Eigent­lich woll­ten Sie nur eine Ladung Wäsche waschen. Doch kaum haben Sie die Wasch­ma­schi­ne ange­stellt, riecht es plötz­lich ver­brannt. Kön­nen Sie trotz­dem mit der Wäsche fort­fah­ren? UPDATED sagt Ihnen, wel­che Ursa­chen der Geruch haben könn­te und wie Sie dar­auf reagie­ren soll­ten.

Bei Brand­ge­ruch sofort abschal­ten

“Wasch­ma­schi­ne riecht ver­schmort” bedeu­tet: Schal­ten Sie das Gerät sofort ab und tren­nen es vom Strom­netz. Die­se Maß­nah­me ist unbe­dingt nötig, um eine unkla­re, aber poten­zi­ell gefähr­li­che Situa­ti­on zu ent­schär­fen. Bei­spiels­wei­se kön­nen hei­ße Tei­le bre­chen, abrei­ßen oder einen Brand inner­halb der Maschi­ne ver­ur­sa­chen.

Im Zwei­fel muss der Fach­mann ran

Eine Wasch­ma­schi­ne ist eine kom­ple­xe Kon­struk­ti­on. Die genaue Feh­ler­su­che und die geziel­te Repa­ra­tur ist etwas für den Fach­mann. Er kann beur­tei­len, was genau zum Brand­ge­ruch geführt hat. Mit sei­nen Fach­kennt­nis­sen ist der Tech­ni­ker außer­dem in der Lage, im Nu ein­zu­schät­zen, ob eine Repa­ra­tur mög­lich ist und sich über­haupt lohnt. Bei­spiels­wei­se ist das bei einem Motor- oder Pla­ti­nen­scha­den eines älte­ren Geräts sehr frag­lich. Sie kön­nen aber durch eige­ne Maß­nah­men wie die Geruchs­iden­ti­fi­ka­ti­on und Sicht­kon­trol­le Anhalts­punk­te für die Pro­blem­quel­le fin­den. Das ist für den Tech­ni­ker eine gute Hil­fe bei der Beur­tei­lung des Scha­dens.

Pro­blem­quel­le durch Geruchs­iden­ti­fi­ka­ti­on und Sicht­kon­trol­le ein­gren­zen

Geruch iden­ti­fi­zie­ren: Ver­su­chen Sie, den Geruch zu loka­li­sie­ren und zu iden­ti­fi­zie­ren. Das ermög­licht Rück­schlüs­se auf die Lage des Pro­blems und betei­lig­te Kom­po­nen­ten:

  • Riecht es metal­lisch, könn­ten Lager betrof­fen sein. Ein unre­gel­mä­ßi­ger Lauf der Wasch­trom­mel, ver­bun­den mit pol­tern­den Geräu­schen, wäre ein wei­te­rer Hin­weis dar­auf.
  • Riecht es nach ver­schmor­tem Gum­mi, könn­te dies an Dich­tun­gen oder Gum­mi­la­ge­run­gen/-auf­hän­gun­gen lie­gen.
  • Riecht es hin­ge­gen nach erhitz­tem oder geschmol­ze­nem Kunst­stoff? Kunst­stoff fin­det sich im Innen­le­ben der Wasch­ma­schi­ne haupt­säch­lich als Iso­lier­ma­te­ri­al der Kabel, als Ste­cker-Umman­te­lung oder als Basis­ma­te­ri­al für die Steu­er­pla­ti­ne.
  • Ist der Geruch kei­ner Kate­go­rie zuzu­ord­nen, liegt er mög­li­cher­wei­se dar­an, dass das Gerät innen stark ver­schmutzt ist. Dicke, erhitz­te Schmutz­ab­la­ge­run­gen kön­nen eben­falls Brand­ge­ruch ver­ur­sa­chen.

Sicht­kon­trol­le durch­füh­ren: Wenn Sie es sich hand­werk­lich zutrau­en, füh­ren Sie als Nächs­tes eine Sicht­kon­trol­le durch. Öff­nen Sie dafür die Maschi­nen­ver­klei­dung.

Ach­tung: Stel­len Sie vor­her unbe­dingt noch ein­mal sicher, dass das Gerät kom­plett vom Strom­netz getrennt ist!

Wel­che Klap­pe Sie nun öff­nen, hängt stark vom Wasch­ma­schi­nen­mo­dell ab. Bei eini­gen Front­la­dern reicht das Ent­fer­nen des Deckels, bei ande­ren müs­sen Sie auf­wen­dig die Front­sei­te ent­fer­nen. Bei Top­la­dern ist es oft eine der Sei­ten­wän­de. Schau­en Sie dazu ins Bedie­nungs­hand­buch.

Ist das Gerät geöff­net, kön­nen Sie erneut ver­su­chen, durch Rie­chen den Ursprungs­ort des Brand­ge­ruchs fest­zu­stel­len. Suchen Sie außer­dem nach Über­hit­zungs­spu­ren. Dazu gehö­ren etwa schwar­ze oder bräun­li­che Ver­fär­bun­gen, unge­wöhn­li­che Form­ver­än­de­run­gen, Schmelz­spu­ren an Gum­mis und Kunst­stof­fen oder Abplatzungen/Blasen bei Lackie­run­gen.

Bran­di­ger Geruch kann vie­le Ursa­chen haben

Wasch­ma­schi­nen müs­sen viel aus­hal­ten. Kilo­schwe­re Wasch­la­dun­gen und Schleu­dern bei hohen Umdre­hun­gen brin­gen enor­me Belas­tun­gen für Bau­tei­le und Mate­ria­li­en. Fak­to­ren wie Wasser/Feuchtigkeit und Strom müs­sen sicher neben­ein­an­der lau­fen, Metall wirkt mit Gum­mi zusam­men, ohne es beschä­di­gen zu dür­fen. Die Fest­stel­lung “Wasch­ma­schi­ne riecht ver­brannt” kann dem­entspre­chend vie­le Ursa­chen haben. Hier geben wir Ihnen eini­ge Bei­spie­le:

So ver­hin­dern Sie Über­hit­zungs­schä­den durch Über­la­dung

Brand­ge­ruch ent­steht nicht sel­ten durch Über­las­tung der Wasch­ma­schi­ne infol­ge einer zu voll gela­de­nen Wasch­trom­mel. Das erken­nen Sie bei­spiels­wei­se an einer wan­dern­den Maschi­ne, erhöh­ter Laut­stär­ke beim Betrieb oder kaum rotie­ren­der Wäsche. Beach­ten Sie des­halb die Maxi­mal­last.

Als Richt­li­nie kön­nen Sie bei­spiels­wei­se das Fas­sungs­ver­mö­gen eines han­dels­üb­li­chen Wäsche­korbs neh­men. Es liegt bei zir­ka 6 Kilo und damit inner­halb des Bereichs der meis­ten Gerä­te für Pri­vat­haus­hal­te. Ver­mei­den Sie es, die Trom­mel mit Gewalt voll­zu­stop­fen, und las­sen Sie lie­ber etwas Frei­raum. Die Her­stel­ler emp­feh­len als maxi­ma­le Befül­lung ein Maß von vier Fünf­teln mit nor­ma­ler Baum­woll­wä­sche.

Beach­ten Sie auch, dass bestimm­te Tex­ti­li­en, etwa dicke Stof­fe oder Gewe­be wie Gar­di­nen, sehr schwer wer­den, wenn sie Was­ser auf­neh­men. In dem Fall emp­fiehlt es sich sogar, nur mit hal­ber Trom­mel­fül­lung zu waschen.

  • Ver­brann­ter Geruch durch tro­cke­nes Hei­zen: Nor­ma­ler­wei­se zieht die Maschi­ne vor dem Wasch­gang Was­ser, das von Heiz­stä­ben auf die gewünsch­te Tem­pe­ra­tur gebracht wird. Soll­ten Sie ver­ges­sen haben, den Was­ser­hahn zu öff­nen, bekommt die Maschi­ne kein Was­ser, aber die Heiz­stä­be könn­ten trotz­dem arbei­ten. Dann liegt ein soge­nann­tes tro­cke­nes Hei­zen vor, das einen brenz­li­gen Geruch erzeu­gen kann. Bei geknickten/verstopften Zulauf­schläu­chen, einer defek­ten Pum­pe oder ande­ren Ursa­chen für eine gestör­te Was­ser­zu­fuhr kann das eben­falls pas­sie­ren.
  • Beson­de­re Geruchs­ur­sa­chen bei Neu­ge­rä­ten: Schmor­ge­ruch bei einer neu­en Wasch­ma­schi­ne kann ent­ste­hen, wenn sich der Elek­tro­mo­tor ein­schleift. Es gibt außer­dem diver­se Bau­tei­le mit einer Schutz­schicht, bei­spiels­wei­se gegen Kor­ro­si­on. Auch wenn die­se erhitzt wird oder ver­brennt, riecht es ver­schmort. In bei­den Fäl­len ist der Geruch nor­mal und kein Hin­weis auf ein Pro­blem. Eine wei­te­re Geruchs­ur­sa­che bei Neu­ge­rä­ten könn­ten ver­ges­se­ne Tei­le der Trans­port­si­che­rung sein. Eine Wasch­ma­schi­ne hat vie­le beweg­li­che Tei­le, die der Her­stel­ler teil­wei­se mit spe­zi­el­len Ele­men­ten fixiert. Die­se Trans­port­si­che­run­gen sol­len even­tu­el­len Schä­den durch uner­wünsch­te Bewe­gun­gen bei Trans­port und Lage­rung vor­beu­gen. Für die Inbe­trieb­nah­me sind sie kom­plett zu ent­fer­nen. Ver­ges­se­ne oder in das Gerät gefal­le­ne Siche­run­gen kön­nen sich ver­klem­men und bei lau­fen­der Maschi­ne mit­ge­schleift wer­den. Das ver­ur­sacht dann den ver­brann­ten Geruch.
  • Wasch­ma­schi­ne riecht ver­brannt durch Über­la­dung: Jede Wasch­ma­schi­ne ver­fügt über eine Ober­gren­ze des Gewichts, mit dem Sie die Trom­mel bela­den dür­fen. Hal­ten Sie die­se unbe­dingt ein, weil eine Über­la­dung zu vor­zei­ti­gem Ver­schleiß und zu Beschä­di­gun­gen füh­ren kann. Wenn Sie häu­fig zu viel auf ein­mal waschen, ver­ur­sacht das eine Über­las­tung des Antriebs­mo­tors, des Trom­mel­la­ger oder des Antriebs­rie­mens. Ein heiß gelau­fe­ner Motor, über­hitz­te und schlei­fen­de Lager oder ein Antriebs­rie­men, der wegen Über­la­dung durch­rutscht und dadurch heiß wird, sor­gen natur­ge­mäß für eine ver­brannt rie­chen­de Wasch­ma­schi­ne.

Neh­men Sie Wasch­ma­schi­nen-Brand­ge­ruch ernst!

Brand­ge­ruch bei einer Wasch­ma­schi­ne ist eine erns­te Ange­le­gen­heit. Zwar kann er auch harm­lo­se Ursa­chen wie neue Motor-Schleif­koh­le oder erhitz­te Staub­ab­la­ge­run­gen haben. Doch das lässt sich von außen nicht erken­nen, und meist ste­cken ech­te tech­ni­sche Pro­ble­me hin­ter dem Brand­ge­ruch. Gehen Sie daher auf Num­mer sicher, und tren­nen Sie die Maschi­ne sofort vom Strom­netz. Die Behe­bung des Pro­blems ist in der Regel eine Sache für den Fach­mann.

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