X

Mein Profil. Hier einloggen oder registrieren.

04. Oktober 2018

OTTO goes AWS - Teil 1

OTTO goes AWS

160+ Services, 24 Teams, 1 Jahr

Die Cloud steht für Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und kurzer Time to Market für neue Features. Davon will auch otto.de profitieren und trat deshalb im Sommer letzten Jahres die Migration in die AWS an.

Zunächst stellte sich die Frage, wie das Ganze organisatorisch ablaufen soll. Zentral oder dezentral? Agil oder konservatives Projektmanagement? Entschieden haben wir uns für alles gleichzeitig - eine weitestgehend dezentrale Umsetzung mit hybridem Projektmanagementansatz.

Organisatorisch wurde dafür ein zentrales Migrationsteam geschaffen, das zur Unterstützung unserer dezentralen Entwicklungsteams diente. Das Motto ist hier immer Hilfe zur Selbsthilfe mittels eines PatenkonzeptesJedes Team hatte also einen festen Ansprechpartner, mit dem Architekturentscheidungen, konkrete Implementierungsdetails oder Fragen rund um den kulturellen Wandel besprochen wurden. Etabliert wurde zudem ein begleitendes Rahmenprogramm bestehend aus sechs Workshops, in denen über zentrale Konzepte, Probleme oder Call-for-Support von Team zu Team gesprochen wurde. Die Agenda war in der Regel agil gestaltet und änderte sich mehrfach am Tag je nach Bedarf.

Die Entwicklungsteams arbeiteten weiterhin im agilen Modus und synchronisierten regelmäßig den Fortschritt mit dem zentralen Projektplan, der eine Art Meilensteinplan war. Risiken konnten so frühzeitig erkannt und durch entsprechende Maßnahmen minimiert werden.

Wichtige Fragestellungen während der Migration waren

  • Zentrale vs. dezentrale Umsetzung bestimmter Aspekte
  • Strategie bei der Begleitung unserer Entwicklungsteams
  • Implementierung einer Security-Strategie
  • Kommunikation zwischen unseren einzelnen Services, insb. VPN oder kein VPN?
  • Umgang mit Vendor-Lock-in Effekten
  • Eigenentwicklung von Services vs. standardisierte High-Level-Services

Diese und weitere Fragen werden in noch folgenden Beiträgen betrachtet.

Aber was war nun die größte Herausforderung? Es war nicht die technologische Umsetzung, sondern der kulturelle Wandel hin zu einem dezentralen Betrieb der Infrastruktur. Zuvor lag die Betriebsverantwortung bei einer zentralen Operationseinheit. Nun sind die Teams vollständig eigenverantwortlich und müssen sich mit Themen wie Bereitschaft oder Disaster Recovery auseinandersetzen. Es ist also in jedem Fall sinnvoll ein solches Projekt mit entsprechenden Change Management Maßnahmen zu begleiten.

Nach diesem sehr spannenden und ereignisreichen Jahr ist nun die Grundlage für die immer wachsenden Anforderungen - z.B. das Plattformprojekt - gelegt.

5Kommentare

  • […] wir bei Otto vor kurzem unsere komplette Infrastruktur in die AWS migriert haben, wollten wir erst Erfahrungen sammeln bevor wir dort Kafka in Eigenregie betreiben. Zur […]

  • […] Welche Fragen und Herausforderungen Otto bei diesem Projekt meistern musste, könnt ihr im Otto Entwicklerblog […]

  • Dieter Kuntz
    05.10.2018 11:58 Uhr

    Schöner Beitrag! Sehr interessant zu lesen, wie dieses Unternehmen einschlägige strukturelle Veränderungen zu meistern weiß. Alles Gute für die Zukunft.

  • […] – gibt’s erst in der nächsten Woche. Daher nur kurz vor dem Wochenende: In einem kurzen Artikel im Otto-Dev-Blog berichtet der Autor, wie man mit 24 Teams und mehr als 160 Services innerhalb eines Jahres zu AWS […]

  • Stephan
    09.10.2018 10:08 Uhr

    Vielen Dank für de Post! Vielleicht könntet ihr in einem 2. Post noch etwas mehr Details liefern? Welche AWS Dienste wurden z.B. genutzt und welche positiven und negativen Erfahrungen habt ihr damit gesammelt? An welchen Stellen hat der Wechsel zu AWS eure Architektur wie beinflusst? Waren die Services vorher schon "Cloud-fähig" oder gab es Änderungen die dadurch notwendig wurden?

Dein Kommentar
Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten
9113 - 7
Geschrieben von
Fabian Hoffmann

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen: Datenschutzinformationen