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Fernseher

60, 90, 120 Hertz: Was FPS und Bild­wie­der­hol­ra­ten bedeuten

Gerade beim Gaming spielen flüssige Bilder eine große Rolle. Die wichtigsten Werte sind bei Hardware in Hertz und Bildern pro Sekunde angegeben.

PS5, Xbox Series X und moder­ne Gam­ing-PCs bewei­sen, wie gut Spie­le heut­zu­ta­ge aus­se­hen kön­nen. Doch die schöns­te Optik bringt nichts, wenn die Titel wie Dau­men­ki­nos lau­fen. Rich­tig Spaß kommt erst auf, wenn die Dar­stel­lung auch flüs­sig ist. Bei einem kom­pe­ti­ti­ven Ego-Shoo­ter ist das sogar noch wich­ti­ger, denn eine zügi­ge Bildwie­der­ho­lung lässt dich Geg­ner ein­fa­cher erken­nen und mit dem Ziel ver­fol­gen. Doch was steckt hin­ter den Begrif­fen Hertz (Hz) sowie Bil­der pro Sekun­de (FPS) und wo fin­dest du die Anga­ben häu­fig? Hier erfährst du alles dar­über. 

FPS: Die Frame­ra­te bei digi­ta­len Bildern 

Die Her­stel­ler der neu­en Spie­le­kon­so­len wer­ben aus­gie­big damit, dass ihre Gerä­te hohe Frame­ra­tes errei­chen. Genau­er ist bei PS5 und Xbox Series X von 120 Frames bei 4K-Auf­lö­sung die Rede. Der Begriff „FPS“ steht für das eng­li­sche „Frames per Second“, was sich zu Deutsch mit Bil­dern pro Sekun­de (BpS) über­set­zen lässt. Das bedeu­tet, dass die Kon­so­len theo­re­tisch genug Leis­tung bie­ten, um 120 Bil­der pro Sekun­de bei 3.840 x 2.160 Pixeln dar­zu­stel­len. Dazu musst du noch wis­sen, dass jedes Video und jedes Spiel im Grun­de aus ein­zel­nen Bil­dern bestehen. Eben die­se Bil­der gelan­gen von dei­ner Gra­fik­kar­te, Kon­so­le oder dei­nem Abspiel­ge­rät an den Bild­schirm. Dort sind sie dann als eine flüs­si­ge Sequenz zu sehen. Je höher also der Wert, des­to mehr Bil­der und des­to flüs­si­ger die Dar­stel­lung. 

Gera­de beim Gam­ing ist die FPS-Zahl all­ge­gen­wär­tig. Kaufst du dir neue Hard­ware, wie eben eine Gra­fik­kar­te, soll­test du zunächst Bench­marks anschau­en. Das sind Tests, um die prak­ti­sche Leis­tung von Kom­po­nen­ten fest­zu­stel­len. Bei eben die­sen spie­len die Bil­der pro Sekun­de eine gro­ße Rol­le. Erreicht eine Kar­te oder Kon­so­le bei einem anspruchs­vol­len Spiel hier gute Wer­te, ist sie leis­tungs­stark. Mit der rich­ti­gen Soft­ware kannst du sol­che Bench­marks sogar selbst durch­füh­ren. Alter­na­tiv kannst du auch die FPS direkt wäh­rend der Nut­zung über­wa­chen. 

Mög­lich machen das etwa Pro­gram­me wie Fraps oder die Soft­ware der Gra­fik­kar­ten-Her­stel­ler Nvi­dia und AMD. Hier­bei kannst du dir die aktu­el­le FPS-Zahl wäh­rend des Spie­lens am PC ein­blen­den las­sen. Merkst du, dass sie nied­rig ist, lohnt sich ein Blick auf die Gra­fik­ein­stel­lun­gen. Die gibt es so bei Kon­so­len-Games natür­lich meist nicht. Aller­dings hast du etwa bei der PS5 und Xbox oft die Wahl, ob du das Spiel auf Optik oder Per­for­mance hin opti­miert haben möch­test. Manch­mal gibt es hier auch direkt Infor­ma­tio­nen zu den Aus­wir­kun­gen auf die Frame­ra­te. Übri­gens: Man­che Spie­le bie­ten auch eine Opti­on, sich die FPS anzei­gen zu las­sen – zumin­dest auf dem PC. Dazu gehört etwa der belieb­te Batt­le-Roya­le-Shoo­ter „Call of DutyWar­zo­ne“. 

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FPS bei Kame­ras: Was der Wert beim Fil­men bedeutet 

Nimmst du selbst Vide­os auf, bist du viel­leicht eben­falls schon über die Frame­ra­te von Kame­ras gestol­pert. Eine sol­che Anga­be fin­det sich häu­fig etwa bei moder­nen Smart­phones. Deren Kame­ra sind teils in der Lage, mit sehr hohen FPS-Zah­len auf­zu­neh­men. Beschreibt die Frame­ra­te bei Spie­len, Fil­men & Co. die Zahl der aus­ge­ge­be­nen Bil­der pro Sekun­de, geht es hier um die Zahl der auf­ge­nom­me­nen Bil­der pro Sekun­de. 

Ein höhe­rer Wert bedeu­tet, dass die Vide­os flüs­si­ger sind. Beson­ders wich­tig ist die Frame­ra­te für Zeit­lu­pen-Vide­os. Nimmst du mit 120 oder gar 240 FPS auf, kannst du die Vide­os spä­ter deut­lich flüs­si­ger bei nied­ri­ger Geschwin­dig­keit abspie­len. Moder­ne Smart­phones wie das aktu­el­le iPho­ne oder die neu­es­ten Han­dys aus der Gala­xy-Rei­he von Sam­sung neh­men des­halb mit solch hohen FPS-Wer­ten auf. 

Hertz: Bild­wie­der­hol­fre­quenz bei Bildschirmen 

Kei­ne Sor­ge, denn die Bild­wie­der­hol­fre­quenz von Bild­schir­men beschreibt kei­nen völ­lig ande­ren Wert. Was hier meist in Hertz (Hz) ange­ge­ben ist, ist schlicht die Anzahl an Bil­dern die ein Moni­tor, Fern­se­her oder ein Smart­phone-Dis­play pro Sekun­de anzei­gen kann. Eine hohe Bild­fre­quenz bedeu­tet also in der Theo­rie auch ein deut­lich flüs­si­ge­res Bild bezie­hungs­wei­se flüs­si­ge­re Bewegungen. 

Das funk­tio­niert aller­dings nur, wenn auch das Aus­ga­be­ge­rät mit den hohen Wer­ten mit­hal­ten kann. Ein Spiel, das dei­ne Gra­fik­kar­te mit 60 Bil­der pro Sekun­de berech­net, läuft auf einem Moni­tor mit 144 Hertz nicht flüs­si­ger, als auf einem mit 60 Hertz. Weil aktu­el­le Gam­ing-PCs und die neu­en Kon­so­len aller­dings Wer­te von 120 FPS und mehr errei­chen kön­nen, lohnt sich für sie der Kauf eines ent­spre­chen­den Moni­tors oder Fern­se­hers. 

VSync, G‑Sync, Free­Sync: Tech­ni­ken gegen Rucker und Tearing 

Ide­al funk­tio­nie­ren Gra­fik­kar­te und Moni­tor also dann zusam­men, wenn Hertz und FPS kom­plett syn­chron sind. Das ist aller­dings nur in den sel­tens­ten Momen­ten so. Der Grund dafür sind Schwan­kun­gen bei der Berech­nung von Spie­len. Eine anspruchs­vol­le Sze­ne­rie kann die Kar­te in die Knie zwin­gen, wodurch sie viel­leicht deut­lich weni­ger Bil­der pro Sekun­de berech­nen kann. Der Moni­tor läuft aber wei­ter­hin mit bei­spiels­wei­se 144 Hertz. In ande­ren Fäl­len kann es pas­sie­ren, dass die Gra­fik­kar­te deut­lich mehr Bil­der berech­net, als der Moni­tor dar­stel­len kann. 

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Bei­des führt in der Fol­ge zu einer feh­ler­haf­ten Dar­stel­lung. Auf der einen Hälf­te des Dis­plays siehst du dann ein Bild, wäh­rend auf der ande­ren schon ein ande­res zu sehen ist. Das führt zu soge­nann­tem „Tearing“, also dem Zer­rei­ßen des Bil­des. Auch Ruck­ler kön­nen eine Fol­ge von asyn­chro­nen Bil­dern sein. Ent­ge­gen­wir­ken sol­len dem eini­ge moder­ne Tech­no­lo­gien. Eine rela­ti­ve ein­fa­che ist VSync. Sie ist heu­te am wei­tes­ten verbrei­tet und bringt Gra­fik­kar­te und Moni­tor in Ein­klang. VSync funk­tio­niert aller­dings nur in eine Rich­tung, näm­lich wenn der Bild­schirm lang­sa­mer ist als die Gra­fik­kar­te. Die Tech­nik limi­tiert dann die von der Gra­fik­kar­te aus­ge­ge­be­nen Bil­der auf die Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te des Moni­tors. Schafft der nur 60 Hz, gibt die Kar­te auch nur 60 Frames pro Sekun­de wei­ter. 

Deut­lich moder­ner und nütz­li­cher sind hin­ge­gen G-Sync von Nvi­dia und Free­Sync von AMD. Ent­spre­chend zer­ti­fi­zier­te Moni­to­re und Fern­se­her kön­nen ihre eige­ne Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te an die Gra­fik­kar­te anpas­sen. Berech­net sie also gera­de nur 60 Frames, aktua­li­siert der Moni­tor das Bild auch nur mit 60 Hz. Das funk­tio­niert natür­lich nur im vom Moni­tor unter­stütz­ten Bereich. Ein 144-Hertz-Dis­play kann also nicht plötz­lich 200 Frames dar­stel­len. Die Unter­schie­de zwi­schen den Sys­te­men sind ein­fach erklärt: AMD Free­Sync unter­stützt Bild­fre­quen­zen zwi­schen acht und 240 Hz und ist lizenz­frei, G-Sync von Nvi­dia kos­tet die Her­stel­ler etwas und läuft nur zwi­schen 30 und 144 Hz. 

Bild­fre­quenz bei Smart­phones: Aktu­ell ein gro­ßes Thema 

Wie bereits erwähnt, spielt die Frame­ra­te bei Kame­ras in Smart­phones eine rela­tiv gro­ße Rol­le. Doch auch die Bild­fre­quenz von Han­dy-Dis­plays ist heu­te oft eine Form, neue Gerä­te zu bewer­ben. Hohe Hertz-Wer­te, wie es sie bei Fern­se­hern und Moni­to­ren eben schon län­ger gibt, sind auch hier mitt­ler­wei­le zu fin­den. Ein Grund dafür ist wohl, dass Spie­le auch auf Smart­phones an Beliebt­heit gewin­nen. Die gra­fi­sche Dar­stel­lung ver­bes­sert sich und die Titel stel­len höhe­re Ansprü­che an die Hard­ware. Vie­le Her­stel­ler set­zen des­halb auf Dis­plays mit 100, 120 oder gar 144 Hertz. 

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In der all­täg­li­chen Nut­zung merkst du davon aber rela­tiv wenig, denn eine App muss solch hohe Bild­fre­quen­zen auch unter­stüt­zen, damit das Dis­play sie dar­stellt. Ein paar Spie­le fal­len unter die­se Kate­go­rie und auch weni­ge Apps zum Strea­men von Vide­os. Die Wer­te sind also in die­sem Bereich noch nicht von all­zu gro­ßer Bedeu­tung. Natür­lich kann sich das in Zukunft noch ver­än­dern. 

Touch Sam­pling Rate: Der fast wich­ti­ge­re Wert bei Smartphones 

Es gibt noch einen wich­ti­gen Wert in Ver­bin­dung mit Dis­plays bei Smart­phones, der in Hertz (Hz) ange­ge­ben ist: die Touch Sam­pling Rate. Von ihr ist nur sel­ten etwas zu lesen, dabei ist sie in der Pra­xis durch­aus von gro­ßer Bedeu­tung. Der Wert beschreibt die Anzahl von Bil­dern pro Sekun­de, die eine Touch-Ein­ga­be auf­neh­men. Beträgt er also 60 Hz, erfasst dein Gerät 60 Mal pro Sekun­de die Posi­ti­on dei­nes Fin­gers auf dem Dis­play. Bei 120 Hz sind es 120 Mal, bei 240 Hz ent­spre­chend 240 Mal pro Sekun­de. Auch hier ist die Fre­quenz etwa wie­der für Gamer wich­tig. Denn mög­lichst genaue und schnel­le Ein­ga­ben kön­nen hier den Unter­schied machen. 

Fazit: Wer­te mit gro­ßer Bedeu­tung für Gamer 

Flüs­si­ge Bewegt­bil­der sind natür­lich schö­ner anzu­se­hen, spie­len aber in ers­ter Linie beim Gam­ing eine gro­ße Rol­le. Und auch hier haupt­säch­lich bei Titeln, die du kom­pe­ti­tiv gegen ande­re Leu­te spielst. Die Frame­ra­te (FPS) ist des­halb ein wich­ti­ger Wert für Gamer. Außer­dem grei­fen sie bevor­zugt zu Dis­plays mit 120 oder 144 Hz. Für alle ande­ren Nut­zer spielt es eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le, ob ein Smartphone‑, Moni­tor- oder TV-Dis­play mehr als 60 Hertz unter­stützt. Auch in die­sem Fall ist das Bild sehr flüs­sig und sogar mit erhöh­ter Frame­ra­te auf­ge­nom­me­ne Fil­me wie „Der Hob­bit“ oder „Gemi­ni Man sehen bes­ser aus. 

Unter­schie­de zwi­schen 60 und 120 Hz sind für das mensch­li­che Auge so mar­gi­nal, dass sie im All­tag schlicht nicht auf­fal­len. Gehörst du also nicht zur Grup­pe der Gamer, brauchst du dich um die Wer­te nicht groß zu sor­gen. Eine Aus­nah­me ist natür­lich die Anga­be der Frame­ra­te beim Fil­men. Gera­de bei Zeit­lu­pen-Auf­nah­men mit Kame­ras ist der Wert sehr wich­tig. 

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