Künst­li­che Intel­li­gen­zen (soge­nann­te KIs) sind mitt­ler­wei­le fest in die Tech­nik­welt inte­griert. Beim Arbei­ten mit dem Com­pu­ter oder Smart­pho­ne hel­fen Ihnen die KIs als Sprach­as­sis­ten­ten beim Sur­fen und der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Doch was hat es genau mit den ver­schie­de­nen künst­li­chen Intel­li­gen­zen auf sich, die sich auf PC, Mac, Smart­pho­ne und Tablet tum­meln? UPDATED erklärt Ihnen, wozu Sprach­as­sis­ten­ten gut sind und was die Pro­gram­me im Ein­zel­nen kön­nen.

Das kön­nen Sprach-KIs

Eine künst­li­che Intel­li­genz als Sprach­soft­ware dient der ver­ein­fach­ten Bedie­nung von Com­pu­tern und Mobil­ge­rä­ten wie Smart­pho­nes und Tablets. Dabei liegt der Fokus die­ser KIs meist auf Such­an­fra­gen für das Sur­fen im Netz oder auf der Unter­stüt­zung der Kom­mu­ni­ka­ti­on, etwa beim Ein­spre­chen einer SMS. Eine Sprach-KI akti­vie­ren Sie in der Regel über einen But­ton oder eine ein­ge­spro­che­ne Pass­phra­se (bspw. “OK Goog­le” beim Goog­le Assi­stant). Allen KIs ist gemein, dass Sie Ihre Anfra­gen und Befeh­le natür­lich auch ein­tip­pen kön­nen.

Im Com­pu­ter- und Mobil­be­reich kom­men vor allem fol­gen­de KIs zum Ein­satz:

  • Siri ist die Sprach­as­sis­ten­tin für alle Apple-Gerä­te, wird also auf dem iPho­ne, dem iPad und Mac ein­ge­setzt.
  • Goog­le Assi­stant ist die aus Goog­le Now wei­ter­ent­wi­ckel­te Sprach-KI für Andro­id-Gerä­te und fin­det sich mitt­ler­wei­le auf immer mehr Smart­pho­nes, aber auch im Smart-Home-Bereich.
  • Cor­ta­na ist die Sprach­as­sis­tenz von Micro­soft für den täg­li­chen Gebrauch unter Win­dows (Ver­si­on 8.1 und höher) sowie auf eini­gen Andro­id-Gerä­ten.
  • Bix­by ist der haus­ei­ge­ne Sprach­as­sis­tent von Sam­sung und kam erst­mals auf eini­gen Sam­sung-Model­len von 2017 zum Ein­satz, wird aber auch für den Smart-Home-Bereich opti­miert.

Siri: Die Sprach­as­sis­ten­tin von Apple

Siri ist eine seit 2010 zu Apple gehö­ri­ge Sprach­soft­ware, die sowohl ein­ge­spro­che­ne Befeh­le erken­nen und aus­füh­ren als auch ant­wor­ten kann. Mit Siri kön­nen Sie unter ande­rem Inter­net­such­an­fra­gen stel­len, Noti­zen anfer­ti­gen oder auch Kurz­nach­rich­ten ver­fas­sen. Dabei reagiert die KI sowohl auf Ihre Stim­me als auch auf hän­di­sche Ein­ga­ben. Siri spricht und ver­steht aktu­ell 21 Spra­chen, dar­un­ter Eng­lisch, Deutsch, Spa­nisch und Man­da­rin-Chi­ne­sisch.

Auf­grund der Vor­le­se­funk­ti­on für Nach­rich­ten und Bild­schirmin­hal­te eig­net sich Siri auch beson­ders gut für Men­schen mit einer Seh­be­ein­träch­ti­gung.

Siri fin­den Sie auf Ihrem iPad, iPho­ne, der Apple Watch, dem Mac und Ihrer Apple-TV-Box. Eini­ge Smart-Home-Kom­po­nen­ten unter­stüt­zen die KI eben­falls.

So akti­vie­ren Siri auf Ihrem Apple-Mobil­ge­rät:

  1. Gehen Sie zu Ein­stel­lun­gen > Siri.
  2. Akti­vie­ren Sie die Sprach-KI, indem Sie den Schie­be­reg­ler neben Siri auf Grün set­zen.
  3. Dar­auf­hin öff­nen sich wei­te­re Aus­wahl­mög­lich­kei­ten.
  4. Über den Unter­punkt “Hey Siri” erlau­ben akti­vie­ren Sie die Sprach­steue­rung. Dann kön­nen Sie Siri anspre­chen, ohne vor­her den Home­but­ton drü­cken zu müs­sen.

Um Siri anzu­spre­chen, haben Sie nun zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der drü­cken Sie auf den Home­but­ton und stel­len Ihre Fra­ge bzw. geben Ihre Anwei­sung. Oder Sie spre­chen den Befehl “Hey Siri” ein (wenn Sie die Funk­ti­on zuvor akti­viert haben), gefolgt von einem Befehl wie “Star­te Face­book!” oder einer Fra­ge wie “Wie wird heu­te das Wet­ter?”.

Alles zum Umgang mit der Sprach­as­sis­ten­tin Siri erfah­ren Sie in unse­rem Rat­ge­ber “Siri-Befeh­le: So nut­zen Sie den Sprach­as­sis­ten­ten rich­tig”.

Goog­le Assi­stant: Die Andro­id-KI

Der Goog­le Assi­stant ist die Wei­ter­ent­wick­lung von Goog­le Now, die man bereits seit eini­gen Jah­ren auf Andro­id-Gerä­ten akti­vie­ren kann. Die Sprach-KI hilft zum Bei­spiel bei Such­an­fra­gen und bei der Navi­ga­ti­on über Goog­le Maps. Der Goog­le Assi­stant erkennt Spra­che sehr intui­tiv und kon­text­be­zo­gen und ermög­licht so eine rela­tiv natür­li­che Sprach­ein­ga­be.

Wäh­rend der neue­re Goog­le Assi­stant anfangs nur auf den High-End-Smart­pho­nes Goog­le Pixel und Pixel XL zu fin­den war, wird die künst­li­che Intel­li­genz lang­sam auch für wei­te­re Gerä­te zur Ver­fü­gung gestellt.

Vor­aus­set­zun­gen für die Nut­zung des Goog­le Assi­stant auf Andro­id-Gerä­ten:

  • Betriebs­sys­tem Andro­id 6 Mar­sh­mal­low oder höher
  • Mehr als 1,5 GB Arbeits­spei­cher
  • Dis­play-Auf­lö­sung von 720p oder höher

Leis­tungs­schwä­che­re Han­dys kön­nen wei­ter­hin mit Goog­le Now genutzt wer­den. Bei­de Sprach-KIs sind in die auf Andro­id-Gerä­ten vor­in­stal­lier­te Goog­le App inte­griert und las­sen sich über die­se auch akti­vie­ren. Goog­le Assi­stant ver­steht aktu­ell 40 Spra­chen, spricht selbst aber nur fünf.

So akti­vie­ren Sie den Goog­le Assistant/Google Now auf Ihrem Smart­pho­ne:

  1. Öff­nen Sie die Goog­le App und wäh­len Sie den Menü­punkt Ein­stel­lun­gen an.
  2. Im neu­en Fens­ter wäh­len Sie die Kate­go­rie Spra­che> “OK Google”-Erkennung aus: Hier stel­len Sie ein, wann die KI auf Ihre Sprach­ein­ga­ben reagie­ren soll – und zwar ent­we­der aus­schließ­lich über Such­an­fra­gen in der Goog­le App oder immer und über­all.

Wie Sie Goo­g­les Sprach-KI nut­zen und ein­rich­ten, erfah­ren Sie in unse­rem spe­zi­el­len Rat­ge­ber zum The­ma.

Künst­li­che Intel­li­genz – wer macht das Ren­nen?

Aktu­ell lau­fen welt­weit acht von zehn Smart­pho­nes mit dem Betriebs­sys­tem Andro­id. Hier ist der Goog­le Assi­stant prä­sent.

Sam­sung ver­sucht, mit Bix­by auf dem Markt Fuß zu fas­sen, und muss noch zei­gen, ob die Sprach-KI kon­kur­renz­fä­hig ist.

Apple kon­zen­triert sich voll und ganz auf den eige­nen Gerä­te­markt. Hier wird Siri vor­herr­schen, obgleich Goog­le sei­nen Assi­stant als sepa­ra­te App auch für iOS, macOS und Co. anbie­tet.

Micro­soft ist mit Cor­ta­na und der über­wie­gen­den Kon­zen­tra­ti­on auf Win­dows auf den Com­pu­ter­markt spe­zia­li­siert.

Die Grund­prin­zi­pi­en aller Sprach-KIs glei­chen sich, ledig­lich bei der Unter­stüt­zung von Dritt­an­bie­ter-Soft­ware gibt es Unter­schie­de: Goog­le beherrscht den Markt, wäh­rend sich Apple und Sam­sungs Bix­by dem Markt lang­sam wei­ter öff­nen.

Cor­ta­na: Sprach­un­ter­stüt­zung für Win­dows

Micro­soft ent­wi­ckel­te 2014 sei­ne eige­ne Sprach­er­ken­nungs­soft­ware Cor­ta­na für Win­dows ab Ver­si­on 8.1. Auch auf eini­gen Nokia-Smart­pho­nes mit Win­dows als Betriebs­sys­tem fin­det sich die Sprach-KI. Cor­ta­na erkennt ein­ge­spro­che­ne Befeh­le, kann eine Schlag­wort­su­che über den Micro­soft-Such­dienst Bing akti­vie­ren und Noti­zen und Ter­mi­ne anle­gen. Außer­dem erleich­tert Cor­ta­na auf Mobil­ge­rä­ten die Navi­ga­ti­on. Die KI beherrscht meh­re­re Sprach­fa­mi­li­en mit ent­spre­chen­den Unter­tei­lun­gen (bspw. bri­ti­sches und ame­ri­ka­ni­sches Eng­lisch).

So rich­ten Sie Cor­ta­na unter Win­dows ein:

  1. Öff­nen Sie zunächst die Sys­tem­ein­stel­lun­gen: Kli­cken Sie hier­zu auf das Win­dows-Sym­bol.
  2. Kli­cken Sie im auf­klap­pen­den Menü das Zahn­rad-Sym­bol an.
  3. Nun wäh­len Sie im neu­en Fens­ter Zeit und Spra­che aus und kli­cken anschlie­ßend auf den Unter­punkt Sprach­er­ken­nung.
  4. Hier fin­den Sie die Ein­rich­tungs­op­tio­nen für Cor­ta­na. Über Mikro­fon > Ers­te Schrit­te begin­nen Sie mit der Ein­rich­tung.

Cor­ta­na kann auf Andro­id-Smart­pho­nes auch als Alter­na­ti­ve zum Goog­le Assi­stant genutzt wer­den. Die Instal­la­ti­on ist aller­dings nur über einen APK-Down­load mög­lich – wie das funk­tio­niert, erklä­ren wir Ihnen im Rat­ge­ber “Nicht in Goog­le Play: Apps per APK-Metho­de instal­lie­ren”.

Alle wei­te­ren wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zum Umgang mit Cor­ta­na fin­den Sie in unse­rem Rat­ge­ber.

Bix­by: Sam­sungs neue Eigen­krea­ti­on

Sprach­er­ken­nung gab es bei Sam­sung-Gerä­ten bereits mit dem Fea­ture S Voice. Die neu ent­wi­ckel­te KI Bix­by soll nun eine noch bes­se­re Steue­rung per Sprach­ein­ga­be ermög­li­chen. Im Gegen­satz zu Apple und Goog­le setzt Sam­sung bei Bix­by nicht auf eine Pass­phra­se zur Akti­vie­rung, son­dern hat an den unter­stütz­ten Gerä­ten einen spe­zi­el­len But­ton am Gehäu­se ein­ge­baut, über den sich der Sprach­as­sis­tent akti­vie­ren lässt.

Bix­by unter­stützt typi­sche Sys­tem­funk­tio­nen wie Tele­fo­nie, Kurz­nach­rich­ten­diens­te und Such­an­fra­gen sowie haus­ei­ge­ne Sam­sung-Apps. Eine Beson­der­heit, die Bix­by von den ande­ren Sprach-KIs unter­schei­det, ist das Erken­nen von Bild­in­hal­ten: Ob eine Live-Auf­nah­me oder ein bereits erstell­tes Bild – die KI sucht in den Bild­in­for­ma­tio­nen nach ver­wert­ba­ren Daten, die per­so­nen- oder pro­dukt­be­zo­gen sein kön­nen.

Eine Erwei­te­rung des Port­fo­li­os auf Dritt­an­bie­ter kommt laut Sam­sung im Lau­fe des Jah­res 2017 auf den Markt.

Bix­by fin­det sich aktu­ell nur auf den Model­len Sam­sung Gala­xy S8 und S8+. Außer­dem ist der Sprach­as­sis­tent momen­tan nur in Korea und den USA erhält­lich, ein deut­scher Release ist für das vier­te Quar­tal 2017 geplant.

Sprach-KIs für jede Platt­form

Ob Apple, Micro­soft oder Andro­id: Sprach-KIs fin­den sich mitt­ler­wei­le auf allen gän­gi­gen Betriebs­sys­te­men im mobi­len sowie im Desk­top-Bereich. Die Assis­ten­ten täti­gen Anru­fe für Sie, schrei­ben Nach­rich­ten, star­ten Such­an­fra­gen im Netz und vie­les mehr.

Apple setzt auf eine breit ange­leg­te Unter­stüt­zung aller sei­ner Pro­duk­te durch Siri. Dem gegen­über steht der Andro­id-Markt, der sich in die vor­herr­schen­de KI Goog­le Assistant/Google Now und die auf­stre­ben­de künst­li­che Intel­li­genz Bix­by von Sam­sung auf­spal­tet. Micro­soft ist mit sei­ner Assis­ten­tin Cor­ta­na ein wenig außen vor, was den Mobil­markt anbe­langt, dafür aber auf dem PC-Markt gesetzt.

In ihren Grund­funk­tio­nen glei­chen sich die KIs stark, sodass die Wahl einer Soft­ware eher eine platt­form­ab­hän­gi­ge Ent­schei­dung als eine Aus­wahl aus Grün­den der Funk­tio­na­li­tät ist. Den leich­ten Vor­teil der intui­ti­ve­ren Sprach­be­die­nung des Goog­le Assi­stant dürf­te Apple mit dem nächs­ten Update für Siri wie­der wett­ma­chen.

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