Die let­zten Umzugskisten ste­hen noch im Arbeit­sz­im­mer, doch der Einzug in die neue Behausung ist fast voll­bracht. Auch sind die Räum­lichkeit­en schon mit WLAN ver­sorgt, nach­dem Sie den Router ein­gerichtet haben. Damit ist das The­ma Inter­net für Sie erledigt und Sie wen­den sich anderen Auf­gaben zu. Dabei lohnt es sich, abschließend noch den Sicher­heit­se­in­stel­lun­gen des WLAN-Routers ein wenig Aufmerk­samkeit zu schenken. Denn es kön­nte Ein­drin­glinge geben, die darauf aus sind, Ihr Heim­net­zw­erk zu knack­en. UPDATED erk­lärt, worauf Sie acht­en soll­ten und welche Ein­stel­lun­gen rat­sam sind, um die Sicher­heit Ihres Routers zu erhöhen.

Verschiedene Sicherheitsstandards für WLAN-Router

WLAN-Router soll­ten gesichert sein, um es poten­ziellen Angreifern so schw­er wie möglich zu machen, in Ihr Net­zw­erk einzu­drin­gen. Diese kön­nten es son­st für ille­gales File­shar­ing miss­brauchen und Filme, Serien, Musik oder Spiele herun­ter­laden. Es ist aber nicht so, dass die heuti­gen WLAN-Router kein­er­lei Sicher­heitsvorkehrun­gen mit­brin­gen, wenn sie geliefert oder vom Tech­niker instal­liert wer­den. Die Geräte sind entwed­er ab Werk gegen mögliche Hack­er gesichert oder haben Anleitun­gen dabei, die Sie Schritt für Schritt durch die Ein­stel­lun­gen führen, um die nötige Sicher­heit zu gewährleis­ten.

Doch die Vor­gaben des Her­stellers sind nicht immer aus­re­ichend. Oft haben Router Sicher­heit­sop­tio­nen an Bord, die sie mit den aktuellen Ein­stel­lun­gen gar nicht voll aus­nutzen. Denn es gibt ver­schiedene Sicher­heits­stan­dards für Funknet­ze. Die Stan­dards definieren tech­nis­che Eigen­schaften und Ver­schlüs­selungsmeth­o­d­en, die ein Router und Funknet­ze erfüllen müssen. Der aktuell beste Schutz fürs WLAN nen­nt sich WPA2. Das ist eine Weit­er­en­twick­lung des Stan­dards WPA, der aber als nicht mehr sich­er gilt. Die Ver­schlüs­selung nutzt dafür den AES-Algo­rith­mus, eine mod­erne Ver­schlüs­selungsmeth­ode. Dazu kommt, dass die Sur­fgeschwindigkeit mit dem derzeit besten Sicher­heits­stan­dard in der Regel höher ist.

Einige WLAN-Router unter­schei­den noch in ver­schiedene WPA2-Ver­sio­nen: WPA2-Per­son­al (oder auch WPA2-PSK genan­nt) sowie WPA2-Enter­prise (oder auch Radius genan­nt). Für Sie als Pri­vat­per­son ist nur die erste Ver­sion wichtig. Let­ztere ist eher für die WLAN-Ein­rich­tung in Fir­men gedacht. Dort übern­immt dann ein zen­traler Serv­er die Auf­gabe zu entschei­den, welch­es Endgerät sich mit dem Router verbinden darf.

Alle neueren Router mit dem Funk-Stan­dard 802.11n unter­stützen nor­maler­weise WPA2. Schauen Sie in die Betrieb­san­leitung, ob Ihr Gerät auch dazu gehört. Oft ist ein Hin­weis schon auf der Ver­pack­ung aufge­druckt.

Sicherheitsstandard einstellen am Beispiel der FRITZ!Box

Die FRITZ!Box ist ein sehr weit ver­bre­it­eter WLAN-Router des deutschen Her­stellers AVM. Um zu den Sicher­heit­se­in­stel­lun­gen zu gelan­gen, sind nur wenige Schritte nötig.

  1. Stellen Sie sich­er, dass Sie mit dem Inter­net ver­bun­den sind. Öff­nen Sie dann einen Brows­er, tip­pen Sie http://fritz.box in die Adresszeile ein und rufen Sie per Enter die Ober­fläche der FRITZ!Box auf. Das funk­tion­iert natür­lich nur, wenn Ihr Com­put­er oder Tablet auch mit dem Gerät ver­bun­den ist.
  2. Fol­gen Sie den Punk­ten WLAN > Sicher­heit > WLAN-Modus. Hier kön­nen Sie dann WPA2 ein­stellen, sofern diese nicht schon ab Werk vorgenom­men wurde.
  3. Soll­ten Sie auch ältere Geräte ans WLAN anbinden wollen, die mit der Ein­stel­lung WPA2 Prob­leme machen, soll­ten Sie WPA/WPA2 gemis­cht auswählen. Der Router unter­stützt dann automa­tisch die best­mögliche Ein­stel­lung. Allerd­ings nimmt die Sur­fgeschwindigkeit auf diese Weise ab.

WLAN-Passwort des Routers ändern

Über die Ver­schlüs­selung­stech­nik hin­aus gibt es noch weit­ere Kom­po­nen­ten, die das Sur­fen im WLAN sicher­er machen. Eine davon: Ändern Sie das Pass­wort des Routers. Denn diese Zeichen­fol­gen wer­den oft für mehrere Geräte gle­ichzeit­ig vergeben und kön­nen mith­il­fe spezieller Apps von Krim­inellen aus­ge­le­sen wer­den. Das Orig­i­nal-Pass­wort ste­ht in der Regel auf der Unter­seite des Geräts, es hat bei der FRITZ!Box 20 Stellen. Um es zu ändern, fol­gen Sie im FRITZ!Box-Beispiel den Punk­ten WLAN > Sicher­heit > WLAN-Net­zw­erkschlüs­sel. Ver­wen­den Sie eben­falls min­destens 20 Zeichen, darunter Zahlen, Groß- und Klein­schrei­bung und Son­derze­ichen.

Software des Routers aktuell halten

Jed­er Router ver­fügt über eine Betrieb­ssoft­ware, auch Firmware genan­nt. Wie bei vie­len dig­i­tal­en Geräten bekommt diese ab und an ein Update. Dieses soll­ten Sie auf jeden Fall instal­lieren, da auf diese Weise auch Sicher­heit­slück­en geschlossen wer­den. Bei vie­len Routern kön­nen Sie automa­tis­che Updates in den Ein­stel­lun­gen vornehmen – falls nicht, lohnt es sich, regelmäßig auf der Her­steller­seite nach Aktu­al­isierun­gen Auss­chau zu hal­ten. Bei der FRITZ!Box find­en Sie die Ein­stel­lung unter Sys­tem > Update > Auto-Update.

Netzwerknamen des Routers ändern

Jedes WLAN bekommt im Funknetz (SSID) einen Namen zuge­ord­net. Diesen soll­ten Sie jedoch bess­er ändern. Denn die Beze­ich­nung kön­nte son­st auf Sie selb­st als Betreiber oder auf den Zweck des Net­zw­erkes Rückschlüsse zulassen. Der vor­eingestellte Net­zw­erk­name ist oft mit dem Gerät iden­tisch – das kön­nten Ein­drin­glinge für ihre Zwecke miss­brauchen, denn dieser iden­ti­fiziert ein­deutig das von Ihnen ver­wen­dete Gerät und hil­ft einem Angreifer dadurch beim Auf­spüren von möglichen Sicher­heit­slück­en. Zudem kön­nte es sein, dass dann mehrere WLANs mit dem­sel­ben Namen arbeit­en, sodass sich Ihr PC in ein fremdes Net­zw­erk ein­wählen will. Bei der FRITZ!Box find­en Sie die Ein­stel­lung unter WLAN > Funke­in­stel­lun­gen > Name des Funknet­zes.

WLAN einfach abschalten

Die wohl beste Meth­ode, um sich vor Ein­drin­glin­gen zu schützen: das WLAN ein­fach abzuschal­ten, wenn Sie es nicht benöti­gen. Das macht vor allem Sinn, wenn Sie im Urlaub oder tagsüber nicht zuhause sind oder wenn Sie nachts schlafen. Einige Router ver­fü­gen über eine Zeitschal­tung und deak­tivieren und aktivieren sich dann automa­tisch. Zudem kön­nen Sie in den Ein­stel­lun­gen mitunter die Sendeleis­tung reduzieren – das bringt den Vorteil, dass Sie nicht über die Gren­zen der eige­nen Woh­nung hin­aus funken.

So machen Sie ihr WLAN schneller

Die richtige Sicher­heit­se­in­stel­lung sorgt wie oben erwäh­nt auch dafür, Ihr WLAN schneller zu machen. Doch um dieses Ziel zu erre­ichen gibt es noch weit­ere Möglichkeit­en. Zunächst spielt der Stan­dort des Routers in Ihrer Unterkun­ft eine entschei­dende Rolle. Je näher Router und Endgerät zusam­men­ste­hen, desto schneller ist die Verbindung. Zudem kön­nen Sie die Sendeleis­tung in den Ein­stel­lun­gen des Routers erhöhen, einen wenig fre­quen­tierten Funkkanal wählen oder den Router mit ein­er exter­nen Antenne nachrüsten. Für weit­ere Infor­ma­tio­nen lesen Sie auch den Rat­ge­ber “WLAN schneller machen: 5 Tipps & Tricks für mehr Tem­po”.

Sicherheit kann wesentlich verbessert werden

Beacht­en Sie diese Sicher­heit­shin­weise, haben es poten­zielle Angreifer wesentlich schw­er­er, in Ihr WLAN-Net­zw­erk einzu­drin­gen. Hun­dert­prozentige Sicher­heit ist natür­lich trotz­dem nicht gegeben, schließlich wer­den auch immer wieder große Fir­men Ziel von Hack­eran­grif­f­en, die alles für einen best­möglichen Schutz unternehmen. Den­noch kön­nen Sie mit den oben beschriebe­nen Maß­nah­men Ihren Schutz vor Miss­brauch von Inter­net- und Tele­fo­nan­schluss, Date­nausspähung und anderen Angrif­f­en deut­lich verbessern. Soll­ten Hack­er in Ihrem Net­zw­erk den­noch Ver­botenes anstellen, kann die Polizei Ihre Adresse mith­il­fe Ihres Inter­ne­tan­bi­eters zurück­ver­fol­gen. Das kön­nte als Urhe­ber­rechtsver­let­zung eine kost­spielige Abmah­nung zur Folge haben. Zur Beruhi­gung: Ohne Anhalt­spunk­te für eine Sicher­heit­slücke ist nie­mand verpflichtet, die Ein­stel­lun­gen des Her­stellers zu ändern. Das hat der Bun­des­gericht­shof (BGH) entsch­ieden.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.