Ostereier suchen, Osterwasser schöpfen, am Osterfeuer Stockbrot rösten – die Feiertage sind voller alter Bräuche. Das ganze Gegenteil also von der Technikwelt, hier jagt eine Neuerung die nächste: WhatsApp versprach ein größeres Update, Nokia arbeitet auf Hochtouren am nächsten Flaggschiff und wartet eigentlich nur noch auf ein kleines Zubehörteilchen. Doch manchmal besinnt sich auch die Technik auf alte Werte und bringt einen alten Bekannten wieder auf die Bildfläche: das Tamagotchi. Hier sind die wichtigsten News der vergangenen Woche noch einmal zusammengefasst – und mit unseren neuesten Entdeckungen angereichert.

An Feiertagen die ganze Familie zusammentrommeln? Absprechen, wer für den Osterbrunch den Hefezopf und wer lieber einen Salat mitbringt? Alles gar kein Problem, dafür gibt es schließlich die Gruppenfunktion in WhatsApp. Statt also, wie früher, zig Mal zum Telefon zu greifen und umständlich hin und her zu telefonieren, greifen wir heute zum Smartphone. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat der Messenger-Dienst ein Update mit weiteren Verbesserungen angekündigt. Danach soll die Gruppenansicht ein neues Layout bekommen und somit übersichtlicher und intuitiver werden. Außerdem lassen sich wohl bald mehrere Kontakte gleichzeitig verschicken und wer möchte, kann sich den Standort von Freunden und Familie auch mit der Live-Tracking-Funktion in Echtzeit anzeigen lassen. Wer nun einen Eingriff in die Privatsphäre befürchtet, kann beruhigt werden: Die Funktion wird standardmäßig deaktiviert sein und muss bei Bedarf eingeschaltet werden, etwa von jemandem, der sich auf dem Heimweg unsicher fühlt und möchte, dass der beste Freund weiß, wo man sich gerade befindet.

Frisch geschlüpft: alte Spielgefährten und neue Smartphones

Für viele ist Ostern ja nur ein „kleines Weihnachten“. Völlig zu Unrecht natürlich, schließlich sorgt Ostern immer für vier freie Tage am Stück. Davon kann sich Weihnachten ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Ok, auf der anderen Seite beschert uns das Weihnachtsfest meist neue Produkte: Spielekonsolen und allerlei andere technische Neuerungen erblicken in dieser Zeit nicht selten das Licht der (Schaufenster-)Welt – und landen dann hoffentlich unter dem Weihnachtsbaum. Doch in diesem Jahr kann auch Ostern da ganz locker mithalten. Denn dieses Fest der Auferstehung bringt ein ganz besonderes Ei aus der Versenkung wieder zurück: Die Originalversion des Tamagotchi! Genau, das virtuelle Haustier, das in hohen Piepstönen auf seine Bedürfnisse aufmerksam machte. Essen, Trinken, Spielen, Schlafen – wer dem nicht gerecht wurde, dessen Tamagotchi starb. 20 Jahre ist es her, dass unzählige der virtuellen Kücken auf den Plastikeiern schlüpften. Nun bringt der japanische Hersteller Bandai das Ei wieder. Nur halb so groß, aber ansonsten wie immer: mit einer verpixelten schwarz-weiß-Grafik auf dem kleinen Bildschirm und drei Knöpfen zum Steuern.

Auch Nokia ist in diesem Jahr wieder ganz frisch aus dem Ei geschlüpft und stahl auf dem Mobile World Congress mit der Neuauflage des 3310 allen die Show. Seitdem bringt das Unternehmen quasi im Wochentakt ein neues Modell auf den Markt. Egal ob simples Einsteigermodell, Retro-Liebling mit unermüdlichem Akku oder schickes High-End-Gerät mit der neuesten Technik – die Marke Nokia soll wieder alle Sparten des Handymarktes abdecken. An dessen Spitze will HMD Global, die derzeit die Produktion und Vermarktung der Nokia-Handys übernommen haben, das Nokia 9 setzen. Ein Spitzenhandy mit 3D-Sound, Dual-Kamera und dem derzeit leistungsstärksten Snapdragon 835 Prozessor. Letzterer könnte allerdings die Fertigung des neuen Flaggschiffs verlangsamen: Denn nicht nur HMD Global will den Super-Chip. Aber so scheint es eben ein sehr spannender September zu werden, zumindest was die Smartphone-Neuerungen betrifft.

Malen statt kritzeln, Autofahren statt in der Wiege schaukeln – so hilft die neueste Technik kleinen, großen und sehr großen Kindern

Haben Sie am Wochenende Ostereier bemalt? Mit getupften Punkten oder welligen Strichen? Ja, wir auch. Denn das Problem ist ja folgendes: Ist man erst mal aus dem Kindergartenalter raus, rufen undefinierbare Kritzeleien nur noch bedingt Begeisterung hervor. Und spätestens, wenn nach dem „das soll ein Delfin sein“ der Betrachter ein „Ahhh ok…“ von sich gibt, ist klar: Jetzt zieht auch die Ausrede mit der „modernen Kunst“ nicht mehr. Doch wofür gibt es schließlich all die Technik, wenn sie solche Alltagsprobleme nicht beheben könnte? Genau das dachte sich wohl auch Google und versieht sein Mal-Programm mit einer künstlichen Intelligenz. Diese funktioniert ähnlich wie die Auto-Korrektur beim SMS schreiben und vervollständigt missglückte Kritzeleien. Dem Nutzer werden dabei auf Grundlage seiner Zeichnung passende Vorschläge gemacht. Wobei auch Google sich oft nicht so ganz sicher ist. Aus zwei Kreisen und einem Strich kann wahlweise eine Brille, ein Fahrrad oder auch ein Schlagzeug gemacht werden. Immerhin: Die fertigen Zeichnungen lassen sich dann ganz prima erkennen.

Nun zu einem Problem, das wohl jeder mit Nachwuchs kennt: Im Auto schlummern die Kleinen friedlich vor sich hin, doch endet die Autofahrt, endet auch die Ruhe. Also, was tun? Noch eine extra Runde um den Block fahren? Das ist mit der neuen Krippe von Ford gar nicht nötig. Das Max Motor Dreams Kinderbettchen simuliert einfach die Autofahrt. Und zwar mit allem Drum und Dran: Es ruckelt und vibriert gleichmäßig und sogar das wechselnde Licht der Straßenlaternen wurde in das kleine Bett integriert. Gesteuert wird das Bettchen mit einer App – auf dieser können Eltern sogar bestimmte Routen einstellen, auf denen das Baby besonders sanft schlummert. Derzeit scheint es die Wiege nur für den spanischen Markt zu geben – doch sicherlich unterscheiden sich Autofahrten auf der Iberischen Halbinsel nicht sonderlich von unseren.

T-Shirt an und los – Fitnesstracker der Zukunft

Hätten es in den vergangenen Tagen lieber etwas weniger Süßigkeiten sein sollen? Gegen das Bereuen hilft vor allem eines: Sport. Aber, wer kennt das nicht: Gerade will man den 10-Kilometer-Lauf beginnen, da blinkt die Batterieladeanzeige der Smartwatch. Und ohne den Schrittzähler zählt der Lauf ja quasi gar nicht. Doch diese Ausrede könnte schon bald nicht mehr zählen: Das Technologieunternehmen Teiimo entwickelte ein smartes Shirt, das Trainingskleidung und Tracker in einem ist. iinMotion ist ein T-Shirt, das mit kleinen Sensoren ausgestattet ist. Diese messen die Herzfrequenz, Position, Distanz, Geschwindigkeit, Schrittfrequenz und ermitteln darüber hinaus natürlich auch den Kalorienverbrauch. Außerdem ist es bei 30 Grad waschbar. Ganz fertig ist das gute Stück aber noch nicht, Preise und genaue Details sind noch offen. Bis dahin muss der Tracker am Handgelenk noch regelmäßig aufgeladen werden – oder eben nicht.

Bevor Sie nun aber Ihr piepsendes Tamagotchi füttern, Ihre Malkünste verbessern oder den nächsten WhatsApp Gruppenchat eröffnen, schauen Sie lieber zuerst noch einmal nach, ob Sie auch wirklich alle Ostereier im Garten oder hinter der Couch gefunden haben. Das zählt der Schrittzähler ja dann auch schon.