Wer bei Glas­ku­geln nur an Wahr­sa­ge­rin­nen denkt, hat einen gro­ßen Foto­t­rend ver­passt: die Glas­ku­gel-Foto­gra­fie. Die durch­sich­ti­gen Kugeln sor­gen für eben­so sur­rea­le wie bezau­bern­de Bil­der. Und die sind sogar recht ein­fach gemacht. UPDATED zeigt dir, was du für die beein­dru­cken­den Auf­nah­men brauchst, wie du dei­ne Kame­ra rich­tig ein­stellst und wel­cher Hin­ter­grund am bes­ten geeig­net ist.

Was brauchst du für die Glas­ku­gel-Foto­gra­fie?

Eins ist logisch: Du brauchst eine Glas­ku­gel und eine Kame­ra. Wor­auf es im Ein­zel­nen ankommt, sagen wir dir hier.

1. Die Glas­ku­gel

Dein Haupt-Acces­soire soll­te etwa so groß wie dei­ne Hand und frei von Krat­zern sein. Außer­dem eig­net sich farb­lo­ses Glas am bes­ten, damit du kla­re und schar­fe Spie­ge­lun­gen erhältst. Eine hoch­wer­ti­ge Glas­ku­gel kannst du ab ca. 20 Euro in einem Deko­be­darf-Laden kau­fen.

Zusätz­lich zu den Kugeln gibt es oft klei­ne Unter­set­zer, die ein Weg­rol­len ver­hin­dern. Das ist prak­tisch, wenn du die Glas­ku­gel auf einer glat­ten Ober­flä­che, etwa einem Brü­cken­ge­län­der, able­gen möch­test. Hältst du sie lie­ber in der Hand, brauchst du einen sol­chen Unter­set­zer nicht zwin­gend.

2. Die Kame­ra

Für den Bokeh-Effekt sorgt die Glas­ku­gel von allein, trotz­dem ist es nicht ver­kehrt, die Bil­der mit einer guten Kame­ra und nicht mit dem Han­dy zu machen – denn das Smart­pho­ne kann die­sen Effekt nicht von allein pro­du­zie­ren. Idea­ler­wei­se greifst du zu einer Spie­gel­re­flex­ka­me­ra mit einem licht­star­ken Weit­win­kel­ob­jek­tiv. Gut ist eine Brenn­wei­te von 35 mm. Dann kannst du auch in der einen Hand die Glas­ku­gel und in der ande­ren die Kame­ra hal­ten. Die Blen­de soll­te sich auf min­des­tens f/2.8 öff­nen las­sen.

3. Die Loca­ti­on

Foto­gra­fie ist Geschmacks­sa­che. Du kannst dei­ne Glas­ku­gel also ganz nach Lust und Lau­ne vor einem Motiv dei­ner Wahl plat­zie­ren. Wenn du trotz­dem etwas Inspi­ra­ti­on brauchst – die fol­gen­den Sze­na­ri­en eig­nen sich beson­ders gut für die Glas­ku­gel-Foto­gra­fie:

  • Land­schaf­ten: je ein­drucks­vol­ler, des­to bes­ser. Schau dich in dei­ner Umge­bung um. Gibt es irgend­wo Was­ser? Ber­ge? Meer? Meist brauchst du gar nicht lang zu suchen, denn auch der ein­zel­ne Baum am Feld­rand oder der klei­ne Bade­see um die Ecke sind pri­ma Moti­ve.
  • Dra­ma­ti­scher Him­mel: Ide­al ist ein leicht bewölk­ter Him­mel, durch des­sen Wol­ken ver­ein­zelt die Son­ne blitzt. Etwa nach einem Sturm oder Gewit­ter. Auch per­fekt: Son­nen­auf- und -unter­gang.
  • Archi­tek­tur und Brü­cken: Spielst du beim Foto­gra­fie­ren gern mit For­men und magst du es abs­trakt, dann auf in die Innen­stadt oder zur nächs­ten Bahn­brü­cke. Die kla­ren For­men bil­den einen tol­len Kon­trast zur ver­spiel­ten Glas­ku­gel.

So fällt die Glas­ku­gel nicht run­ter

Du kannst die Glas­ku­gel für das Shoo­ting ein­fach in der Hand hal­ten. Aller­dings ist sie rela­tiv schwer und könn­te dir aus der Hand rol­len, wäh­rend du dich auf die Kame­ra kon­zen­trierst. Zwi­schen Dau­men und Zei­ge­fin­ger geklemmt hältst du sie sta­bi­ler, als wenn du sie auf dei­ne aus­ge­streck­te Hand legst.

Alter­na­tiv kannst du die Kugel auch able­gen. Damit sie auf einer glat­ten Flä­che nicht weg­rollt, kannst du etwas hel­len Sand oder Salz auf den Unter­grund streu­en.

Legst du die Kugel hin, ist es für das Foto oft schö­ner, wenn du die Kame­ra eben­falls ablegst. Der bes­te Platz hier­für ist kurz vor der Kugel auf der­sel­ben Unterlage/Höhe.

Wie stellst du die Kame­ra ein?

Stel­le dei­ne Kame­ra am bes­ten in den manu­el­len Modus (M). So hast du alle Ein­stel­lun­gen selbst in der Hand und kannst Belich­tungs­zeit, Blen­de etc. per­fekt an Umge­bung und Licht­ver­hält­nis­se anpas­sen.

Fühlst du dich woh­ler, wenn dei­ne Kame­ra dir einen Teil der Arbeit abnimmt, lässt du am bes­ten die ISO-Ein­stel­lun­gen auto­ma­tisch vor­neh­men. Dazu kannst du trotz­dem im manu­el­len Modus blei­ben, also das Modus­rad an dei­ner Kame­ra auf M stel­len. Du setzt ledig­lich im Menü den ISO-Wert auf Auto. Dann brauchst du dich nur noch um zwei Ein­stel­lun­gen zu küm­mern. Willst du alle Ein­stel­lun­gen auto­ma­ti­sie­ren, drehst du das Modus­rad auf A.

Wir emp­feh­len aller­dings, min­des­tens Belich­tungs­zeit und Blen­de selbst ein­zu­stel­len. Und das geht wie folgt:

  1. Pas­se den ISO-Wert den Licht­ver­hält­nis­sen an. An son­ni­gen Tagen wählst du ISO 100, ist es bewölkt nimmst du ISO 400. Im Halb­dun­keln oder in geschlos­se­nen Räu­men erhöhst du den ISO-Wert auf 800 oder 1600. Lässt dei­ne Kame­ra es zu, kannst du auch noch höher gehen, bei vie­len Model­len wird es dann aber zu einem Bild­rau­schen kom­men. Schwarz wird dann nicht mehr rich­tig schwarz dar­ge­stellt. Alter­na­tiv wählst du für den ISO-Wert im Menü dei­ner Kame­ra die Auto­ma­tik­ein­stel­lung.
  2. Stel­le die Blen­de ein. Star­te mit einer Blen­de von f/2.8. Dann soll­te der schar­fe Bereich um dei­nen Fokus­punkt genau die rich­ti­ge Grö­ße haben. Ide­al ist es, wenn die Glas­ku­gel wei­test­ge­hend scharf ein­ge­fan­gen wird. Kommst du mit f/2.8 nicht aus, kannst du die Blen­den­zahl ver­rin­gern, um die Blen­de wei­ter zu öff­nen und für noch mehr Unschär­fe zu sor­gen. Oder du schließt die Blen­de etwas mehr, das sorgt für mehr Schär­fe rund um dei­nen Fokus­punkt und weni­ger Unschär­fe im Bild.
  3. Lege die Belich­tungs­zeit fest. Rich­te dich nach den Licht­ver­hält­nis­sen. Steht dir wenig Son­nen­licht zur Ver­fü­gung, kannst du die Belich­tungs­zeit auf 1/50 Sekun­de fest­le­gen, da sich dein Motiv nicht bewegt. Möch­test du län­ger belich­ten, soll­test du ein Sta­tiv benut­zen, um Ver­wack­ler zu ver­hin­dern.

Wie ent­ste­hen die bes­ten Glas­ku­gel-Fotos?

Hast du den per­fek­ten Spot gefun­den, dei­ne Kame­ra ein­ge­stellt und dei­ne Glas­ku­gel bereit­ge­legt, dann kann es los­ge­hen. Mit die­sen Tipps gelin­gen dir rich­tig gute Bil­der.

Ach­te auf den Fokus

Bevor du den Aus­lö­ser drückst, soll­te der Fokus sit­zen. Hier ist es wich­tig, dass du selbst fest­legst, was scharf gestellt wer­den soll, und dies nicht der Kame­ra über­lässt. Also raus aus dem Auto-Fokus. Stel­le im Menü den manu­el­len Fokus ein und set­ze den Punkt dort­hin, wo du spä­ter dei­ne Glas­ku­gel im Bild haben willst (in der Regel etwa mit­tig). Nun schaust du durch den Sucher und rich­test den Fokus auf die Spie­ge­lung in der Glas­ku­gel.

Ach­te auf die Glas­ku­gel

Kon­trol­lie­re schon zu Hau­se, dass dei­ne Glas­ku­gel nicht zer­kratzt, ris­sig oder ange­lau­fen ist. Wick­le sie am bes­ten in ein wei­ches Tuch und trans­por­tie­re sie in einer Schach­tel. Direkt vor dem Shoo­ting soll­test du sie dann noch ein­mal rei­ni­gen. Fin­ger­ab­drü­cke, Schlie­ren oder Dreck las­sen sich spä­ter kaum noch weg­re­tu­schie­ren. Nut­ze am bes­ten ein tro­cke­nes Bril­len­putz­tuch für die Rei­ni­gung. Hast du keins, geht auch ein nor­ma­les Mikro­fa­ser­tuch.

Ach­te auf die Umge­bung

Dei­ne Umge­bung wird in der Spie­ge­lung dei­ner Glas­ku­gel zu sehen sein. Möch­test du etwas nicht in der Kugel haben, reicht es oft schon, den Auf­nah­me­win­kel etwas zu ver­än­dern. Geh also ein­fach etwas um dei­ne Kugel her­um oder hal­te sie wei­ter rechts oder links von dir.

Inves­tie­re in die Nach­be­ar­bei­tung

In der Regel wird dein Bild wie folgt aus­se­hen: Der Hin­ter­grund wird rich­tig her­um, die Spie­ge­lung in der Glas­ku­gel ver­kehrt her­um dar­ge­stellt. Einen inter­es­san­ten Effekt erreichst du, indem du das gesam­te Bild drehst. Dann ist der Fokus­punkt, also die Spie­ge­lung in der Glas­ku­gel, rich­tig her­um, wäh­rend der Hin­ter­grund auf dem Kopf steht. Etwas auf­wän­di­ger, aber loh­nens­wert ist es, die Glas­ku­gel aus­zu­schnei­den und sepa­rat zu dre­hen, sodass sowohl Kugel als auch Hin­ter­grund rich­tig her­um gezeigt wer­den.

Klei­ner Auf­wand, gro­ßer Wow-Effekt

Wenn Oma dem­nächst ihren Brief­be­schwe­rer sucht, dann könn­te sie ihn in dei­ner Foto­tasche fin­den – vor­aus­ge­setzt, es han­delt sich um eine Glas­ku­gel. Denn auch wenn die Idee, durch eine Glas­ku­gel zu foto­gra­fie­ren, recht sim­pel klingt, der Effekt kann sich sehen las­sen. Mit dem klei­nen Acces­soire las­sen sich alt­be­kann­te Foto­lo­ca­ti­ons in der Umge­bung noch ein­mal ganz neu ent­de­cken. Da wird sicher­lich auch dei­ne Oma stau­nen.

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