Du möch­test dei­nen Fotos das gewis­se Etwas ver­lei­hen und dafür die Tie­fen­schär­fe nut­zen? Mit dem soge­nann­ten Bokeh-Effekt ist das mög­lich. Er hilft dir, dein zen­tra­les Motiv gekonnt in den Fokus zu rücken. Und zwar nicht nur mit einer pro­fes­sio­nel­len Kame­ra. Dank aus­ge­klü­gel­ter Apps kannst du auch mit dem Smart­pho­ne einen Bokeh-Effekt erzeu­gen. UPDATED erklärt dir, was genau sich hin­ter dem Begriff ver­birgt und wie du den Effekt ein­set­zen kannst.

Bokeh-Effekt: Defi­ni­ti­on und Erklä­rung

Der Begriff “Bokeh” stammt aus dem Japa­ni­schen und bedeu­tet “ver­schwom­men” oder auch “unscharf”.

Immer, wenn auf einem Foto ein bestimm­ter Bild­aus­schnitt scharf gestellt wird, wäh­rend der Rest des Fotos unscharf ver­schwimmt, spricht man vom Bokeh-Effekt (auch “das Bokeh” genannt). Auch Unschär­fe­krei­se und Licht­strah­len im Hin­ter­grund sind cha­rak­te­ris­tisch für die­ses belieb­te Gestal­tungs­mit­tel der Foto­gra­fie.

Wie ent­steht der Bokeh-Effekt?

Der Bokeh-Effekt ent­steht immer dann, wenn sich etwas außer­halb der ein­ge­stell­ten Schär­fee­be­ne des Objek­tivs befin­det, sodass es unscharf dar­ge­stellt wird. Meist han­delt es sich dabei um den Hin­ter­grund eines Bil­des. Als Foto­graf kannst du dir die­sen Umstand her­bei­füh­ren, indem du mit ver­schie­de­nen Kame­ra­ob­jek­ti­ven und unter­schied­li­chen Blen­den­ein­stel­lun­gen expe­ri­men­tierst. Tipps hier­zu liest du im Fol­gen­den.

Mit die­sen Tipps erreichst du den Bokeh-Effekt

Fakt ist: Die Stär­ke des Bokeh-Effekts hängt von der Brenn­wei­te ab. Und die vari­iert von Objek­tiv zu Objek­tiv. Auch die Blen­den­öff­nung trägt maß­geb­lich zur Ent­ste­hung des Bokeh-Effekts bei. Fol­gen­des soll­test du des­halb beach­ten, wenn du die­ses Gestal­tungs­merk­mal nut­zen willst:

  • Mit einem Objek­tiv mit lan­ger Brenn­wei­te (etwa 105 mm) erreichst du ein­fa­cher ein star­kes Bokeh als mit einem Nor­mal- oder Weit­win­kel­ob­jek­tiv.
  • Objek­ti­ve mit einer Fest­brenn­wei­te eig­nen sich meist bes­ser für Bil­der mit Bokeh-Effekt als Objek­ti­ve mit Zoom.
  • Tele­ob­jek­ti­ve und Son­nar-Objek­ti­ve gel­ten als ech­te Bokeh-Klas­si­ker.
  • Por­trät­ob­jek­ti­ve, die mit soge­nann­ten Apo­di­sa­ti­ons­fil­tern aus­ge­stat­tet sind, sor­gen für einen beson­ders wei­chen Bokeh-Effekt.
  • Spie­gel­lin­sen­ob­jek­ti­ve erzeu­gen ein Bokeh in Form von Rin­gen statt Unschär­fe­krei­sen.
  • Foto­gra­fie­re mit manu­el­lem Fokus, sodass nicht auto­ma­tisch der Vor­der­grund scharf gestellt wird, son­dern du den Fokus selbst wäh­len kannst.
  • Je grö­ßer du die Blen­den­öff­nung wählst, des­to wir­kungs­vol­ler ist der Bokeh-Effekt.
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Cine­ma­gram­me: So erstel­len Sie Bil­der mit Bewe­gung

Gene­rell lässt sich sagen, dass Kom­pakt­ka­me­ras weni­ger gut für Fotos mit Bokeh-Effekt geeig­net sind. Das liegt an ihren licht­schwa­chen Objek­ti­ven und kur­zen Brenn­wei­ten. Möch­test du es trotz­dem ver­su­chen, soll­test du die Ein­stel­lun­gen Tele oder Makro aus­pro­bie­ren und auch hier mit gro­ßer Blen­den­öff­nung arbei­ten. Dann kann der Bokeh-Effekt auch mit einer Kom­pakt­ka­me­ra in gewis­sem Umfang gelin­gen.

Bokeh-Effekt mit der Kame­ra erzeu­gen: Inspi­ra­tio­nen für den Ein­stieg

Der Begriff “Bokeh” ist erklärt, die grund­le­gen­den tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen bekannt. Fehlt nur noch eine ers­te Idee zum Ein­stieg? Dann lass dich von den fol­gen­den Bil­dern inspi­rie­ren. Tipps, wie du sol­che und ähn­li­che Moti­ve umset­zen kannst, fin­dest du natür­lich eben­falls.

Klei­ne Blen­de, gro­ße Wir­kung

Steht die Son­ne tief und scheint durch die Blät­ter der Bäu­me, kannst du her­vor­ra­gend mit ver­träum­ten Licht­ef­fek­ten spie­len. Das Pro­blem ist nur: Die ver­gleichs­wei­se schwa­chen Licht­ver­hält­nis­se machen es dir nicht gera­de leicht. Ver­wen­de daher einen hohen ISO-Wert und eine gro­ße Blen­de. Der gewünsch­te Bokeh-Effekt stellt sich dann durch die gerin­ge Tie­fen­schär­fe der gro­ßen Blen­de ein.

Für ein Foto im Stil des fol­gen­den Bil­des könn­test du zum Bei­spiel einen ISO-Wert von 400 wäh­len. Stel­le die Blen­de auf Maxi­mum, wäh­le also den kleinst­mög­li­chen Wert aus. Am bes­ten f/1.4 oder f/1.8. Die Belich­tungs­zeit soll­te so gewählt wer­den, dass die Belich­tungs­ska­la, die du im Sucher dei­ner Spie­gel­re­flex­ka­me­ra siehst, etwa einen bis zwei Bal­ken unter die 0 rutscht.

Lan­ge Brenn­wei­te für klei­ne Moti­ve

Wenn du ein beson­ders klei­nes Lebe­we­sen oder eine klei­ne Blu­me zum Motiv dei­nes Bokeh-Fotos machen möch­test, nutzt du idea­ler­wei­se ein Makro­ob­jek­tiv. Hast du kei­nes zur Hand, kannst du dir fol­gen­der­ma­ßen behel­fen: Hal­te einen gro­ßen Abstand zu dei­nem Motiv ein und wäh­le die maxi­ma­le Brenn­wei­te – 105 oder sogar 200 mm sind opti­mal.

Damit bei einer der­art gro­ßen Brenn­wei­te nichts ver­wa­ckelt, soll­test du mit einer kur­zen Belich­tungs­zeit arbei­ten, zum Bei­spiel 1/120 Sekun­de, bes­ser sogar noch gerin­ger. Den ISO-Wert stellst du dafür ent­spre­chend hoch ein, zum Bei­spiel auf 400. Dann gelingt dir mit etwas Übung ein Bild wie das fol­gen­de:

Gro­ßer Abstand zwi­schen Motiv und Hin­ter­grund

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, um schö­ne Bokeh-Effek­te auf Fotos zu erzie­len: Wäh­le einen mög­lichst gro­ßen Abstand zwi­schen dei­nem Motiv und dem geplan­ten Hin­ter­grund. Das funk­tio­niert zum Bei­spiel, indem du dein Motiv (hier im Bei­spiel ein Foto­mo­dell) vor einer weit ent­fern­ten Hecke oder Baum­rei­he posi­tio­nierst.

Es gibt aller­dings eini­ge Punk­te zu beach­ten, damit dein Foto auch wirk­lich zum Hin­gu­cker wird:

  • Das Haupt­mo­tiv soll­te nicht viel dunk­ler sein als der Hin­ter­grund. Foto­gra­fie­re also nicht direkt in die Rich­tung, aus der die Son­ne bzw. das Licht kommt.
  • Ide­al ist es, wenn das Licht von der Sei­te ein­fällt.
  • Hal­te den ISO-Wert gering, zum Bei­spiel bei 100.
  • Ist der Abstand zwi­schen Motiv und Hin­ter­grund groß genug, stellst du die Blen­de auf f/8.
  • Die Brenn­wei­te soll­te min­des­tens bei 50 mm lie­gen.
  • Die Belich­tungs­zeit wird so ein­ge­stellt, dass die Belich­tungs­ska­la im Sucher bei 0 oder knapp dar­über liegt.

Bokeh-Effekt auf dem Smart­pho­ne: 3 Apps

Nicht immer ist die Kame­ra zur Hand, wenn sich ein schö­nes Motiv für ein Foto mit Bokeh-Effekt anbie­tet. Dann dient oft das Smart­pho­ne als Ersatz. Doch den Unschär­fe-Effekt mit dem Han­dy zu erzie­len, ist gar nicht so ein­fach. Hier hel­fen Apps, die dei­ner Auf­nah­me in der Nach­be­ar­bei­tung die gewünsch­te Unschär­fe ver­lei­hen.

“Face­tu­ne” macht dich zum Sel­fie-Pro­fi

Die App “Face­tu­ne – Sel­fie Pho­to Edi­tor for Per­fect Sel­fies” ist kos­ten­los für iOS (hier heißt die Anwen­dung “Facetune2: Sel­fie-App & Kame­ra”) und Android ver­füg­bar. Das bie­tet die App:

  • Por­trät­fo­tos las­sen sich nach­träg­lich mit einem Bokeh-Effekt ver­se­hen.
  • Hin­ter­grün­de kön­nen aus­ge­tauscht und Licht­ef­fek­te ange­passt wer­den.
  • Ver­schie­de­ne Tools hel­fen dir dabei, Haut­un­rein­hei­ten, Schat­ten und Co. ver­schwin­den zu las­sen.
  • Auch Gesichts­form und ‑merk­ma­le las­sen sich ver­än­dern.
  • Schat­ten, Spie­ge­lun­gen, Farb­tem­pe­ra­tur und wei­te­re Bild­de­tails kön­nen indi­vi­du­ell ange­passt wer­den.

Durch In-App-Käu­fe kannst du dir zusätz­li­che Fea­tures sichern.

“Pho­to­Di­rec­tor – Pho­to Edi­tor” lässt Uner­wünsch­tes ver­schwin­den

Die App “Pho­to­Di­rec­tor – Pho­to Edi­tor” ist kos­ten­los für iOS und Android (hier heißt die App “Pho­to­Di­rec­tor Pho­to Edi­tor App, Pic­tu­re Edi­tor Pro”) ver­füg­bar. Sie bie­tet die fol­gen­den Fea­tures:

  • Farb­ge­nau­ig­keit, Kon­trast, Hel­lig­keit und Co. kön­nen in der App ein­fach ange­passt wer­den.
  • Dank smar­ter Objekt­ent­fer­nung las­sen sich uner­wünsch­te Bild­ele­men­te ein­fach löschen.
  • Über 40 unter­schied­li­che Effekt­vor­la­gen ste­hen zur Ver­fü­gung, um dei­nen Fotos den letz­ten Schliff zu ver­lei­hen.
  • Dar­un­ter fin­den sich unter ande­rem Lomo­gra­fie, Bokeh-Effekt, Vignet­tie­rung und Depth-of-field-Effek­te.
  • Krea­ti­ve Ele­men­te wie Rah­men, Sprech­bla­sen, Col­la­gen-Effek­te und mehr ste­hen zur Ver­fü­gung.

Über In-App-Käu­fe kön­nen wei­te­re Funk­tio­nen frei­ge­schal­tet wer­den.

“Focos” sorgt für gelun­ge­ne Por­trät­auf­nah­men mit dem iPho­ne

Die App “Focos” ist gra­tis für iOS ver­füg­bar, ent­hält aber In-App-Käu­fe, die dir noch zusätz­li­che Pre­mi­um-Funk­tio­nen sichern. Völ­lig kos­ten­los kannst du die fol­gen­den Fea­tures nut­zen:

  • Die App ermög­licht es dir, direkt Fotos mit Bokeh-Effekt mit dei­nem Smart­pho­ne auf­zu­neh­men.
  • Mit­hil­fe der Anwen­dung kannst du bestehen­de Fotos auch nach­träg­lich auf die unter­schied­lichs­ten Arten bear­bei­ten.
  • Über Schie­be­reg­ler las­sen sich Blen­den­öff­nung, Licht­far­be und Co. anpas­sen.
  • Zusätz­li­che Effek­te wie “Tilt-shift”, “Bewe­gungs­un­schär­fe” und “Sanf­tes Glü­hen” sor­gen für sehens­wer­te Ergeb­nis­se.

Wich­tig: Die App funk­tio­niert nur auf Apple-Gerä­ten mit Dual-Kame­ra und min­des­tens iOS 11.0.

Dank Bokeh-Effekt zu sehens­wer­ten Fotos

Mit ein wenig Vor­be­rei­tung, einem licht­star­ken Objek­tiv und etwas Krea­ti­vi­tät gelin­gen dank Bokeh-Effekt Fotos, die ihr Motiv gekonnt in den Fokus rücken. Mit zusätz­li­chen klei­nen Tricks kannst du den Effekt indi­vi­du­ell gestal­ten. Aber auch ohne pro­fes­sio­nel­le Kame­ra gelin­gen ansehn­li­che Bokeh-Fotos. Die rich­ti­gen Apps sor­gen dafür, dass es auch mit der Smart­pho­ne-Kame­ra klappt.

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