Fern­se­hen per Satel­li­ten­schüs­sel hat vie­le Vor­tei­le: Es ste­hen dir zahl­rei­che natio­na­le und inter­na­tio­na­le Sen­der zur Aus­wahl und abge­se­hen von den ers­ten Anschaf­fungs­kos­ten für Schüs­sel und Hal­te­rung ist der Emp­fang ohne monat­li­che Grund­ge­bühr mög­lich. Für einen guten Emp­fang muss die Schüs­sel jedoch rich­tig aus­ge­rich­tet sein. UPDATED erklärt dir, wor­auf es ankommt, wenn du dei­ne Satel­li­ten­schüs­sel opti­mal mon­tie­ren und aus­rich­ten willst.

Vor dem Aus­rich­ten: Die Satel­li­ten­schüs­sel rich­tig auf­stel­len

In Deutsch­land wer­den Sat-Schüs­seln immer nach Süden aus­ge­rich­tet. Denn so erreichst du den soge­nann­te Astra 19,2° Ost Satel­li­ten. “19,2° Ost” beschreibt sei­ne Posi­ti­on. Astra ist der wich­tigs­te Satel­lit, wenn es um deutsch­spra­chi­ges Fern­se­hen geht. Er über­trägt nicht nur die öffent­lich-recht­li­chen Sen­der, zu sei­nen ins­ge­samt rund 1.200 Pro­gram­men gehö­ren auch der Pri­vat­sen­der Sky und diver­se aus­län­di­sche Pro­gram­me. Als Alter­na­ti­ve bie­tet sich der Eutel­sat-Satel­lit 13° Ost an, der eben­falls öffent­lich-recht­li­che Sen­der, Pri­vat­pro­gram­me und Pay-TV über­trägt.

Wenn du die Satel­li­ten­schüs­sel auf­stellst, soll­test du unbe­dingt dar­auf ach­ten, dass kei­ne Hin­der­nis­se im Weg sind: Die Satel­li­ten­schüs­sel soll­te immer eine freie Sicht auf den Him­mel haben. Hin­der­nis­se, die die Signal­stär­ke stö­ren kön­nen, sind zum Bei­spiel Bäu­me, Mau­ern oder Häu­ser.

Als Faust­re­gel gilt: Ein stö­ren­des Objekt wie eine Mau­er oder ein Baum darf die Höhe nicht über­schrei­ten, die sich ergibt, wenn du die Ent­fer­nung des Hin­der­nis­ses zu dei­ner Satel­li­ten­schüs­sel durch zwei teilst. Ein Bei­spiel: Ein zehn Meter süd­lich von der Sat-Anla­ge ent­fernt ste­hen­der Baum soll­te nicht höher als fünf Meter sein.

Wo wird die Satel­li­ten­schüs­sel mon­tiert?

Du hast ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, die Sat-Schüs­sel zu mon­tie­ren: auf dem Dach, an der Haus­wand oder auf dem Bal­kon. Auch eine mobi­le Vari­an­te ist mög­lich.

Ach­tung! Wenn du als Mie­ter in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus eine Satel­li­ten­schüs­sel instal­lie­ren willst, musst du dir vor­ab die Erlaub­nis beim Haus­be­sit­zer ein­ho­len – am bes­ten schrift­lich. Wenn du in einer Eigen­tums­woh­nung zur Mie­te wohnst, brauchst du die Erlaub­nis des Eigen­tü­mers und beim Besitz einer Eigen­tums­woh­nung soll­test du dei­ne Anfra­ge an die Eigen­tü­mer­ge­mein­schaft rich­ten.

Mon­ta­ge auf dem Dach: Die Dach­mon­ta­ge der Satel­li­ten­schüs­sel ist beliebt, weil die Schüs­sel aus die­ser Posi­ti­on meist freie “Sicht” auf den Satel­li­ten hat, ohne dass Hin­der­nis­se im Weg sind. Zudem ist das Jus­tie­ren der Satel­li­ten­schüs­sel ein­fa­cher. Gleich­zei­tig ist die Dach­mon­ta­ge aber mit einem Sicher­heits­ri­si­ko ver­bun­den. Du soll­test die Instal­la­ti­on also lie­ber einem Fach­mann über­las­sen, als selbst auf dem Dach her­um­zu­klet­tern.

Oben auf dem Dach ist die Schüs­sel außer­dem jeg­li­chen Wit­te­run­gen unge­schützt aus­ge­setzt, sodass sie im Win­ter gege­be­nen­falls per Hand von Schnee befreit wer­den muss. Um sie gegen Wind­ein­wir­kun­gen zu sichern, emp­fiehlt sich die Befes­ti­gung mit einem Dachspar­ren­hal­ter aus Stahl. Außer­dem ist ein aus­rei­chen­der Blitz­schutz beson­ders wich­tig.

Blitz­schutz durch Erdung beach­ten

Satel­li­ten­schüs­seln haben eine aus­ge­präg­te elek­tri­sche Leit­fä­hig­keit. Je höher eine Satel­li­ten­schüs­sel ange­bracht ist, des­to grö­ßer ist das Risi­ko für einen Blitz­ein­schlag. Dem­entspre­chend wich­tig ist es, die Schüs­sel sowie alle mit ihr ver­bun­de­nen Gerä­te, wie einen Recei­ver und Fern­se­her, mit­tels Erdung vor einem Blitz­ein­schlag zu schüt­zen.

Hier emp­fiehlt es sich, einen Fach­mann ein­zu­be­zie­hen, der den Mast der Anla­ge auf mög­lichst kur­zem Weg mit der Blitz­schutz­an­la­ge des Gebäu­des ver­bin­det – das geschieht über einen Erdungs­lei­ter.

Ach­tung: Die Erdung kann sich je nach Sat-Anla­ge unter­schei­den, und ein gutes Fern­seh­bild ist kei­ne Garan­tie für eine erfolg­rei­che Erdung.

Mon­ta­ge an der Haus­wand: Beson­ders prak­tisch ist die Wand­mon­ta­ge. An der Haus­wand ist der Zugriff auf die instal­lier­te Schüs­sel deut­lich ein­fa­cher, als wenn sie auf dem Dach ange­bracht ist. Denn auch nach der Instal­la­ti­on ist es wich­tig, dass der Zugang zur Schüs­sel jeder­zeit mög­lich ist – so kannst du die Satel­li­ten­schüs­sel ein­fach aus­rich­ten, rei­ni­gen und war­ten.

Für eine Wand­mon­ta­ge braucht dein Haus oder dei­ne Woh­nung aller­dings eine geeig­ne­te Außen­mau­er. Nur so ist gewähr­leis­tet, dass du die Satel­li­ten­schüs­sel rich­tig aus­rich­ten kannst: nach Süden und mög­lichst ohne Hin­der­nis­se. Bringst die Schüs­sel min­des­tens zwei Meter unter der Dach­kan­te an, brauchst du in der Regel auch kei­ne Maß­nah­men in Sachen Blitz­schutz zu tref­fen. Gleich­zei­tig ist die Satel­li­ten­schüs­sel an so einer Stel­le auch bes­ser vor Schnee und Regen geschützt.

Mon­ta­ge auf dem Bal­kon: Die Bal­kon­mon­ta­ge der Satel­li­ten­schüs­sel ist am ein­fachs­ten und sichers­ten. Du musst kei­ne Löcher boh­ren oder Dach­hal­ter anbrin­gen und benö­tigst für den Zugang zur Schüs­sel kei­ne Hilfs­mit­tel wie eine Lei­ter. Auch Rei­ni­gung und War­tung der Schüs­sel sind auf dem Bal­kon ver­gleichs­wei­se sim­pel.

Für die Instal­la­ti­on benö­tigst du aller­dings eine spe­zi­el­le Gelän­der­hal­te­rung. Dazu kommt der opti­sche Nach­teil – wenn du in einer Miet­woh­nung lebst, kann es daher sein, dass Ver­mie­ter oder Haus­ver­wal­tung die Instal­la­ti­on nicht gestat­ten. Für den Bal­kon bie­tet sich aus die­sem Grund eine deut­lich klei­ne­re Flach­an­ten­ne an. Die funk­tio­niert, wenn die ande­ren Kri­te­ri­en für einen guten Emp­fang – bei­spiels­wei­se eine freie Sicht und hoch­wer­ti­ge Mate­ria­li­en – gege­ben sind.

Mobi­le Mon­ta­ge: Du kannst die Satel­li­ten­schüs­sel mit­hil­fe eines Anten­nen­stän­ders auch im Gar­ten oder beim Cam­ping auf­stel­len. Es gibt auch direkt auf die mobi­le Nut­zung aus­ge­rich­te­te Lösun­gen, die zum Teil in einem Kof­fer gelie­fert wer­den, der bequem mit in den Urlaub genom­men wer­den kann. Klei­ne­re Model­le kön­nen sogar per Saug­hal­te­rung an einer Glas­schei­be oder per Klem­me am Tisch befes­tigt wer­den.

Satel­li­ten­schüs­sel aus­rich­ten

Wenn du die Satel­li­ten­schüs­sel aus­rich­ten willst, prü­fe vor­her das Wet­ter – die bes­ten Bedin­gun­gen herr­schen bei wol­ken­lo­sem Him­mel. Am bes­ten planst du das Aus­rich­ten in der Mit­tags­zeit zwi­schen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr ein. Dann bringst du die Schüs­sel für die Aus­gangs­la­ge in eine Posi­ti­on, die Rich­tung Süden zeigt.

Der Signal­ver­stär­ker LNB

Ande­re Bezeich­nun­gen für den LNB sind “Low Noi­se Block”, “Low Noi­se Block Con­ver­ter” und rausch­ar­mer Signal­um­set­zer. Ein LNB hat zwei wesent­li­che Funk­tio­nen: die Ver­stär­kung der Satel­li­ten­si­gna­le und das Umla­gern auf eine Zwi­schen­fre­quenz. Letz­te­res ist die Vor­aus­set­zung, um das Signal via Koaxi­al­ka­bel ver­lust­frei an den Recei­ver lei­ten zu kön­nen. Zur Ori­en­tie­rung: Der LNB ist das kas­ten­för­mi­ge Teil, das sich gegen­über der Schüs­sel befin­det.

  1. Nei­gungs­win­kel fin­den: Der Nei­gungs­win­kel (Ele­va­ti­ons­win­kel) ist regio­nal ver­schie­den, liegt in Deutsch­land aber bei rund 32 Grad. Prü­fe die Befes­ti­gung der Satel­li­ten­schüs­sel, denn dort ist meis­tens die opti­ma­le Posi­ti­on mar­kiert. Alter­na­tiv kannst du den Nei­gungs­win­kel über ein Online-Tool oder eine App anhand dei­ner Post­leit­zahl berech­nen las­sen – dafür suchst du im Inter­net oder App-Store nach “Satel­li­ten­fin­der”, “Sat Fin­der” oder “Dish Poin­ter”. Sobald du den kor­rek­ten Nei­gungs­win­kel kennst, stellst du ihn ein, indem du die Schüs­sel nach unten oder oben bewegst.
  2. Recei­ver ein­rich­ten: Als Nächs­tes stellst du eine Kabel­ver­bin­dung zwi­schen dei­nem Fern­se­her und dem Recei­ver her. Mit einem Koaxi­al­ka­bel ver­bin­dest du dann die Sat-Schüs­sel mit dem Recei­ver – es emp­fiehlt sich, ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Kabel zu ver­wen­den. Noch wich­ti­ger ist die Qua­li­tät der Steck­ver­bin­dun­gen. An sich genügt ein ein­fa­cher F‑Stecker, noch fes­ter sit­zen jedoch Kom­pres­si­ons­ste­cker. Wenn die Ver­bin­dun­gen ste­hen, kannst du im Nor­mal­fall eine Anga­be (zum Bei­spiel in Pro­zent) zur Signal­stär­ke und Bild­qua­li­tät am Fern­se­her oder Recei­ver able­sen. Andern­falls rich­test du dich nach der Anlei­tung im Hand­buch, um die aktu­el­le Signal­stär­ke anzei­gen zu las­sen.
  3. Fein­jus­tie­rung: Die Fein­jus­tie­rung soll­ten zwei Per­so­nen vor­neh­men, die dafür bei­spiels­wei­se per Han­dy kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Im Ide­al­fall bleibst du beim Fern­se­her oder Recei­ver, um die Bild­qua­li­tät für dich ein­zu­schät­zen. Die ande­re Per­son dreht die Schüs­sel leicht nach links und jus­tiert den soge­nann­ten Azi­mut-Win­kel, bis du mit dem Bild zufrie­den bist oder die Anga­be am Fern­se­her oder Recei­ver ein opti­ma­les Signal anzeigt. Beach­te aber, dass die Ver­än­de­run­gen durch das Dre­hen etwas zeit­ver­zö­gert statt­fin­den. Soll­te sich kei­ne Ver­bes­se­rung ein­stel­len, prüft die zwei­te Per­son erneut den Nei­gungs­win­kel und ver­än­dert ihn gege­be­nen­falls durch lang­sa­me Bewe­gun­gen der Schüs­sel nach unten oder oben. Wenn du die Satel­li­ten­schüs­sel allei­ne aus­rich­ten musst, hilft dir ein soge­nann­ter Sat-Fin­der. Das ist ein Mess­ge­rät, das du direkt an den LNB anschließt. Auf die­se Wei­se kannst du die Signal­stär­ke vor Ort prü­fen, wäh­rend du die Schüs­sel bewegst.
  4. Wet­ter-Simu­la­ti­on: Sobald du die Satel­li­ten­schüs­sel aus­ge­rich­tet hast, ist sie dau­er­haft allen Wit­te­rungs­be­din­gun­gen aus­ge­setzt. Regen kann den Emp­fang nega­tiv beein­flus­sen, daher ist es sinn­voll, die Leis­tung bei schlech­tem Wet­ter zu tes­ten. Dafür legst du einen nas­sen Lap­pen über den rausch­ar­men Signal­um­set­zer (LNB). Wenn der Emp­fang dadurch schlech­ter wird, rich­test du die Satel­li­ten­schüs­sel neu aus.

Alter­na­ti­ve zur nor­ma­len Satel­li­ten­schüs­sel: Die Flach­an­ten­ne

Wenn alle Stri­cke rei­ßen und du kei­ne Satel­li­ten­schüs­sel anbrin­gen kannst (weil zum Bei­spiel nicht genug Platz vor­han­den ist) oder darfst (weil die Erlaub­nis des Ver­mie­ters, Eigen­tü­mers oder der Eigen­tü­mer­ge­mein­schaft fehlt), gibt es eine Alter­na­ti­ve fürs Satel­li­ten­fern­se­hen.

Flach­an­ten­nen sind klei­ner und benö­ti­gen daher weni­ger Platz. Da sie so kom­pakt sind, sind Flach­an­ten­nen auch wesent­lich unauf­fäl­li­ger. Auf­grund des gerin­ge­ren opti­schen Nach­teils ist ent­we­der kei­ne Erlaub­nis vom Ver­mie­ter not­wen­dig oder sie ist deut­lich ein­fa­cher zu bekom­men. Auch der Preis einer Flach­an­ten­ne ist im Ver­gleich zu Satel­li­ten­schüs­seln gerin­ger.

Die Mon­ta­ge­schrit­te ähneln denen der Satel­li­ten­schüs­sel:

  • Nei­gungs­win­kel ein­stel­len
  • Ver­bin­dung zu Recei­ver und Fern­se­her her­stel­len
  • Fein-Jus­tie­rung zu zweit vor­neh­men
  • Oder Jus­tie­rung allei­ne mit Sat-Fin­der durch­füh­ren
  • Optio­nal Regen­wet­ter am LNB simu­lie­ren

Für einen sen­SA­Tio­nel­len Emp­fang

Bevor du dei­ne neue Satel­li­ten­schüs­sel aus­rich­ten kannst, musst du sie opti­mal auf­stel­len. Im Ide­al­fall befin­den sich kei­ne Hin­der­nis­se im “Sicht­feld” der Schüs­sel, die auf dem Dach, der Haus­wand oder auf dem Bal­kon mon­tiert wer­den kann. Für lei­den­schaft­li­che Cam­per gibt es auch mobi­le Model­le.

Das Aus­rich­ten ist in weni­gen Schrit­ten erle­digt und kann je nach Art der Fein­jus­tie­rung allei­ne oder zu zweit erfol­gen. Du kannst oder darfst kei­ne Sat-Schüs­sel bei dir anbrin­gen? Eine Flach­an­ten­ne kann eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve sein.

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