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Soft­ware-Equa­li­zer: Was ist das und wie stellst du ihn ein

Mit einem gut abgestimmten Equalizer kannst du deine Musik in Zukunft noch mehr genießen.

Wenn du dei­ne liebs­ten Play­lists genie­ßen willst, brauchst du in ers­ter Linie gute Laut­spre­cher oder Kopf­hö­rer. Sie sind die Basis für ordent­li­chen Klang. Mit einem Soft­ware-Equa­li­zer (EQ) holst du aller­dings noch mehr aus den Lie­dern und Gerä­ten her­aus. Denn mit einem sol­chen Tool kannst du den Sound per­fekt an das Gen­re oder dei­ne eige­nen Vor­lie­ben anpas­sen. Was dahin­ter­steckt, wo du Equa­li­zer fin­dest und wie du sie ein­stellst, erklä­ren wir dir hier.

Equa­li­zer: Was ist das eigentlich?

Der eng­li­sche Begriff Equa­li­zer lässt sich mit „Aus­glei­cher“ über­set­zen. Geläu­fi­ger ist aber die Bezeich­nung „Ent­zer­rer“. Es geht also um ein Tool, mit dem du den Ton ent­zer­ren kannst. Dafür musst du wis­sen, dass sich Musik über ver­schie­de­ne Fre­quenz­be­rei­che erstreckt. Grob las­sen die sich in Höhen, Mit­ten und Tie­fen ein­tei­len. Der Job des Equa­li­zers ist es, die­se ein­zel­nen Fre­quen­zen lau­ter oder lei­ser zu machen.

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Im Event-Bereich und der Musik­pro­duk­ti­on erle­di­gen das zum Teil exter­ne Gerä­te. Das sind gro­ße Käs­ten mit zahl­rei­chen Dreh- oder Schie­be­reg­lern, die alle einen bestimm­ten Fre­quenz­be­reich steu­ern. Im pri­va­ten Bereich kom­men aber eher die soft­ware­sei­ti­gen Equa­li­zer zum Einsatz.

So bekommst du Zugriff auf einen Equalizer

Vie­le Gerä­te wie Blue­tooth- und WLAN-Laut­spre­cher sowie Kopf­hö­rer haben eine eige­ne Soft­ware, die du auf dei­nem Rech­ner, Smart­pho­ne oder Tablet instal­lie­ren kannst. Die­se beinhal­tet in den meis­ten Fäl­len auch einen Equa­li­zer. Es kann aller­dings sein, dass du etwas danach suchen musst. Nicht sel­ten ver­ste­cken die Her­stel­ler den Equa­li­zer etwas. An drei Bei­spie­len zei­gen wir dir, wie du an den EQ kommst.

Spo­ti­fy

Unter iOS:

  1. Öff­ne die App von Spo­ti­fy auf dei­nem Smart­pho­ne oder Tablet.
  2. Tip­pe auf das Zahn­rad, udie Ein­stel­lun­gen auf­zu­ru­fen.
  3. Tip­pe auf den Punkt Wie­der­ga­be.
  4. Scrol­le etwas nach unten, bis du den Punkt Equa­li­zer siehst.
  5. Tip­pe die­sen an.
  6. Akti­vie­re nun den Equa­li­zer mit einem Tip­pen auf die Opti­on.

Unter Android:

  1. Öff­ne die App von Spo­ti­fy auf dei­nem Smart­pho­ne oder Tablet.
  2. Tip­pe auf das Zahn­rad, um die Ein­stel­lun­gen aufzurufen.
  3. Scrol­le etwas nach unten, bis du den Punkt Sound­qua­li­tät siehst.
  4. Tip­pe dort auf den Equa­li­zer.

Wich­tig für Android-Nutzer:

Falls du den Equa­li­zer in den Ein­stel­lun­gen nicht finden soll­testkann es ein, dass dein Smart­pho­ne kei­nen Equa­li­zer unterstützt.

Sony-Kopf­hö­rer

  1. Lade die App Sony Head­pho­nes Con­nect auf dein Smart­pho­ne oder Tablet.
  2. Öff­ne Sie und kon­fi­gu­rie­re dei­ne Kopf­hö­rer.
  3. Tip­pe nun unter­halb des Bil­des der Kopf­hö­rer auf Sound.
  4. Scrol­le nach unten, bis der Punkt Equa­li­zer zu sehen ist.
  5. Tip­pe auf den Pfeil, um die Vor­ein­stel­lun­gen zu öff­nen.
  6. Tippst du auf das Zahn­rad dar­un­ter, kannst du den EQ indi­vi­du­ell ein­stel­len.
Pas­send dazu 

Sonos-Laut­spre­cher

  1. Öff­ne die Sonos-App auf dei­nem Smart­pho­ne oder Tablet.
  2. Tip­pe unten rechts auf das Zahn­rad.
  3. Tip­pe nun auf den Punkt Sys­tem.
  4. Tip­pe auf die Pro­duk­te, die du ein­stel­len möch­test.
  5. Tip­pe unter Klang auf Equa­li­zer.

Einen sys­tem­wei­ten Equa­li­zer für Mac und Win­dows gibt es etwa mit dem Pro­gramm „Boom 3D“. Die­ses fil­tert alle Sounds, nicht nur die Musik bestimm­ter Anwen­dun­gen. Nach einer 30-tägi­gen Test­pha­se musst du die Soft­ware aller­dings kau­fen, um sie wei­ter­hin zu verwen­den.

EQ: Fre­quen­zen und ihre Zuordnung

Zur Ein­ord­nung von Fre­quen­zen zunächst etwas Basis­wis­sen: Die Maß­ein­heit für Fre­quen­zen ist Hertz (Hz), was Schwin­gun­gen pro Sekun­de sind. Das mensch­li­che Gehör ist in der Lage, Fre­quen­zen von durch­schnitt­lich 20 bis 20.000 Hz wahr­zu­neh­men. Mit zuneh­men­dem Alter nimmt die obe­re Gren­ze aller­dings deut­lich ab und kann auf rund 10.000 Herz (10 kHz) sin­ken. Als ange­nehm emp­fin­den wir in der Regel den Bereich zwi­schen 500 Hz und 4 kHz. So sind Tief­ton (Bass), Mit­ten und Höhen auf dem Fre­quenz­band verortet:

  • Tie­fen erstre­cken sich von 20 bis 150 Hz
  • Mit­ten gehen von 150 bis 2.000 Hz
  • Höhen lie­gen im Bereich zwi­schen 2.000 und 20.000 Hz

Die Mit­ten und unte­ren Höhen emp­fin­den wir also durch unser Gehör oft als ange­nehm. Tiefe Bäs­se sowie mitt­le­re und super­ho­he Töne kön­nen eher stö­rend wir­ken. Das ist auch wich­tig für die Ein­stel­lung des Equalizers.

So stellst du den Equa­li­zer rich­tig ein

Je nach Equa­li­zer bekommst du mehr oder weni­ger genaue Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten gebo­ten. Spo­ti­fy lässt etwa indi­vi­du­el­le Ein­stel­lun­gen für die Fre­quen­zen 60, 150, 400, 1.000, 2.400 und 15.000 Hz zu. Die Fre­quen­zen dazwi­schen zieht das Tool mit. So machen das auch vie­le ande­re Equa­li­zer. Sie fül­len also die Dif­fe­renz line­ar oder bogen­för­mig aus. Das ver­bes­sert das Klangbild.

Wie du den Equa­li­zer ein­stellst, kommt ganz auf das Gen­re der Musik und dei­nen per­sön­li­chen Geschmack an. Magst du zu domi­nan­te Bäs­se etwa nicht, weil du davon schnell Kopf­schmer­zen bekommst, soll­test du sie nicht zu stark aufdrehen. Ähn­li­ches gilt auch für die Höhen. Gene­rell gilt: Über­trei­be es mit den Ein­stel­lun­gen nicht. Ein dezen­tes Anhe­ben oder Sen­ken der Fre­quen­zen macht bereits einen gro­ßen Unter­schied. Im Fol­gen­den ein paar Bei­spie­le für die Ein­stel­lun­gen nach bestimm­ten Gen­res. 

  • Akus­tik: Hebe die tie­fen Töne leicht an, ver­su­che die Mit­ten neu­tral zu hal­ten und hebe auch die hohen Töne leicht an. 
  • Hip-Hop/Elec­tro­nic: Hebe die Tie­fen hier etwas stär­ker an, sen­ke die Mit­ten leicht ab und die Höhen leicht an. 
  • Pop: Las­se die Bäs­se und Höhen aus­ge­gli­chen, ver­stär­ke nur die Mit­ten etwas. 
  • Rock: Dre­he die Mit­ten etwas her­un­ter und dafür die tie­fen und hohen Töne stär­ker auf. 
  • Pod­casts: Die Mit­ten und Höhen sind hier wich­tig, dre­he sie des­halb etwas höher und die Bäs­se run­ter. 

Das manu­el­le Ein­stel­len des Equa­li­zers ver­langt etwas Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Tipp: Traust du dir das nicht zu oder hast gera­de kei­ne Zeit dafür, blei­ben dir noch die Pre­sets. Die­se stel­len den EQ auf durch­schnitt­lich pas­sen­de Wer­te für ein bestimm­tes Gen­re ein. In den meis­ten Fäl­len lie­fert das bereits ein deut­lich bes­se­res Ergeb­nis als bei deak­ti­vier­tem Equalizer.

Fazit: Trau dich an den EQ ran!

Du brauchst kei­ne Angst zu haben, bei einem EQ etwas zu „ver­stel­len“. Im schlimms­ten Fall schal­test du die Soft­ware ein­fach ab oder wech­selst zu einem Pre­set. Pro­bie­re also in einer ruhi­gen Minu­te etwas her­um. Mit der Zeit fin­dest du sicher die pas­sen­de Abmi­schung für dei­ne Lieb­lings­mu­sik. Spei­che­re dir die­se in einem eige­nen Pre­set ab, wenn die Soft­ware das ermög­licht. Die Nut­zung eines Equa­li­zers lohnt sich auf jeden, denn er holt noch mehr aus dei­ner Musik und dei­nen Gerä­ten heraus.

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