Ist dein Staub­sauger kaputt, ist das ärger­lich – aber nicht unbe­dingt ein Grund, den Tech­ni­ker kom­men zu las­sen. Defek­te kön­nen vie­le Ursa­chen haben und oft ist die Repa­ra­tur gar nicht so schwie­rig. UPDATED zeigt, wel­che Pro­ble­me du selbst behe­ben kannst du wie du dabei vor­gehst.

Hin­weis: Wenn du dei­nen Staub­sauger repa­rie­ren möch­test, soll­test du das Gerät vom Strom tren­nen.

Da ver­schie­de­ne Staub­sauger­mo­del­le unter­schied­lich auf­ge­baut sind, sind die fol­gen­den Anlei­tun­gen all­ge­mein gehal­ten. Ori­en­tie­re dich immer an der Bedie­nungs­an­lei­tung des Her­stel­lers, wenn es zum Bei­spiel dar­um geht, Tei­le aus­ein­an­der­zu­bau­en.

Saug­leis­tung schwach: Oft hilft eine Rei­ni­gung

Lässt die Saug­leis­tung zuneh­mend nach, muss nicht unbe­dingt ein Defekt der Grund dafür sein. Oft ist der Staub­sauger ein­fach ver­stopft oder ander­wei­tig ver­schmutzt, sodass er nicht mehr ordent­lich arbei­ten kann. In die­sem Fall kannst du dei­nen Staub­sauger ganz ein­fach selbst “repa­rie­ren”, denn meist reicht eine gründ­li­che Rei­ni­gung.

So rei­nigst du dei­nen Staub­sauger gründ­lich:

  1. Löse alle ab- und her­aus­nehm­ba­ren Tei­le vom Staub­sauger­kor­pus. Boden­dü­se, Staub­sauger­rohr und ‑schlauch las­sen sich in der Regel ein­fach von­ein­an­der abzie­hen.
  2. Kon­trol­lie­re alle Tei­le auf mög­li­che Ver­stop­fun­gen, indem du zum Bei­spiel mit einer klei­nen Lam­pe hin­ein­leuch­test. Steckt etwas in Staub­sauger­schlauch oder ‑rohr fest, kannst du es meist mit einem län­ge­ren Holz­stäb­chen oder (beim Schlauch) vor­sich­tig mit einem dün­nen Besen­stiel ent­fer­nen.
  3. Ent­fer­ne die Bürs­ten­wal­ze. Es kann schnell pas­sie­ren, dass sich Haa­re und län­ge­re Fäden um die Wal­ze wickeln, was die Saug­leis­tung beein­träch­tigt. Ent­fer­ne sie vor­sich­tig, indem du sie mit einer Sche­re durch­schnei­dest und dann abziehst.
  4. Über­prü­fe den Staub­sauger­fil­ter. Hier sam­melt sich mit der Zeit Schmutz und sorgt dafür, dass die Luft im Inne­ren des Geräts nicht mehr ordent­lich zir­ku­lie­ren kann. Klop­fe den Fil­ter aus und ent­fer­ne grö­ße­re Schmutz­tei­le mit den Fin­gern. Ist der Fil­ter sehr stark ver­schmutzt, soll­test du ihn aus­tau­schen. Ersatz gibt es in der Dro­ge­rie.

Staub­sauger-Schlauch repa­rie­ren: Ris­se stop­fen

Ziehst du den Staub­sauger beim Sau­gen am Schlauch hin­ter dir her, kann es zu Ris­sen im Schlauch kom­men. Du kannst den Schlauch kom­plett aus­tau­schen – aller­dings sind Ersatz­tei­le in der Regel ver­gleichs­wei­se teu­er. Ist der Riss nicht all­zu groß, kannst du den Schlauch selbst repa­rie­ren. Wich­tig ist, dass du den Riss luft­dicht stopfst. Hin­ter­grund: Zieht der Staub­sauger wei­ter­hin Luft durch die kaput­te Schlauch­stel­le ein, lei­det die Saug­kraft dar­un­ter.

Han­delt es sich um einen klei­nen Riss, kannst du hoch­reiß­fes­tes Kle­be­band aus dem Bau­markt für die Repa­ra­tur benut­zen. Ist der Riss grö­ßer, kann es sinn­voll sein, ein kur­zes Stück Plas­tik­rohr plus Kle­be­band zu ver­wen­den. Tipp: Das Plas­tik­rohr soll­te einen mini­mal grö­ße­ren Durch­mes­ser haben als der Staub­sauger­schlauch.

So repa­rierst du einen klei­nen Riss im Schlauch dei­nes Staub­saugers:

  1. Über­prü­fe, an wel­cher Stel­le des Schlauchs sich der Riss befin­det und wie groß er ist. Schal­te den Staub­sauger dafür falls nötig kurz an. Tren­ne ihn danach wie­der vom Strom.
  2. Umwi­cke­le die kaput­te Stel­le mehr­fach mit dem Spe­zi­al­kle­be­band. Ach­te dar­auf, dass der Riss luft­dicht abge­klebt ist.
  3. Schal­te den Staub­sauger erneut ein, um die repa­rier­te Stel­le auf Dich­tig­keit zu über­prü­fen. Zieht der Schlauch immer noch Luft, hilft eine zusätz­li­che Lage Kle­be­band.

So repa­rierst du grö­ße­re Ris­se im Schlauch dei­nes Staub­saugers:

  1. Suche zunächst den Riss, indem du wie im vor­he­ri­gen Abschnitt beschrie­ben vor­gehst.
  2. Schie­be das Plas­tik­rohr über die kaput­te Schlauch­stel­le und umwi­ckel­te bei­de Enden mit Kle­be­band, sodass Schlauch und Plas­tik­rohr­stück gut mit­ein­an­der ver­klebt sind.
  3. Umwi­cke­le das gesam­te Plas­tik­rohr­stück mit Kle­be­band. Füh­re das Kle­be­band auch an bei­den Enden ein Stück weit über den Staub­sauger­schlauch hin­über, damit die bei­den Tei­le luft­dicht mit­ein­an­der ver­bun­den sind.
  4. Über­prü­fe, ob dein Staub­sauger wie­der ord­nungs­ge­mäß saugt. Ist das nicht der Fall, dich­te die repa­rier­te Stel­le noch fes­ter ab.

Zahn­rie­men über­prü­fen: Auf Geruch ach­ten

Riecht dein Staub­sauger im Betrieb nach Plas­tik oder Gum­mi, könn­ten die Zahn­rie­men dar­an schuld sein. Nor­ma­ler­wei­se sor­gen die Gum­mi­rie­men dafür, dass sich Bürs­ten­rol­le und Antrieb­s­ach­se rich­tig dre­hen. Sind zum Bei­spiel die Zäh­ne des Rie­mens ver­schlis­sen, kann es pas­sie­ren, dass die Rie­men wäh­rend des Staub­saugens durch­rut­schen, anstatt sich ord­nungs­ge­mäß mit­zu­dre­hen.

Die gute Nach­richt: Zahn­rie­men sind rela­tiv güns­ti­ge Staub­saugerer­satz­tei­le und las­sen sich ver­gleichs­wei­se ein­fach aus­tau­schen.

So wech­selst du einen Zahn­rie­men im Staub­sauger aus:

  1. Öff­ne die Boden­dü­se dei­nes Staub­saugers. Meist musst du hier­für eini­ge Schrau­ben an der Boden­plat­te lösen. Dann kannst du die Plat­te abneh­men.
  2. Die Zahn­rie­men an der Bürs­ten­rol­le soll­ten sicht­bar sein. Sie sit­zen an bei­den Enden der Bürs­ten­rol­le, sind außen glatt und innen mit klei­nen Zäh­nen ver­se­hen. Sieh nach, ob du opti­sche Ver­schleiß­erschei­nun­gen fest­stel­len kannst. Ist das der Fall, soll­test du den betrof­fe­nen Rie­men aus­tau­schen.
  3. Löse die Bürs­ten­rol­le aus ihrer Hal­te­rung in der Boden­dü­se.
  4. Zie­he die Bürs­ten­rol­le aus den Zahn­rie­men her­aus.
  5. Ent­fer­ne den betrof­fe­nen Zahn­rie­men aus der Boden­dü­se, indem du ihn vom Ende der Motor­ach­se abziehst.
  6. Füh­re den neu­en Zahn­rie­men über das Ende der Motor­ach­se.
  7. Schie­be die Bürs­ten­rol­le durch das ande­re Ende des neu­en Zahn­rie­mens.
  8. Set­ze die Bürs­ten­rol­le wie­der in die Boden­dü­se ein.
  9. Befes­ti­ge die Boden­plat­te an der Boden­dü­se.

Staub­sauger geht nicht mehr an: Strom­fluss über­prü­fen

Geht dein Staub­sauger gar nicht mehr an, könn­te der Strom­fluss gestört, also ein Kabel oder eine Siche­rung defekt sein. Ach­tung: Die­se Repa­ra­tur kannst du selbst durch­füh­ren – du soll­test dich aber nur dar­an machen, wenn du ein gewis­ses tech­ni­sches Grund­wis­sen besitzt! Lass dei­nen Staub­sauger im Zwei­fels­fall lie­ber von einem Fach­mann repa­rie­ren.

Möch­test du es selbst wagen, brauchst du ein soge­nann­tes Mul­ti­me­ter (einen Strom­mes­ser).

So über­prüfst du den Strom­fluss im Staub­sauger:

  1. Nimm den Staub­sauger vom Strom.
  2. Öff­ne den Kor­pus des Staub­saugers, indem du alle nöti­gen Schrau­ben und Steck­ver­bin­dun­gen löst.
  3. Du soll­test das auf­ge­wi­ckel­te Kabel und die Siche­run­gen sowie die Kabel­ver­bin­dun­gen vom Anschal­ter zum Motor sehen kön­nen.
  4. Nimm das Kabel­ge­win­de aus dem Staub­sauger­kor­pus.
  5. Tes­te mit dem Mul­ti­me­ter, ob vom Ste­cker Strom bis zu den ver­schie­de­nen Anschlüs­sen des Kabel­auf­wick­lers fließt.
  6. Ist das der Fall, über­prü­fe die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Kabel und Schal­ter, wäh­rend die­ser auf “An” gestellt ist.
  7. Tes­te danach den Strom­fluss vom Schal­ter zum Motor.
  8. Über­prü­fe alle Kabel- und Siche­rungs­an­schlüs­se im Inne­ren des Staub­saugers, bis du even­tu­ell auf eine defek­te Stel­le stößt.
  9. Säu­be­re mög­li­cher­wei­se ange­lau­fe­ne oder ander­wei­tig ver­schmutz­te Kon­tak­te vor­sich­tig und tau­sche kaput­te Tei­le aus.
  10. Set­ze den Kabel­auf­wick­ler wie­der an sei­nen Platz im Kor­pus.
  11. Ver­schlie­ße den Kor­pus wie­der.

Motor­scha­den: Neu­an­schaf­fung oft güns­ti­ger

Hast du alle Punk­te aus die­sem Rat­ge­ber über­prüft, doch dein Staub­sauger funk­tio­niert trotz­dem nicht, könn­te ein Motor­scha­den der Grund sein. In die­sem Fall gilt: Mit tech­ni­schem Know-how kannst du ein­zel­ne Tei­le des Motors selbst aus­tau­schen und repa­rie­ren – emp­feh­lens­wert ist das aller­dings nicht. Ein kom­plet­ter Motor­aus­tausch lohnt oft nicht. Mit Aus­nah­me von sehr teu­ren Gerä­ten ist ein Neu­kauf häu­fig güns­ti­ger als das Ersatz­teil.

Pas­send dazu

Defek­te am Staub­sauger ein­fach selbst repa­rie­ren

Auch wenn Staub­sauger heu­te immer moder­ner wer­den, sind sie im Inne­ren recht ein­fach auf­ge­baut. Das ist prak­tisch, denn: Ist etwas kaputt, kannst du dei­nen Staub­sauger oft selbst repa­rie­ren. Meist sind nur weni­ge Hand­grif­fe nötig, damit das gute Stück wie­der funk­tio­niert – zum Bei­spiel, wenn nur der Fil­ter ver­stopft oder die Bürs­ten­rol­le blo­ckiert ist. Mit dem rich­ti­gen tech­ni­schem Grund­wis­sen kannst du unter Umstän­den auch Siche­run­gen und Strom­ver­bin­dun­gen repa­rie­ren. Liegt ein Motor­scha­den vor, lohnt sich eine Repa­ra­tur häu­fig nicht.

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