Zum Hauptinhalt springen
AI Ninjas bei OTTO: „Wir wollten nicht, dass KI ein Expertenthema bleibt“
Technologie

AI Ninjas bei OTTO: „Wir wollten nicht, dass KI ein Expertenthema bleibt“

Warum bei OTTO und der Otto Group nun AI Ninjas KI implementieren

30.07.2026 Autor*in Linda Gondorf Lesedauer: 3 Minuten
Viele Unternehmen sprechen über Künstliche Intelligenz. Bei OTTO entwickeln Auszubildende und Dualstudierende bereits konkrete Lösungen für den Arbeitsalltag. Als sogenannte AI Ninjas analysieren sie Prozesse, identifizieren Automatisierungspotenziale und entwickeln gemeinsam mit Fachbereichen neue Anwendungen. Im Interview erklärt Marlon Köstel, Project Lead der AI Ninjas bei der Otto Group, warum ausgerechnet Nachwuchskräfte dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Moin Marlon, Hand aufs Herz: Wenn du heute das AI-Ninja-Programm noch einmal neu aufsetzen würdest. Was würdest du genauso wieder machen?

Definitiv die Entscheidung, jungen Menschen früh Verantwortung zu geben. Viele denken bei Künstlicher Intelligenz zuerst an komplexe Technologien oder spezialisierte Expert*innen. Unsere Erfahrung ist aber: Wer neugierig ist, Lust aufs Lernen hat und Prozesse verstehen möchte, kann sehr schnell einen echten Mehrwert schaffen.

Genau deshalb setzen wir auf unsere Auszubildenden und Dualstudierenden. Sie bringen einen frischen Blick mit, hinterfragen bestehende Abläufe und gehen oft sehr unvoreingenommen an Herausforderungen heran. Das sorgt für überraschend gute Lösungen.

Marlon Köstel ist Project Lead der AI Ninjas bei der Otto Group.

Warum braucht es überhaupt ein Programm wie die AI Ninjas?

Weil KI nur dann Wirkung entfaltet, wenn sie im Arbeitsalltag ankommt. Viele Mitarbeitende sehen zwar die Potenziale, wissen aber nicht immer, wie sich diese konkret auf ihre Aufgaben übertragen lassen. Genau hier setzen die AI Ninjas an: Sie schlagen die Brücke zwischen Technologie und Fachbereich.

Unser Ziel war von Anfang an, KI-Kompetenz möglichst breit in die ganze Organisation der Otto Group zu tragen. Statt einzelne Pilotprojekte zu schaffen, wollten wir Menschen befähigen, selbst Chancen zu erkennen und neue Lösungen zu entwickeln.

Die AI-Ninja-Teilnehmenden gehen zu Anfang in ein Bootcamp. Was lernen sie dort konkret?

Das Spektrum ist bewusst breit angelegt. Natürlich beschäftigen wir uns mit KI-Grundlagen und konkreten Tools. Gleichzeitig geht es aber auch um Prozessanalyse, Design Thinking, Change Management oder die Frage, wie man den Erfolg von Projekten messbar macht. 

Uns ist wichtig, dass die AI Ninjas nicht nur verstehen, wie Technologie funktioniert, sondern auch, wie man sie sinnvoll in bestehende Arbeitsabläufe integriert. Denn die beste Lösung bringt wenig, wenn sie am Ende niemand nutzt. Die Auszubildenden und Dualstudierenden sind noch im Prozess und lernen auf diesem Weg.

Wie sieht ein typisches AI-Ninja-Projekt aus?

Das beginnt meistens mit einer ganz einfachen Frage aus einem Fachbereich: „Warum machen wir diesen Schritt eigentlich noch manuell?“ Danach analysieren wir gemeinsam den Prozess und schauen, wo Entlastung oder Automatisierung möglich sind. Die Lösungen können sehr unterschiedlich aussehen. Mal entsteht ein KI-gestützter Assistent, mal ein automatisierter Workflow oder eine andere Anwendung, die Routinetätigkeiten reduziert. Entscheidend ist dabei immer der konkrete Nutzen für die Kolleg*innen.

Was begeistert dich persönlich am meisten an dem Programm?

Zu sehen, wie schnell aus Lernenden echte Multiplikator*innen werden. Viele Auszubildende und Dualstudierende kommen zunächst mit einer großen Neugier auf das Thema KI ins Programm. Nach kurzer Zeit beraten sie bereits Fachbereiche, diskutieren Anwendungsfälle und entwickeln eigene Lösungen. Diese Entwicklung mitzuerleben, ist unglaublich spannend.

Wenn du einen Wunsch für die Zukunft der AI Ninjas frei hättest. Wie würde das Programm in fünf Jahren aussehen?

Ich wünsche mir, dass KI-Kompetenz irgendwann genauso selbstverständlich ist wie der Umgang mit digitalen Office-Anwendungen. Die AI Ninjas können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Wissen weitergeben, Menschen zusammenbringen und zeigen, was mit KI konkret möglich ist.

Am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Technologien einzusetzen. Es geht darum, Arbeit sinnvoller, einfacher und effizienter zu gestalten. Genau daran arbeiten wir jeden Tag.

Hier gibt es die Pressemitteilung zum Thema AI Ninjas.

Tags in diesem Artikel: