Durch die ISO-Ein­stel­lung dei­ner Kame­ra gelin­gen dir auch zu dunk­le­ren Stun­den noch anstän­di­ge Fotos. Dabei musst du aber unter Umstän­den einen Qua­li­täts­ver­lust in Kauf neh­men. Hier erfährst du, was hin­ter dem ISO-Wert steckt, wie unter­schied­li­che Ein­stel­lun­gen in der Pra­xis aus­se­hen und wel­che davon in einer bestimm­ten Situa­ti­on zu ansehn­li­chen Ergeb­nis­sen füh­ren.

Film­emp­find­lich­keit: ISO in der ana­lo­gen Foto­gra­fie

Dafür steht der Name ISO

Hin­ter der Bezeich­nung steckt die Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on für Nor­mung mit Sitz in der Schweiz. Weil es dort aller­dings unter­schied­li­che Amts­spra­chen gibt und durch die Über­set­zung in die­se auch ver­schie­de­ne Abkür­zun­gen ent­ste­hen, ent­schied sich die Orga­ni­sa­ti­on für einen Kom­pro­miss: ISO. Der Begriff stammt vom grie­chi­schen „isos“ ab und bedeu­tet über­setzt „gleich“. Genau das beschreibt das Prin­zip einer Nor­mung.

Ana­lo­ge Foto­gra­fie erfreut sich auch heu­te noch einer gewis­sen Beliebt­heit. Fotos auf klas­si­schem Film haben einen beson­de­ren Charme, der sich nicht abstrei­ten lässt. Hat­test du schon einen sol­chen Film in der Hand, dann kennst du wahr­schein­lich auch die Anga­be zur Film­emp­find­lich­keit. Frü­her gaben die Her­stel­ler, je nach Ursprungs­land, die­se häu­fig mit einem DIN‑, ASA- oder GOST-Wert an. Heu­te ist hin­ge­gen ISO gebräuch­lich. Die Film­emp­find­lich­keit zeigt an, wie stark ein Film Licht auf­neh­men kann. Je höher der Wert ist, des­to bes­ser eig­net sich der Film für dunk­le Umge­bun­gen.

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Licht­emp­find­lich­keit: ISO in der digi­ta­len Foto­gra­fie

Bei der ana­lo­gen Foto­gra­fie legt der Film den ISO-Wert fest. Die­ser lässt sich also ent­spre­chend wäh­rend der Nut­zung nicht mehr ver­än­dern. Foto­gra­fen müs­sen sich also vor­her genau über­le­gen, in wel­cher Situa­ti­on sie den Film benö­ti­gen. Bei der digi­ta­len Foto­gra­fie bist du hin­ge­gen deut­lich fle­xi­bler. Der ISO-Wert zeigt hier die Licht­emp­find­lich­keit des Bild­sen­sors an. Die­se lässt sich nach jedem geschos­se­nen Foto neu anpas­sen.

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ISO-Wer­te: Ange­passt an die Situa­ti­on

Der rich­ti­ge ISO-Wert kann dir dabei hel­fen, schö­ne Fotos auch bei wenig Licht zu schie­ßen. Dafür soll­test du aber wis­sen, wel­che Berei­che es gibt – und wel­chen Wert du in einer bestimm­ten Situa­ti­on nut­zen soll­test.

Nied­ri­ge ISO

Zunächst soll­test du wis­sen, dass der ISO-Wert nie null beträgt. Dei­ne Kame­ra foto­gra­fiert also immer mit einer bestimm­ten ISO-Zahl. Bei einer sehr hel­len Umge­bung, etwa im Son­nen­schein, soll­test du die Basis-ISO ver­wen­den. Sie beträgt bei den meis­ten Kame­ras ISO 50, ISO 100 oder ISO 200. Fotos sind dann sehr natür­lich und nicht künst­lich über­be­lich­tet. Zudem ent­steht dadurch ein mög­lichst gerin­ges Bild­rau­schen: Das ist eine dunk­le Kör­nung im Bild, die stö­rend wir­ken kann.

Mitt­le­re ISO

Die Wer­te ISO 400 und ISO 800 bewe­gen sich im mitt­le­ren Bereich. Sie sind dann gut geeig­net, wenn dei­ne Umge­bung schon etwas dunk­ler ist. Das kann etwa ein Motiv im Frei­en bei bewölk­tem Him­mel oder am spä­te­ren Nach­mit­tag sein. Auch Fotos in Gebäu­den pro­fi­tie­ren von einer mitt­le­ren ISO, solan­ge noch aus­rei­chend Licht in die Räu­me fällt. Bei einer mitt­le­ren ISO gibt es ein leich­tes Bild­rau­schen, das aber meist noch nicht stö­rend wirkt.

Hohe ISO

Hier las­sen sich alle Wer­te ab ISO 1600 ein­ord­nen. Eine hohe ISO benö­tigst du bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen. Dazu gehört etwa die Foto­gra­fie bei Nacht, wenn du kein Sta­tiv dabei­hast, um mit Blen­de und Belich­tungs­zeit zu arbei­ten. Auch in dunk­len Räu­men kannst du mit einer hohen ISO noch anstän­di­ge Ergeb­nis­se errei­chen. Aller­dings muss dir klar sein, dass hier ein deut­lich wahr­nehm­ba­res Bild­rau­schen ent­steht.

ISO-Auto­ma­tik

Nahe­zu alle moder­nen Kame­ras und Smart­pho­nes besit­zen eine Auto­ma­tik für die Ein­stel­lung aller wich­ti­ger Wer­te. Dazu gehört auch die ISO-Zahl. Du musst dich dann im Prin­zip nur noch auf das Motiv selbst kon­zen­trie­ren und kannst abdrü­cken. Aller­dings erzielst du so nur sel­ten das per­fek­te Ergeb­nis. Eine manu­el­le Belich­tung erhöht, mit dem rich­ti­gen Fein­ge­fühl, die Bild­qua­li­tät direkt aus der Kame­ra deut­lich.

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ISO: Wech­sel­spiel mit Blen­de und Belich­tungs­zeit

Die ISO-Ein­stel­lung ist nicht nur abhän­gig von den Licht­ver­hält­nis­sen, son­dern auch von ande­ren Ein­stel­lun­gen der Kame­ra. Genau­er geht es um die Blen­de und die Belich­tungs­zeit. Die drei Wer­te machen in Kom­bi­na­ti­on die gesam­te Belich­tung eines Bil­des aus.

Blen­de: Die hin­te­re Öff­nung bei einem Objek­tiv ist die Blen­de. Es han­delt sich in der Regel um ein mecha­ni­sches Teil, das sich inner­halb eines gewis­sen Bereichs anpas­sen lässt. Meist erfolgt das durch eine Dre­hung am Objek­tiv selbst. Schließt du die Blen­de, trifft weni­ger Licht auf den Sen­sor. Das ist bei sehr hel­lem Licht prak­tisch. Die Blen­de bestimmt aber auch die Tie­fen­schär­fe mit. Für mehr davon musst du die Blen­de schlie­ßen. Das Schlie­ßen der Blen­de bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen kann ein erhöh­ter ISO-Wert aus­glei­chen.

Belich­tungs­zeit:Die­ser Wert lässt sich auch als Ver­schluss­zeit bezeich­nen. Es geht dabei also um die Zeit, die der Ver­schluss der Kame­ra­lin­se geöff­net bleibt. Eine gerin­ge Ver­schluss­zeit nimmt nur für einen sehr kur­zen Moment ein Motiv und somit auch das Licht auf. Das funk­tio­niert also dann gut, wenn die Umge­bung hell ist. Bei einer hohen Ver­schluss­zeit „schaut“ die Kame­ra län­ger auf das Motiv und nimmt deut­lich mehr Licht auf. Bewe­gun­gen ver­wi­schen dann aber natür­lich. Des­halb soll­test du bei lan­ger Belich­tungs­zeit immer mit einem Sta­tiv foto­gra­fie­ren. Willst du hin­ge­gen eine Bewe­gung bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen ein­fangen, musst du auch hier über eine erhöh­te ISO nach­steu­ern.

ISO oder nach­träg­lich auf­hel­len: Was bes­ser ist

Grund­sätz­lich ist es natür­lich mög­lich, ein Bild nach­träg­lich noch zu ver­än­dern. Beim Bear­bei­ten kannst du etwa auch die Hel­lig­keit anpas­sen. Du soll­test dabei aber beach­ten, dass sich schlech­tes Roh­ma­te­ri­al auch so nicht mehr ret­ten lässt. Zu hel­le oder zu dunk­le Bil­der schau­en bei einer zu star­ken Nach­be­ar­bei­tung sehr künst­lich aus. Außer­dem kön­nen wich­ti­ge Details des Motivs ver­lo­ren gehen. Ver­su­che also lie­ber, die rich­ti­gen Ein­stel­lun­gen zu fin­den. So musst du im Nach­gang nur noch Nuan­cen ver­än­dern.

Digi­tal­ka­me­ra: So stellst du die ISO ein

Jede moder­ne digi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ra (DSLR) besitzt eine Mög­lich­keit, den ISO-Wert anzu­pas­sen. Dafür muss sich das Gerät meist im manu­el­len Modus (M) befin­den. Du soll­test dann im Menü der Kame­ra die ISO-Zahl ein­stel­len kön­nen. Man­che teu­re­ren Model­le haben dafür sogar einen sepa­ra­ten Dreh­reg­ler oder einen ISO-Knopf ver­baut. Mit die­sem gelingt der Wech­sel zu einem ande­ren Wert sogar noch schnel­ler.

Smart­pho­ne: Manch­mal ver­steckt sich die Ein­stel­lung

Nicht nur bei Digi­tal­ka­me­ras, son­dern auch bei Smart­pho­nes kannst du die ISO ein­stel­len. Egal ob iOS oder Android: Die Steue­rung der Kame­ra kommt ganz auf das jewei­li­ge Modell an. Nicht immer sind Ein­stel­lun­gen zur ISO dabei ein­fach zu fin­den. Bei einem iPho­ne kommst du bei­spiels­wei­se nur über Apps aus dem Apps­to­re an den Wert ran. Die­se sind meist aber kos­ten­pflich­tig. Bei man­chen Android-Smart­pho­nes lässt sich die ISO-Zahl auch direkt in der Kame­ra­steue­rung ein­stel­len. Wenn nicht, kön­nen hier Apps aus dem Goog­le Play Store die Lösung sein.

Fazit: Nimm die ISO selbst in die Hand

Wie bereits im Absatz zur ISO-Auto­ma­tik beschrie­ben, soll­test du die Steue­rung der ISO-Emp­find­lich­keit selbst in die Hand neh­men. Mit ein wenig Übung holst du so im Zusam­men­spiel mit Blen­de und Ver­schluss­zeit ein­fach mehr aus dei­nen Bil­dern her­aus und musst spä­ter deut­lich weni­ger Arbeit in die Nach­be­ar­bei­tung ste­cken. Das gilt übri­gens nicht nur für eine Digi­tal­ka­me­ra, son­dern oft auch für dein Smart­pho­ne. Zudem macht Foto­gra­fie­ren auch einfach mehr Spaß, wenn man sich ein tol­les Ergeb­nis selbst erar­bei­tet – statt die Kame­ra die Arbeit machen zu las­sen.

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