Das Plastik der Zukunft
Kundenfokus

Das Plastik der Zukunft

Der Polybeutel aus Einwegkunststoff kommt zukünftig immer weniger in die Tüte

10.12.2019 Von Viktoria Rüpke Lesedauer: 4 Minuten
Polybeutel. Das sind dünne Tüten aus Kunststoff, die um einzelne Textilien gepackt werden, bevor sie im Karton oder der Versandtüte an die Kund*innen gehen. Sie nerven und wirken überflüssig, sind aber dennoch notwendig. OTTO arbeitet jetzt in Kooperation mit dem Start-Up Cadel Deinking an einer besseren Alternative

Wir alle kennen Polybeutel, wahrscheinlich nicht den Namen, aber wir hatten alle schon einmal einen in der Hand. Es sind die kleinen, rechteckigen Plastikfolien, in denen unsere Kleidung, Schrauben und viele andere Produkte zum Schutz eingeschweißt sind, wenn sie an die Kund*innen versandt werden. Polybeutel sind ein wesentlicher Bestandteil einer effizienten Lieferkette und werden branchenübergreifend eingesetzt. Sie schützen die Produkte vor Beschädigung oder Verschmutzung beim Verlassen des Werks, während des Transports, im Lager und bei der Lieferung. Dennoch sind sie nicht gerade umweltfreundlich, da sie größtenteils aus Einwegkunststoff bestehen. Obwohl sie also eine Notwendigkeit darstellen, sind sie letztendlich Abfall. Das möchte OTTO ändern – und arbeitet deshalb mit dem spanischen Unternehmen Cadel Deinking zusammen.

Kreislauf vom recycelten, fast durchsichtigen Polybeutel

Was machen OTTO und Cadel Deinking nun anders?

Polybeutelabfälle werden in der Regel nicht zu neuen Polybeuteln recycelt, sondern zu minderwertigerer Plastikware weiterverarbeitet, beispielsweise zu Müllbeuteln, die nach Gebrauch nicht erneut recycelt werden können. Hauptgrund hierfür ist die Verunreinigung, die durch Tinte und Klebstoffe auf den Polybeuteln verursacht wird, sodass der Kunststoff eine geringere Qualität (trübe und graue Färbung) aufweist als neu verwendeter, durchscheinender Kunststoff.
Das Unternehmen Cadel Deinking ist spezialisiert darauf, gedruckte Tinte und Etiketten von Kunststoffen zu entfernen und kann durch mechanisches Recycling hochwertigen Kunststoff mit hohem Recyclinganteil herstellen. Die Methode lässt sich für alle Kunststoffe anwenden – ganz ohne Lösungsmittel und gefährliche Chemikalien.
Ziel des aktuellen Pilotprojekts ist es daher, entsprechend klare, recycelte Beutel herzustellen, frei von Lösungsmitteln und anderen gefährlichen Chemikalien.


Das Start-Up Cadel Deinking zerkleinert in einem ersten Schritt alte Kunststoffprodukte, um sie anschließend mit einer Entfärbetechnologie zu reinigen, damit Spuren von Pigmenten entfernt werden können. Schließlich werden die Kunststoffe getrocknet, geschmolzen und zur Weiterverwendung pelletiert.

Über die Initiative „Fashion 4 Good“ fanden OTTO und Cadel Deinking zueinander; von der Verbindung werden auch andere E-Commerce-Unternehmen profitieren. „Wir haben uns der Initiative angeschlossen, um intensiv an dem Ausbau innovativer Technologien mitzuwirken und ich freue mich sehr, dass diese branchenübergreifenden Kooperationen nun zum ersten Mal wirklich sichtbar werden“, so Benjamin Köhler, Leiter Corporate Responsibility bei OTTO.

OTTO testet den Polybeutel


Ab Januar 2020 wird OTTO den recycelten Polybeutel acht Monate lang testen, um erstens den Einsatz von Einwegplastik zu reduzieren und zweitens den Produktionskreislauf durch bereits vorhandenes Plastik zu schließen. „Das Ziel ist es, die von uns eingesetzten Kunststoffbeutel zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial fertigen zu lassen. Durch den so geschlossenen Kreislauf reduzieren wir die Produktion von neuen Tüten und setzen deutlich weniger Rohstoffe ein. Das Resultat sind weniger Müll und eine effiziente Weiternutzung bereits produzierter Ressourcen“, erklärt Benjamin Köhler.

So gehen insgesamt 85.000 Beutel durch OTTO in den Umlauf und werden direkt an Kund*innen weitergegeben.

Tags in diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit ...

Es ist ein Fehler aufgetreten ...

Ihr Beitrag