„Die Sternchen* nerven“: So bedeutend ist gendergerechte Sprache
Wie wichtig ist es gendergerecht zu sprechen und zu schreiben? Wir bei OTTO haben uns 2019 vorgenommen, unsere Sprache zu verändern.
Text aktualisiert am 17.8.2026
Bei OTTO ist geschlechtergerechte Sprache seit 2019 Teil der Kommunikation. Sie ist kein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck eines Verständnisses von Respekt, Wertschätzung und Vielfalt. Gleichzeitig entwickelt sich Sprache stetig weiter. Deshalb beschäftigen wir uns kontinuierlich mit der Frage, wie inklusive Kommunikation gelingen kann und welche Anforderungen dabei auch die Barrierefreiheit stellt.
Warum OTTO gendergerechte Sprache nutzt
Sprache beschreibt nicht nur die Welt, sie beeinflusst auch unsere Wahrnehmung von ihr. Wer in Texten sichtbar wird und wer nicht, hat Auswirkungen auf Zugehörigkeit und Identifikation. OTTO verfolgt das Ziel, Menschen unabhängig von Geschlecht möglichst respektvoll anzusprechen. Deshalb hat sich gendergerechte Sprache in der Unternehmenskommunikation, im Brand-Bereich und im Kundenservice bei OTTO etabliert. Sie gehört heute für viele Mitarbeitenden zum sprachlichen Alltag und wird in zahlreichen Kommunikationsformaten (intern wie extern) genutzt. Die Beschäftigung mit gendergerechter Sprache begann bei OTTO nicht als kurzfristige Initiative. Über die Jahre wurden Regelungen entwickelt, Schulungen angeboten, Lernmaterialien erstellt und Ansprechpersonen benannt, die Mitarbeitende bei Fragen unterstützen.
Das Thema ist heute fester Bestandteil der Kommunikationsarbeit. Wir wollen Sprache nicht unnötig kompliziert machen. Ziel ist , eine Form der Kommunikation zu finden, die respektvoll, verständlich und möglichst inklusiv ist. Deshalb werden auch neue Erkenntnisse, gesellschaftliche Entwicklungen und technische Veränderungen regelmäßig in die Betrachtung einbezogen.
Warum das Thema Barrierefreiheit mitgedacht werden muss
Die Diskussion um gendergerechte Sprache wird zunehmend um einen weiteren Aspekt ergänzt: die digitale Barrierefreiheit. Menschen nutzen Informationen auf sehr unterschiedliche Weise. Manche lesen Texte direkt auf dem Bildschirm, andere lassen sie sich von Screenreadern vorlesen oder greifen auf Braille-Ausgaben zurück. Deshalb stellt sich die Frage, wie sprachliche Formen gestaltet werden können, damit möglichst viele Menschen sie gut erfassen können. Genau an diesem Punkt setzen die Empfehlungen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV) an. Der Verband weist darauf hin, dass bestimmte Gender-Kurzformen bei der Nutzung von Hilfsmitteln Herausforderungen mit sich bringen können. Dazu gehören beispielsweise Sonderzeichen wie Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt. Nach Einschätzung des DBSV sind geschlechtsneutrale Formulierungen häufig die am besten zugängliche Lösung. Beispiele dafür sind Begriffe wie „Mitarbeitende“, „Team“, „Fachkräfte“ oder „Beschäftigte“.
Zwischen Sichtbarkeit und Lesbarkeit
Die Debatte zeigt, dass unterschiedliche Ziele miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Auf der einen Seite steht der Wunsch, Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht sichtbar und respektvoll anzusprechen. Auf der anderen Seite soll Kommunikation möglichst barrierefrei gestaltet werden. Beide Anliegen verfolgen letztlich dasselbe Ziel: Teilhabe. In der Praxis bedeutet das oft, sprachliche Lösungen sorgfältig abzuwägen.
Bei OTTO haben wir uns bewusst für das Gendersternchen entschieden. Hintergrund ist der Anspruch, möglichst viele Geschlechter in einer Formulierung sichtbar zu machen. Das Sternchen symbolisiert geschlechtliche Vielfalt und schließt trans-, intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Menschen sprachlich ein.
Für OTTO stehen drei Grundprinzipien im Mittelpunkt:
- Kommunikation soll respektvoll sein.
- Kommunikation soll verständlich sein.
- Kommunikation soll möglichst vielen Menschen Zugang zu Informationen ermöglichen.
Deshalb betrachten wir geschlechtergerechte Sprache nicht als starres Regelwerk, sondern als Teil einer verantwortungsvollen Kommunikation.