Schnell noch die Rechnung per Online-Banking bezahlen – im WLAN zu Hause ist es doch sicher, oder? Mit den richtigen Einstellungen schon. UPDATED verrät Ihnen fünf Tipps, wie Sie Ihr WLAN-Netzwerk optimal schützen.

Tipp 1: Die richtige WLAN-Verschlüsselung auswählen

Im WLAN-Netzwerk findet die Übertragung mittels Funkwellen statt. Diese lassen sich relativ einfach abhören. Um dies zu verhindern, sollten Sie die Datenübertragung verschlüsseln. Dazu stehen als Sicherheitsstandards WEP, WPA und WPA2 zur Verfügung.

  • WEP: “Wired Equivalent Privacy” ist eine veraltete Verschlüsselung. Sie sollte nicht mehr genutzt werden, da sie keinen Schutz mehr garantiert.
  • WPA: “Wi-Fi Protected Access” ist eine Weiterentwicklung von WEP. WPA kam 2003 auf den Markt und ist auch heute noch nutzbar.
  • WPA2: “Wi-Fi Protected Access 2” ist derzeit noch die modernste Entwicklungsstufe. Die Weiterentwicklung von WPA gibt es seit 2006.

Beim Sicherheitsstandard gilt: je aktueller, desto sicherer!

Verschlüsselungsmethoden einstellen – eine kurze Anleitung

  1. Schließen Sie Ihren WLAN-Router mit einem LAN-Kabel am Laptop oder Computer an.
  2. Öffnen Sie den Internet-Browser, und tragen Sie im Adressfeld die IP-Adresse Ihres Routers ein. Diese finden Sie im Handbuch des Routers.
  3. Daraufhin öffnet sich eine Seite, in der Sie Username und Passwort eingeben. Auch diese Daten finden Sie im Handbuch.
  4. Nach erfolgreichem Einloggen sehen Sie das Webinterface bzw. die Benutzeroberfläche Ihres Routers. Darüber können Sie alle wichtigen Einstellungen des Routers vornehmen.
  5. Klicken Sie sich im Menü nun zu den Sicherheitseinstellungen. Unter welcher Bezeichnung Sie diese finden, unterscheidet sich bei den einzelnen Browsern. Bei einer “Fritz Box” zum Beispiel finden Sie ihn im Menü WLAN auf dem Unterpunkt Sicherheit.
  6. Wählen Sie die WPA2-Verschlüsselung mit einem entsprechenden Passwort aus (dazu im Folgenden mehr), und speichern Sie Ihre Änderungen. Bei der “Fritz Box” scrollen Sie dazu nach unten und klicken auf Übernehmen.

Tipp 2: Ein sicheres Passwort wählen

Selbst die beste Verschlüsselungsmethode ist nur so gut wie das dazugehörige Passwort. So sieht ein gutes Kennwort aus:

  • Mindestens zwölf Zeichen, längere Codes sorgen für noch mehr Sicherheit.
  • Eine zufällige Kombination aus kleinen und großen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
  • Verzichten Sie auf Namen, Geburtstage oder andere leicht zu erratende Begriffe.

Tipp: Um das Passwort nicht zu vergessen, hilft es, einen Satz zu nehmen, den Sie sich gut merken können. Beispiel: “Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.” Nehmen Sie nun jeweils die Anfangsbuchstaben und setzen Sie einige Sonderzeichen dazwischen: “M-66J*dfdLa!”.

Ein sicheres Passwort für das lokale WLAN-Netzwerk sollte aus mindestens zwölf Zeichen bestehen.

Tipp 3: Das WLAN-Netzwerk unsichtbar machen

Ein verstecktes WLAN ist schwerer zu finden, denn es wird nicht unter den verfügbaren Netzwerken anderer Geräte angezeigt. So können Sie sehr einfach Ihr WLAN-Netzwerk vor Fremdzugriffen schützen. Mit speziellen Spähprogrammen lässt sich diese Hürde zwar umgehen, doch die meisten Hacker machen sich nicht die Mühe und versuchen eher, sichtbare Netzwerke zu knacken. Wenn Sie Ihre eigenen Geräte auf automatisch verbinden eingestellt haben, finden diese auch weiterhin problemlos das eigene WLAN-Netz.

Anleitung: WLAN-Netzwerk unsichtbar machen

  1. Verbinden Sie Ihren WLAN-Router per LAN-Kabel mit Ihrem Laptop oder Computer.
  2. Nehmen Sie, wie im Benutzerhandbuch Ihres Routers beschrieben, mit Ihrem Internet-Browser Verbindung zum WLAN-Router auf.
  3. Nach dem Log-in wechseln Sie im WLAN-Menü zum Punkt SSID. Dort entfernen Sie das gesetzte Häkchen bei Name des WLAN-Funknetzes sichtbar. Abhängig von Ihrem Router kann diese Funktion auch etwas anders heißen.
  4. Speichern Sie Ihre Änderungen. Schon ist Ihr WLAN unsichtbar.

Merken oder notieren Sie sich auf jeden Fall den genauen Namen Ihres Funknetzes, also den SSID (“Service Set Identifier”). Diesen tippen Sie künftig ein, wenn Sie ein neues Gerät mit Ihrem WLAN verbinden. Alle Geräte, die sich bereits automatisch ins WLAN-Netz einklinken, finden nach der Änderung auch weiterhin Ihr Netzwerk.

Garantiert knackbar: Die schlechtesten Passwörter

Die amerikanische Firma für Internet-Sicherheit SplashData bringt jedes Jahr eine Liste der schlechtesten Passwörter heraus. Ganz oben mit dabei: Zahlenabfolgen – hier also lieber etwas kreativer werden bei der Auswahl des eigenen Passwortes:

  1. 123456
  2. Password
  3. 12345678
  4. Qwerty bzw. Qwertz
  5. 12345
  6. 123456789
  7. football
  8. 1234
  9. 1234567
  10. baseball
  11. Welcome

Quelle: SplashData

Tipp 4: Den WLAN-Router ausschalten

Es klingt einfach, ist aber sehr wirkungsvoll: Schalten Sie das WLAN-Netzwerk ab, wenn Sie es nicht benutzen! Das kann über Nacht, tagsüber oder auch während eines Kurzurlaubs sein. Denn das Funknetzwerk ist nur angreifbar, wenn es auch funkt. Die meisten WLAN-Router verfügen über einen entsprechenden Aus-Knopf für die WLAN-Funktion. Alternativ können Sie auch den Stecker ziehen – hängt allerdings ein Telefon am Router, funktioniert es dann nicht mehr. Sobald Sie das Gerät wieder anschalten beziehungsweise an das Stromnetz anschließen, läuft alles wie zuvor. Sie müssen nichts neu einstellen.

Manche WLAN-Router bieten auch eine Art Zeitschaltuhr an. Damit lässt sich ein automatisches Abschalten in einem bestimmten Zeitraum, etwa zwischen 0 und 6 Uhr programmieren.

Tipp 5: Einen MAC-Filter aktivieren

Jeder internetfähige Computer, jedes Tablet oder Smartphone hat eine sogenannte MAC-Adresse (“Media Access Control”-). Damit lassen sich die Geräte im Internet oder auch im WLAN zu Hause eindeutig identifizieren. Diese individuelle Kennung können Sie sich zunutze machen: Die meisten Router lassen sich so einstellen, dass sie sich nur mit bestimmten MAC-Adressen verbinden. Kommen fremde Geräte gar nicht erst durch den MAC-Filter, können sie in Ihrem WLAN auch keinen Schaden anrichten.

So aktivieren Sie den MAC-Filter

  1. Verbinden Sie wie bereits beschrieben Ihren Router per LAN-Kabel mit Ihrem Computer, und rufen Sie die Einstellungsoberfläche im Internetbrowser auf.
  2. Wählen Sie die Sicherheitseinstellungen aus.
  3. Aktivieren Sie im Abschnitt WLAN-Zugang beschränken per Klick die Option WLAN-Zugang auf die bekannten WLAN-Geräte beschränken. Je nach Gerät kann die Einstellung etwas anders lauten.
  4. Speichern Sie die Einstellungen.

MAC-Adresse bei Windows 10 ermitteln – so geht’s

  1. Drücken Sie gleichzeitig die Tasten Windows und R, sodass sich das Fenster Ausführen öffnet.
  2. Geben Sie hier cmd ein, und bestätigen Sie mit OK. Anschließend startet die Eingabeaufforderung.
  3. Tippen Sie den Befehl ipconfig/all ein, und bestätigen Sie die Eingabe mit der “Enter”-Taste.
  4. Unter der Kategorie Drahtlos-LAN-Adapter WLAN finden Sie die Physische Adresse. Hierbei handelt es sich um Ihre MAC-Adresse. Sie besteht aus 6 Bytes und wird in der Form 01-23-45-67-89-AB dargestellt. Zahlen und die Buchstaben A bis F können dabei in jeder Kombination vorkommen.

MAC-Adresse ermitteln für iOS

  1. Klicken Sie auf dem Homescreen auf Einstellungen.
  2. Wählen Sie die Kategorie Allgemein.
  3. Dort klicken Sie auf Info.
  4. Unter dem Punkt WLAN-Adresse verbirgt sich die 12-stellige MAC-Adresse.

MAC-Adresse ermitteln für Android

  1. Öffnen Sie Einstellungen auf Ihrem Android-Smartphone.
  2. Klicken Sie auf Über das Telefon. Bei einigen älteren Android-Smartphones müssen Sie zunächst auf System klicken, um zu diesem Menüpunkt zu gelangen.
  3. Tippen Sie dann auf Status um einen Überblick, über alle wichtigen Informationen zu Ihrem Smartphone zu erhalten.
  4. Unter WLAN-MAC-Adresse finden Sie Ihre MAC-Adresse.

Neues WLAN-Gerät hinzufügen

  1. Wiederholen Sie die oben genannten Schritte, um in das Sicherheitsmenü Ihres Browsers zu gelangen.
  2. Klicken Sie im Abschnitt WLAN-Zugang beschränken auf WLAN-Gerät hinzufügen.
  3. Tragen Sie die MAC-Adresse des neuen Geräts ein.
  4. Speichern Sie die Einstellungen.

Warum ist es wichtig, mein WLAN zu sichern?

Ihr WLAN sollten Sie aus folgendem Grund sichern: Nutzt jemand Fremdes Ihr ungesichertes WLAN-Netz, um illegal Daten, Musik oder Ähnliches hoch- oder runterzuladen, haften Sie möglicherweise dafür. Mehr zur Haftung erfahren Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwar ist die Rechtsprechung derzeit nicht ganz einheitlich. Um sich Ärger zu ersparen, sollten Sie Ihr WLAN zumindest nach Mindeststandard schützen. Überprüfen Sie daher, ob Ihr WLAN mit der WPA2-Methode gesichert ist und erneuern Sie, falls möglich, auch Ihr Kennwort. Wenn Sie sich noch sicherer fühlen möchten, können Sie Ihr WLAN-Netz auch unsichtbar machen und es nur für ausgewählte MAC-Adressen öffnen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht, jedoch gilt hier: Je mehr Sicherheitsvorkehrungen Sie treffen, desto unwahrscheinlicher ist ein Hacker-Angriff bzw. eine verbotene Nutzung Ihres Funknetzwerks.

Mehr zum Thema Sicherheit finden Sie auch im Ratgeber „Sicherheit beim WLAN-Router – das sollten Sie wissen„.

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