Du stehst in der Schlan­ge an der Super­markt­kas­se und ver­treibst dir die Zeit mit dei­nem Smart­pho­ne. Wäre es da nicht prak­tisch, ein­fach mit dem Han­dy zu bezah­len, das du ohne­hin schon in der Hand hast, anstatt noch nach dem Porte­mon­naie zu kra­men? Mobi­le Pay­ment macht das mög­lich. Auch in Deutsch­land ist die Bezahl­me­tho­de auf dem Vor­marsch. Wel­che Anbie­ter Mobi­le Pay­ment ermög­li­chen und was du sonst noch dazu wis­sen soll­test, erfährst du hier.

Was ist Mobi­le Pay­ment?

Mobi­le Pay­ment ermög­licht bar­geld- und kon­takt­lo­ses Bezah­len mit dem Smart­pho­ne. Vor­aus­set­zung dafür ist ein Han­dy, das Near Field Com­mu­ni­ca­ti­on (NFC) unter­stützt. Ein Chip, der als NFC-Schnitt­stel­le fun­giert, ist heut­zu­ta­ge in den meis­ten Gerä­ten ver­baut und gehört somit zum Stan­dard.

Des Wei­te­ren benö­tigst du für das mobi­le Bezah­len eine App. Das kann zum Bei­spiel die Anwen­dung einer Bank sein. Anbie­ter wie Goog­le, Apple und Sam­sung haben ihr eige­nes Mobi­le-Pay­ment-Sys­tem und damit auch eige­ne Apps. In die­sen Anwen­dun­gen hin­ter­legst du dei­ne Kon­to­da­ten, um mit dem Smart­pho­ne zah­len zu kön­nen.

Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen NFC-fähi­gen Gerä­ten, also zum Bei­spiel zwi­schen dei­nem Smart­pho­ne und dem Bezahl­ter­mi­nal im Super­markt, in das du nor­ma­ler­wei­se dei­ne EC- oder Kre­dit­kar­te steckst, funk­tio­niert so: Zum Zah­len hältst du dein Smart­pho­ne mit instal­lier­ter Bezahl-App ein­fach vor das Ter­mi­nal – und die Trans­ak­ti­on ist nach weni­gen Sekun­den abge­schlos­sen. Ähn­lich funk­tio­niert viel­leicht auch dei­ne Bank­kar­te, wenn sie schon mit einem NFC-Chip aus­ge­stat­tet ist. Dann kannst du sie beim Bezah­len eben­falls ein­fach vor das Ter­mi­nal hal­ten, ohne sie in das Lese­ge­rät ein­zu­füh­ren.

Der Betrag wird je nach Anbie­ter ent­we­der per Last­schrift oder Kre­dit­kar­te bezahlt, manch­mal auch über ein Gut­ha­ben, mit dem du die App vor­her auf­ge­la­den hast. 

Etwas lang­sa­mer und weni­ger ver­brei­tet als die Bezah­lung über NFC ist Mobi­le Pay­ment mit QR-Code. Dabei scannt die Kame­ra dei­nes Smart­pho­nes einen Code, der ein­ma­lig auf dem Bezahl­ter­mi­nal gene­riert wird. Dadurch wird die Trans­ak­ti­on ein­ge­lei­tet. Aller­dings ist hier­für im Gegen­satz zum NFC-Über­tra­gungs­stan­dard oft eine sta­bi­le Inter­net­ver­bin­dung nötig, die in Geschäf­ten nicht immer gege­ben ist.

Wo ist Mobi­le Pay­ment in Deutsch­land mög­lich?

Seit 2018 ist das mobi­le Bezah­len in deut­schen Super­märk­ten ange­kom­men. Vie­le Ket­ten wie Aldi Nord und Süd, Rewe, Ede­ka und Kauf­land bie­ten Mobi­le Pay­ment an. Du erkennst NFC-fähi­ge Kas­sen in den Läden an dem Über­tra­gungs­wel­len-Sym­bol. Bei man­chen Logos ist neben den Wel­len auch noch eine Hand abge­bil­det, die eine Kar­te hält.

Theo­re­tisch ist aber noch mehr mög­lich: Vom Fashion Store über Möbel­häu­ser und Bau­märk­te, Cafés und Restau­rants bis hin zum Kiosk könn­ten vie­le Läden die­se Bezahl­me­tho­de anbie­ten. Aber noch ist es nicht so weit. In Deutsch­land muss sich Mobi­le Pay­ment erst noch wei­ter durch­set­zen, bevor klei­ne Geschäf­te und Loka­le auf den Zug auf­sprin­gen.

Wel­che Vor- und Nach­tei­le hat Mobi­le Pay­ment?

Ein Grund dafür, dass Mobi­le Pay­ment in Deutsch­land noch nicht so rich­tig Fuß gefasst hat, liegt dar­in, dass das Sys­tem nicht nur Vor‑, son­dern auch Nach­tei­le hat. Im Fol­gen­den ein Über­blick.

Vor­tei­le

Zu den gro­ßen Vor­tei­len von Mobi­le Pay­ment gehört, dass die Metho­de das Ein­kau­fen und Bezah­len ver­ein­facht und schnel­ler macht. Weder Porte­mon­naie noch Geld­kar­te sind nötig, wenn das Smart­pho­ne fürs mobi­le Bezah­len genutzt wer­den kann. Außer­dem musst du nicht dar­auf ach­ten, genü­gend Bar­geld in der Tasche zu haben.

Auch kannst du dei­ne Geld­be­we­gun­gen und den Kon­to­stand direkt übers Han­dy prü­fen und hast so einen bes­se­ren Über­blick, weil du nicht auf­schlüs­seln musst, was du mit Kre­dit­kar­te, mit Giro­card und in bar bezahlt hast. Und falls das Smart­pho­ne abhan­den­kommt oder gestoh­len wird, genügt ein Anruf, um den Anschluss zu sper­ren. Ver­lierst du das gan­ze Porte­mon­naie, ist zumin­dest das Bar­geld häu­fig weg – und im schlimms­ten Fall noch jede Men­ge ande­re Din­ge.

Nach­tei­le

Da Mobi­le Pay­ment in Deutsch­land noch nicht über­all ver­füg­bar ist, musst du als Back-up in der Regel dei­nen Geld­beu­tel dabei­ha­ben. Das gilt auch für den Fall, wenn dein Smart­pho­ne nur noch wenig Akku hat oder bereits aus­ge­gan­gen ist, weil die Bat­te­rie leer war.

Ein wei­te­rer Nach­teil besteht für vie­le Men­schen dar­in, dass sie sich durch Mobi­le Pay­ment zu soge­nann­ten “glä­ser­nen Kun­den” machen, da sich aus den Trans­ak­tio­nen mög­li­cher­wei­se able­sen lässt, was sie wann wo gekauft haben. Bei einer Bezah­lung mit Bar­geld ist das nicht ersicht­lich.

Auch fehlt bis­lang ein ein­heit­li­ches Sys­tem für das mobi­le Bezah­len. Zum einen hat jeder Anbie­ter ande­re Anfor­de­run­gen für die Regis­trie­rung und Nut­zung – eini­ge ver­lan­gen etwa eine Kre­dit­kar­te, die nicht jeder besitzt. Zum ande­ren wird nicht über­all jedes Sys­tem akzep­tiert.

Und auch wenn Mobi­le Pay­ment ziem­lich sicher ist, ist es doch nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen, dass Daten gehackt und miss­braucht wer­den.

Wel­che Mobi­le-Pay­ment-Anbie­ter gibt es?

Auf dem Markt tum­meln sich etli­che Mobi­le-Pay­ment-Anbie­ter. Vie­le inter­na­tio­na­le Diens­te sind in Deutsch­land aller­dings (noch) gar nicht ver­füg­bar, etwa das gro­ße chi­ne­si­sche Bezahl­sys­tem Ali­pay, aber auch die Anwen­dung von Smart­pho­ne-Her­stel­ler Hua­wei.

Die­se Anbie­ter gibt es in Deutsch­land

Goog­le Pay: Der Dienst ist nur für Andro­id-Gerä­te mit NFC-Chip ver­füg­bar, auf denen das Andro­id-Betriebs­­­sys­­­tem 5.0 Lol­li­pop oder neu­er läuft. Um Goog­le Pay nut­zen zu kön­nen, musst du eine Kre­dit­kar­te hin­ter­le­gen. Danach ist mobi­les Bezah­len in Geschäf­ten, aber auch in Apps und bei Online­käu­fen mög­lich. Run­ter­la­den kannst du dir die Anwen­dung im Goog­le Play Store.

Apple Pay: Im Dezem­ber 2018 ist Apple Pay in Deutsch­land gestar­tet. Um mit dem Mobi­le-Pay­ment-Sys­tem bezah­len zu kön­nen, benö­tigst du ein iPho­ne 6 (Plus) oder neu­er sowie das Betriebs­sys­tem iOS 12 oder höher. Erfor­der­lich ist außer­dem eine Apple ID, mit der du bei iCloud ange­mel­det sein musst. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, kannst du in dei­ner Wal­let-App eine Kre­dit­kar­te hin­zu­fü­gen (wenn dei­ne Bank Apple Pay unter­stützt) und anschlie­ßend mobil damit bezah­len. Die Authen­ti­fi­zie­rung erfolgt über Code, Touch- oder Face-ID. Du benö­tigst kei­ne sepa­ra­te App. Die Wal­let-App ist auf jedem iPho­ne vor­in­stal­liert.

Des Wei­te­ren gibt es Mobi­le-Pay­ment-Sys­te­me fol­gen­der Anbie­ter:

The­ma Daten­schutz: Wie sicher ist Mobi­le Pay­ment?

In einer Umfra­ge der Post­bank gaben 52 Pro­zent der Befrag­ten an, dass sie die Nut­zung von Mobi­le Pay­ment ableh­nen, weil sie befürch­ten, jemand könn­te ihr Smart­pho­ne ent­wen­den.

Dabei gilt Mobi­le Pay­ment als ver­gleichs­wei­se sicher. Vor­aus­ge­setzt, du schützt dein Tele­fon durch einen Code, Touch- oder Face-ID, hältst dei­ne Soft­ware auf dem aktu­ells­ten Stand und beziehst Apps nur über ver­trau­ens­wür­di­ge Quel­len wie den Goog­le Play Store und den App Store von Apple.

Der Ver­lust einer Bank­kar­te ist inso­fern ris­kan­ter, weil das Ver­schwin­den mög­li­cher­wei­se weni­ger schnell auf­fällt als bei einem Smart­pho­ne. Und sobald du das Feh­len des Han­dys bemerkst, kannst du die Gefahr durch einen Anruf beim Mobil­funk­an­bie­ter und beim Kre­dit­in­sti­tut umge­hend ban­nen.

Wäh­rend des Bezahl­vor­gangs wer­den kei­ne Kar­ten­da­ten an den Händ­ler wei­ter­ge­ge­ben. Auch die Online-Bezahl­sys­te­me erhal­ten die Daten nicht, da der Trans­ak­ti­ons­vor­gang ver­schlüs­selt ist.

Apple gibt außer­dem an, kei­ne per­sön­li­chen Daten bei den Trans­ak­tio­nen zu spei­chern. Goog­le dage­gen kann durch­aus Daten zum Kauf erhe­ben, zum Bei­spiel den Händ­ler oder die Sum­me.

Lang­sam, aber sicher: Mobi­le Pay­ment ist im Kom­men

Auch wenn der Start schlep­pend war und sich Mobi­le Pay­ment im Bar­geld lie­ben­den Deutsch­land noch nicht so rich­tig eta­blie­ren konn­te, sind immer mehr Online-Bezahl­sys­te­me auch hier­zu­lan­de ver­füg­bar. Anbie­ter wie Goog­le Pay und Apple Pay bau­en ihre Ver­brei­tung ste­tig aus und ver­su­chen, wei­te­re Ban­ken und Unter­neh­men mit ins Boot zu holen, um ihren Usern in immer mehr Geschäf­ten und Situa­tio­nen den Kom­fort des mobi­len Bezah­lens anbie­ten zu kön­nen. Es ist also ver­mut­lich nur eine Fra­ge der Zeit, bis sich Mobi­le Pay­ment auch in Deutsch­land so rich­tig durch­ge­setzt hat.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.