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Warum Zeiterfassung nicht von gestern ist
Kultur

Warum Zeiterfassung nicht von gestern ist

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Arbeitgeber sollen die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch erfassen. Warum das so wichtig ist? Katy Roewer, HR-Vorstand, klärt auf

15.5.2019 Von Linda Gondorf Lesedauer: 3 Minuten
Hast du auch schon wieder massenhaft Überstunden geschoben, leider ist das aber nirgends hinterlegt? Laut des Europäischen Gerichtshofs ist es zwingend notwendig, Zeiterfassung zu betreiben, um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen. OTTO betreibt die Zeiterfassung seit über 40 Jahren, auch mit dementsprechender Flexibilität. „Das ist wichtig und richtig“, erklärt Katy Roewer im Interview.

Katy, wann bist du heute morgen bei OTTO angekommen?

Die genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr, aber ich kann sie bei uns im OTTO-Portal nachsehen.

Gestern hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Arbeitgeber Zeiterfassung betreiben sollen, um die Arbeitnehmerrechte zu schützen. Wie steht OTTO zu dem Thema?

Die Zeiterfassung ist wichtig und richtig und sie dient, wie das Gericht richtig festgestellt hat, dem Schutz der Mitarbeiter*innen. Dank der Zeiterfassung können wir die Arbeitsstunden und damit letztlich die Work-Life-Balance unserer Mitarbeiter*innen besser im Blick behalten. Sie ist somit ein wichtiger Radar für das Wohlbefinden im Unternehmen. Schließlich hilft es uns allen nicht weiter, wenn überarbeitete Mitarbeiter*innen aufgrund zu vieler Überstunden die Motivation und den Spaß an ihrer Arbeit verlieren.

Nimmt man durch solch eine Zeiterfassung nicht die Flexibilität?

Im Gegenteil. Wir schaffen einen Rahmen für flexibles und modernes Arbeiten. In unserer Arbeitswelt gibt es viele Freiheiten, etwa Homeoffice, Gleitzeit oder flexible Arbeitsplätze. Da ist es für beide Seiten - Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen - wichtig, dass diese Freiheiten einen Rahmen bekommen und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.

Hat das noch viel mit New Work zu tun, wenn Unternehmen nun anfangen wieder Personalkarten einzuführen?

Gerade im Kontext von New Work und der Arbeitswelt 4.0 sollte die Arbeitszeit erfasst werden. Wir geben unseren Kolleg*innen in der heutigen Zeit immer mehr Verantwortung. Führungskräfte, die im Zweifel nicht mehr nebenan im Büro arbeiten, haben schließlich immer seltener ein Auge darauf, ob Mitarbeiter*innen die Zeiten einhalten. Da sind geregelte Arbeitsbedingungen, das Einhalten von Pausen und der 10 Stunden-Arbeitstag sehr wichtig.

Wie lange hat OTTO schon diese Zeiterfassung?

Seit 40 Jahren regeln wir die Arbeitszeit. Spannend ist aber auch, dass wir seit 30 Jahren Homeoffice haben. Die Mischung aus systematischer Zeiterfassung und vertrauensvollem Umgang mit der Arbeitszeit außerhalb vom OTTO-Campus macht unser System schon einzigartig. Homeoffice wird von unseren Mitarbeiter*innen in Eigenverantwortung nachgetragen. Wenn wir dieses Vertrauen schenken und Mitarbeiter*innen sich selbst organisieren und die Zeit einteilen, steigt das Vertrauen.

Heißt also nicht, dass alle nach der Stechuhr auf ihrem Platz sitzen müssen?

Auf keinen Fall. Da sind wir weit von entfernt. Wir haben Gleitzeit. Manche Mitarbeiter sind erst ab mittags produktiv. Warum sollten sie dann um sieben Uhr auf ihrem Platz sitzen? Dazu haben wir ein Jahres-Zeitkonto. Das heißt, dass bei OTTO Überstunden wieder abgebummelt werden müssen. Wer viel für OTTO leistet, soll schließlich auch die gerechte Erholung dafür bekommen.

Kontakt

Eugenia Mönning
Corporate Spokeswoman HR

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