Mehr Moore, bitte!
Das Moor – perfekter Wasserspender, super Klimaschützer und seit Jahrhunderten unterschätzt und bedroht
Die Schocknachricht direkt zu Anfang: In den vergangenen beiden Jahrhunderten wurden 95 Prozent der deutschen Moore zerstört und 60 Prozent aller in Europa einst vorhandenen Moore gibt es nicht mehr. Gründe, warum ganze Moorlandschaften zerstört wurden: Trockenlegungen, Torfabbau und Intensivlandwirtschaft. Gerade der Torfabbau schwächt Moore bis heute stark, aber dazu später mehr.
Feuchte Biotope, ohne Nutzen
Betrachten wir kurz die Geschichte der Moore: In früheren Zeiten waren sie für die Menschen reines Un- oder Ödland, waren feuchten Biotope und hatten keine Funktion. Auf den massiven Flächen ließ sich kein Ackerbau oder Viehzucht betreiben. Daher wurden ganze Landstriche trockengelegt, um sie in „nützliche“ Felde umzuwandeln. Heute befinden sich mehr als 50 Prozent der Moore in Nord- und Mitteleuropa in Nutzung. Dabei trägt die Landwirtschaft den größten Anteil.
Moorflächen stark dezimiert
Was wir heute wissen: Moore unterscheiden sich von allen anderen Ökosystemen auf der Erde. Noch immer binden sie bis zu 2,4 Milliarden Tonnen CO₂. Das entspricht dem jährlichen Ausstoß von rund 500 Millionen Autos. Sie erfüllen die wichtigste Aufgabe im Kampf gegen den Klimawandel und gewinnen durch ihre natürliche hohe CO2-Speicherfähigkeit eine herausragende Bedeutung in Sachen Klimaschutz. Denn inaktive Moore entziehen der Atmosphäre jährlich gigantische Mengen Kohlenstoffdioxid (CO2) und binden es dauerhaft als Kohlenstoff im Torfboden.
Wiederherstellung: Zurück zum Ursprung
Umso entscheidender ist es, die letzten intakten Moore zu bewahren – und trockengelegte Flächen wieder zu vernässen. Genau hier setzt die Initiative toMOORow an, getragen von der Umweltstiftung Michael Otto, der Succow Stiftung und dem Greifswalder Moorzentrum.
Das Ziel: aus trockenen Böden wieder lebendige Ökosysteme machen. Mit jeder Wiedervernässung entstehen neue, naturnahe Lebensräume – und Moore können ihre positive Klimawirkung entfalten. Ein Beitrag, der direkt auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzahlt.
Worauf wir alle selbst achten können
Torf! Torf kommt im Erwerbsgartenbau zur Verbesserung der Böden, zur Pflanzenanzucht und in Hobbygärten vor. Berufs- wie Freizeitgärtner schätzen Torf. Schließlich kann dieser eine große Mengen Wasser über längere Zeit speichern und wieder an die Pflanzen abgeben. Die Verwendung von Torf in Blumentöpfen und Gartenbeeten sorgt allerdings laut Wissenschaftlern dafür, dass die deutschen Torf-Vorräte spätestens in 50 Jahren erschöpft sein werden und somit eines der artenreichsten Ökosysteme zerstört wird. Heute sollten wir von den unersetzlichen Funktionen der Moore wissen, sollten wissen, wie wichtig Moore in Zeiten des Klimawandels sind.
Und nicht nur beim Klima spielt dieses eine entscheidende Rolle, sondern ist auch wichtiger Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Sie sind Lebensräume für eine große Anzahl von Amphibienarten, seltenen Libellen oder gefährdeten Vogelarten wie Goldregenpfeifer oder Kornweihe. OTTO wird sich auch in Zukunft in Sachen Moor-Wiedervernässung einsetzen und seinen Beitrag leisten.
Wir entwickeln unsere Verpackungen weiter - mithilfe von Mooren
2025 startete OTTO eine Test-&-Learn-Phase, in der verschiedene Aufbereitungsmöglichkeiten und Pflanzenarten erprobt werden. Das Ziel ist klar: Kartons sollen künftig aus einem möglichst hohen Anteil an Paludi-Biomasse bestehen. Bis Ende 2026 sollen bereits 50 Prozent, bis Ende 2027 dann 100 Prozent der Kartons auf diese klimafreundliche Basis umgestellt sein. Dabei helfen uns Moore.
Anmerk. der Redaktion: Dieser Artikel wurde im August 2025 aktualisiert.