© 2021 Getty Images
Sprachassistenten

Sprach­as­sis­ten­ten: Was Siri, Ale­xa, Goog­le Assi­stant & Co. leisten

Sprachassistenten erleichtern die Kommunikation mit digitalen Geräten, wie z.B. dem Smarthome.

Willst du schnell eine Infor­ma­ti­on aus dem Inter­net bekom­men oder die Gerä­te in dei­nem ver­netz­ten Zuhau­se steu­ern, dann nimmst du dafür ver­mut­lich meist das Smart­pho­ne in die Hand. Es geht jedoch auch ein­fa­cher, indem du die Hil­fe eines Sprach­as­sis­ten­ten in Anspruch nimmst. Der schal­tet dann das Licht bei dir im Wohn­zim­mer ein, spielt einen Song ab oder liest dir die Nach­rich­ten vor. Doch auf dem Markt gibt es meh­re­re Sys­te­me. Wel­che das sind und was sie kön­nen, erfährst du hier. 

Ale­xa: Sprach­as­sis­tenz mit erwei­ter­ten Fähigkeiten

Der Ver­sand­händ­ler Ama­zon erkann­te früh das Poten­zi­al hin­ter intel­li­gen­ten Sprach­as­sis­ten­ten und star­te­te schon Anfang der 2010er mit der Ent­wick­lung. Dafür über­nahm das Unter­neh­men sogar 2013 Ivo­na, ein Start-Up für Text-to-Speech-Anwen­dun­gen. Gemein­sam mit dem Team ent­stand die Sprach­as­sis­tenz „Ale­xa“. Deren Name ist übri­gens eine Abkür­zung für „Alex­an­dria“. Dort stand in der Anti­ke die wich­tigs­te Biblio­thek ihrer Zeit. Das deu­tet bereit an, dass Ale­xa in ers­ter Linie Wis­sen ver­mit­teln soll.  

Um die Such­an­fra­gen der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer zu erken­nen, benö­tigt Ale­xa eine dau­er­haf­te Anbin­dung an das Inter­net. Dar­über kom­mu­ni­ziert die Assis­tenz mit den Cloud-Ser­vern von Ama­zon. So soll der Voice Assi­stant auch ler­nen. Das geschieht teils auto­ma­tisch, teils mit der Hil­fe von ech­ten Per­so­nen, die Sprach­be­feh­le als rich­tig oder falsch erkannt bewer­ten. Die Such­ergeb­nis­se stam­men aus unter­schied­li­chen Quel­len, wie etwa der Inter­net-Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia. Außer­dem steu­ert der digi­ta­le Sprach­as­sis­tent zahl­rei­che Smar­thome-Sys­te­me. 

Ale­xa ist aber auch manu­ell erwei­ter­bar. Dafür las­sen sich soge­nann­te Skills, also „Fähig­kei­ten“ instal­lie­ren. Durch sie bekommst du etwa die wich­tigs­ten Nach­rich­ten der Tages­schau, erfährst was am Abend im TV läuft oder spielst unter­halt­sa­me Spie­le allei­ne oder mit Freun­den. Um Ale­xa um einen Skill zu erwei­tern, musst du die­sen auf dei­nem gekop­pel­ten Smart­pho­ne aus­su­chen. 

Die Sprach­as­sis­tenz ist auf zahl­rei­chen Gerä­ten unter­schied­li­cher Mar­ken ver­füg­bar. Dazu gehö­ren etwa Sonos, JBL und Bose. Außer­dem kannst du durch die Ale­xa-App den Assis­ten­ten auf nahe­zu jedes iOS- und Android-Gerät holen. Spe­zi­ell für Ale­xa gemacht sind hin­ge­gen die Echo-Laut­spre­cher von Ama­zon. Die gibt es in vie­len Grö­ßen, For­men und Far­ben zu sehr unter­schied­li­chen Preisen.

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Goog­le Assi­stant: Ein fes­ter Teil von Android

Der Inter­net-Rie­se Goog­le ist schon lan­ge viel mehr als eine Such­ma­schi­ne im Inter­net. Das Unter­neh­men beschäf­tigt sich bereits seit gerau­mer Zeit mit künst­li­cher Intel­li­genz und Algo­rith­men. Genau die­se Tech­nik kommt an vie­len Stel­len zum Ein­satz. Dazu gehö­ren etwa You­Tube, Android und natür­lich die Goog­le-Suche selbst. Aber sie ist auch an ande­rer Stel­le von Bedeu­tung, näm­lich bei Sprach­as­sis­ten­ten. Der heißt beim Unter­neh­men schlicht Goog­le Assi­stant und kam erstaun­lich spät auf den Markt, näm­lich erst 2016. Aller­dings gab es zuvor mit Goog­le Now schon eine Sprach­er­ken­nung, die 2012 star­te­te. 

Heu­te ist das Sys­tem ein fes­ter Teil von Android und somit auf Mil­li­ar­den Gerä­ten welt­weit zuhau­se. Dazu gehö­ren Smart­pho­nes, Tablets, Note­books, Fern­se­her und mehr. Mit Goog­le Home führ­te das Unter­neh­men außer­dem eige­ne Smart-Spea­ker ein, auf denen der Goog­le Assi­stant läuft. Heu­te hei­ßen die Gerä­te Nest Audio. Natür­lich ist das Sys­tem auch auf Laut­spre­chern ande­rer Her­stel­ler ver­füg­bar. Außer­dem lässt sich der Goog­le Assi­stant per App auch auf Apple-Gerä­ten nut­zen. Der Sprach­as­sis­tent steu­ert zahl­rei­che Gerä­te im Smar­thome. Dafür arbei­tet Goog­le mit einer Viel­zahl Her­stel­ler zusam­men. 

Skills gibt es hier zwar kei­ne, dafür lernt der Goog­le Assi­stant ste­tig dazu. So ist er dazu in der Lage, die Stim­men von Per­so­nen zu erken­nen und dar­auf basie­rend indi­vi­du­el­le Such­ergeb­nis­se wie­der­zu­ge­ben. Damit der Assis­tent funk­tio­niert, benö­tigt er nicht zwin­gend akti­ve Ver­bin­dung zum Inter­net. Aller­dings ist der Funk­ti­ons­um­fang in die­sem Fall rela­tiv stark ein­ge­schränkt. Schließ­lich holt sich auch der Goog­le Assi­stant Infor­ma­tio­nen aus dem Inter­net. 

Um den Assi­stant zu ver­bes­sern, wer­ten auch hier Men­schen einen Teil der Sprach­ein­ga­ben aus. Dabei über­mit­telt die Sprach­as­sis­tenz auch Phra­sen und Sät­ze, ohne vor­her durch „OK Goog­le“ aktiv geschal­tet zu sein. 

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Siri: Apple hat den Hype losgetreten

Viel­leicht fragst du dich, ob der Name Siri wirk­lich von einer ech­ten Per­son stammt oder ein­fach eine Abkür­zung ist. Die Ant­wort ist: bei­des. Tat­säch­lich ent­stand die Fir­ma Siri Incor­po­ra­ted mit ihrem Namen durch eine Frau, mit der der dama­li­ge CEO Dag Kitt­laus zusam­men­ge­ar­bei­tet hat. Doch nach­dem Apple das Unter­neh­men, das an einer Sprach­as­sis­tenz glei­chen Namens arbei­te­te, im Jahr 2010 über­nom­men hat, änder­te sich das. Fort­an stand Siri näm­lich für „Speech Inter­pre­ta­ti­on and Reco­gni­ti­on Inter­face“.  

Auf den Markt gebracht hat Apple die Soft­ware zusam­men mit dem iPho­ne 4s, also bereits 2011. Damals als gro­ßes Allein­stel­lungs­merk­mal und als ech­te Inno­va­ti­on vor­ge­stellt, lös­te die Sprach­as­sis­tenz schnell einen Hype aus. Der führ­te schließ­lich dazu, dass auch Goog­le und Ama­zon mit eige­nen Sys­te­men folg­ten. Spä­ter kam die Assis­tenz auch auf iPads, Macs und die Apple Watch. Außer­dem hat Apple mit dem gro­ßen Home­Pod und dem klei­ne­ren Home­Pod mini eige­ne Smart-Spea­ker im Ange­bot. Auf Gerä­ten außer­halb des Apple-Kos­mos ist Siri aller­dings nicht ver­füg­bar. 

Pas­send dazu 

Ähn­lich wie Goog­le, arbei­tet auch Apple an einer ste­ti­gen Ver­bes­se­rung von Siri. Auf­grund der strik­ten Daten­schutz-Richt­li­ni­en des Unter­neh­mens ver­zich­tet Apple aber auf die Ver­ar­bei­tung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten. Dadurch ent­wi­ckelt sich Siri aller­dings auch etwas lang­sa­mer als die Kon­kur­renz. Die Sprach­as­sis­tenz hat also mit etwas höhe­rer Wahr­schein­lich­keit kei­ne Ant­wort auf eine Fra­ge. Außer­dem öff­net sich Apple nur lang­sam für die Zusam­men­ar­beit mit Dritt­an­bie­tern. So steu­ert Siri erst seit Ende 2020 auch Musik-Diens­te wie Spo­ti­fy und Dee­zer. 

Das The­ma Smar­thome ist eben­falls recht kom­pli­ziert. Apple sam­melt kom­pa­ti­ble Gerä­te in sei­ner eige­nen App Apple Home. Alle dar­in ange­leg­ten Gerä­te las­sen sich auch mit Siri steu­ern. Ist dein Smar­thome aller­dings nicht mit Home­Kit kom­pa­ti­bel, gestal­tet sich die Sprach­steue­rung kom­pli­zier­ter. Behel­fen kannst du dir aber in sol­chen Fäl­len viel­leicht mit Kurz­be­feh­len. Mehr dazu liest du hier: 

Micro­soft Cor­ta­na: Vom Video­spiel in die ech­te Welt

In der Video­spiel-Rei­he „Halo“ steht die künst­li­che Intel­li­genz Cor­ta­na dem Prot­ago­nis­ten Mas­ter Chief als digi­ta­le Hil­fe zur Sei­te. Weil das Spiel eines der gro­ßen Aus­hän­ge­schil­der von Micro­soft Xbox ist, hol­te das Unter­neh­men die Sprach­as­sis­tenz 2014 in die ech­te Welt. Auch dort soll sie hel­fen, aller­dings natür­lich in etwas ande­rer und weni­ger intel­li­gen­ter Form. Micro­soft imple­men­tier­te das Sys­tem daher in Win­dows 10, die Xbox One und Win­dows Pho­ne 8.1. Außer­dem folg­ten Apps für Android und iOS. 

Auch Cor­ta­na sucht nach Infor­ma­tio­nen im Netz und nutzt dafür die haus­ei­ge­ne Bing-Suche. Neben den auf Mobil­ge­rä­ten übli­chen Funk­tio­nen für Sprach­as­sis­ten­ten, wie das Anle­gen von Ter­mi­nen in Kalen­dern, die Steue­rung der Navi­ga­ti­ons­soft­ware und ähn­li­chem, gibt es auf dem PC noch wei­te­re Mög­lich­kei­ten. So steu­ert Cor­ta­na etwa Tei­le von Office und durch­sucht den Rech­ner lokal nach Datei­en. Micro­soft plat­zier­te die Assis­tenz dafür pro­mi­nent neben dem Start-But­ton in der Tas­kleis­te. 

Aller­dings blieb Cor­to­na nicht nur hin­ter ihren Mög­lich­kei­ten zurück, son­dern kam auch nicht beson­ders gut an. Des­halb lief auch die Koope­ra­ti­on mit Unter­neh­men aus den Audio- und Smar­thome-Berei­chen sehr schlep­pend. Micro­soft ent­schied sich des­halb dazu, die Sprach­as­sis­tenz als Sys­tem-App zu strei­chen. Auch der Sup­port für die iOS- und Android-Vari­an­ten ist heu­te ein­ge­stellt. In Zukunft könn­te Cor­ta­na als rei­nes Hilfs­sys­tem in Office fun­gie­ren. 

Bix­by: Zwi­schen S Voice und Sam

Zuge­ge­ben, die Über­schrift wirkt zunächst etwas ver­wir­rend. Bei einem Blick auf die His­to­rie der Sprach­as­sis­tenz-Sys­te­me von Sam­sung und deren Zukunft erscheint sie aber logisch. Im Jahr 2012, also nur ein Jahr nach­dem Apple mit Siri gestar­tet ist, ver­öf­fent­lich­te Sam­sung die Sprach­er­ken­nung S Voice. Sie soll­te die Smart­pho­nes der Mar­ke ohne Berüh­rung steu­ern. Fünf Jah­re spä­ter ver­öf­fent­lich­te Sam­sung den Sprach­as­sis­ten­ten Bix­by. Der hat deut­lich mehr auf dem Kas­ten und soll dem Goog­le Assi­stant, Siri und Ale­xa die Stirn bie­ten. 

Tat­säch­lich steht Bix­by auf allen moder­nen Gala­xy-Gerä­ten der Mar­ke bereit. Sei­nen Weg auf Gerä­te von Drit­ther­stel­lern fand der Assis­tent aber bis­her noch nicht. Das bleibt wohl auch so, denn Sam­sung geht hier ganz ähn­lich vor wie Apple mit Siri. Ent­spre­chend fin­dest du Bix­by auch auf kei­nem smar­ten Laut­spre­cher oder ähn­li­chen Gerä­ten. 

Was die Funk­tio­nen angeht, muss sich Bix­by nicht vor der Kon­kur­renz ver­ste­cken. Auch hier bekommst du Infor­ma­tio­nen aus dem Inter­net, steu­erst Funk­tio­nen dei­nes Tele­fons, die Navi­ga­ti­on und kom­pa­ti­ble Smar­thome-Gerä­te. Bix­by Visi­on ist ein Kame­ra-Fea­ture, das über die künst­li­che Intel­li­genz des Sprach­as­sis­ten­ten Text und Gegen­stän­de erkennt. Ähn­lich gibt es das auch bei Goog­le und Apple. 

In Zukunft könn­te Bix­by von einem neu­en Sys­tem abge­löst wer­den. Das hört schlicht auf den Namen „Sam“ und ist ein drei­di­men­sio­nal gestal­te­ter Ava­tar, der die Sprach­as­sis­tenz ver­kör­pert. Ers­te Bil­der davon tauch­ten zwar im Netz auf, eine offi­zi­el­le Ankün­di­gung von Sam­sung steht aller­dings noch aus. 

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Hua­wei Celia: Sprach­as­sis­tenz aus der Not geboren

Auf­grund diplo­ma­ti­scher Dif­fe­ren­zen zwi­schen den USA und Chi­na sperr­te Goog­le sei­ne Diens­te für das Unter­neh­men Hua­wei. Weil es sich dabei um freie Soft­ware han­delt, darf aber zumin­dest Android wei­ter auf den Gerä­ten der Mar­ke lau­fen. Goog­le Maps, Fotos und eben auch der Goog­le Assi­stant sind hin­ge­gen nicht zugäng­lich. Aus Sicht der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer sind sol­che Diens­te aller­dings sehr prak­tisch, wes­halb Hua­wei nach Alter­na­ti­ven gesucht oder sie ein­fach selbst geschaf­fen hat. Eine davon ist die Sprach­as­sis­tenz Hua­wei Celia, die es seit 2020 gibt.  

Über das Sys­tem gibt es aber sonst nichts zu sagen, was es nicht auch über die ande­ren Sprach­as­sis­ten­ten zu sagen gibt. Bei den Funk­tio­nen lie­fert Celia also fast alles, was man auch vom Goog­le Assi­stant erwar­tet – nur eben ange­passt an die Gerä­te von Hua­wei. Auf denen ist das Sys­tem exklu­siv ver­füg­bar. Weil es in die­sem Bereich extrem auf Koope­ra­tio­nen ankommt, ist Celia aller­dings beim The­ma Smar­thome nur sehr ein­ge­schränkt ein­ge­bun­den. 

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Sprach­as­sis­ten­ten: Fast immer und über­all verfügbar

In der heu­ti­gen Zeit sind smar­te Sprach­as­sis­ten­ten kaum mehr aus dem All­tag weg­zu­den­ken. Egal ob du nur eben einen Timer stel­len oder dein gesam­tes Smar­thome steu­ern möch­test – Goog­le Assi­stant, Siri, Ale­xa & Co. erle­di­gen das für dich. Dabei brauchst du kein Smart­pho­ne in die Hand zu neh­men. Beson­ders weit ver­brei­tet sind übri­gens die Sys­te­me Ale­xa und Goog­le Assi­stant. Sie lau­fen auf zahl­rei­chen Han­dys, Tablets, Rech­nern, Laut­spre­chern und mehr. Siri, Bix­by und Celia sind ihren Her­stel­lern hin­ge­gen treu. Funk­tio­nal sind sie alle, wobei auch hier Ale­xa und der Goog­le Assi­stant her­aus­ste­chen, was auch an der hohen Kom­pa­ti­bi­li­tät mit Gerä­ten im Smar­thome und der stän­di­gen Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Ser­vern der Unter­neh­men liegt. Beson­ders auf Daten­schutz bedacht ist hin­ge­gen Apple mit Siri.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!