Kurz vor dem Jah­res­wech­sel stellt Xiao­mi sein ers­tes gro­ßes Smart­pho­ne für 2021 vor. Das Xiao­mi Mi 11 ist das ers­te Smart­pho­ne, das den erst Anfang Dezem­ber vor­ge­stell­ten Snap­dra­gon 888 als Pro­zes­sor ein­setzt. Aber auch dar­über hin­aus will Xiao­mi mit dem Mi 11 beein­dru­cken. Wir fas­sen alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zum neu­en Flagg­schiff für dich zusammen.

Xiao­mi Mi 11: Grö­ßer, schnel­ler, höher auflösend

Zwei Stun­den ließ sich Xiao­mi am 28. Dezem­ber 2020 Zeit, um das zeit­nah ver­füg­ba­re Mi 11 in aller Aus­führ­lich­keit vor­zu­stel­len. Wäh­rend Apple oder Sam­sung in der Hälf­te der Zeit gleich meh­re­re Pro­duk­te ankün­di­gen, kon­zen­trier­te sich das chi­ne­si­sche Unter­neh­men auf aus­schließ­lich das eine Gerät. Die dem Mi 10 zur Sei­te gestell­ten Able­ger, das Mi 10 Lite, das Mi 10 Pro und das Mi 10T (Pro), war­ten der­weil noch auf eine aktua­li­sier­te Ver­si­on. Aber schon die Basis­va­ri­an­te des Mi 11 macht bereits eine gute Figur – zumin­dest auf dem Datenblatt.

2K-AMOLED: Hel­ler die Dis­plays nie strahlten

Über 6,81 Zoll erstreckt sich das AMO­LED-Dis­play und ist damit nur mar­gi­nal grö­ßer als das Vor­jah­res­mo­dell mit 6,67 Zoll. Bei der Auf­lö­sung hin­ge­gen dreht das Mi 11 ordent­lich auf. Bis zu 2K sind hier mög­lich, das ent­spricht 1.440 x 3.200 Pixeln. Damit erreicht Xiao­mis neu­es Pre­mi­um-Tele­fon eine Pixel­dich­te von 515 ppi. Zum Ver­gleich: Das mit 6,7 Zoll klei­ne­re iPho­ne 12 Pro Max löst mit maxi­mal 1.284 x 2.778 Pixeln bei einer Dich­te von 458 Bild­punk­ten pro Zoll auf. Im bat­te­rie­scho­nen­den Eco-Modus dürf­te das Bild bei 2.400 x 1.080 immer noch gesto­chen scharf ausfallen.

HDR10+ sorgt dabei für kon­trast­rei­che Über­gän­ge zwi­schen dunk­len und hel­len Farb­tö­nen, wobei Xiao­mi hier sogar eine Hel­lig­keit von bis zu 1.500 Nits bzw. cd/m² in der Spit­ze ver­spricht. Wie rea­lis­tisch die­ser Wert tat­säch­lich ist, wird sich erst im All­tag ermes­sen las­sen. Das iPho­ne 12 Pro Max kommt bei der Hel­lig­keit übri­gens auf maxi­mal 1.200 Nits.

Abhän­gig von der gera­de lau­fen­den App unter­stützt das Xiao­mi Mi 11 eine varia­ble Bild­wie­der­hol­ra­te mit 30, 60, 90 und 120 Hertz. Anwen­dun­gen, die 90 oder sogar 120 Hertz unter­stüt­zen, lau­fen folg­lich flüs­si­ger. Damit dei­ne Ein­ga­be ent­spre­chend schnell erkannt wird, tas­tet das Smart­pho­ne das Dis­play mit rekord­ver­däch­ti­gen 480 Hz in der Sekun­de ab. Falls du genau­er erfah­ren möch­test, was es mit die­ser soge­nann­ten Touch Sam­pling Rate auf sich hat, haben wir hier alles Wis­sens­wer­te zu dem The­ma aufgeschrieben:

Fin­ger­ab­druck­sen­sor unter Glas und Sound von Har­man Kardon

Das nahe­zu rand­lo­se Dis­play, das zu allen Sei­ten über die Kan­ten läuft, wird nur oben links durch die im Punch-Hole-For­mat ein­ge­fass­te Front­ka­me­ra unter­bro­chen. Ein Fin­ger­ab­druck­sen­sor zum Ent­sper­ren des Geräts befin­det sich – wie mitt­ler­wei­le immer häu­fi­ger anzu­tref­fen – unter der Glas­ober­flä­che. Als zusätz­li­che Funk­ti­on beherrscht der Sen­sor die soge­nann­te Pho­top­lethys­mo­gra­phie (PPG), die dir erlaubt, dei­ne Herz­fre­quenz durch schlich­tes Auf­le­gen eines Fin­gers zu messen.

Der durch Goril­la Glas Vic­tus 7 geschütz­te Bild­schirm mün­det rings­um in einen Alu­mi­ni­um­rah­men, der neben dem USB-C-Ein­gang auch die Ste­reo-Laut­spre­cher beher­bergt. Die­se sind in Zusam­men­ar­beit mit den Akus­tik-Exper­ten von Har­man Kar­don ent­wi­ckelt wor­den – hier darfst du also durch­aus eine aus­ge­klü­gel­te Sound­äs­the­tik erwarten.

Das Xiao­mi Mi 11 läuft bei Bedarf übri­gens mit zwei SIM-Kar­ten par­al­lel. Die Opti­on, den zwei­ten SIM-Kar­ten-Slot statt­des­sen zur Spei­cher­er­wei­te­rung zu nut­zen, bie­tet der Her­stel­ler aller­dings nicht an.

Snap­dra­gon 888: Schnel­ler als jeder ande­re Prozessor

Mit dem Snap­dra­gon 888 setzt das Mi 11 auf den der­zeit schnells­ten Pro­zes­sor für Android-Gerä­te. Kein Wun­der also, dass ers­te Bench­mark-Tests dem Über­flie­ger einen gewal­ti­gen Leis­tungs­zu­wuchs attes­tie­ren. Das eta­blier­te Bench­mark-Tool Antu­tu errech­net einen Spit­zen­wert von weit über 700.000 Punk­ten bei Qual­comms neus­tem Chip­satz. Das Mi 10 erreich­te 2020 mit dem Vor­gän­ger­chip, dem 865, fast 200.000 Punk­te weni­ger. Beach­te bei die­sen Anga­ben aber, dass es sich hier­bei um theo­re­ti­sche Wer­te han­delt, die soft­ware­sei­tig ermit­telt wer­den und nicht unbe­dingt mit der all­täg­li­chen Nut­zung über­ein­stim­men – unge­fähr so wie die im Labor erfass­ten Ver­brauchs­wer­te eines Pkw.

Gleich­wohl bedeu­tet der Snap­dra­gon 888 für das Mi 11 im Spe­zi­el­len und für Android-Smart­pho­nes im All­ge­mei­nen einen beacht­li­chen Per­for­mance-Gewinn. Für die nächs­ten zwei, drei Jah­re bist du damit selbst bei anspruchs­vol­len Apps und Spie­len auf der siche­ren Seite.

Im Detail setzt sich der neue Sys­tem-on-a-Chip (SoC) fol­gen­der­ma­ßen zusammen:

  • Gefer­tigt im 5‑N­a­no­me­ter-Ver­fah­ren für höhe­re Energieeffizienz
  • 8 CPU-Ker­ne: 1 x ARM Cor­tex-X1 mit 2,84 GHz, 3 x ARM-Cor­tex-A78 mit 2,4 GHz und 4 x Cor­tex-A55 mit 1,8 GHz
  • GPU: Adre­no 660 mit 840 MHz

Dar­über hin­aus unter­stützt das Mi 11 das neue mobi­le Breit­band 5G, Blue­tooth 5.2, Wifi 6, NFC und Dual-GPS. Wel­che IP-Zer­ti­fi­zie­rung das neue Smart­pho­ne erhält, also ob und wie gut es gegen Staub und Was­ser geschützt ist, ist bis dato noch offen.

Xiao­mi streicht das Netzteil

Weil der­ar­ti­ge Hard­ware nach viel Ener­gie ver­langt, ver­baut Xiao­mi im Mi 11 einen 4.600 Mil­li­am­pere­stun­den star­ken Akku. Wie lan­ge du mit einer Akku­la­dung aus­kommst, lässt sich aktu­ell noch nicht sagen. Dafür aber, dass du die Bat­te­rie mit bis zu 55 Watt am Kabel auf­la­den kannst. So soll­test du einen kom­plet­ten Lade­zy­klus von 0 auf 100 Pro­zent in knapp 45 Minu­ten schaf­fen. Kabel­los sind immer noch bis zu 50 Watt drin, was die Lade­zeit logi­scher­wei­se ver­län­gert, die aber wei­ter­hin bei unter einer Stun­de liegt.

Kurz vor der offi­zi­el­len Ankün­di­gung des Mi 11 mach­te das Gerücht die Run­de, dass nach Apple und Sam­sung nun auch Xiao­mi zukünf­tig auf Netz­tei­le bei sei­nen Smart­pho­nes ver­zich­ten wol­le. Mit dem Mi 11 folgt der chi­ne­si­sche Her­stel­ler nun also dem Trend zur umwelt­scho­nen­den Ver­pa­ckung und Redu­zie­rung von Elek­tro­müll, der – so die Unter­neh­men – unter ande­rem eben durch über­schüs­si­ge Lade­ad­ap­ter in Haus­hal­ten entstünde.

In Chi­na, wo das Smart­pho­ne bereits ab 1. Janu­ar zu kau­fen sein soll, haben Kun­den die Mög­lich­keit, den Lade­ad­ap­ter kos­ten­los zum Gerät anzu­for­dern. Wie lan­ge die Akti­on gilt und ob auch deut­sche Kun­den zum hie­si­gen Markt­start davon pro­fi­tie­ren, ist bis­lang noch unbekannt.

Trip­le-Kame­ra: 108 Mega­pi­xel und 8K

Mit drei statt wie beim Vor­gän­ger mit vier Sen­so­ren schießt du beim Mi 11 fort­an dei­ne Fotos. Weg­ge­fal­len sind die zwei 2‑MP-Sen­so­ren für Makro- und Schwarz­weiß-Auf­nah­men. Statt­des­sen setzt sich das Kame­ra-Tri­um­vi­rat nun aus fol­gen­den Objek­ti­ven zusammen:

  • Weit­win­kel­ka­me­ra: 108 Mega­pi­xel, 1/1,33 Zoll Sen­sor, opti­scher Bild­sta­bi­li­sa­tor, f/1,85-Blende
  • Ultra­weit­win­kel­ka­me­ra: 13 Mega­pi­xel, 123 Grad Sicht­feld, f/2.4‑Blende
  • Makro­ka­me­ra: 5 Mega­pi­xel, Makro­auf­nah­men zwi­schen 10 und 3 cm, f/2.4‑Blende

Video­auf­nah­men errei­chen beim Mi 11 eine Auf­lö­sung von bis zu 8K bei maxi­mal 30 Bil­dern pro Sekun­de. Flüs­si­ge­re Ani­ma­tio­nen erhältst du bei ent­spre­chend nied­ri­ge­rer Auf­lö­sung. Der tech­ni­sche Kompromiss:

  • 8K mit 24 oder 30 Bil­dern pro Sekunde
  • 4K mit 30 oder 60 Bil­dern pro Sekunde
  • 1080p mit 30, 60, 120, 240 und 480 Bil­dern pro Sekunde

Die Front­ka­me­ra knipst Sel­fies mit bis zu 20 Mega­pi­xel und filmt in Full HD bei 30 fps und mit bis zu 120 fps bei 720p.

Preis und Ver­füg­bar­keit des Xiao­mi Mi 11

Noch steht nicht fest, wann das Mi 11 in Deutsch­land erschei­nen wird. Even­tu­ell gibt es im Rah­men der CES Anfang Janu­ar eine Ankün­di­gung in die­se Rich­tung. Zumin­dest deu­tet der deut­sche Twit­ter-Account von Xiao­mi in die­se Richtung.

Die Ende Dezem­ber statt­ge­fun­de­ne Ankün­di­gung galt vor­erst aus­schließ­lich dem chi­ne­si­schen Markt. Dort kos­tet das Mi 11 umge­rech­net etwa 500 Euro in der Spei­cher­va­ri­an­te 8 Giga­byte RAM und 128 GB ROM. Für mehr Arbeits- und Flash­spei­cher wird folg­lich ein Auf­preis fäl­lig: knapp 550 Euro sind es für 8 GB RAM und 256 GB ROM und knapp 590 Euro für 12 GB RAM und 256 GB ROM.

Du soll­test aber nicht damit rech­nen, das Mi 11 auch hier­zu­lan­de so ver­gleichs­wei­se güns­tig zu bekom­men. Das Mi 10 star­te­te im April 2020 in Deutsch­land mit 700 Euro in der kleins­ten Speicherausführung.

Nicht nur beim Spei­cher stellt dich Xiao­mi vor die Wahl, son­dern auch bei den Far­ben. Denn das Mi 11 erscheint in gleich sechs farb­li­chen Aus­füh­run­gen: Schwarz, Weiß und Blau jeweils mit Glas-Rück­sei­te. Zusätz­lich erscheint es in einer Son­der­aus­ga­be in Blau-Lila, die zudem Lei Juns, Grün­der von Xiao­mi, Unter­schrift und der Schrift­zug „Xiao­mi Spe­cial Edi­ti­on“ ziert. Alter­na­tiv zu der Glas­rück­sei­te kommt das Mi 11 auch in einer Kunst­le­der-Vari­an­te in den Far­ben Kha­ki und Lila in den Han­del. Vor­aus­ge­setzt, alle Farb­op­tio­nen wer­den auch außer­halb Chi­nas angeboten.