Mein Rat: Sucht Euch einen Arzt der Einem auf Augen­höhe begeg­net und die Risiken, die bei jed­er Schwan­geren indi­vidu­ell sind, ernst nimmt ohne zu drama­tisieren. Ach ja und mein Kind ist eine zarte dünne Zauber­fee. Wie das nur passieren kon­nte bei dieser Mut­ter. 😉 Viel Kraft und Glück euch allen da draußen.

CarmiNami
Donnerstag, 16. Juli 2020, 15:50 Uhr

Hal­lo zusam­men. Der let­zte Kom­men­tar ist schon vor ein paar Jahren geschrieben wor­den, was mich nicht davon abhält vier Jahre später noch etwas zu schreiben 😂
Ich bin aktuell in der 7.Ssw, bin 32 Jahre alt und wiege 128 kg… Ich habe mich die let­zten Wochen so ver­rückt gemacht, immer wieder im Inter­net geschaut und gegrü­belt. Dann bin ich auf diese Kom­mentare gestoßen und über­glück­lich, dass mir einige Damen hier Mut machen kon­nten. Mein Mann und ich haben nach 14 Jahren Beziehung endlich let­ztes Jahr geheiratet. Vor zwei Monat­en war ich bei mein­er Gyn… Und sie sagte, es sähe sehr gut aus… Wir soll­ten es ein­fach pro­bieren. Und siehe da… Ein Ver­such… Schwanger. Ich war erst fas­sungs­los dass es trotz meines Gewicht­es und meines erhöhtem Blut­druck­es auf Anhieb geklappt hat. Ich ver­suche mich weit­er­hin an den pos­i­tiv­en Beispie­len hier zu ori­en­tieren und hoffe dass auch bei uns alles gut geht.

Beste Grüße und Danke ☺️👍

Saskia
Freitag, 12. Juni 2020, 11:17 Uhr

Ich habe lei­der sehr, sehr schlechte Erfahrun­gen als Schwan­gere mit Übergewicht machen müssen. In mein­er ersten Schwanger­schaft startete ich nach ein­er Crashdiät mit Shakes mit sage und schreibe 140 kg. Natür­lich hörte ich schnell auf damit als ich den pos­i­tiv­en test hat­te und dank Jojo endete die Schwanger­schaft fast mit ein­er 2 an erster Stelle. Die Ärzte und Schwest­ern waren so fies teil­weise… Sprüche wie: “oh die Woche gar nichts zugenom­men, mal kein McDonald’s gehabt? ” oder unter der Geburt : ” ne wanne kön­nen Sie nicht wir haben keinen Kran dafür” gehörten dazu. Alle sagten mir ich werde ein viel zu großes Kind bekom­men und ganz sich­er ss-dia­betis. Den Test musste ich mehrfach wieder­holen weil der Arzt meine top Werte nicht akzeptierte.
Mein Sohn kam 14 Tage zu früh mit einem not­sec­tio zur Welt weil die Ärzte sagten ich sei zu dick für einen Kaiser­schnitt und meine Wunde würde nie heilen. Nach 48h minütlich wehen mit eröffnete frucht­blase und grünem frucht­wass­er wurde dann ein not­sec­tio von einem neuen Arzt nach schichtwech­sel gemacht weil der ph Wert meines Sohnes bei 7,0 lag. Er kam mit 2960g bei 38+0 zur Welt. Nor­males Gewicht. Kein angekündigte Mon­ster. Dann hieß es ich habe ihm ja alles wegge­fressen deswe­gen sei er so zart.
Meine Narbe war nach 10 Tagen ver­heilt und ist heute unsichtbar.…dicke haben so eine schlechte wundheilung…

Nun bin ich mit 120 kg wieder schwanger… Ich habe Angst… Vor jedem wiegen kön­nte ich heulen aus Angst wieder ärg­er kriegen… Bis­lang hab ich im 5 Monat kaum ein Kilo zugenom­men. Ich überwache mich streng. Sprüche wie: “naja bei dir kann man ja noch nichts sehen.… ” tre­f­fen mich sehr.…

Die Schwanger­schaft war nicht geplant… Ich wollte dick nicht mehr schwanger wer­den. Nun sage ich zu meinem Baby jeden Tag das wir das rock­en. Auch mein jet­ziger FA ist kri­tisch wenn auch höflich! Das hil­ft. Aber auch hier tat es weh als er mir die tris­moeitests aufquatschte und schließlich mein Gewicht als Jok­er zog…

Ich ver­ste­he es nicht… Als ob man dick und ohne babykugel nicht schon genug leidet…

Emna
Mittwoch, 6. Mai 2020, 10:04 Uhr

Es heisst ja, Übergewichtige haben Prob­leme, über­haupt schwanger zu wer­den. Ich bin 10fache Mama, hat­te nie Prob­leme. Wed­er beim schwanger wer­den noch in ein­er Schwanger­schaft. Ges­ta­tions­di­a­betes kam erst beim 7. Kind, was andere schlanke Mamas bere­its sehr oft beim 1. schon bekom­men. Ver­traut auf Gott und die Natur…

Cofero
Donnerstag, 9. April 2020, 16:22 Uhr

Ich war bei mein­er Schwanger­schaft mit 37 alt und mit knapp 150 kg bei 180cm richtig fett. Bei­des hat wed­er mein­er Schwanger­schaft, noch meinem Kind geschadet. Ich war gar nicht drauf eingestellt beim ersten Ver­such direkt schwanger zu wer­den. Wir waren mit­ten im Haus­bau. Es wurde gesagt, dass das bes­timmt dauert… Nix war mit “das dauert!”
Meine Schwanger­schaft war völ­lig prob­lem­los. Keine Mor­genü­belkeit. Ich habe bis zum reg­ulären Ter­min des Mut­ter­schutzbe­ginns voll gear­beit­et ohne einen Tag zu fehlen.
Mein Sohn ist ein biss­chen zu früh gekom­men. Es war eine natür­liche Geburt, die ohne PDA und andere Maß­nah­men aus­gekom­men ist. Er war ziem­lich klein, weil er zu früh war. Aber gesund und munter.
Heute ist er acht. Ein kluger klein­er Mann, der völ­lig nor­mal groß und nor­mal­gewichtig ist…
Also man kann viele Prob­leme haben, man kann aber auch völ­lig prob­lem­los durch die Schwanger­schaft kommen.
Ich wün­sche jed­er meine Schwanger­schaft, egal ob übergewichtig oder nicht… 🤩

Linda
Donnerstag, 9. April 2020, 11:35 Uhr

Vie­len Dank für diesen tollen Bericht der mich bestätigt hat.
Ich bin mit 118 kg schwanger gewor­den und aktuell in der 24. Woche.
Mädels entspan­nt euch ❤️ werdet schwanger, lasst es euch gut gehen und ver­traut voll auf euch und euren Part­ner, dass wird das schon.
Auch die weitläu­fige Mei­n­ung dass es länger dauert schwanger zu wer­den kann ich nicht teilen, bei mir hat der 3. Zyk­lus schon nicht mehr stattgefunden.

Wenn ihr eine Fam­i­lie grün­den wollt, macht es ein­fach❤️❤️❤️

Heike
Montag, 13. Januar 2020, 13:47 Uhr

Danke für den Bericht und Danke für die Kom­mentare. Ihr habt mir ein wenig die Angst genom­men die mir von allen Seit­en ein­gere­det wird.

Sandy
Freitag, 4. Oktober 2019, 21:55 Uhr

Danke! Vie­len lieben Dank! Jet­zt kann ich wesentlich entspan­nter in die Nach­wuch­s­pla­nung starten 🙂

Kati81188
Donnerstag, 28. März 2019, 22:02 Uhr

Ich habe 2 gesunde Kinder spon­tan zur Welt gebracht. Beim ersten war ich 25 habe mit 100kg (bei ein­er Größe von 175) ges­tartet und es geschafft häft 30kg zu zunehmen. Viel zu viel… Natür­lich… Haufen­weise Wasserein­lagerun­gen. Aber richtige Kom­p­lika­tio­nen gab es nicht. Meine Tochter kam dann 3,5 Jahre später zur Welt. Ich habe mit 110 kg ges­tartet und ca 20kg zugenom­men. Auf diesen 10 kg scheine ich irgend­wie hän­gen zu bleiben. Auch jet­zt wo meine Tochter 1, 5 Jahre alt ist habe ich die noch drauf. Aber was viel wichtiger ist, auch in der Schwanger­schaft gab es kein­er­lei Kom­p­lika­tio­nen! Gut.… Bei­de Kinder wur­den bei 41ssw per Ein­leitung spon­tan geboren. Aber ich finde nicht dass das eine Kom­p­lika­tion ist. Auch schlanke Frauen gehen oft über den Ter­min. Es ist eben nur ein unge­fährer Richtwert! Ich hat­te 2 traumhafte Schwanger­schaften ohne Übelkeit oder son­st was. Habe lange noch gear­beit­et. Und ich hat­te 2 traumhafte Geburten.
Ich habe niemals darüber nachgedacht ob mein Übergewicht zu Kom­p­lika­tio­nen führen kön­nte. Ja es kön­nte. Aber auch schlanke Frauen kön­nen Kom­p­lika­tio­nen haben.… Man sollte sich ein­fach nicht ver­rückt machen. Kinder sind ein Geschenk und jedes ist ein klein es wun­der. Niemals würde ich drauf verzicht­en wollen. Und auch bei Kind Num­mer 3 was hof­fentlich in ein paar Jahren dazu kommt werde ich mir darüber keine Gedanken machen was sein könnte.

KKBibi
Mittwoch, 27. März 2019, 11:52 Uhr

Ich bin nun 25 habe mit 24 meine Tochter per Kaiser­schnitt 6 ein­halb Wochen zu früh geboren . Die Frucht­blase platzte nachts ein­fach , ich hat­te kein Schwanger­schafts­di­a­betes oder sowas und bin defin­i­tiv übergewichtig . Mir ging es in der gesamten schwanger­schaft aber auch nicht gut, ich habe durchge­hend nur erbrochen und kaum was in mir behal­ten und musste tablet­ten über tablet­ten gegen die übelkeit und das erbrechen nehmen . Habe 12 kilo während der Schwanger­schaft abgenom­men ohne das ich es wollte . Nun ist natür­lich alles wieder drauf … kaiser­schnitt war bei mir medi­zinisch notwendig .
Mein­er kleinen geht es super sie ist nun 8 monate alt und entwick­elt sich prächtig und wie ein nor­males mädchen 🙂

Andrea
Mittwoch, 26. Dezember 2018, 13:48 Uhr

Ich habe 3x ent­bun­den. 1. Geburt mit Anfangs­gewicht 61kg Ent­bindungs­gewicht 87kg. Sohn 3.850gr. Kaiser­schnitt. 2. Geburt Ag. 72kg Eg. 97kg. Sohn 3.650gr. Sitzge­burt. 3.Geburt Ag. 86kg Eg. 126 kg( viel Wasserein­la­gen!) Sitzge­burt Sohn 3.440gr. Bei allen Schwanger­schaften fühlte ich mich gut, jedoch nahm ich Gerüche inten­siv­er wahr. Hat­te Ausstrahlung und eine schöne Haut (lt. Aus­sagen Umfeld). Ich habe durch KEINE mein­er Schwanger­schaften Dehnungsstreifen am Bauch bekom­men und der Bauch zog sich auch nach jed­er Geburt und kon­se­quenter Bauch­gym­nas­tik wieder wun­der­bar zurück. Meine “dün­nen Mit­stre­i­t­erin­nen” und schwan­geren Ver­wandten waren schön schlank und lit­ten nach den Ent­bindun­gen sehr unter Dehnungsstreifen und “schlaf­fer” Haut. Mein­er dama­li­gen Fre­undin gab ich den Rat nicht krampfhaft auf ihr Gewicht zu acht­en, son­dern die Schwanger­schaft zu genießen und ruhig etwas an Bauch­fett zu akzep­tieren. Resul­tat, sie hat­te nach der Ent­bindung auch weniger Dehnungsstreifen. Viele mein­er gewichti­gen Fre­undin­nen kon­nten das nur bestäti­gen. Meine Söhne — heute 34/27/24 — haben allerd­ings ein Gewicht­sprob­lem und das Gewicht geht auf und ab. Ich denke schon, dass das mit dem Kör­pergewicht der Mut­ter in der Schwanger­schaft zusam­men­hän­gen könnte.

Maike
Donnerstag, 8. März 2018, 7:40 Uhr

Ich bin mit 126 kg und Klei­der­größe 52 spon­tan und ohne Prob­leme geplant schwanger gewor­den und habe ein gesun­des Kind nor­mal ent­bun­den nach 3 Tagen über­tra­gen. Da mir in der Schwanger­schaft sehr viel übel war, habe ich inner­halb dieser nur knapp sieben Kilo zugenom­men. Ich musste mich teil­weise zum Essen zwin­gen, der ganze Genuss blieb auf der Strecke. Aber sowas gibt es nun­mal und ich habe immer bei der Gyn gefragt, ob das Kind zugenom­men hat. Der kleine wurde mit 3700 g geboren 😉 Ich hat­te durch mein Gewicht kein­er­lei Prob­leme. Meine Gynäkolo­gin hat­te mir vor­sor­glich Stützstrümpfe verord­net. Meine schlanke Schwägerin hat­te lei­der Schwanger­schafts­di­a­betes, ich nicht. Mädels, lasst Euch doch von eurem Gewicht nicht vom Kinder kriegen abhal­ten… <3

Cynthia
Montag, 26. Februar 2018, 23:30 Uhr

Hal­lo Susie,
vie­len, vie­len Dank für deinen tollen Beitrag. Du hast mir damit sehr viel Mut gemacht. Nach meinem let­zten Besuch beim Fraue­narzt war ich so am Boden zer­stört, weil meine Ärztin so auf mein Gewicht (ich habe Klei­der­größe 46 und bin 32 Jahre alt) in Bezug auf eine Schwanger­schaft herumge­tram­pelt hat, das ich nach Hause fuhr und erst­mal weinen musste. Aber dein Beitrag hat mir wirk­lich sehr viel Mut gemacht — Vie­len Dank!

Karin
Samstag, 10. September 2016, 13:18 Uhr

Hal­lo, recht so lässt euch nix einre­den! Ich habe Klei­der­größe 50 sehe super weib­lich aus und habe zwei Kinder bekom­men mit 37/39 ganz nor­mal ca.. 10 Tage zu früh Spon­tange­burt ohne jeglichen Dia­betes noch son­st irgen­det­was in meinem Mut­ter­pass ste­ht nix drin! Und die vie­len tollen neuen Müt­ter die ich in div. Grup­pen ken­nen­gel­ernt habe die teil­weise Mit­tel, stark und auch sehr stark übergewichtig sind bei denen war auch gar nix! Die die Schwanger­schafts­di­a­betis hat­ten die waren komis­cher­weise Size Zero ( 2 Mütter)!